Schweiz
Feministischer Streik

Frauenstreik 2023 Liveticker: News und Bilder zum feministischen Streik

Des femmes manifestent lors d'une manifestation de la greve des femmes / greve feministe, 30 ans apres la premiere greve des femmes en Suisse, ce lundi 14 juin 2021 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent  ...
Der heutige Tag steht im Zeichen der Gleichberechtigung.Bild: KEYSTONE
Feministischer Streik

Feministischer Streik 2023: Zehntausende demonstrierten für Gleichberechtigung

Heute wird anlässlich des feministischen Streiks eine violette Welle durch die Schweiz ziehen. Alle News rund um den Streiktag findest du hier im Liveticker.
14.06.2023, 20:5715.06.2023, 13:55
Lara Knuchel
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Heute findet der feministische Streiktag statt. In der ganzen Schweiz sind Workshops, Aktivitäten und Demonstrationen geplant. Das Programm in deiner Stadt findest du hier.
  • Gewerkschaften fordern verbesserte Arbeitsbedingungen für Frauen, höhere Renten, die Einführung einer Elternzeit sowie eine Nulltoleranz bei sexuellen Übergriffen am Arbeitsplatz.
  • Warum der Tag nicht mehr Frauenstreik heisst und wo am meisten Menschen erwartet werden, erfährst du hier.
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2:49
Mehrere Zehntausend fordern in Zürich Gleichstellung für alle
Mehrere zehntausend Demonstrantinnen – und einige Demonstranten – haben am Mittwoch in Zürich Gleichstellung für alle gefordert. Die Umzugsroute musste kurzfristig geändert werden, weil das Limmatquai wegen eines Brandes gesperrt werden musste.

Schon kurz nach dem Start des violetten Umzuges kam er bereits wieder ins Stocken: Die Route musste wegen eines Dachstockbrandes am Limmatquai kurzfristig umgeleitet werden.

Statt links abbiegen und entlang der Limmat hiess es für den Demonstrationszug deshalb nach rechts umschwenken und übers Bellevue an den Paradeplatz. Von dort ging es weiter auf den Helvetiaplatz.

Weshalb es im Dachstock in der Nähe des Rathauses brannte, ist noch unklar. Gemäss Angaben von Schutz und Rettung wurden drei Personen geborgen und medizinisch untersucht. Sie seien aber nicht verletzt, hiess es von Schutz und Rettung vor Ort.

Während die Feuerwehr den Brandort sicherte, forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten lautstark Gleichstellung für alle. Die konkreten Anliegen der verschiedenen Gruppierungen gingen dabei – anders als beim Frauenstreik 2019 – weit auseinander.

Während einige die Abschaffung von Patriarchat und Kapitalismus forderten, ging es anderen um feministisches Investieren. «Girls just want to have Funds» stand etwa auf einem Schild, in Anlehnung an das Lied «Girls just want to have Fun» von Cyndi Lauper.

Andere Gruppen forderten Mindestlöhne, das Ende des Patriarchats, das Recht auf Abtreibung für alle, eine Elternzeit, Gleichberechtigung für Nonbinäre und Transsexuelle, das Ende der Burka für Frauen in Afghanistan oder weniger «Mental Load». «Mental Load» ist die mentale Last, in einer Familie ständig an alles denken zu müssen, was nach wie vor vor allem Frauen betrifft.

Kurz zuvor hatte die linke Seite des Stadtzürcher Gemeinderates ein Zeichen gesetzt: Das Parlament bestreikte sich kurzerhand selber und brach die Sitzung ab. AL, SP und Grüne, die den Antrag stellten, wollten sich so mit den Demonstrierenden solidarisieren.

Die Bürgerlichen hatten wenig Verständnis für das Vorgehen. Der Gemeinderat werde für politische Aktionen missbraucht, so der FDP-Sprecher. Die Mitte fand, im Rat würden die Politikerinnen mehr bewirken als an der Demonstration.

Für die SVP war das Vorgehen der Ratslinken eine «Beschmutzung der Demokratie». Der feministische Streik sei doch vor allem eine grosse Party und ein Produkt der Gewerkschaften, sagte deren Sprecher.

