Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nur wenn Marianne Maret (CVP) bei der Ständeratsersatzwahl vom 3. November gewählt wird, wäre die Walliser Vertretung unter der Bundeshauskuppel nicht ausschliesslich männlich.

Gewählt: Die CVP-Politikerin Marianne Maret Bild: KEYSTONE

Walliser wählen erste Frau in den Ständerat – die Revolution bleibt trotzdem aus

Der Linke Mathias Reynard schaffte es nicht, die über 150 Jahre andauernde Vormacht der C-Parteien zu durchbrechen. Zu einer Premiere kommt es im Wallis dennoch.

Benjamin Weinmann / ch media



«Die Geschichte wartet» – so hatte der «Walliser Bote» am Samstag getitelt im Hinblick auf den zweiten Wahlgang für den Ständerat. Tatsächlich hat sich dabei Historisches abgespielt, wenn auch die erwartete Rebellion ausgeblieben ist.

Zu dieser wäre es gekommen, wenn der SP-Nationalrat Mathias Reynard es geschafft hätte, die über 150 Jahre andauernde Dominanz der C-Parteien in der kleinen Kammer in Bern zu sprengen. Stattdessen konnte sich CVP-Politikerin Marianne Maret knapp durchsetzen. Sie ist die erste Frau, die für das Wallis im Ständerat Platz nehmen wird, und aktuell auch die einzige Walliserin in Bern.

Dabei standen die Zeichen nicht schlecht für die politische Revolution und einen Überraschungssieg Reynards. Der 32-jährige hatte im ersten Wahlgang ein bemerkenswertes Resultat hingelegt. Bei den Nationalratswahlen erhielt er gar am meisten Stimmen aller acht Walliser Nationalräte.

Entsprechend wurden ihm gute Chancen eingeräumt, das anscheinend Unmögliche im katholisch geprägten Bergkanton möglich zu machen: Das CVP-Doppelticket von Beat Rieder und Marianne Maret zu sprengen.

Am Schluss fehlen 1400 Stimmen

Der Sitz des Bisherigen, des Oberwallisers Rieder, galt zurecht als ungefährdet. Doch zwischen Reynard und der 61-jährigen Grossrätin Maret kam es zum erwartet knappen Zweikampf. Im improvisierten TV-Studio von «Canal 9» in der Brasserie du Grand Pont in der Sittener Altstadt, hüteten sich die Politexperten, die Resultate zu früh als definitiv auszurufen. Denn zuerst kamen die Stimmen aus dem deutschsprachigen, ländlichen Oberwallis, wo sich zeigte, dass die Wähler relativ geschlossen der Parteilinie folgten und für Maret stimmten.

Die Frage blieb: Würden die grösseren Städte wie Martigny oder Sion im frankophonen Unterwallis noch den Umschwung bringen. Denn auch im Wallis wächst die urbane, liberale Bevölkerung: Marets Vorsprung schmolz mit den städtischen Stimmen zwar noch, doch am Schluss obsiegte sie mit 48400 Stimmen insgesamt (44.9%) und 1400 Stimmen Vorsprung auf Reynard (43.6%). Beat Rieder erhielt 52300 Stimmen (48.6%). (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Wahlen 2019: Das sind die Neuen in Bern

Wahlen 2019: Was die gewählten Frauen erreichen wollen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

