DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Insbesondere frisches Gemüse landet oft im Müll.
Insbesondere frisches Gemüse landet oft im Müll.
Bild: KEYSTONE

Diese App hat knapp 200'000 Menüs vor der Mülltonne gerettet

Brot, Sushi, Gemüse: Ein Drittel aller Lebensmittel landet im Abfall. Die App «To Good To Go» will das ändern. Jetzt liegen erstmals Daten vor, die zeigen, in welcher Schweizer Stadt die App am meisten Lebensmittel rettet.
30.03.2019, 12:5830.03.2019, 19:43

Schweizweit werden 2.31 Millionen Tonnen Essen pro Jahr verschwendet. Das entspricht einer Ladung von 140'000 Lastwagen. Die grössten Food Waste-Sünder sind die privaten Haushalte. Sie verursachen rund 45 Prozent des Abfalls. Mit etwas Abstand folgen die Verarbeitung (30%) und die Landwirtschaft (13%). Die Gastronomie, Gross- und Detailhandel sind zusammen für 12 Prozent verantwortlich.

«Zurzeit gibt es einen enormen Boom von lokalen Initiativen, die das Essen vor der Tonne retten wollen», so Karin Spori, Geschäftsleiterin des Vereins foodwaste.ch. Das sei sehr erfreulich, so Spori. «Aber lokale Initiativen reichen noch lange nicht. Es muss sich etwas im System ändern.» Bis 2030 muss die Schweiz ihren Food Waste halbieren. Dazu hat sie sich als UN-Mitglied verpflichtet.

Eine Initiative, die nicht nur lokal agiert, ist die App «Too Good To Go». Entwickelt in Dänemark, wurde sie im Juni 2018 in der Schweiz lanciert. Die Entwickler haben sich zum Ziel gesetzt, überschüssiges Essen, das «zu gut zum Wegwerfen» ist, günstig an den Endkunden zu verkaufen.

So funktioniert «Too Good To Go»
Nach dem Download der App werden dem User Restaurants und Shops in der Nähe angezeigt. Dort kann das Essen eine halbe Stunde vor Betriebsschluss abgeholt werden. Bezahlt wird das Essen via App. Eine Mahlzeit kostet durchschnittlich 6.90 Franken.

In der Schweiz bieten mehr als 400 Restaurants, Shops und Bäckereien ihren täglichen Lebensmittelüberschuss auf «Too Good To Go» an. Profitieren tun dabei beide Seiten – die Betriebe müssen kein übriges Essen wegschmeissen und die Kunden erhalten eine Mahlzeit zu extrem günstigen Konditionen.

So viele Mahlzeiten wurden seit Beginn in der Schweiz gerettet:

Kooperationen hat die App in zahlreichen Schweizer Städten. Spitzenreiter ist Zürich. Dort wurden bislang fast 50'000 Mahlzeiten gerettet. Dicht dahinter folgen Waadt und Genf.

Nach knapp einem Jahr zieht Country Managerin Lucie Rein ein erstes Fazit: «Bis dato haben wir 193'756 Mahlzeiten gerettet – und es kommen täglich 1’000 - 1'500 Mahlzeiten dazu. Wir sind stolz und glücklich, wie sich unsere Bewegung zur Lebensmittelrettung in der Schweiz entwickelt hat.»

Doch auch Rein betont, dass damit noch lange nicht alles getan ist. Um Food Waste zu verhindern, müsse man bei sich selbst beginnen. «Richtig einkaufen, optimal lagern und kreativ mit Überresten sein sind extrem wichtig», so Rein.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Frühstücksflocken – damals und heute

1 / 16
Frühstücksflocken – damals und heute
quelle: wikicommons / wikicommons
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So reduziert das Kantonsspital Luzern Foodwaste um 35%

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Sarah Wiener: Hinter Massentierhaltung und Ersatzfleisch stehen die gleichen «Verbrecher»

Die prominente Köchin und Politikerin kritisiert, dass die vegane Bewegung das Tor zu einer ungesunden Künstlichkeit unserer Ernährungskultur aufgestossen habe. Sie sucht nach einer neuen Balance von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Zu Beginn der 90er-Jahre wurde Sarah Wiener zweimal hintereinander Berliner Stadtmeisterin in Vollkontakt-Taekwondo. Dies ist zwar eine kuriose, aber keineswegs erstaunliche Randnotiz ihrer Biografie. Die Deutsch-Österreicherin mit Jahrgang 1962 brach mit 17 die Schule ab, trampte durch die Welt und liess sich schliesslich als junge alleinerziehende Mutter und Sozialhilfeempfängerin in Berlin nieder. Und kämpfte sich hoch und höher. Wurde von der Kellnerin zur Catering-Unternehmerin, zur …

Artikel lesen
Link zum Artikel