Schweiz
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ARCHIVE --- ENDE NOVEMBER WIRD UEBER EINE INITIATIVE ABGESTIMMT, DIE DEN AUSSTIEG DER SCHWEIZ AUS DER ATOMENERGIE UND DIE PLANMAESSIGE ABSCHALTUNG ALLER BISHERIGEN ATOMKRAFTWERKE NACH 45 JAHREN LAUFZEIT FORDERT. ZUR GESCHICHTE DES WIDERSTANDS GEGEN ATOMENERGIE IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Mehr als 30'000 Menschen nehmen an der groessten Anti-AKW Demonstration der Schweiz in Goesgen teil, aufgenommen am 21. Juni 1986. Die Demonstranten versammeln sich auf dem Gelaende beim Atomkraftwerk, im Hintergrund der maechtige Kuehlturm des Kernkraftwerks. Das Transparent im Vordergrund sagt

War schon 1986 nicht beliebt: Das Atomkraftwerk in Gösgen. Bild: KEYSTONE

Umfrage zeigt: Schweizer wollen immer noch den raschen Atomausstieg

Weniger als zwei Wochen vor dem Abstimmungssonntag zeichnet sich ein positives Ergebnis für die Atomausstiegsinitiative ab. Dies zeigt die dritte Tamedia-Abstimmungsumfrage.



Die Atomausstiegsinitiative der Grünen könnte gemäss einer Umfrage weiterhin angenommen werden. In der dritten Online-Umfrage im Auftrag von Tamedia ist der Anteil der Befürworter gar leicht gestiegen. 57 Prozent würden Ja oder eher Ja sagen zum Atomausstieg.

42 Prozent der Befragten wollen die Volksinitiative, über die am 27. November abgestimmt wird, dagegen bestimmt oder eher ablehnen. 1 Prozent war weiterhin unentschlossen, wie das Medienhaus Tamedia am Mittwoch mitteilte.

Bild

quelle: tamedia

Damit bleiben die Werte im Vergleich zu früheren Umfragen auch elf Tage vor der Abstimmung stabil. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass Initiativen in der Regel an Zustimmung verlieren, je näher der Abstimmungssonntag rückt.

Nicht so stabil sind die Meinungen dieser 7 Politiker über den Atomausstieg: 

Ja-Stimmen aus der Mitte

In der zweiten Tamedia-Umfrage von Anfang November hatten 56 Prozent die Initiative befürwortet oder eher befürwortet – ein Prozent weniger als in der jüngsten Umfrage. Der Anteil jener, die bestimmt oder eher ein Nein einlegen wollen, betrug damals 43 Prozent.

Nicht nur im rot-grünen Lager findet die Initiative mehrheitlich Zustimmung, sondern auch bei Mitte-Wählerinnen und -Wählern, wie Tamedia schrieb. Der CVP nahe Stehende würden zu 53 Prozent Ja sagen, der BDP nahe Stehende zu 55 Prozent. Bei den SVP- und FDP-Wählern wären es 29 respektive 34 Prozent.

Auch in den Sprachregionen findet das Begehren unterschiedliche Unterstützung: In der Romandie würden 63 Prozent Ja sagen zum Atomausstieg mit fixen Terminen, in der Deutschschweiz und im Tessin dagegen lediglich je 54 Prozent.

Weiterbetrieb gefährlich

Befürworterinnen und Befürworter begründen ihre Position am häufigsten damit, dass ein Weiterbetrieb der AKW zu gefährlich sei. Ein Super-GAU könne auch in der Schweiz nicht ausgeschlossen werden, argumentieren 40 Prozent.

Jeder vierte Befürworter findet zudem, dass der Atomausstieg ohne ausdrückliche Laufzeitbeschränkung für die AKW noch jahrzehntelang auf sich warten liesse. Bei einem Ja zur Initiative müssten die Aargauer Reaktoren Beznau I und II sowie Mühleberg BE 2017 abgeschaltet werden. Gösgen SO ginge spätestens 2024 vom Netz, Leibstadt AG als letztes Schweizer AKW im Jahr 2029.