18
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FITO 04.11.2019 01:53
    Highlight Highlight Ein weiterer Röstigraben im Wallis?
    Vielleicht täten die Oberwalliser doch langsam gut daran, das Gemeinsame und nicht das trennende zu suchen.
    Besser wäre ihnen angeraten, ihre Kruzifixe endlich auf den Scheiterhaufen zu werfen und den Weg zu einer modernen, säkularen Politik zu finden, sonst stehen sie dann auf einmal alleine da.
    Benutzer Bild
  • wicki74 03.11.2019 23:40
    Highlight Highlight Die CVP ist die einzig verbindende Partei zwischen Welsch und Deutsch und zwischen Stadt und Berg im Wallis. Vor allem die SP Unterwallis wie auch die Grünen Unterwallis haben in den vergangenen Jahren und Tagen oft klar signalisiert, dass sie nicht viel für die Sorgen des Oberwallis übrig haben.
    Mit der Zuwanderung aus der Region Leman wird das Unterwallis den Bezug zu der Minderheit des Oberwallis ganz verlieren. Dann zählen nur noch die urbanen Themen ab Sion.
  • techiesg 03.11.2019 21:11
    Highlight Highlight Es ist jetzt einfach die Frage ob die ‚erste Frau‘ oder der ‚erste SPler‘ (wäre ja ein Mann gewesen) die grössere Revolution gewesen ist.... Erste Frau überhaupt - erster nicht CVP-ler seit 150 Jahren... #thinkabout
  • Klausi Mausi 03.11.2019 18:29
    Highlight Highlight Als Grichting vor 4 Jahren nahe an die CVP Kandidaten rankam, galt dies als einmalig. Reynard war nun noch näher dran. In 4 oder spätestens 8 Jahren wird die Dominanz der CVP im Wallis vorbei sein
  • ponebone 03.11.2019 16:03
    Highlight Highlight "...und aktuell auch die einzige Walliserin in Bern" Was wohl Bundesrätin Fiona Amherd dazu meint ;)
    • Abu Nid As Saasi 03.11.2019 16:46
      Highlight Highlight Fiona aus Cork oder Dublin?
    • ponebone 03.11.2019 17:02
      Highlight Highlight 🙈 Das passiert wenn man sich vorher das Miss Schweiz Quiz versucht...
      Selbstverständlich Bundesrätin Fiona Amherd und Ex-Miss Viola Hefti
    • momo.. 03.11.2019 17:54
      Highlight Highlight Fiona ist die von Shrek..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Locutus70 03.11.2019 15:39
    Highlight Highlight Klingt so nach dem Motto: Wenn schon nicht links, dann wenigstens Frau :D
    • Sam Regarde 03.11.2019 19:53
      Highlight Highlight Find ich ein gutes Ideal.
  • Wunderbar 03.11.2019 15:36
    Highlight Highlight Hätten die Grünen/SP nicht beide Kandidaten für den 2. Wahlgang gestellt, wäre Reynard warscheinlich gewählt worden🙄
    • Howard271 03.11.2019 16:02
      Highlight Highlight Nö, es waren ja noch beide Sitze frei, d.h. man hatte 2 Stimmen und konnte somit beide wählen. Die Taktik, dass beide antreten, war, um zu verhindern, dass die linken Wähler/innen Reynard und Maret wählen und so die Chancen vom Reynard verschlechtern.
    • Locutus70 03.11.2019 18:27
      Highlight Highlight Hätte Hätte Fahrradkette ^^
  • kEINKOmmEnTAR 03.11.2019 15:18
    Highlight Highlight Gut so, lieber eine Mitte Partei als eine Linke.
    • P. Silie 03.11.2019 22:53
      Highlight Highlight Naja nicht wirklich.. bei einem Linken Politiker weiss man wenigstens wo er steht, wie er politisiert.. eine CVP ist mal hier, mal da, mal überall, mal nirgends... eine Fahne im Wind -> äusserst schwierig einzuschätzen.

      "Kenne Deinen Gegner" (Sun Tze)
    • Resche G 04.11.2019 00:25
      Highlight Highlight Gut so, noch lieber eine Mitte Partei als eine Rechte.
    • P. Silie 04.11.2019 09:24
      Highlight Highlight @ Resche: Ich glaube dies stand/steht im Walliser Fall ausser Frage, somit geht ihr äusserst geistreicher Kommentar irgendwie ein bisschen am Thema vorbei.

Facebook sperrt Petition gegen Homo-Ehe – zum Ärger der EDU

Eine Petition, die sich gegen die «Ehe für alle» in der Schweiz ausspricht, wurde von Facebook gesperrt. Die Petition verstosse gegen die Gemeinschaftsstandards der Plattform, so die Begründung. Das stösst der EDU sauer auf.

Vergangenen Freitagabend sperrt Facebook einen Unterschriften-Aufruf der Schweizer Petition «Samenspende und Kinder-Adoption für Homosexuelle verhindern – Nein zur Homo-Pseudo-Ehe!». Der Grund: Der Beitrag habe gegen die Gemeinschaftsstandards zu Hassrede verstossen.

Das stösst einer Partei besonders schwer auf: Die EDU, bekannt für christliche und national-konservative Werte, sei zutiefst beunruhigt über diese «gesellschaftliche Entwicklung», schreibt die Partei in einer Mitteilung.

Parteipräsident …

Artikel lesen
Link zum Artikel