Schweiz
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Mag Tierli-Videos: Tiktok-Polizistin Rahel Egli. screenshot instagram

Interview

12 Fragen, die du einer Tiktok-Polizistin schon immer stellen wolltest

Die Winterthurer Polizistin Rahel Egli (33) geht nicht nur auf der Strasse, sondern auch auf Instagram und Tiktok auf Streife. Im Interview sagt sie, warum sie Liebeskummer oft beschäftigt und warum sie gerne Tierli-Videos postet.



Frau Egli, Sie sind die einzige Tiktok-Polizistin der Schweiz. Was für ein Fall beschäftigt Sie gerade?
Rahel Egli: Mein letzter Fall hat von Liebeskummer gehandelt. Ein junges Mädchen hat sich bei mir gemeldet, weil ihr Freund ihre Handynummer überall herumgeschickt hat. Ich versuche herauszufinden, was man machen kann, damit es dem Mädchen besser geht. Und kläre ab, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt.

Sie sind also vielmehr Teenie-Psychologin als Cyber-Cop?
Nein, aber wenn ich Zeit habe, helfe ich den Jugendlichen gerne bei ihren Problemen weiter. Es gibt auch eine andere Seite: Oftmals versuchen die Teenager, mich mit doofen Sprüchen zu provozieren. Darauf lasse ich mich aber nicht ein.

Was war der krasseste Fall, den Sie als Tiktok-Polizistin erlebt haben?
Ich stand sehr lange mit einem Mädchen in Kontakt, welches sich das Leben nehmen wollte. Ihr geht es inzwischen zum Glück wieder besser. Weiter melden sich immer wieder Mädchen bei mir. Diese schreiben zum Beispiel, sie seien von ihrem Lehrer komisch angefasst worden.

Wie reagieren Sie auf solche Anschuldigungen?
Es ist sehr schwierig, alleine aus einem Internet-Chat zu beurteilen, ob eine Straftat vorliegt oder nicht. Es gibt einen Graubereich. Darum stelle ich viele Fragen. Und empfehle Schülerinnen etwa, mit der Klassenlehrperson oder den Eltern darüber zu sprechen. Einmal wurde dann von der Schulleitung tatsächlich die Polizei angefordert. Ich übernehme selber nur Fälle, wenn sie sich in Winterthur ereignen.

Dieser Clip von Egli wurde schon 11,5 Mio. mal angeschaut:

Was sind typische Fragen, mit denen Tiktok-User an Sie gelangen?
Mofas sind ein grosses Thema. Töffli-Bube haben mir schon Bilder von ihren getunten Fahrzeugen geschickt und gefragt, ob das noch legal sei. Diese verweise ich dann an einen Töfflimech oder die Kollegen von der Verkehrspolizei. Weiter tauchen immer wieder Fragen zu Gewalt- oder Sexvideos auf. Mich haben schon 13-jährige Mädchen kontaktiert, die Nacktbilder von sich verschickt hatten. Und plötzlich nicht mehr weiter wissen.

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Egli unterwegs auf den Strassen Winterthurs. bild: screenshot Tiktok

Wurden schon Leute wegen Ihren Ermittlungen auf Tiktok verhaftet?
Zu Festnahmen ist es bislang nicht gekommen. Einmal meldete sich ein junges Mädchen bei mir, das von ihrem Freund verprügelt worden war. Ich bestellte die beteiligten Personen umgehend auf den Posten. Grundsätzlich versuche ich, mit den Teenagern das Gespräch zu suchen und ihnen die Konsequenzen ihres Verhaltens aufzuzeigen.

Sie haben alleine auf Tiktok 80'000 Follower. Werden Sie oft auf der Strasse angesprochen?
Ich werde in der Tat immer wieder angequatscht. Bei einem Verkehrsunfall wollte einmal sogar eine Gruppe Jungs Fotos von mir machen. Am Albanifest wurde ich von zahlreichen Leuten umringt, die Selfies mit mir knipsen wollten. So oft kommt das aber nicht vor, ich bin kein Tiktok-Star wie Luca Hänni.

Als Polizei-Influencerin sind Sie stark exponiert. Wie fühlt sich das an?
Ich arbeitete früher als Mediensprecherin und bin es mir gewohnt, in der Öffentlichkeit zu stehen. Aber sehen Sie: Als Social-Media-Polizistin kann ich die Themen selbst vorgeben. Ich stehe nicht wie Influencerinnen unter Druck, Bikini-Bilder zu posten, um möglichst viele Likes zu holen.

Social Media macht nie Pause. Nehmen Sie das Dienst-Handy mit ins Bett?

Ich gebe es zu: Selbst wenn ich frei habe, schaue ich ab und zu bei meinen Social-Media-Profilen rein. Wenn jemand wirklich Hilfe braucht, reagiere ich auch in meiner Freizeit. Dazu fühle ich mich als Mensch verpflichtet. Die meisten Fälle sind aber wenig dramatisch.

Sie sind 33 Jahre alt und damit eigentlich zu alt für Tiktok. Was halten Sie von der Plattform?
Klar sind mir auch schon Videos auf den Nerv gegangen. Aber es hat oft super Beiträge, bei denen man sogar etwas lernen kann. Ich ziehe mir aber sicher nicht jeden Tag stundenlang Videos rein.