Die vom Parlament verabschiedete Energiestrategie 2050 enthält dagegen keine Laufzeitbeschränkung. Die Kernkraftwerke dürfen so lange laufen, wie die Aufsichtsbehörde ENSI sie als sicher einstuft.

Angst vor Stromengpässen

Häufigstes Argument der Gegnerinnen und Gegner ist, dass ein Ja zur Initiative die Stromversorgung im Inland gefährde – 32 Prozent sind dieser Ansicht. Knapp jeder dritte Gegner befürchtet, dass nach einem verfrühten Aus für die AKW «dreckiger» Kohlestrom in die Schweiz importiert würde, während Energie aus AKW klimafreundlich sei.

Für die Steuerzahler teure Entschädigungen an die Betreiber und Besitzer der AKW sind dagegen lediglich für 7 Prozent der Gegner ein Thema. Die AKW-Betreiber Alpiq und Axpo haben erklärt, dass ein Ja zur Initiative sie Milliarden kosten würde.

Die Umfrage war am 10. und 11. November aufgeschaltet worden. Die Resultate basieren auf 15'462 demografisch, geografisch und politisch gewichteten Antworten. Die Fehlermarge liegt bei plus/minus 1,2 Prozent. Insgesamt nahmen 23'347 Personen an der Umfrage teil. (gin/sda)

Du bist dir noch unsicher? Dann lass dir vom Faktencheck helfen: 

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • El Vals del Obrero 16.11.2016 12:18
    Highlight Highlight Ich fürchte, eine Umfrage, die irgendwo "aufgeschaltet" war, kann ja kaum repräsentativ sein. Diese werden ja vor allem die Leute anklicken, die eine besonders starke Meinung zum Thema haben.
  • Clank 16.11.2016 10:20
    Highlight Highlight Schon bedenklich, dass Angst immer noch das beste Mittel ist Abstimmungen zu gewinnen. Online-Umfragen sagen aber wenig aus, wie gross sind denn schon die ü50 Leute im Internet vertreten.
    Was mich stört an der Initiative ist, dass sie als Atomausstieg-Initiative verkauft wird, als wären alle Gegner automatisch für AKW's. Tatsächlich geht es nur darum willkürlich fixe Daten zu setzen, wann welches AKW abgeschaltet werden soll.
    Zum einen liefert Energiestrategie 2050 überhaupt keine fixe Meilensteine, zum anderen wirkt die Initiative überstürzt, bereits 2017 drei AKW's endgültig abzuschalten.
    • Qui-Gon 16.11.2016 11:01
      Highlight Highlight Deutschland hat auch im Schnellzugstempo AKW vom Netz genommen und produziert nun nebst hochsubventioniertem Solarstrom mehr Energie aus Kohle denn je...
    • schueluu 16.11.2016 11:04
      Highlight Highlight Zu beachten ist aber, dass zur Zeit schon zwei AKWs aufgrund von technischen Problemen abgeschaltet sind.
  • Aged 16.11.2016 10:01
    Highlight Highlight Ich staune, wenn ich hier Meinungsunterschiede zwischen Parteien sehe. Was hat ein dermassen sachliches Problem mit Parteilandschaft zu tun? Oder, sind monetäre Verbindungen so massgebend um die eigenen Wähler etwas zu lenken?
  • amore 16.11.2016 09:49
    Highlight Highlight Hört doch endlich auf mit diesen blöden Umfragen und den Hochrechnungen am Abstimmungstag. Einige Stunden nach Schliessung der Abstimmungslokale wissen wir es dann.
    Gebt das Geld, das Ihr für dieses unnötige Befragen ausgebt lieber armen Leuten.
  • TRL 16.11.2016 08:59
    Highlight Highlight Die Versorgungssicherheit über den Ausstieg zu stellen ist für mich eine absolut unverständliche Priorisierung, ein Spiel mit unser aller Leben und unserem Lebensraum!
  • R&B 16.11.2016 08:57
    Highlight Highlight Good News :)
  • dracului 16.11.2016 08:57
    Highlight Highlight Wie kam die Schweiz eigentlich zu den ältesten AKWs der Welt? Warum hat sich seit Fukushima und Doris Leuthards Ansage in der Schweiz absolut nichts verändert? Genau, weil die Politiker nichts tun und alles immer auf die lange Bank schieben wollen. Ich bin mittlerweile so müde von dieser Verdrängungspolitik, dass ich jede Veränderung begrüsse, ja sogar die Modernisierung der bestehenden AKWs, wenn sie denn ausgearbeitet und vorgeschlagen würde. Ich habe nur eine Bitte an die Politiker: Lasst uns irgendein Thema einmal lösen und verschiebt nicht permanent alles auf unbestimmte Zeit!
  • Hexentanz 16.11.2016 08:46
    Highlight Highlight Ich arbeite in der Branche und unterstütze den AKW ausstieg. Vor allem aufgrund des "gewhine" seitens AXPO und co bezüglich Schadensersatz.. aber da die AKW heute schon nicht mehr rentieren, entsteht ja gar kein Schaden.

