Schweiz
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Jean-Michel Cina, Praesident SRG SSR, spricht an einer Podiumsdiskussion zur No Billag-Initiative in Basel am Dienstag, 30. Januar 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Werden alles analysieren: SRG-Präsident Cina. Bild: KEYSTONE

«Es wird keine Tabus geben» – SRG-Präsident Jean-Michel Cina verspricht Reformen



SRG-Präsident Jean-Michel Cina hat in einem Zeitungsinterview die No-Billag-Initiative erneut abgelehnt, aber eingeräumt, dass das öffentliche Radio und Fernsehen reformiert werden müssen. «Es wird keine Tabus geben», sagte er der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste».

«Wir werden alles analysieren, einschliesslich unserer Produktionsprozesse und unserer Infrastruktur», sagte der frühere Walliser CVP-Staatsrat. Seiner Meinung nach muss sich die SRG dem digitalen Wandel und den neuen Formen des Medienkonsums anpassen, insbesondere jenen der jüngeren Generationen.

«Als ich Präsident der SRG wurde, habe ich ein Komitee geschaffen, das dem digitalen Wandel des Unternehmens nachgeht», sagte Cina. «Es wird eines der grossen Projekte der nächsten Jahre sein.»

Dabei wies der SRG-Präsident den Vorwurf zurück, dass die SRG Terrain der privaten Medien besetze, indem sie ihr Angebot multipliziere. Zur Zeit des digitalen Konsums sei die Anzahl der Kanäle nicht das zentrale Element, sagte er. Die SRG habe seit zehn Jahren keine neuen Fernseh- oder Radiosender mehr geschaffen.

Offen für weitere Partner bei Admeira

Cina erklärte weiter, er sei sich bewusst, dass die SRG berücksichtigen müsse, was in den privaten Unternehmen geschehe. «Wir müssen uns besser von diesen Medien abheben, indem wir unsere eigene audiovisuelle Produktion präsentieren», sagte er. Die SRG müsse sich auch auf die Besonderheit der Schweiz konzentrieren, um mit dem ausländischen Fernsehen konkurrieren zu können.

No Billag: Diese Promis kämpfen gegen die Initiative

In Bezug auf den Wettbewerb in der Werbung, in dem sich die SRG mit den privaten Medien befindet, gab sich Cina offen für «jede konstruktive Möglichkeit in der Branche». Er ist bereit, die Aufnahme neuer Partner in die Werbeagentur Admeira zu erleichtern, die die SRG mit dem Verlagshaus Ringier und dem Telekommunikationsunternehmen Swisscom geschaffen hat.

Die Schweiz stimmt am 4. März 2018 über die No-Billag-Initiative ab. Diese verlangt die Abschaffung der Radio- und TV-Gebühren und untersagt dem Bund Subventionen von TV- und Radiostationen. Heute wird die SRG zu 70 bis 73 Prozent über Gebühren finanziert. Sie erhält von den insgesamt eingezogenen 1.35 Milliarden Franken 1.235 Milliarden. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 12.02.2018 07:58
    Highlight Highlight Jeder Veränderungswunsch wird bei der SRG und bei den PolitikerInnen auf den hartnäckigen Widerstand der negativ Betroffenen stossen und schussendlich im Nichtstun enden, wenn nicht ein ganz konkreter Volksauftrag (z.B. eine Gebührenkürzung) vorliegt.
  • a-minoro 10.02.2018 10:11
    Highlight Highlight Ich lese immer wieder folgendes: "Nach der RTVG-Abstimmung wurde eine Diskussion über den Service Public versprochen. Passiert ist aber gar nichts!!"
    Habt ihr echt das Gefühl, der Bundesrat setzt sich mit jedem einzelnen Stimmbürger an den Tisch, um mit diesem die Sendegefässe der SRG zu diskutieren? Für solche Angelegenheiten gibt es Experten. Deal with it!

