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Viele E-Scooter sind zu schnell: Diese Regeln gelten in der Schweiz

Des conducteurs de trottinette sont photographies sur la promenade du Lac, en marge du lancement de la campagne de sensibilisation et de repression afin de lutter contre les comportements dangereux en ...
Viele Leute benutzen private E-Trottinette – doch nicht alles ist erlaubt.Bild: KEYSTONE

Immer mehr E-Trottis sind zu schnell

Die Polizei zieht vermehrt zu schnelle E-Trottinetts aus dem Verkehr. Oftmals seien die Besitzerinnen und Besitzer schlecht informiert. Dabei wird die Gefahr unterschätzt. Denn das Unfallrisiko ist enorm.
19.02.2026, 11:2519.02.2026, 16:41

Für E-Trottinetts gelten auf öffentlichem Grund eigentlich klare Regeln. Doch viele Besitzerinnen und Besitzer sind schlecht informiert, erklärt etwa Rooven Brucker, Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt, gegenüber SRF. Das kann auch an unzureichender Beratung liegen – wenn sie dann überhaupt stattgefunden hat. Denn E-Scooter, die schneller als 20 km/h fahren, sind nicht nur in Läden, sondern auch online erhältlich.

Diese Regeln gelten für E-Trottinette
Im Strassenverkehr sind E-Trottinette bis maximal 20 km/h zugelassen. Leichtmotorfahrräder (zum Beispiel E-Roller oder langsame E-Bikes) oder Elektrostehroller dürfen 25 km/h schnell fahren. Bei Fahrzeugen ohne Sitzgelegenheit – also zum Beispiel E-Trottinette – darf nur eine Person das Fahrzeug benutzen. Es gelten ausserdem die Verkehrsregeln wie bei Velofahrenden. E-Trottinette dürfen ausserdem erst ab 16 Jahren ohne Führerausweis gefahren werden. Ab 14 Jahren ist es mit einem Ausweis Kategorie M möglich. Unter-14-Jährige dürfen keine E-Trottinette lenken, Ausnahmen sind nur mit kantonaler Bewilligung möglich. Für die Fahrt auf öffentlichen Verkehrsflächen (laut BFU zum Beispiel Fussgängerzonen, Velowege, Parkplätze von Einkaufszentren, Strassen) sind ausserdem eine Klingel, zwei Bremsen, Rückstrahler und eine Beleuchtung zwingend. Ein Helm ist nicht obligatorisch, wird jedoch empfohlen.

Am Ende liegt die Verantwortung bei der Kundschaft. Denn auf Privatgelände oder auf Rennstrecken darf man auch schneller fahren – nur eben nicht auf öffentlichen Strassen.

Denn das Unfallrisiko ist gross. Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen. Auch andere Verkehrsteilnehmende werden dadurch in Gefahr gebracht. «Die ganzen Systeme sind nicht dafür ausgelegt. Die kleinen Räder und die Bremsen sind nicht dafür gemacht», sagt Brucker.

Viele Kopfverletzungen
Gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) gab es zwischen 2019 und 2023 400 schwerverletzte E-Trotti-Fahrerinnen und -Fahrer. 90 Prozent von ihnen trugen keinen Helm. Sieben Personen starben in diesem Zeitraum bei einem Unfall. Häufige Verletzungen betreffen Kopf, Gesicht und obere Extremitäten. Bei Alleinunfällen ist die Hauptursache in fast 40 Prozent der Fälle Alkohol. Bei Kollisionen hat in der Hälfte der Fälle der E-Trotti-Fahrer oder die E-Trotti-Fahrerin den Vortritt missachtet.

Für ein Tuning muss man nicht zwingend eine entsprechende Werkstatt aufsuchen. Auch im Netz gibt es Anleitungen dafür. Laut SRF will der Bund das Modifizieren jedoch bald stärker regulieren. Bis dahin bleibt die Polizei aber nicht untätig. Schon jetzt müssen erwischte Fahrerinnen und Fahrer mit einer saftigen Geldstrafe und einer Anzeige rechnen. (vro)

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Bekloppt «parkierte» E-Trottis
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Bekloppt «parkierte» E-Trottis

Wir steigen steil ein: Ein klassischer E-Trotti-Turm. Was man halt so mit den Dingern macht.

quelle: amber vetter
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E-Trottinett und E-Cargobike im Crash-Test
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94 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ABWESEND
19.02.2026 11:52registriert September 2024
einfach die Mitschuld für stärker motorisierte Fahrzeuge abschaffen und Versicherungspflicht für solche Dinger wieder einführen.

es kann nicht sein, dass andere haftbar gemacht werden, wenn E-Scooter Raser sich nicht an die Regeln halten.

und nein, ein aufmerksamer Autofahrer kann auch nicht mehr rechtzeitig bremsen, wenn einer aus dem toten Winkel aus dem Nichts mit vollem Tempo ungebremst auf die Strasse hüpft.

kein Verbot, aber nehmt die Unfehlbaren, die sich und andere unnötig gefährden in die Pflicht.
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mstuedel
19.02.2026 12:19registriert Februar 2019
Die Aussage, dass viele E-Trottinets zu schnell unterwegs sind, überrascht mich nicht. Die fahren mir als Radfahrer täglich um die Ohren, wenn ich mit 25 km/h unterwegs bin. Strengere Zulassungsregeln und mehr Kontrollen wären angebracht.
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Muess das jetzt si?
19.02.2026 12:16registriert September 2025
Am liebsten mag ich diese CityCoco Modelle. Da ist entweder ein krasser Jüngling mit den Seiten auf Null oder ein Drogenabhängiger drauf. Helm trägt niemand und die Geschwindigkeit ist sicher nicht angepasst.
Ist zwar nur eine anekdotische Beobachtung, ich lasse mich gerne eines besseren Belehren.
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