Am Mittag brachte der feministische Streik auch den Paradeplatz kurz zum Erliegen. Nach Angaben der Polizei waren bis zu 300 Personen an der Besetzung beteiligt. Die Stadtpolizei setzte der Blockade ein Ende, weil der Tramverkehr dadurch gestört wurde. Auf Twitter wurde danach Kritik laut, wonach ein Polizist eine Frau an den Haaren gerissen haben soll.

Die Stadtpolizei wies die Vorwürfe von sich. Die Frau habe einen Polizisten durch einen Fusstritt gegen das Knie verletzt, teilte die Polizei am Abend mit. Dieser habe zur Behandlung ins Spital gebracht werden müssen. Die 32-Jährige sei noch vor Ort festgenommen worden. Wegen gesundheitlichen Beschwerden sei auch sie ins Spital gebracht worden. (sda)
Teilnehmende protestieren am Demonstrationsumzug des Frauenstreiks, am Mittwoch, 14. Juni 2023 in Zuerich..(KEYSTONE/Michael Buholzer).
Bild: keystone
20:34
Umzüge sind an Zielorten angekommen
In der ganzen Schweiz sind am Mittwoch zehntausende Frauen zum feministischen Streik auf die Strasse gegangen. In den 20 grössten Städten demonstrierten sie häufig in Violett gekleidet zumeist friedlich. Auch in Betrieben gab es Aktionen gegen Ungleichheiten bei Lohn und Renten.

In Zürich blockierten Demonstrierende am Nachmittag den Paradeplatz. Die Polizei räumte die Blockade unter anderem mit Reizgas. Sie nahm eine Demonstrantin fest. Ein Polizist wurde verletzt.

Am Abend zogen mehrere zehntausend Demonstrantinnen durch die Stadt - unter ihnen einzelne Männer. Ein Brand am Limmatquai führte zu einer Änderung der Umzugsroute. Das Stadtparlament brach seine Sitzung aufgrund eines Ordnungsantrags der Ratslinken nach 30 Minuten zugunsten des Streiks ab.

Über tausend Menschen versammelten sich bereits am Mittag auf dem Bundesplatz in Bern zu einer feministischen Landsgemeinde. Die Teilnehmenden schworen den «feministischen Eid». Sie forderten, dass die Schweiz künftig 109 Milliarden Franken im Jahr für die Kinderbetreuung ausgibt - gleich viel wie für die Rettung der Credit Suisse (CS).

In Lausanne zogen fast 20'000 Menschen durch die Stadt - vorab jüngere Frauen. Am Genfer Umzug nahmen 8500 Personen teil. Der Demonstrationszug durch die Altstadt in Luzern wuchs auf mehrere tausend Frauen an. Die Basler Demonstration zählte 8000 bis 9000 Personen, in Delsberg JU kamen etwa 1500.

In Sitten benannten Frauen mit violetten Schildern Strassen um, weil es im Wallis nur zwei Strassen mit Frauennamen gibt - mit jenen zweier Heiliger. Mehrere hundert Frauen forderten in Aarau mehr Gleichstellung, Lohn und Respekt. Etwa 400 versammelten sich in Chur.
20:04
19:55
«Der Umzug in Bern ist schier endlos», schreibt unsere Reporterin vor Ort. Offenbar stand eine Stunde nach Beginn des Umzugs noch immer ein grosser Teil fast am Anfang beim Bollwerk.
Nun sei der Bundesplatz gefüllt und «noch immer ist der Umzug nicht vollständig eingetroffen».
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19:45
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19:09
In Basel hat die Spitze des Umzugs das Ziel erreicht. Die bunte Schar sammelt sich wieder auf dem Theaterplatz.
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Bild: WATSON
18:49
18:37
Der Zürcher Frauenstreik wurde kurzzeitig gestoppt wegen eines Brandes in einem Dachstock in der Zürcher Altstadt.
18:33
18:30
18:24
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18:03
Jubel bei der Masse in Bern, als ein Lokführer beim Vorbeifahren hupt
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Friedliche Stimmung in Basel auf dem Theaterplatz
In wenigen Minuten geht der Umzug los:
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17:14
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16:59
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Walliser Frauen benennen Strassen um
Der Walliser Frauenstreik hat am Mittwoch in Sitten mehrere Strassen umbenannt, durch die der Demonstrationszug am Ende des Tages ziehen wird. Das Kollektiv hat zudem bei der Stadt Sitten einen Antrag gestellt, dass neue Strassen und Gebäude nach Frauen benannt werden.