Welche Videos stellen Sie selbst am liebsten auf Tiktok?
Ich mag Tierli-Videos. Wenn man ein Tier aus einer misslichen Lage befreien kann, ist das etwas Schönes.

Müssen Sie sich von Ihren Kolleginnen und Kollegen im Polizeicorps eigentlich viele Sprüche anhören?
Das hat sich mittlerweile gelegt. Viele sagen, sie würden nie als Polizist Sachen auf Tiktok posten. Andere können sich vorstellen, den Job selbst zu machen.

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kiro Striked 06.11.2019 15:09
    Highlight Highlight Ich finde die Aktion Super. Von TikTok selbst halte ich jetzt nicht wirklich viel. Aber wenn man so leuten Helfen kann, finde ich das Super.

    Frage ist ein bischen, ob es gut ist, dass die Polizei hier das Gesicht ist, ich fände eine passende Staatliche "Street Worker" Arbeitsgruppe etwas passender, die auch wirklich auf die Probleme der Jugendlichen eingehen könnten, da es sich bei der Polizei um die Exekutive handelt.

    Aber ja, der Erfolg gibt ihr Recht, also: Weiter so!
    • El Vals del Obrero 06.11.2019 17:05
      Highlight Highlight Wenn ich es richtig verstehe, verweist sie bei gröberen Problemen ja auch an solche Stellen.

      Das "Problem" ist wohl einfach, dass jeder Jugendliche von der Existenz der Polizei weiss, sich aber vielleicht nicht im Sozialinstitutionen-Dschungel auskennt. Dann könnten sie vielleicht auch an falsche Stellen geraten, wahrscheinlich kann nicht jeder 13-Jähriger zwischen einer staatlichen Sozialarbeiter-Organisationen von obskuren Coaching-Anbietern etc. unterscheiden.

      Und bei so einer netten Polizistin ist die Hemmschwelle wohl auch geringer und das Vertrauen grösser.
  • Barracuda 06.11.2019 13:50
    Highlight Highlight Was zur Hölle ist Tiktok? Irgendein Teenie-Portal?
  • Bätzi 06.11.2019 11:11
    Highlight Highlight Keine schlechte Sache sollten sich andere Polizeicorps ein Beispiel nehmen.
  • adam gretener 06.11.2019 11:07
    Highlight Highlight Also ich bin total dafür dass unsere Polizistinnen und Polizisten anständig verdienen. Aber 10K ausgegeben für ein Paar-Jugendproblemchen, die auch Dr. Sommer lösen könnte, finde ich leicht übertrieben.
    • ingmarbergman 06.11.2019 11:38
      Highlight Highlight Oh ja mega schade, dass das die grössten Probleme unserer jugendlichen sind.
      Ich würde mir auch wünschen, dass sich mehr 12-jährige Heroinsüchtige melden oder 13-jährige, die anrufen weil sie eine Schussverletzung haben.
      #ironieaus

  • Imfall 06.11.2019 10:28
    Highlight Highlight was ist tiktok??

    bin ich alt?
    • Ulmo Ocin 06.11.2019 15:38
      Highlight Highlight Ja bist du. Aber was zur Hölle ist tiktok? ;)
    • Tekk 06.11.2019 16:18
      Highlight Highlight Deiner Frage nach zu urteilen Anscheinend schon... Hättest ja zumindest danach "googlen" können. 😉
      PS: Google ist... Ach vergiss es... 😂
    • Mann mit Pfann 06.11.2019 16:47
      Highlight Highlight Jop. Geht mir mit 34 auch so.
      Ab morgen fang ich an zu Stricken
    Weitere Antworten anzeigen
  • Älplermagrönli mit Öpfelmues 06.11.2019 10:17
    Highlight Highlight Finde ich echt gut. So ist es viel einfacher Jugendliche zu erreichen und direkt Hilfe anzubieten. Der Gang zum Polizeiposten ist nunmal viel schwieriger und die Jugendlichen fürchten sich wahrscheinlich auch, aus Angst, dass die Eltern involviert warden oder etwas passiert, das aus der Kontrolle gerät. Finde das eine super Idee.
    • pamayer 06.11.2019 10:27
      Highlight Highlight Genau das ging mir beim lesen auch durch den Kopf.
  • derEchteElch 06.11.2019 10:08
    Highlight Highlight Jetzt hört auf, Tiktok Cops so sehr zu hypen... Jean und Eli von der Stapo tun dies schon lange.
  • Bruuslii 06.11.2019 10:03
    Highlight Highlight bitte fangt jetzt nicht an hier auch für tiktok werbung zu machen (das machen die schon auf 20min).

    die amerikanischen social media machen uns schon kopfzerberchen.
    bitte nicht auch noch chinesische...
  • RyXXel 06.11.2019 09:58
    Highlight Highlight Ich finde top, dass die Schweizer Polizei (oder wenigstens Teile davon) endlich im 21. Jahrhundert angekommen ist!

    Und so hat jetzt auch die Jugend eine Ansprechsstelle, was sehr zu unterstützen ist!

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