    ALLERDINGS bin ich auch skeptisch, wenn ich daran denke, dass AKW ein "Grundpfeiler" in der Versorgungssicherheit spielen. Natürlich ist es schön wenn Photovoltaik Strom umwandelt usw.. aber dies birgt auch große Risiken, da ja immer gleich viel Energie ins Netz gespiesen werden muss, wie bezogen wird. Die Pumpspeicherkraftwerke können das auch nicht abdecken. Wird spannend:)
    • demokrit 16.11.2016 09:47
      Highlight Highlight Photovoltaik ist bei einem Beitrag von 1.7% zur Stromversorgung eine absolute Nischentechnologie und wird das auch noch sehr, sehr lange bleiben.
    • Homes8 16.11.2016 10:37
      Highlight Highlight Ähnlich wie beim Verkehr, wo man am besten wohnt wo man arbeitet und so Pendlerverluste vermeidet. Den Strom dort produziert, wo er gebraucht wird, oder dort verbrauchen wo er produziert wird.
      z.B. Solarenergie vom Hausdach mit Batterien im Haus mit Gleichspannungsnetz und auch fürs Auto speichern, eventuel mit Austausch-Akkus. Oder als Wasserstoff speichern. Da wird sich noch zeigen, was besser ist.
    • Homes8 16.11.2016 11:04
      Highlight Highlight @ demokrit
      Wenn man den Verbrauch um 17% reduziert, steigt dadurch der Anteil des Solarstroms ums 10 fache, ohne dass mehr Solarstrom produziert wurde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • HansDampf_CH 16.11.2016 08:39
    Highlight Highlight ENSI kann man eh nicht ernst nehmen. Das Volk muss handeln. Die AKW gehören einigen Kantonen, welche mit dem Parlament auch die Aufsicht hat?
    Stoppt den Wahnsinn und natürlich gibt es keine Entschädigung für unrentabel Geschäfte.
  • HansDampf_CH 16.11.2016 08:35
    Highlight Highlight Ich kann es nicht glauben das es genug Leute gibt, welche die Augen endlich geöffnet haben. #stolzaufmeineschweiz
  • Homes8 16.11.2016 08:07
    Highlight Highlight Sicher ist noch gar nichts, da die Jüngern die eher für Ausstieg sind, auch weniger Stimmen gehen
    • Qui-Gon 16.11.2016 09:39
      Highlight Highlight Umfragen... geb ich gar nichts mehr drauf.
    • karl_e 16.11.2016 11:21
      Highlight Highlight Sie vergessen, dass sehr viele Alte damals schon gegen Kaiseraugst und Gösgen protestiert haben.
    • RETO1 16.11.2016 22:40
      Highlight Highlight " karl_e: ..und immer noch leben!
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