Die Schweiz entscheidet erst Anfang März, welches Lied unser Land am hauseigenen Eurovision Song Contest im Mai vertreten wird und Nemos Nachfolge antritt.
Erika Vikman (31) hat den finnischen Vorentscheid gewonnen und darf Finnland beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel vertreten. Die Finnin wollte ihr Land bereits 2020 vertreten, wurde damals beim Vorentscheid aber nur Zweite.
Sie ist ausgebildete Jazzsängerin und war 2016 finnische Tangokönigin. Kein Wunder also, dass ihr auf der Bühne in Punkte Gesang und Choreo niemand das Wasser reichen konnte.
Ihr Song «Ich komme» ist eine wilde Mischung aus Pop, Schlager und Metal-Chor-Elementen. Mit dem doppeldeutigen Titel, der absichtlich auf Deutsch verfasst ist, will Vikman Tabus über weibliche Lust brechen.
Auf der Bühne wagt sie einen lasziven Ritt auf einem überdimensionalen Mikrofonständer, der – natürlich – dann auch noch «kommt» und Feuerregen spuckt. Darum lieben wir den ESC doch, oder? Schau selbst:
Eigentlich galt in Finnland die Metalcore-Band «One Morning Left» als Favorit. Die Band löste sich jedoch knapp drei Wochen vor dem Finale auf, dies, nachdem gegen den Leadsänger Mika Lahti Vorwürfe wegen sexueller Belästigung von Minderjährigen laut geworden waren.
Wenn du ein Kind der 90er bist, wirst du diesen Song lieben. Oder hassen, weil du dich alt fühlst. Hier schon mal die wichtigste Songzeile zum Mitsingen: «Bumbum badibumbum bum bum». Schaffemer, oder?
Die Interpretin Emmy ist 24 Jahre und stammt eigentlich aus Norwegen, wo sie in anderen Jahren auch schon am Vorentscheid teilgenommen hat. Besonders auf TikTok hat sie eine grosse Fangemeinde und bereits 1,2 Millionen Follower. Nun geht sie für Irland ins Rennen mit dem Song «Laika Party».
Malta geht beim ESC 2025 mit dem Song «Kant» ins Rennen. Die 24-jährige Maltesin Miriana Conte setzte beim Auftritt auf das alt bewährte Trickkleid: Zuerst verhüllt in grünem Tüll, dann nach wenigen Takten stand sie plötzlich in einem hautengen, zum Teil transparenten Outfit mit Leo-Muster auf der Bühne.
«Kant» ist Maltesisch und heißt «Gesang». In Fan-Kreisen wurde der Songtitel jedoch bereits seit mehreren Wochen heiss diskutiert, ob damit wohl nicht ein weniger unschuldigen englisches Wort mit der c-Schreibweise gemeint ist.
Ziferblat hat sich beim ukrainischen Vorentscheid durchgesetzt. Die Band wurde 2015 gegründet und ist in der Ukraine bekannt für ihren Art-Rock-Stil. Letztes Jahr nahm Ziferblat bereits schon einmal beim ukrainischen Vorentscheid teil und erreichte den 2. Platz. Nun klappte es im neusten Anlauf, alle Mitbewerbenden auszustechen.
Das Lied «Bird of Prey» thematisiert die Liebe zur eigenen Heimat und den Wunsch, diese mit anderen zu teilen.
Frauenpower pur: Lettland schickt die 6-köpfige Folkband Tautumeitas nach Basel. Ihr Titel für heisst «Bur man laimi» (Überschütte mich mit Glück).
Sie schreiben ihre Songs selbst und integrieren oft kleine Gedichte in ihren Liedern.
Bei Tschechien wird es gefühlvoll, monumental und dramatisch! Sie schicken ADONXS mit dem Song «Kiss Kiss Goodbye» nach Basel. ADONXS kann nicht nur singen, er ist auch professionelles Model und Tänzer.
Albanien ging mutig voran und hat als allererstes Land bereits kurz vor Weihnachten eine Entscheidung getroffen: Es schickt das Duo Shkodra Elektronike ins Rennen, bestehend aus dem Songwriter und Produzenten Kolë Laca sowie der Sängerin und Songwriterin Beatriçe Gjergji.
Beide stammen aus der albanischen Stadt Shkodra, wohnen mittlerweile aber in Italien. Ihre Wurzeln haben sie in ihrem Bandnamen verewigt.
Ihr Song für Basel «Zjerm», was auf Deutsch «Feuer» bedeutet, ist ein elektronischer Popsong. Und mal eine tolle Abwechslung zu den epischen Balladen, die Albanien sonst oft ins Rennen schickt. We like!
