Schweiz
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Täter von Würenlingen erschiesst Schwiegereltern, Schwager und einen Nachbarn – nach der Tat richtet er sich selbst

Beim Tötungsdelikt vom Samstagabend in Würenlingen AG mit fünf Toten handelt es sich um ein Beziehungsdelikt. Der Täter, ein 36-jähriger vorbestrafter Familienvater aus dem Kanton Schwyz, richtete sich nach der Tat selber.



Gestern Nacht streckte ein 36-jähriger Schweizer in Würenlingen seine Schwiegereltern und seinen Schwager mit mehreren Schüssen nieder. Auf dem Rückweg zu seinem Auto erschoss er einen 46-jährigen Mann, bevor er sich selber richtete. Polizeikommandant Michael Leupold sprach am Sonntag vor den Medien von einer «überdurchschnittlich schlimmen Straftat.»

Die Tat spielte sich an zwei verschiedenen Tatorten im selben Quartier ab, wie der Aargauer Kripochef Markus Gisin am Sonntagnachmittag vor den Medien sagte. Bei den Opfern am ersten Tratort handelt es sich um einen 58-jährigen Mann, eine 57-jährige Frau und einen 32-jährigen Mann.

Polizeikommandant Michael Leupold spricht an einer Medienkonferenz der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft Aargau zum Toetungsdelikt in Wuerenlingen, im Polizeikommando in Aarau, am Sonntag, 10. Mai 2015. Ein Toetungsdelikt hat in der Nacht auf Sonntag in Wuerenlingen fuenf Todesopfer gefordert. Dies gab die Aargauer Kantonspolizei bekannt. Die Bluttat ereignete sich am spaeten Samstagabend. Anwohner haetten kurz nach 23 Uhr Schuesse gehoert und die Polizei alarmiert. Die Polizei habe die leblosen Menschen im Freien sowie in einem Wohnhaus entdeckt. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Polizeikommandant Michael Leupold informiert an der Pressekonferenz in Aarau. Bild: KEYSTONE

Nach der ersten Tat erschoss der Täter ganz in der Nähe einen 46-jährigen Mann – den Nachbarn seiner Schwiegereltern –  ehe er sich selber erschoss. Ob es sich bei dem vierten Opfer um ein Zufallsopfer handelt, weiss die Polizei zur Zeit noch nicht. Bei seiner Tat benützte er eine Faustfeuerwaffe. Es handelte sich nicht um eine Armeewaffe. Der Täter hatte keinen Waffenschein und die Tatwaffe war nicht auf ihn eingelöst. 

Der im Kanton Schwyz wohnhafte Mann ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebte getrennt von seiner Frau und seinen Kindern. Sowohl der Täter wie seine Familie waren fürsorgerisch untergebracht. 

Täter einschlägig bei der Polizei bekannt 

In Schwyz war der mutmassliche Täter seit 2007 einschlägig polizeilich bekannt. Anfang April 2015 führte die Polizei bei dem Schweizer eine Hausdurchsuchung durch, ohne jedoch Waffen zu finden. 

In der Tatnacht fuhr er mit der Auto nach Würenlingen. Die Bluttat ereignete sich am späten Samstagabend. Anwohner hatten kurz nach 23 Uhr Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Der Tatort befindet sich in einem Quartier mit Einfamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern. 

Die Kantonspolizei war die ganze Nacht mit einem Grossaufgebot im Einsatz und nahm intensive Ermittlungen auf. Die Staatsanwaltschaft eröffnete vor Ort eine Strafuntersuchung. 

Schon einmal Mehrfachmord in Würenlingen 

Die Gemeinde Würenlingen war schon einmal Schauplatz eines Mehrfachmordes. Am 13. Dezember 1985 erschoss der damals 33-jährige Immobilienhändler Alfredo Lardelli im Würenlinger Ortsteil Siggenthal-Station, nur wenige 100 Meter vom jetzigen Tatort entfernt, den Ehemann seiner damaligen Geliebten und zwei Prostituierte. Für den Dreifachmord wurde Lardelli mit 20 Jahren Gefängnis bestraft. 

Die Familiendramen in der Schweiz der letzten zehn Jahren

(rar/sda) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • amberli 11.05.2015 07:46
    Highlight Highlight Erbschaft? Liebe Watson-Redaktion. Schwiegereltern können einem Schwiegersohn doch keine Erbschaft vorenthalten. Erbberechtigt in Falle des Ablebens der Schwiegereltern wäre seine Frau und sein Schwager, in zweiter Linie dann seine Kinder.
    Wenn er arbeitslos ist, seine Frau fürsorgerisch untergebracht ist und seine Kinder fremdplatziert, dann kommen durchaus auch andere Motive in Frage... Wie kommt man auf die aberwitzige Idee eines Erbschaftsstreits?
    • stiberium 11.05.2015 08:45
      Highlight Highlight 'Wie Tele M1 berichtet, soll aus dem familiären Umfeld von einem Erbschaftsstreit berichtet worden sein, in dem der Schwiegersohn leer ausgegangen sei. Es gehe um ein Chalet in Ennenda im Kanton Glarus.'
  • cjaensch 10.05.2015 18:37
    Highlight Highlight Der Mehrfach-Mörder hat sich selbst erschossen, aber sicher nicht "gerichtet"... Dafür hätte es ein Gericht gebraucht; eine Tat-Einsicht zu unterstellen, spottet den Hinterbliebenen.
  • blabla.. 10.05.2015 13:58
    Highlight Highlight Mich würde der Zusammenhang oder das Informationsplus an der Meldung aus dem Jahr 1985 interessiern. Was bring es diese Meldung zu publizieren?
  • malo95 10.05.2015 12:17
    Highlight Highlight Als kleine Information Station-Siggenthal gehört zu Untersiggenthal und nicht zu Würenlingen.
    • Karl33 10.05.2015 16:52
      Highlight Highlight malo, ein teil von station siggenthal gehört wohl zu würenlingen. die info ist korrekt.
    • Bowell 10.05.2015 18:10
      Highlight Highlight Nope, Siggenthal-Station ist ein Ortsteil von Untersiggenthal mit eigener PLZ (5301) und es gehört definitiv, auch nicht teilweise, zu Würenlingen.
    • Peter Wolf 10.05.2015 21:48
      Highlight Highlight @Malo und Bowell: Es würde sich vielleicht lohnen, einmal die Landeskarte bzw. die Ortspläne zu konsultieren anstatt faktenfreie Behauptungen aufzustellen: Die Gemeindegrenze zwischen Würenlingen und Untersiggenthal geht mitten durch das Siedlungsgebiet, das als Siggenthal-Station bezeichnet wird. Flächenmässig der grössere Teil gehört zu Würenlingen, der kleinere (aber inklusive Bahnstation Siggenthal-Würenlingen) zu Untersiggenthal. Der Dreifach-Mord von 1985 geschah in einem Haus genau an der Gemeindegrenze, aber in Untersiggenthal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bowell 10.05.2015 10:48
    Highlight Highlight Siggenthal-Station gehört zu Untersiggenthal und nicht zu Würenlingen.
    • amberli 11.05.2015 07:40
      Highlight Highlight Who cares!
    • Bowell 11.05.2015 10:23
      Highlight Highlight Ich gebe Dir recht. Was tut es zur Sache, dass ein paar 100 Meter daneben vor 30 Jahren schon einmal jemand 3 Menschen getötet hat? Trotzdem kann man anständig recherchieren, anstatt blind alles von anderen Medienhäusern abzuschreiben um die ganze Geschichte, die ich persönlich schon tragisch genug finde, in Blick-Manier aufzublasen.

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