Schweiz
Energie

Greenpeace-Aktivisten werden vom Bund angeklagt

1 / 6
Greenpeace Nuklear
Greenpeace-Aktivisten hängten im März 2014 Transparente am AKW Beznau bei Doettingen AG mit der Aufschrift «The End» auf.
quelle: keystone / urs flueeler
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Löcher in den Beton gebohrt

Greenpeace-Aktivisten werden vom Bund angeklagt

Die Atomaufsichtsbehörde ENSI hat gegen einzelne Aktivisten von Greenpeace bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige eingereicht. 
06.11.2014, 10:1106.11.2014, 10:12
Mehr «Schweiz»

Die Aktivisten sollen im März bei einem Protest ein Reaktorgebäude des AKW Beznau bestiegen und Löcher in den Beton des Sekundärcontainments gebohrt haben. Gemäss Kernenergiegesetz stünden Beschädigungen von Vorrichtungen in einer Kernanlage, die für die nukleare Sicherheit oder Sicherung wesentlich seien, unter Strafe, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) am Donnerstag mit.

Nach dem Protest auf dem Gelände hatte die AKW-Betreiberin Axpo bereits einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Bei der Aargauer Staatsanwaltschaft sind derzeit Verfahren gegen 58 Greenpeace-Aktivisten hängig.

Die Aktivisten waren am 5. März kurz vor 7 Uhr mit Hilfe von Leitern über den Absperrzaun ins AKW-Gelände eingedrungen. Aktivisten brachten unter anderem am Reaktor 2 und am Portalkran gelbe Transparente mit der Aufschrift «The End» an.

Anzeige wegen Bohrlöchern in Schutzhülle

Das ENSI reichte bei der Bundesanwaltschaft zudem eine Strafanzeige wegen den sechs Bohrlöchern im Primärcontainment des AKW Leibstadt ein. Eine externe Firma hatte die Löcher im November 2008 gebohrt, um Handfeuerlöscher zu montieren. Die Löcher wurden erst im vergangenen Juni bemerkt. Sie wurden mittlerweile gestopft.

Das ENSI hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht das AKW Leibstadt wegen organisatorischer Mängel gerüffelt. Externe Mitarbeitende müssten bei Revisionsarbeiten in der Anlage besser betreut und geschult werden.

Die Vorkommnisse in den AKW Beznau und Leibstadt seien von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung gewesen, hält das ENSI fest. In beiden Fällen hätten sich jedoch Anhaltspunkte ergeben, dass die Strafbestimmungen des Kernenergiegesetzes verletzt worden sein könnten.

«Wir sind nach gründlicher Abwägung zum Schluss gekommen, dass wir deshalb verpflichtet sind, die Fälle Beznau und Leibstadt zur Anzeige zu bringen», liess sich ENSI-Direktor Hans Wanner zitieren. Die Aufsichtsbehörde erteilte keine weiteren Auskünfte zu den Strafanzeigen. (pma/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Nach tödlichem Unfall: Pistenchef von Verbier mit reduzierter Strafe erneut verurteilt

Der Pistenchef des Skigebiets Téléverbier ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Kantonsgericht bestätigte das erstinstanzliche Urteil nach dem tödlichen Unfall einer italienischen Skitouristin von 2014.

Zur Story