Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ungereimtheiten bei der Auftragsvergabe?

Peter Spuhler geht auf die VBZ los



CEO of Swiss Stadler Rail Peter Spuhler stands in front of a driver's cabin as he talks to journalists during a media event at a Stadler Rail plant in the northeastern Swiss village of Altenrhein April 15, 2014. Stadler Rail celebrated the start of the production of 25 double-deck trains ordered by Russian railway operator Aeroexpress for interurban rail lines between Moscow and its international airports Sheremetyevo, Vnukovo and Domodedovo. REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: TRANSPORT BUSINESS)

Peter Spuhler in seinem Betrieb. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Bei der Ausschreibung von 70 Trams für die Stadt Zürich geht der Schweizer Anbieter Stadler Rail leer aus. Deren Chef, Peter Spuhler, äussert sich nun dazu. Er ist über den Entscheid der Verkehrsbetriebe VBZ nicht nur enttäuscht – «das ist man immer, wenn man verliert». Spuhler ist vielmehr «schockiert», und zwar über die Art und Weise, wie Stadler Rail ausgebootet worden sei. Der siegreiche Konkurrent Bombardier sei «hochgepunktet» worden, während die anderen Anbieter, insbesondere Stadler Rail, «weggepunktet» worden seien, sagt Spuhler zur Schweiz am Sonntag

Die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens zitierte aus einem Untersuchungsbericht, der die Trambeschaffung durch die VBZ als «nicht nachvollziehbar» kritisierte. Wenn das stimme, sei das ein Skandal, sagt Spuhler der Sonntagspresse. In der «NZZ am Sonntag» fügt er an: «Wir sind doch keine Bananenrepublik.» Und: Treffe die Darstellung zu, «ist der Tatbestand der Korruption erfüllt.»

Spuhler fordert Neuausschreibung

Spuhler fordert: «Es braucht jetzt ein unabhängiges Gremium oder eine PUK, welche diese Ausschreibung untersucht und aufzeigt, was geschehen ist.» Sollte die Punktevergabe an die Anbieter tatsächlich den effektiven Evaluationen zuwiderlaufen, müssten «bei den Verantwortlichen der VBZ Köpfe rollen». 

Für den Thurgauer Unternehmer steht fest, dass es zu einer Neuausschreibung kommen muss. Sie sei zwingend, weil alle Anbieter gemäss dem Bericht Muss-Kriterien verletzt hätten, was ihren Ausschluss zur Folge haben müsse. «Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen», sagt er. Bei einem zweiten Anlauf würde Stadler Rail «sicher wieder anbieten». Stadler Rail habe beim Preis aufgrund des starken Frankens einen Nachteil gehabt, und «wir hatten aufgrund der fehlerhaften Evaluation nicht die Chance, diesen Nachteil durch unsere technischen Stärken zu kompensieren».

Des ouvriers de Bombardier travaillent dans les wagons des futures train a deux niveaux TwinDexx Express destines au trafic grandes lignes des Chemins de Fer Federaux, CFF, lors de l'assemblage des premieres rames sur le site de Bombardier Transportation Switzerland ce vendredi 7 mars 2014 a Villeneuve. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bombardier hat den Auftrag bekommen. Bild: KEYSTONE

Das durch den Fernsehbericht teilweise publik gewordene Gutachten eines Winterthurer Büros hatte der Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbunds in Auftrag gegeben, weil er gewisse Schlüsse im Vergabeverfahren der VBZ überprüfen wollte. Da der Kanton über den Verkehrsverbund die Trams mitfinanziert, wollte er sich mit dem Bericht ein Bild verschaffen. Angeblich sollen die VBZ den Anbieter Bombardier als Lieferanten der neuen Kompositionen auserkoren haben, mit teils fragwürdigen Bewertungen des Angebots, wie der Bericht darlegte. Stéphane Wettstein, der Geschäftsführer von Bombardier Transportation Schweiz, verweist darauf, dass nur kleine, unzusammenhängende Teile der Expertise bekannt seien. Die VBZ hätten das Verfahren aus Sicht von Bombardier korrekt und professionell durchgeführt. (feb)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ökonomen haben's berechnet: Leben retten lohnt sich auch wirtschaftlich

Bisher fuhr der Bundesrat im Nebel, wenn es um eine Abwägung der Massnahmen gegenüber den wirtschaftlichen Kosten ging. Nun legen die Ökonomen der Taskforce eine Berechnung vor, die zeigt: Strengere Massnahmen lohnen sich auf allen Ebenen.

Seit Wochen erklären es die Ökonominnen und Ökonomen der Science Taskforce des Bundesrates mantraartig: Härtere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhindern nicht nur Tote und schwere Krankheitsverläufe, sondern machen auch wirtschaftlich Sinn.

In einer Pressekonferenz sagte Monika Bütler, Ökonomin und Taskforce-Mitglied: «Die Übersterblichkeit führt zu hohen Kosten, selbst wenn ein drohender Kollaps des Gesundheitssystems vermieden werden kann.» Selbst bei konservativen …

Artikel lesen
Link zum Artikel