Die Frauen brachten violette Plakate mit den neuen Namen an den offiziellen Schildern an. So benannten sie die Avenue de la gare in Rue Anne-Marie Pittel um, die 1805 zum Tode verurteilt worden war.

Die Rue des Creusets änderten sie zu Avenue Françoise Vannay-Bressoud nach der Walliser Frauenrechtlerin und Nationalrätin von 1979 bis 1987. Die Rue de la Dent-Blanche wurde nach Annie-Moria Venetz (1941-2021) benannt, einer Psychosoziologin und Leiterin der Programme für Palliativpflege der 1997 gegründeten Vereinigung FX Bagnoud.

«Im Wallis sind nur zwei Strassen nach Frauen benannt, nämlich nach zwei Heiligen, der heiligen Marguerite und der heiligen Anna», sagte Nina, Mitglied des Kollektivs Femmes* Valais, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei eine wichtige Frage der Sichtbarmachung, die auch den Jüngeren zeige, «dass nicht nur Männer es verdienen, Strassen nach ihnen zu benennen».

Das Kollektiv reichte daher am späten Mittwochvormittag bei der Stadt Sitten einen offiziellen Antrag ein, um neue Stadtviertel, Strassen oder Gebäude nach Walliser Frauen zu benennen. Es legte zudem eine Liste mit den Namen von rund 50 Frauen vor. (sda)
16:37
16:33
15:47
15:12
14:46
Interview mit Min Li Marti und Eva Herzog zum Frauenstreik
Auch dabei am Frauenstreik sind Nationalrätin Min Li Marti und Ständerätin Eva Herzog, beide SP. watson hat die Politikerinnen interviewt.
14:31
Auseinandersetzung zwischen Polizei und Demonstrantinnen
Gegen 13 Uhr haben Demonstrierende am Mittwoch den Paradeplatz in Zürich blockiert. Die Polizei hat die Besetzung nicht geduldet und beendet. Auf Videos von Teilnehmenden ist der Einsatz von Reizgas zu sehen.

Die Demonstrierenden zogen danach durch den Kreis 4. Zurzeit befinden sie sich auf dem Helvetiaplatz.

Der Tramverkehr wurde während der Blockade grösstenteils umgeleitet, wie die VBZ meldeten. Seit 14 Uhr verkehren die Trams wieder normal. Am Helvetiaplatz konnte die Linie 8 kurzzeitig nicht mehr verkehren.

Nach Angaben der Polizei waren bis zu 300 Personen an der Besetzung beteiligt. Die offizielle Demonstration in Zürich wird erst um 18 Uhr beginnen.

Polizist muss ins Spital

Laut Judith Hödl, Medienchefin bei der Stadtpolizei Zürich, ist die Polizei von der VBZ hinzugerufen worden, um die Transparente zu entfernen. «Einem Polizisten wurde von der Person, die man im Video sieht, ans Bein getreten», sagt Hödl gegenüber «20minuten». «Der Polizist wollte die Person an der Schulter greifen, da sie sich gebückt hat, sieht es auf dem Video aber so aus, als ob die Haare erwischt wurden.»

Da andere Aktivistinnen der Person zur Hilfe schreiten wollten, habe man auch kurz Reizstoff einsetzen müssen.

Der Beamte sei dabei verletzt worden und musste zu Abklärungszwecken ins Spital gebracht werden. Noch könne man keine Angaben zum Schweregrad der Verletzung machen.
14:02
Alt Bundesrätin Dreifuss will bei Gleichberechtigung Fortschritte
Die ehemalige SP-Bundesrätin Ruth Dreifuss räumt Fortschritte in der Gleichstellungspolitik ein. Grund, die Hände in den Schoss zu legen, gebe es indessen nicht. Im Gegenteil: Gewisse Parteien wollten die Fortschritte wieder rückgängig machen.

Die Erfolge der letzten fünfzig Jahre in der Gleichstellungspolitik könnten sich sehen lassen, reichten indessen nicht aus, sagte Dreifuss am Mittwoch zum feministischen Streik im «Tagesgespräch» mit Schweizer Radio SRF.

