Schweiz
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Strafverfahren gegen FIFA-Boss Infantino eröffnet – Lauber soll Immunität entzogen werden

Für Bundesanwalt Michael Lauber kommt es knüppeldick: Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes beantragt die Durchführung eines Strafverfahrens gegen ihn. Gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino und den Walliser Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold wird ein Strafverfahren eingeleitet.



FIFA President Gianni Infantino, talks during a press conference at the Conmebol Convention Center, in Luque, Paraguay Monday, March 28, 2016. Infantino is in a two-day official visit to Paraguay. (AP Photo/Jorge Saenz)

FIFA-Präsident Gianni Infantino Bild: AP/AP

Am 29. Juni 2020 ernannte die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) Herrn Dr. iur Stefan Keller, Präsident des Ober- und Verwaltungsgerichts des Kantons Obwalden, zum ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes. Er sollte ursprünglich vier Strafanzeigen prüfen, die gegen Bundesanwalt Michael Lauber, FIFA-Präsident Gianni Infantino und weitere Personen eingegangen sind. Seither wurden zusätzliche Strafanzeigen gestellt.

Nun hat Stefan Keller die Prüfung von zwei Anzeigen abgeschlossen und das sind keine «Good News» für die Beteiligten: Er kommt zum Schluss, dass im Zusammenhang mit den Treffen von Bundesanwalt Michael Lauber mit dem FIFA-Präsidenten und dem Walliser Oberstaatsanwalt Anzeichen für ein strafbares Verhalten bestehen. Dies teilt die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft mit.

Warum wird ermittelt?

Es geht dabei um Amtsmissbrauch (Art. 312 StGB), Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB), Begünstigung (Art. 305 StGB) und die Anstiftung zu diesen Tatbeständen. Weitere Straftatbestände und Verfahrenseröffnungen bleiben vorbehalten.

Gemäss Artikel 14 des Verantwortlichkeitsgesetzes bedarf die Strafverfolgung von durch die Bundesversammlung gewählten Behördenmitgliedern und Magistratspersonen wegen strafbarer Handlungen im Zusammenhang mit ihrer amtlichen Tätigkeit einer Ermächtigung der zuständigen Kommissionen der eidgenössischen Räte. Dieser Schritt ist Voraussetzung dafür, dass ein Strafverfahren gegen Bundesanwalt Michael Lauber eröffnet werden kann.

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON BUNDESANWALT MICHAEL LAUBER AUF ENDE AUGUST, AM MITTWOCH, 29. JULI 2020 - Michael Lauber trifft am Montag, 13. Mai 2019 zur Anhoerung der vereinigten Geschaeftspruefungskommission GPK des National- und Staenderats im Bundeshaus in Bern ein. Die GPK will nach den Geheimtreffen zwischen Lauber und Fifa Chef Gianni Infantino entscheiden, ob sie Vorbehalte gegen Laubers Wiederwahl in der Sommersession hat. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundesanwalt Michael Lauber Bild: keystone

Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes stellt deshalb der Immunitätskommission des Nationalrats und der Rechtskommission des Ständerats Antrag zur Erteilung der Ermächtigung für die Durchführung eines Strafverfahrens gegen Bundesanwalt Michael Lauber. Parallel dazu eröffnet Stefan Keller ein Strafverfahren gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino und den Walliser Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold, die keine Immunität geniessen.

Sowohl für Bundesanwalt Michael Lauber als auch für FIFA-Präsident Gianni Infantino und Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold gilt die Unschuldsvermutung. Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes ist in seiner Tätigkeit unabhängig. (aeg)

