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«Germany's Next Topmodel»-Finale 2015 wegen Bombendrohung abgebrochen
quelle: getty images europe / thomas lohnes
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Sicherheitsexperte zum «GNTM»-Abbruch: «Ich kann verstehen, dass die Halle evakuiert wurde. Wir hatten beim FC Basel einen ähnlichen Fall»

Nach einem Drohanruf wurde gestern das Finale von «GNTM» abgebrochen. War diese Entscheidung übervorsichtig oder gerechtfertigt? Gerold Dünki ist Sicherheitsverantwortlicher des St.Jakob-Parks. Auch er hatte es schon einmal mit einer Bombendrohung zu tun.



Herr Dünki, wie stehen Sie dazu, dass die Verantwortlichen der SAP-Arena aufgrund eines Drohanrufes das Finale von «GNTM» abgebrochen und die Zuschauer evakuiert haben?
Gerold Dünki: Es ist natürlich schwer, das aus der Distanz zu beurteilen, aber wir hatten im Stadion des FC Basel mal einen ähnlichen Fall vor einigen Jahren.

Was ist damals passiert?
Während eines Spiels hat ein Mann bei der Polizei angerufen und hat gesagt, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt im Stadion eine Bombe detonieren würde. Im Stadion ist jeweils ein Einsatzleiter der Polizei vor Ort und der hat diese Nachricht dann über Funk erhalten.

gerold dünki

Gerold Dünki, Sicherheitsverantwortlicher beim FC Basel.

Wurde das Stadion dann evakuiert?
Nein, das Problem war das Folgende: Wir hatten schlicht zu wenig Vorlaufzeit. Denn als wir die Nachricht erhalten hatten, waren es nur noch vier bis fünf Minuten bis zu dem Zeitpunkt, den der Mann genannt hatte. Und diese Zeit reicht schlicht nicht aus, um ein ganzes Stadion zu evakuieren.

Wie viel Zeit benötigen Sie?
Um das gesamte Stadion zu räumen, brauchen wir etwa zehn Minuten. Hätten wir es damals trotzdem versucht, hätten wir das Risiko eingehen müssen, dass eine Panik ausbricht, dass es Verletzte gibt – oder gar noch Schlimmeres. Zudem hatten wir eine konkrete Person im Verdacht.

Wieso das?
Es gab da einen Mann, der sich beim Einlass schlecht behandelt gefühlt hatte. Wir gingen davon aus, dass er es war. Ausschlaggebend dafür, dass wir das Stadion nicht geräumt haben, war aber schlicht der Zeitmangel. Am Ende hatten wir Glück – es war nur eine leere Drohung.

Hätten Sie gekonnt, hätten Sie also geräumt.
Das denke ich schon, ja. Stellen Sie sich mal vor, das Sicherheitspersonal weiss von einer Drohung, handelt nicht und nachher passiert etwas Schlimmes. Ich kann verstehen, dass bei dem «Germany's Next Topmodel»-Finale gestern so entschieden wurde. Man muss bei so etwas eben doch davon ausgehen, dass es ernst gemeint ist.

Kommt es im St.Jakob-Park häufiger zu solchen Situationen, wie Sie sie jetzt geschildert haben?
Nein, ich bin jetzt schon seit über zwölf Jahren dabei. Aber solch grosse Fälle kommen sonst nicht vor. Wir hatten mal einen Mann, der sich aufgeregt hat, weil ihm bei der Sicherheitskontrolle ein kleines Messer abgenommen wurde. Dann ist er weggerannt und hat zu seiner Begleitung gesagt: «Die haben mir mein Messer weggenommen, meine Pistole haben sie aber nicht.»

Was ist dann passiert?
Wir haben den Mann aus dem Stadion entfernt. Er hatte keine Pistole dabei. Aber auch diese Drohung mussten wir ernst nehmen.

Konnten Sie den Mann, der die Bombendrohung geäussert hatte, damals ausfindig machen?
Ja, wir konnten den Anruf zurückverfolgen und den Mann dingfest machen. Er war geistig verwirrt und konnte meines Wissens deshalb auch nicht belangt werden.

Wer entscheidet bei Ihnen darüber, wie auf einen solchen Drohanruf reagiert wird?
Die Entscheidungsgewalt liegt letztendlich bei mir. Aber wir haben vor Ort auch immer noch einen Einsatzleiter von der Polizei und einen von der Rettung, sodass wir uns da auch beraten können. Und je nachdem, wie ernst ein Fall ist, kann auch die Polizei das Kommando übernehmen.

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