Polizei veröffentlicht neue Informationen zu Kerzers
Die Kantonspolizei Freiburg hat am Montag neue Details zum tödlichen Postautobrand von Kerzers veröffentlicht. So teilten die Behörden mit, dass sich zum Zeitpunkt des Brandes neun Personen im Fahrzeug befunden hätten: der mutmassliche Täter, der Busfahrer und sieben Passagiere.
Drei der Passagiere schafften es verletzt aus dem Bus, darunter eine 56-jährige Frau. Sie befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Zwei Personen, die ausserhalb des Busses versucht hatten, den Opfern zu helfen, wurden zudem leicht verletzt.
Ebenfalls wurde die Frage geklärt, warum sich die zwei Passagiertüren nicht sofort öffneten. «Da das Feuer während der Fahrt ausbrach, konnten sich die Türen erst beim vollständigen Halt des Busses öffnen», heisst es in der Medienmitteilung. Somit öffneten sich die Türen erst, als das Fahrzeug zum Stillstand kam.
Mutmasslicher Täter handelte allein
Der mutmassliche Täter Roger K habe allein gehandelt, zeigen die Ermittlungen. Die tieferen Gründe, die ihn zu dieser Tat mit fatalen Folgen für mehrere Personen bewogen und gleichzeitig seinem eigenen Leben ein Ende setzten, sind laut Polizeiangaben zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Es werde von einem erweiterten Suizid ausgegangen.
Der Mann war der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) des Kantons Bern bekannt, wo er unter Beistandschaft für administrative Aufgaben stand. «Es gab keine Anzeichen dafür, dass er eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellte», schreibt die Kantonspolizei weiter. Er sei der Polizei jedoch wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz bekannt gewesen.
Laut Polizeiangaben haben bisher über 150 Personen psychologische Unterstützung durch das Care-Team erhalten. Dieses steht den Angehörigen und allen vom Ereignis betroffenen Personen telefonisch weiterhin zur Verfügung. Deaktiviert wurde inzwischen jedoch die Hotline die am Brand-Abend eingerichtet worden war.
Die Betroffenheit nach dem schweren Brand ist weiterhin gross. Zahlreiche Postauto-Fahrerinnen und -Fahrer gedachten mit einer freiwilligen Schweigeminute der Opfer. Sie hielten ihre Fahrzeuge an und taten ihre Solidarität mit dem Dreiklanghorn oder der Hupe kund. Die Idee für die Gedenkminute stammte aus den Reihen des Fahrpersonals. (dab/hkl/sda)
