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Bundesrat Pfister besucht Finnland – das ist der Grund für seine Reise

Swiss Federal Councillor and Minister of Defence Martin Pfister, right, gives Deputy Chief of the Finnish Border Guard Rear Admiral Tom Hanen, left, a Swiss Army knife as a present on the Finnish Coas ...
Martin Pfister schüttelt dem finnischen Grenzschützer Tom Hannen die Hand.Bild: keystone

Bundesrat Pfister besucht Finnland – das ist der Grund für seine Reise

24.03.2026, 16:5624.03.2026, 16:56

Die Sicherheitslage in Europa hat sich in den vergangenen vier Jahren drastisch verändert. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sehen sich die europäischen Länder mit neuen Herausforderungen bezüglich der Verteidigung konfrontiert.

Um sich auf den neuesten Stand zu bringen, ist Martin Pfister am Montag nach Finnland gereist, das sich eine lange Grenze mit Russland teilt. Nach Finnland wird der Schweizer Verteidigungsminister nach Polen fliegen, das neben Russland (Kaliningrad) auch an die Ukraine grenzt.

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Martin Pfister tauscht sich mit dem finnischen Verteidigungsminister aus.Bild: keystone

Pfister wolle sich ein Bild machen, «wie die Länder in unmittelbarer Nähe zu Russland und zur Ukraine die Bedrohungslage wahrnehmen und ihre Sicherheit stärken», schreibt der Bund in einer Medienmitteilung.

Im Zentrum stehen demnach bilaterale Gespräche mit Verteidigungsministern Antti Häkkänen (Finnland) und Wladyslaw Kosiniak-Kamysz (Polen). Zudem tauscht sich der VBS-Vorsteher mit Fachleuten aus Armee und Sicherheitspolitik aus und besucht Schauplätze der Sicherheitskräfte.

Besuch von Küstenwachschiff

Am Montag besuchte Pfister das Küstenwachschiff Turva der finnischen Grenzschutzbehörde, wo er Einblick in die maritime Sicherheit im Ostseeraum erhielt. Zudem informierte er sich an der finnischen Verteidigungsuniversität in Santahamina über die Ausbildung von Offizieren.

epa12844726 Swiss Federal Councillor and Minister of Defence Martin Pfister (L) watches a demonstration on the Finnish Coastguard vessel Turva, in Helsinki, Finland, 23 March 2026. Federal Councillor  ...
Martin Pfister auf dem Küstenwachschiff Turva.Bild: keystone

Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen habe beim Treffen mit ihm von einer «sehr bedrohlichen Lage» gesprochen, berichtete Pfister am Dienstagmittag in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Deshalb sei Finnland auch der Nato beigetreten. Das nordische Land sehe die internationale Sicherheit bedroht.

Pfister zeigte sich in Helsinki beeindruckt vom schnellen Handeln Finnlands. «Wir können von ihnen lernen.» Das Verständnis eines umfassenden Sicherheitsbegriffs sei in der Gesellschaft weit fortgeschritten.

Auch in der Schweiz sei der Wille da, vorwärtszumachen, sagte Pfister. Seine Amtskollegen hätten aber durchaus Verständnis dafür, dass die politischen Mühlen in der Schweiz langsamer drehten.

Am Mittwoch geht es weiter nach Polen, wo Pfister unter anderem den Militärstützpunkt Wesoła besucht, um sich über das polnische Programm «Eastern Shield» sowie über Ausbildung, Ausrüstung und Einsatzbereitschaft der polnischen Streitkräfte zu informieren. (cma)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mulumbi
24.03.2026 18:50registriert April 2024
Diese Reise könnte ihm mal die Neutralitätsflausen aus dem Kopf treiben. Finnland hat erkannt, dass Neutralität ein Luxus ist, den man sich nicht länger leisten kann und sollte.
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kusel
24.03.2026 19:19registriert Januar 2015
Er würde besser nach D fahren und ein paar Dutzend Aster 30 und IRIS bestellen. Und danach ein Abstecher nach Italien und dort ein paar Dutzend SAMP/T NG. Und als Abschluss noch kurz in London reinschauen und ein paar Dutzend Sky Sabre / Land Ceptor bestellen. Dann noch ein Telefon nach USA und dort F-35 und Patriot abbestellen. Und mit dem restlichen Geld kurz in Schweden noch 40 Grippen kaufen.
Probleme gelöst.
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Viva Svizzera
24.03.2026 18:24registriert März 2023
Finnland zieht aus seiner Geschichte die Konsequenz: klare Kante, klare Abschreckung. Die Polen ebenso, die wollen nicht nochmals unter die russische Knute kommen.
In der Schweiz ist man zu Teilen halt immer noch naiv und glaubt neutral sein ist der grosse Schutzschirm. Um es dann noch zu toppen, macht man weiterhin Geschäfte mit den Amis und will deren Waffen kaufen, obwohl die kein verlässlicher Partner mehr sind. Über den Cyberkrieg und die Schweizer Fähigkeiten diesem entgegenzutreten will ich erst gar nicht anfangen zu schreiben. Das Lied des Frère Jacques kommt mir in den Sinn.
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