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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Capslock 31.07.2020 10:54
    Highlight Highlight man kann ruhig davon ausgehen, dass niemand aus der "FIFA-Familie" Infantino fallen lassen und in Misskredit bringen wird, dazu ist man viel zu eng mit all den immer wieder aufkeimenden und und gegen sich selbst gerichteten Vorwürfen beschäftigt
  • pop_eye 31.07.2020 08:54
    Highlight Highlight Tja, der Schatten von Sepp Blatter hängt immer noch!
  • rodolofo 31.07.2020 06:53
    Highlight Highlight Lauber wird seine Macht, seine Zugänge und sein Netzwerk von eingesetzten Günstlingen bis zum 31. Januar 2021 dazu nutzen, alle Hinweise und Spuren, die seinen Amtsmissbrauch belegen, verschwinden zu lassen...
    ... auf Kosten der SteuerzahlerInnen natürlich, die ihm erst noch 5 Monate Urlaub bezahlen...
    Nein, es ist einfach nicht zum aushalten, was da gerade vor unseren Augen abläuft!
    Wo sind wir hier eigentlich? In Trumpistan, Kasachstan, Dubai, Blocheristan?
    Ich nicht verstan.
  • carlen 30.07.2020 22:00
    Highlight Highlight Die Strafermittler sollten jetzt Durchsuchungen an allen relevanten Stellen in der FIFA durchführen. „Es besteht ja massive Verdunklungsgefahr“. Der private Mailverkehr Infantinos mit seinem Rechtsberater Rinaldo Arnold sei bereits sehr ergiebig gewesen

    https://www.deutschlandfunk.de/strafverfahren-gegen-infantino-eroeffnet-dieser-mann-war.890.de.html?dram:article_id=481536

  • T13 30.07.2020 21:12
    Highlight Highlight Herr Dr. iur Stefan Keller hat also in einem Monat bereits mehr gearbeitet als der Lauber in den Jahren davor?
  • Platzhersch 30.07.2020 20:46
    Highlight Highlight En Obwaldner rumet im Wallis uf, soo geil
  • Staedy 30.07.2020 20:42
    Highlight Highlight Ich erwarte keine :Verurteilungen, dafür sind alle Angeschuldigten zu glatt, aalglatt. Glitschig. Aber immerhin ein klares Zeichen von Stefan Keller. Bravo. Hoffentlich nehmen diese Institutionen wie FIFA reichlich weiteren Schaden.
  • Chancho 30.07.2020 19:18
    Highlight Highlight Meine Vermutung ist nicht die Unschuldsvermutung, sondern vermute ich eher dass dieser Prozess durch Verjährung im Sande verlaufen wird.
  • Zanzibar 30.07.2020 19:08
    Highlight Highlight Ich hoffe die Tatbestände sind nicht unmittelbar vor der Verjährung. Naja sind wir mal gespannt was aufgedeckt werden kann. Bei den dicken Fischen ist es immer etwas schwieriger. Pierin Vincenz beispielsweise konnte bis heute nichts nachgewiesen werden.
  • N. Y. P. 30.07.2020 18:23
    Highlight Highlight Sowohl für Bundesanwalt Michael Lauber als auch für FIFA-Präsident Gianni Infantino und Oberstaatsanwalt Rinaldo Arnold gilt die Unschuldsvermutung.

    Lustiger Satz.

    Klar, lassen wir den Protagonisten dieses Freudeli.

    Item.

    Endlich läuft was im Karton. Stellt die Schweiz ihre Witzjustiz wieder auf ein solides Fundament ? Hoffen wir es.
  • südfüessler 30.07.2020 18:11
    Highlight Highlight Solche neuigkeiten können einem den wohlverdienten urlaub etwas verderben.

    Aber kopf hoch,herr lauber.und falls sie noch nicht wissen was sie unternehmen möchten,hier mein vorschlag.machen sie eine tour quer durch die schweiz und besichtigen die laut bsf 111 staatlichen hotels/gefängnisse.vielleicht wird es ja für sie in naher zukunft ein tema werden.
    In dem sinne,schöne ferien,herr lauber.
  • Dieter123 30.07.2020 17:13
    Highlight Highlight Hat lange genug gedauert.
  • Eidg. dipl. Tütenbauer 30.07.2020 16:23
    Highlight Highlight Schmierige und schlüpfrige Zeitgenossen...
  • Hangover 30.07.2020 15:18
    Highlight Highlight So wird es weitergehen:

    Nachdem beide dem Haftrichter vorgeführt wurden, landen sie beide in der gleichen Untersuchungshaftzelle und danach Knastzelle.