Vom ersten Frauenstreik 1991 ist ihr vor allem der Aufwand in Erinnerung. Damals hätten die Gewerkschaften zeigen wollen, welche riesige Arbeit Frauen leisten.

Eine halbe Million sei auf die Strasse gegangen. Ohne Frauenstreik wäre sie nicht in den Bundesrat gewählt worden. An jenem 14. Juni sei eine Bewegung entstanden.

Die Wahl war dann recht dramatisch, denn das Parlament wählte die offizielle SP-Kandidatin Christiane Brunner nicht. Statt ihrer sollte Francis Matthey Bundesrat werden. Matthey verzichtete und die Räte zogen Dreifuss Brunner vor.
Ruth Dreifuss, ancienne conseillere federale et membre de la Commission globale de politique en matiere de drogues, s'exprime lors d'une conference de presse a l'occasion du le local d& ...
Bild: keystone
Warnung vor Rückschritt
Aktuell gebe es gewisse Parteien, welche Fortschritte rückgängig machen wollten, sagte Dreifuss. Dabei verwies sie auf das erhöhte Frauenrentenalter. Frauenstreiks brauche es weiter. Das forciere die Entwicklung ein wenig.

Dass der Frauenstreik neu feministischer Streik heisst, interpretiert Dreifuss als Einladung an alle Frauen. Feminismus habe für viele einen linken Anklang, sei aber keineswegs ein Schimpfwort. Der Streik beinhalte keine linken Forderungen. Es gehe um Frauenrechte.

Die aktuelle Diskussion über die Neutralität sei im Fall des Ukraine-Kriegs ungenügend. Die internationale Gesetzgebung bezeichne Angriffskriege als Verbrechen. In einem solchen Fall müsse ein neutraler Staat nicht auf beiden Seiten stehen. Darum spricht sich Dreifuss auch für die Weiterleitung von Schweizer Kriegsmaterial durch andere Länder aus. (sda)
13:56
13:54
13:50
13:23
12:22
Die Gewerkschaft Unia meldet Protestaktionen zum Frauenstreiktag
Die Kinderwagen-, Rollstuhl-, Rollator- Demo im Rahmen des Frauenstreiks auf dem Theaterplatz in Basel, am Dienstag, 14. Juni 2023. Mit dieser Care-Demo soll auf Forderungen von Menschen in der system ...
Bild: keystone
Seit dem frühen Mittwochmorgen haben in Betrieben der ganzen Schweiz Protestaktionen anlässlich des Frauenstreiks stattgefunden. Unter anderem fand in Luzern ein erfolgreicher Streik von Reinigungskräften statt, wie die Unia am Mittwoch mitteilte.

25 Frauen haben gemäss der Unia zu Arbeitsbeginn zusammen mit den Angestellten der SOS-Reinigung in Luzern den Betrieb blockiert. Sie streikten gegen unbezahlte Wegzeiten sowie verspätete Lohnzahlungen und wehrten sich gegen Mobbing und Diskriminierung, wie es weiter hiess. Der Betrieb willigte nach dem Blockadestreik ein, den Forderungen der Streikenden nachzukommen - und unterzeichnete eine Vereinbarung mit der Unia, wie die Gewerkschaft weiter mitteilte.

In Zürich zogen die Reinigerinnen, welche grosse Luxushotels putzen, von Hotel zu Hotel und protestierten gegen die tiefen Löhne und den Druck und Stress, denen sie bei der Arbeit aushalten müssen, wie die Unia weiter mitteilte.

Auch Verkäuferinnen führten an verschiedenen Orten Protestaktionen durch, insbesondere in den Einkaufsstrassen von Lausanne oder Genf. Damit würden sie sich gegen die tiefen Löhne im Detailhandel, die unfreiwillige Teilzeitarbeit und schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf wehren, wie es weiter hiess.

Im Kanton Waadt mobilisierten sich die Pharmaassistentinnen und einige - wie in Lausanne und Lutry - verliessen auch ihren Arbeitsplatz, um auf ihre tiefen Löhne und unfairen Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Auch Menschen aus dem Pflegebereich beteiligten sich zahlreich an den Protesten.

