Schweiz
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Marcel Dettling, Landwirt und Nationalrat
SVP-SZ, spricht bei einer Medienkonferenz des ueberparteilichen baeuerlichen 
Komitees

Wird derzeit heiss gehandelt für die Nachfolge von Albert Rösti: SVP-Nationalrat Marcel Dettling. Bild: KEYSTONE

Er wird vielleicht neuer SVP-Präsident – zum Klimawandel hat er spezielle Ansichten 🤔



«Ich sage nicht grundsätzlich Nein, das wäre ein interessanter Job»: So beantwortet der Schwyzer Nationalrat Marcel Dettling die Frage des «Blick», ob er Albert Rösti als SVP-Parteipräsident ablösen wolle.

Nachdem dieser im «SonntagsBlick» einigermassen überraschend seinen Rücktritt angekündigt hat, wird über die potenziellen Rösti-Nachfolger spekuliert. Marcel Dettlings Name steht gemäss Beobachtern besonders hoch im Kurs. Der 38-jährige Landwirt hat einen steilen Aufstieg hingelegt, seit er im Oktober 2015 in den Nationalrat gewählt wurde.

Nach weniger als drei Jahren, im März 2018, wurde er in den Parteileitungsausschuss gewählt, das eigentliche Machtzentrum der SVP. Dieses Gremium wird nun, unter der Leitung von SVP-Vizepräsidentin Magdalena Martullo-Blocher, die Neubesetzung des Parteipräsidiums vorbereiten und dürfte zuhanden der Delegiertenversammlung am 28. März 2020 einen Vorschlag unterbreiten.

Magdalena Martullo-Blocher, SVP-GR, links, und Thomas Matter, SVP-ZH, hoeren einem Votum zur Debatte um die Selbstbestimmungsinitiative zu, an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 6. Juni 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Milliardärin und Multimillionär: Magdalena Martullo-Blocher und Thomas Matter. Bild: KEYSTONE

Dettling gilt als umgänglicher Typ und ist in der Fraktion bestens verankert. Er verkörpert als Bauer jene Bodenständigkeit, welche nach Röstis Abgang angesichts der zahlreichen wohlhabenden Unternehmer und Finanzplatz-Vertreter an der Parteispitze – Thomas Matter, Magdalena Martullo-Blocher, Roger Köppel, Thomas Aeschi – in den Hintergrund zu rücken droht.

Die vierjährige Ära unter Albert Rösti war keine erfolgreiche Zeit für die grösste Schweizer Partei. Mit der Durchsetzungs- und der Selbstbestimmungs-Initiative verlor sie bei zwei Volksabstimmungen in ihren Kernthemen krachend. Und bei den Wahlen am 20. Oktober verlor die Partei bei der Wählerstärke 3.8 Prozentpunkte und 12 Nationalratssitze.

Das sagte Albert Rösti am Wahlabend

Video: watson

Die «grüne Welle» sei auch über die SVP hereingeschwappt, so die Analyse von SVP-Übervater Christoph Blocher in seiner Youtube-Sendung «Teleblocher» am Wahlabend. Doch einen Kurswechsel in der Umwelt- und Klimapolitik lehnte Blocher deutlich ab.

Für eine solche Neuausrichtung wäre wohl auch ein allfälliger neuer Parteipräsident Marcel Dettling nicht zu haben. Das zeigen folgende Passagen aus einem Interview, das Landwirt Dettling im Hitzesommer 2018 mit dem «Boten der Urschweiz» führte. Eine Auswahl:

«Ich bezweifle das. Früher gab es kalte Perioden. Die halbe Welt war mit Eis bedeckt. Schon im 15. und 16. Jahrhundert gab es aber auch Hitzewellen, wie wir sie jetzt erleben.»

Marcel Dettling

«Ich lebe lieber in wärmeren Zeiten. Es ist menschlich, dass immer Schuldige gesucht werden wollen. Früher waren die Götter verantwortlich oder der sündige Lebenswandel der Bewohner. Jetzt soll es einzig der Mensch sein. Man sucht krankhaft nach einem Schuldigen für die Klimaveränderung.»

Marcel Dettling

«Ich bin nicht abergläubisch. Ich bin aber überzeugt, dass es eine höhere Macht gibt. Wir Menschen bestimmen nicht alles. Es gibt Sachen, die man sich nicht erklären kann.»

Marcel Dettling

Im Interview mit dem «Boten der Urschweiz» betonte Dettling allerdings, dass er nicht bestreite, dass es einen Klimawandel gebe: «Wir bestreiten nur, dass der Mensch allein für den Wandel verantwortlich sein soll». Er unterstütze, dass jeder umweltbewusst leben solle: «Aber was jetzt gemacht wird, hat oft mehr mit Geldmacherei zu tun.»

Auf Anfrage von watson will sich Marcel Dettling am Montag nicht zur Frage äussern, für welche Klima- und Umweltpolitik er sich einsetzen würde, sollte er als Kandidat fürs SVP-Parteipräsidium antreten und gewählt werden. Zur Frage einer allfälligen Kandidatur werde er über die Feiertage in aller Ruhe innerhalb der Partei, aber auch mit seiner Familie Gespräche führen.

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