Postauto will nach Kerzers Fahrpersonal zusätzlich schulen
Zudem wird es am Montag um 14 Uhr eine Schweigeminute geben, wie Regli in einem Interview sagte.
«Wohl keine Schutzmassnahme der Welt hätte den Vorfall von Kerzers verhindern können», sagte Regli in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».
Das Fahrpersonal sei für Interventionen mit schwierigen Fahrgästen und in Brandschutzfragen ausgebildet. Doch herrsche nach dem Brandanschlag vom vergangenen Dienstag teilweise Unsicherheit. «Es ist wichtig, dass sich das Fahrpersonal in seiner täglichen Arbeit sicher fühlt», sagte Regli. Die Sicherheit habe für das Busunternehmen höchste Priorität. Den Brandanschlag von Kerzers nannte er einen tragischen Ausnahmefall.
In Gedenken an die Todesopfer und Verletzten kündigte Regli im Interview eine Schweigeminute an. Demnach werden Fahrerinnen und Fahrer am Montag um 14 Uhr schweizweit anhalten, eine Schweigeminute einlegen und mit dem Dreiklanghorn oder der Hupe ihre Solidarität kundtun. Die Teilnahme sei für das Fahrpersonal freiwillig.
Das Unternehmen werde zudem einen finanziellen Beitrag für die Betroffenen des Postautobrands prüfen. Zurzeit sei man noch mitten in der Phase der Betroffenheit und Anteilnahme, sagte Regli. Das Interview entstand ihm zufolge drei Tage nach dem Unfall.
Nach letztem Erkenntnisstand der Polizei hat am Dienstag ein psychisch instabiler 65-jähriger Schweizer sich selbst im Postauto in Kerzers angezündet. Er löste damit den Brand aus, der fünf weitere Menschen in den Tod riss und ausserdem fünf Personen verletzte.
«Durchschnittlich waren auf diesem Streckenabschnitt um diese Zeit in der Regel sechs Personen im Postauto», sagte Regli. Wie viele Personen zum Zeitpunkt des Brandanschlags insgesamt im Bus sassen, ist laut ihm Teil der laufenden Ermittlungen.
Die Frage von «SonntagsBlick», ob Postauto juristisch vorgehen wird, liess der CEO offen. Die Staatsanwaltschaft ermittle noch. «Später werden wir unsere Schlüsse daraus ziehen und uns juristisch beraten», sagte Regli. (sda)
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