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Bei der FDP kommt es kurz vor Thierry Burkarts Amtsantritt zu Abgängen

Bei der FDP kommt es kurz vor Thierry Burkarts Amtsantritt zu Abgängen

27.09.2021, 14:4527.09.2021, 15:27
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Staenderat Thierry Burkart gibt waehrend einer Medienkonferenz die Kandidatur fuer das Praesidium der FDP Schweiz bekannt, am Montag, 16. August 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Thierry Burkart.Bild: keystone

Bei der FDP kommt es kurz vor der Wahl des designierten neuen Parteichefs Thierry Burkart zu personellen Abgängen. Generalsekretärin Fanny Noghero und Wahlkampfchef Damian Müller geben ihr Amt ab.

Ständerat Müller (LU) trete per sofort zurück, sagte Parteisprecherin Karin Müller am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie bestätigte damit Berichte in Tamedia-Zeitungen. Er wäre als Wahlkampfchef für die eidgenössischen Wahlen 2023 vorgesehen gewesen.

Generalsekretärin Noghero sagte gegenüber Keystone-SDA, dass sie eine perfekte Symbiose mit der abtretenden Parteipräsidentin Petra Gössi (NR/SZ) gehabt habe: «Ich hatte ein sehr enges Verhältnis zu Petra Gössi. Wir haben jeden Tag miteinander telefoniert, auch am Wochenende. Aus Loyalität ziehe ich es vor, zurückzutreten.»

Die enge Bindung und das Vertrauen zwischen Parteipräsident und Generalsekretärin sei unabdingbar, um politische Kämpfe zu führen, so Noghero. Die Neuenburgerin möchte dem künftigen Präsidenten Burkart die Möglichkeit geben, ein perfektes Duo zu bilden, um die FDP bei den eidgenössischen Wahlen im Oktober 2023 zum Sieg zu führen. Bis zur Ernennung ihrer Nachfolge werde sie einen «reibungslosen Übergang gewährleisten, damit das neue Präsidium sein Amt unter den bestmöglichen Bedingungen antreten kann».

Noghero habe eine Kündigungsfrist von sechs Monaten, sagte Parteisprecherin Müller. Sie habe der Partei ihren Rücktritt am Samstag mitgeteilt.

Zeit für Zusatzaufgabe fehlt

Ständerat Müller, der im Vorfeld ebenfalls als Kandidat für das Parteipräsidium gehandelt wurde, begründet gegenüber dem «Tages-Anzeiger» seine Demission als Wahlkampfleiter damit, dass ihm für diese Zusatzaufgabe die Zeit fehle.

Er bestätigte auf Anfrage die Aussage in der Zeitung, dass er als Milizpolitiker neben seinem politischen Mandat als Ständerat auch seinen beruflichen Rucksack weiter füllen wolle. Er werde demnächst eine neue Tätigkeit in der Wirtschaft aufnehmen. Dies zwinge ihn, «politisch einen klaren Fokus auf mein Mandat als Ständerat des Kantons Luzern zu legen.»

Liberales Feuer entfachen

Am kommenden Samstag wählen die FDP-Delegierten einen neuen Parteivorsitz. Der 45-jährige Rechtsanwalt Burkart aus dem Aargau tritt als einziger Kandidat für die Nachfolge von Gössi an. Burkart sagte zu seiner Kandidatur als Parteipräsident Mitte August, er wolle das liberale Feuer wieder entfachen und die FDP einen und nicht spalten. Das Amt antreten will er mit einem vierköpfigen Team.

Auf Burkarts Wunsch hin, soll die Parteiführung umgebaut werden. Neben den bisherigen Vizepräsidenten Ständerat Andrea Caroni (AR) und Nationalrat Philippe Nantermod (VS) schlägt Burkart vor, dass neu Ständerätin Johanna Gapany (FR) und Nationalrat Andri Silberschmidt (ZH) in die Parteileitung gewählt werden.

«Ich möchte, dass diese Kandidatur ganz klar als Kandidatur eines Teams verstanden wird», erklärte Burkart damals weiter. (aeg/sda)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Fernrohr
27.09.2021 16:18registriert Januar 2019
Er will das liberale Feuer entfachen! hahaha! Will er damit den Umweltschutz und die AHV niederbrennen? Soll das eine Drohung sein, oder was?
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Hänsel Thunberg
27.09.2021 14:57registriert August 2021
Sieht der Wahlkampfchef eine Schlappe auf die FDP zukommen, und möchte nicht dafür verantwortlich gemacht werden?
Bei uns im Kanton hat die FDP dieses Wochenende nicht gerade gut abgeschnitten. Gelingt die Trendwende nicht, dann war's das mit den zwei Bundesräten.
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Donald
27.09.2021 16:28registriert Januar 2014
Caroni und Silberschmidt. Da fehlt nur noch Wasserfallen und dann hätten sie alle Hardliner zusammen, die sie an den Abgrund führen werden. Danach können sie mit der SVP fusionieren und sich Partei der Selbstgefälligen nennen.
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