Arbeiterinnen der Uhrenindustrie forderten zudem gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie einen besseren Schutz gegen sexualisierte Gewalt. Noch verdienen Frauen in der Uhrenindustrie deutlich weniger als die Männer, wie die Unia mitteilte. An verschiedenen Versammlungen in der Westschweiz - unter anderem in Delsberg JU oder in Neuenburg NE - protestierten Uhrenarbeiterinnen verschiedener Unternehmen. (sda)
12:13
11:18
10:14
9:55
8:45
Basler Frauen gehen auf die Strasse
Rund 15 Aktionen, Veranstaltungen und Kundgebungen sind am Frauenstreik von (heute) Mittwoch in Basel geplant. Eröffnet wird der Basler Streiktag um 10.45 Uhr mit einer Care-Demo samt Kinderwagen, Rollstuhl und Rollator auf dem Theaterplatz.

Geplant sind zudem auf dem Theaterplatz ein Konsumstreik und im Kannenfeldpark ein Kickboxtraining. Eingefordert wird gemäss dem Organisationskomitee unter anderem eine Umverteilung von «Zeit, Macht und Geld, damit alle Menschen Zugang zu einem guten Leben» haben.

Als Höhepunkt des Basler Frauenstreiks gilt die um 17.30 Uhr startende Demonstration auf dem Theaterplatz. Die Basler Justiz- und Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann (LDP) hatte die Organisatorinnen vom feministischen Streik gemäss mehreren Medienberichten im Vorfeld zu einem Gespräch eingeladen, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken. Dies, nachdem unter anderem die Demo vom 1. Mai aus dem Ruder lief und die Polizei scharf für ihren Einsatz kritisiert wurde. (sda)
7:56
Rund 50 Aktionen und Veranstaltungen am Berner Frauenstreik
Rund 50 Aktionen, Veranstaltungen und Kundgebungen sind am Frauenstreik von (heute) Mittwoch in Bern geplant. So versammeln sich Frauen und genderqueere Menschen am frühen Mittag zu einer feministischen Landsgemeinde auf dem Bundesplatz.

Danach ist ein Kinderwagenumzug durch die Altstadt geplant. Grossmütter, Tagesmütter und Kita-Mitarbeiterinnen wollen mehr Zeit und Geld für gute Kinderbetreuung verlangen.

Als Höhepunkt des Berner Frauenstreiks gilt die Demonstration, die am frühen Abend auf der Schützenmatte beginnen und mit einer Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz enden soll.

Eingefordert werden Zeit, Respekt, anständige Löhne und Renten sowie ein Ende der Gewalt gegen Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans, agender und queere Menschen. (sda)
4:41
In 20 Städten machen die Frauen zum Streiktag mobil
In der ganzen Schweiz gehen am Mittwoch Frauen zum Streik auf die Strasse. In den 20 grössten Städten rufen die feministischen Streikkollektive zu Demonstrationen auf. Daneben sind in zahlreichen Städten und Gemeinden diverse Veranstaltungen geplant.

Die grösseren Demonstrationen in den Städten finden am späteren Nachmittag statt, wie die Kollektive im Vorfeld mitteilten. Neben den Frauen sind Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans, agender und queere Personen (FLINTAQ) zu den Kundgebungen und Aktionen aufgerufen.
Einige Aktionen laufen gesamtschweizerisch. So ist für 10.46 Uhr eine Manifestation gegen die Ungleichheit bei den Renten vorgesehen. Gemäss den Streikkollektiven arbeiten die Frauen die ersten 2 Stunden und 46 Minuten des Arbeitstags im Gegensatz zu den Männern nicht für ihre Renten.

Bei der zweiten landesweiten Aktion um 13.33 Uhr protestieren die Frauen, weil sie ab dann wegen Ungleichheiten kein Einkommen mehr haben. Grund sind die gratis erbrachte Pflege- und Versorgungsarbeit und die Teilzeitarbeit. Dazu gibt es auch eine Kundgebung auf dem Bundesplatz. Frauen erzielen im ganzen Arbeitsleben den Angaben zufolge 43 Prozent weniger Einkommen als Männer.