Hast du Epilepsie? Dann empfehlen wir dir dringend, den Videoclip zu «Strobe Lights» nicht zu schauen (Hier eine Video-Audioversion mit Standbild. Bitte!). Denn der Titel hält, was er verspricht: Strobe Lights = Blitzlichter.
Auch der Name des Interpreten ist Programm, Red Sebastian hat sich seine Haare rot gefärbt und auch das Outfit darauf abgestimmt.
Mit «Strobe Lights» hat Seppe Herreman, wie Red Sebastian mit bürgerlichem Namen heisst, am Wochenende den belgischen Vorentscheid für sich entschieden. Im Techno-Track mit sphärischen Gesangseinlagen zeigt der 25-jährige Belgier seine breite Stimmweite.
Der Song wird vom ESC-Publikum bereits jetzt gehypt (aka von der Autorin dieses Artikels) und steht bei den Wettquoten an zweiter Stelle, hinter Israel.
Klavdia ist auf TikTok bereits eine kleine Berühmtheit: Sie hat auf der Plattform über 200’000 Follower. Sie veröffentlicht regelmässig Covers und hat sich auf diese Weise eine grosse Fangemeinschaft aufgebaut. Nun darf sie Griechenland am ESC in Basel vertreten.
Die 22-Jährige kann nicht nur singen, sondern hat ihren Song «Asteromáta» gleich selbst geschrieben, zusammen mit Produzent Arcade. Und alles ist herrlich griechisch! Die Ballade singt sie auf Griechisch, sie ist packend und melodramatisch, das Styling mit übergrosser Brille erinnert an die griechische Ikone Nana Mouskouri.
Toi toi toi, Klavdia!
Luxemburg schickt eine leicht verdauliche, gut gelaunte Pop-Nummer nach Basel. Der Song «La Poupée Monte Le Son» hat sich in einem schwachen Konkurrenzfeld im luxemburgischen Vorentscheid durchgesetzt, qualitativ ein Ausreisser nach oben. Ein eingängiger Popsong, satt produziert und mit viel Good Vibes.
Der luxemburgische Beitrag ist ausserdem eine Hommage an France Gall, die 1965 den ESC mit «Poupée De Cire, Poupée De Son» für sich entschied.
Die Interpretin Laura Thorn ist bisher wenig bekannt und ist aktuell Lehrerin am Musikkonservatorium in Esch/Alzette. Musik spielt in ihrem Leben eine grosse Rolle, sie hat einen Master in Musiktheorie, Musikpädagogik und Popgesang. Stimmlich überzeugt uns das total, dich auch?
Nina Žižić wird in Basel bereits zum zweiten Mal auf der Eurovision-Bühne stehen. 2013 war sie Teil des Hip-Hop-Duos Who See und ihr Lied «Igranka» wurde Kult.
Nun tritt die erfahrene Livekünstlerin solo an mit dem Song «Dobrodošli», einer dramatischen Ballade mit einer noch drastischeren Inszenierung, lug:
Der Song «How Much Time Do We Have Left?» hat am Wochenende den slowenischen Vorentscheid gewonnen. Ehrlich gesagt: Der Titel passt, das haben wir uns nämlich auch gefragt, als wir den Song zum ersten Mal gehört haben, trotz Kopfstand-Inszenierung. Er kommt irgendwie nicht so richtig in die Gänge, aber vielleicht ein «Grower», der bei mehrmaligem Hören immer toller wird?
Klemen ist in Slowenien bereits sehr bekannt als Moderator, er hostete zahlreiche TV-Shows. Nun will er musikalisch voll durchstarten und bringt dieses Jahr sein erstes Album raus.
Ok, das Wichtigste zuerst: Du MUSST die Performance von Melody bis zum Schluss schauen. Wir sagen nur: Haare und Helikopter.
Melody ist in Spanien bereits ein Star, als 10-Jährige hat sie mit dem Lied «El Baile Del Gorila» einen Sommerhit gelandet. Wenn du dir das irritierende Musikvideo dazu anschauen möchtest: hier klicken.
Im Laufe ihrer Karriere hat die heute 34-Jährige bereits sechs Alben veröffentlicht, nun kommt sie nach Basel mit dem Song «Esa Diva». Mit ihrer Performance am Wochenende hat Melody ihre Konkurrenz am Finale des Benidorm-Festivals, dem spanischen ESC-Vorentscheid, ausgestochen. Zu Recht? Hm.
Wer‘s mag viel Spass.