    Mein Tipp: Bückt euch nicht nach der Seife, wenn eine runtergefallen ist.







  • Magnum 30.07.2020 15:14
    Highlight Highlight Wenn sich herausstellen sollte, dass Infantino für die Schweizer Justiz nicht unantastbar ist, wäre dies sehr zu begrüssen. Es wäre ein Schritt weg von Zuständen wie in einer Bananenrepublik.

    Die FIFA mag zwar der obszönste Fall sein, ist aber längst nicht der einzige Sport-Weltverband mit Sitz in der Schweiz und mächtig Dreck am Korruptionsstecken. Durch die Geheimtreffen mit Lauber, zu denen keinerlei Protokolle erstellt wurden, haben die FIFA und Infantino den Rechtsstaat nicht nur untergraben, sondern attackiert. Das darf nicht ohne Folgen bleiben.
  • ChlyklassSFI 30.07.2020 14:58
    Highlight Highlight Danke, danke, danke! Ab in den Knast.
    • Ichwillauchwassagen 30.07.2020 23:28
      Highlight Highlight Ich wüsste was besseres für Lauber als Knast:
      Lohn seiner ganzen Karriere als Bundesanwalt zurückzahlen und Anwaltspatent entziehen.
      Ich denke das würde ihm wirklich weh tun

      Ich habe keine Lust dem noch seinen Aufenthalt im Gefängnis zu bezahlen!
      Der hat schon genug angerichtet
  • bärn 30.07.2020 14:36
    Highlight Highlight Es wird Zeit dass da endlich einer aufräumt! Danke!

    Die Frage und Problematik wird sein wie unsere "Volksvertreter" auch Parlament entscheiden. Denn genau diese haben noch vor kurzem Lauber wiedergewählt. An sich ist bereits dieser Umstand ein Skandal (und nebenbei ein Grund dass Wahlen der vereinigten Bundesversammlung nicht mehr geheim sein dürfen!).

    Bin ja gespannt was unsere "Voksvertreter" entscheiden werden.....
    • rodolofo 31.07.2020 06:56
      Highlight Highlight Lauber weiss wohl zu viel, als dass er wirklich drankommt.
      Denn wenn er drankommt, dann werden noch Andere auffliegen...
      Darum will er ja auch verhandeln über etwas, wo es eigentlich nichts mehr zu verhandeln gäbe, weil das für Verhandlungen nötige Vertrauen wegerodiert ist.
  • Paddiesli 30.07.2020 14:19
    Highlight Highlight Gut so! Hoffentlich kommt dabei auch etwas raus und versandet nicht wieder, wie so oft zu beobachten ist.
  • wasps 30.07.2020 14:19
    Highlight Highlight Wann nimmt der Walliser Oberstaatsanwalt Arnold endlich den Hut?
    • Ueli der Knecht 30.07.2020 15:48
      Highlight Highlight Wird er jetzt nicht sowieso suspendiert?
    • wasps 31.07.2020 08:14
      Highlight Highlight Nein. Die Staatsanwaltschaft Wallis stellt sich auf den Standpunkt, dass sie den Fall Arnold von unabhängiger Stelle bereits untersuchen liess und ihm kein fehlbares Verhalten nachgewiesen worden ist. Stellungnahme von DO Abend. Kein Wort zum zwischenzeitlichen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches die Protagonisten der Lüge überführt. Wird einfach ignoriert.
  • Hierundjetzt 30.07.2020 14:16
    Highlight Highlight Endlich! War bereits drauf und dran den Glauben an unser Rechtssystem zu verlieren. Aber wie es sich zeigt, ist alles nach wie vor stabil und unerschütterlich.

    PS: Und das alles, weil der Tagi „per Zufall“ entdeckt gat, dass im Schweizerhof ein geheimes Treffen abgehalten wurde.

    Darum sind unabhängige, bezahlte Zeitungstitel so dermassen wichtig für ein Land. Ohne eigenen Recherchendesk geht einfach nichts. CH Media, quo vadis? 😌

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