Um 15.42 Uhr arbeiten die Frauen gemäss den Kollektiven wegen der Lohnungleichheit von 18 Prozent gratis. Zu diesem Zeitpunkt wollen die Streikenden Lärm machen. Die Demonstrationen in den grösseren Städten starten zwischen 16.30 und 18 Uhr. Am Abend finden feministische Feste und Konzerte statt. (con/sda)

Die Geschichte des Frauenstreiks in der Schweiz

Der Tag bezieht sich auf den 14. Juni 1981. Seit diesem Tag gelten Frau und Mann in der Schweiz per Gesetz als gleichberechtigt. Zehn Jahre nach der Volksabstimmung fand am 14. Juni 1991 der erste grosse Frauenstreik statt. Unter dem Motto «Wenn Frau will, steht alles still» strömten hunderttausend Frauen auf die Strasse, um gegen die zögerliche Umsetzung des Verfassungsartikels und anhaltende Ungleichheiten zu demonstrieren.

On the Swiss women's strike of 14 June 1991, hundreds of thousands of women took part in strike and protest actions throughout the country, as here in Basel city centre, where around 4000 women a ...
«Wenn Frau will, steht alles still» war das Motto des Frauenstreiks von 1991.Bild: KEYSTONE
Women on strike in "Muenster" square in Basel, Switzerland, on the occasion of the national women's strike on June 14, 1991. Women are asking for the implementation of the constitution  ...
Streikende Frauen auf dem Münsterplatz in Basel, 14. Juni 1991.Bild: KEYSTONE
Around 400 women are on strike in Berne, Switzerland, on the occasion of the national women's strike on June 14, 1991. Women are asking for the implementation of the constitution article on the e ...
Rund 400 Frauen streiken 1991 in Bern.Bild: KEYSTONE

Ins Leben gerufen wurde der Frauenstreik von Uhrbearbeiterinnen aus dem Jura, um auf die Lohnschere zwischen den Geschlechtern aufmerksam zu machen. Der Streik war bis 1991 die grösste öffentliche Mobilisierung der Schweiz seit dem landesweiten Generalstreik von 1918.

Mit rund einer halben Million Teilnehmerinnen und Teilnehmern ging auch der Frauenstreik 2019 als weitere grösste Mobilisierung in die Schweizer Geschichte ein. Wie auch beim ersten Frauenstreik im Jahr 1991 galt die Lohngleichheit als eine der zentralen Forderungen.

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Frauenstreik am 14. Juni 2019
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Frauenstreik am 14. Juni 2019
Sitzstreik in der Berner Kramgasse.
quelle: keystone / peter klaunzer
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137 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
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pali2
14.06.2023 19:56registriert September 2015
Ich bin eine Frau. Ich nehme nicht an diesem Streik teil. Ja, ich bin für Gleichstellung. Aber: Ich bin gegen das Verpacken von linken Forderungen unter einem "feministischen" Deckmantel.
15151
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Bärner Gieu
14.06.2023 13:06registriert Januar 2016
Scheint ja zahlenmässig ein ziemlicher Flop zu sei. Von den 500‘000 im Jahr 2019 mit Sicherheit meilenweit entfernt.
15574
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weissauchnicht
14.06.2023 19:34registriert März 2019
„Jubel bei der Masse in Bern, als ein Lokführer beim Vorbeifahren hupt“

🤔 Oder war‘s eine Lokführerin?

STOP GENDERSTEREOTYPEN !!! 😉
6513
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137
Suizidkapsel «Sarco» offiziell in Zürich präsentiert – erster Einsatz noch in diesem Jahr
Die Suizidkapsel löste in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen. Wann und wo wird sie eingesetzt? Die neue Sterbehilfeorganisation namens «The Last Resort» stellte die «Todeskapsel» Sarco offiziell in Zürich vor.

Der Wirbel um die ominöse Suizidkapsel «Sarco» begann im Dezember 2021. Damals berichtete swissinfo erstmals über das futuristisch aussehende Gerät, in welchem Menschen freiwillig aus dem Leben scheiden können. Es hiess, dass es «keine rechtlichen Hindernisse» für den möglichen Einsatz der Kapsel in der Schweiz gebe. 3,5 Jahre später wartet die Kapsel allerdings noch immer auf ihren ersten Einsatz in der Schweiz.

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