    Link zum Bundesratsbericht zum Service public (Stand 17.6.2016 !!!):
    https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/das-bakom/organisation/rechtliche-grundlagen/bundesratsgeschaefte/bundesratsbericht-zum-service-public-im-medienbereich.html
    • fcsg 10.02.2018 17:37
      Highlight Highlight Diese Berichte sind ja schön und gut, sie sind aber nur bessere Markanalysen, die zum Schluss kommen, dass ein service-public nötig sei. Aber jetzt mal ganz konkret, was hat sich im Programm von SRF verändert, ausser dass inzwischen jeder Moderator einen Twitter-Account betreiben muss? Weshalb werden noch teure, nutzlose Unterhaltungssendungen (kopiert aus den Ausland) produziert, obwohl gerade im Unterhaltungsbereich genügend Private ihre Sendungen anbieten?
      Die SRG ist ein Dinosaurier, der sich nicht bewegt, weil er sich nicht bewegen muss.
  • mogad 10.02.2018 09:38
    Highlight Highlight Bei einem Ja müssten wir wohl alle unsere TV-Geräte updaten lassen oder gleich ein neues Gerät kaufen mit vorinstallierten Apps von allen möglichen privaten Anbietern von Programmen. Zuvor müssen aber im Internet diverse Konten inkl. Angabe der Kreditkartennummer eröffnet werden. Ein Schlaraffenland für kriminelle Datendiebe. Oder will man die ganze Abrechnerei den Providern überlassen? Und wer zahlt denen die Anspassung der Software und den Aufwand? Aha es läuft über eine Zusatzgebühr zu der jew. Gebühr - plus MwSt.
    • Oban 10.02.2018 10:22
      Highlight Highlight Nein sie brauchen einfach mehrere Anbieter, z.B. CH-Sportfan, Swisscom/Teleclub für Fussball min. 65+52.60= 117.60.- plus Hockey via UPC 104.-; heisst jeden Monat 221.60 damit du die wichtigen 2 CH Sportarten komplett sehen kannst. Du hast dann aber auch 2 Internetanschlüsse, 2 Verschiedene Setupboxen und bei einem der beiden Anbieter wirst du dann wohl auch noch das MobileAbo abschliessen. Evtl. kommt dann noch Netflix dazu oder ein weiteres PayTV Paket, z.B. für Dokumentationen, da die SRG ja weg wäre. Schöne neue Pay TVwelt, wo jeder nur noch das zahlt was er nutzt....not
    • Beggride 10.02.2018 12:20
      Highlight Highlight @oban
      Aber dafür würden sich die Befürworter nicht mehr darüber aufregen, dass sie anderen etwas zahlen, was sie selbst nicht schauen. Was für ein befreiendes Gefühl! Da nimmt man die doppelten Kosten doch sehr gerne in Kauf!
  • ricardo 10.02.2018 08:54
    Highlight Highlight Bei einem Ja zu NoBillag würde es keine Reformen geben. Der SRG würde faktisch die Existenzberechtigung entzogen. Die realitätsfernen Planspiele der No-Billag-Initianten haben einzig zum Zweck, den Stimmbürgern Sand in die Augen zu streuen. Ihre Szenarien halten einfachsten Fragen nicht stand. Es ist offensichtlich, dass für die Initianten die Zerschlagung der SRG und die Desinformation der Bürger im Vordergrund steht.
    • ströfzgi 10.02.2018 09:50
      Highlight Highlight Bei den Gegnern gibt es halt nur eine Frage: Lichter aus oder ein. Die Zeit für Reformen wären früher gewesen. Dann hätte ich es der SRG abgenommen und mit Sicherheit nein gestummen (vermutlich wäre es dann gar nicht vors Volk gekommen). Jetzt, sorry zu spät und vor allem wieder völlig intransparent. Das Management hat in der Vergangenheit versagt, es versagt jetzt und wird für die Zukunft versagen da völlig planlos.
    • Beggride 10.02.2018 10:16
      Highlight Highlight @ ströfzgi
      Wieso ist es jetzt zu spät? Was war vor 2 3 Jahren anders als jetzt? Ausser, dass der Bundesrat angekündigt hat, die Gebühren zu senken.
      Sie bewegen sich, wie viele Befürworter auf riskanten Argumentationen. Wie gesagt, es geht NICHT um "denen dort oben" etwas zu beweisen, es geht genauso wenig darum, "die anderen" zu bestrafen für ihre Fehler in der Politik.
      Sondern es geht faktisch NUR darum, wir die neutrale Berichterstattung wollen oder nicht. Denn das werden alle in Bevölkerung spüren (wie zum Beispiel viele Grossevents)
    • c-hto 10.02.2018 12:32
      Highlight Highlight super - wie kann man nur so leichtgläubig sein (naiv) sein ... zwischen den Zeilen des VRP der SRG ist klar herauszulesen, dass man sich von den anderen abheben will ... und ob er das mit einer schlankeren SRG machen will, das mag ja glauben wer will, die bish Erfahrung mit dem Moloch lehrt ganz anderes. Die SRG kann nur mit einem starken JA in die Knie gezwungen werden - nur dann kann man das aussortieren, was effektiver "service public" ist und was als Teil der rosaroten Wohlfühloase durch den zu zahlen ist, der (ausser den "Medienschaffenden") das Gefühl hat, er würde es effektiv benötigen
    Weitere Antworten anzeigen
  • ströfzgi 10.02.2018 08:37
    Highlight Highlight Aber mit keinem Wort erwähnt er dass das Ziel einer Reform die Senkung der Kosten sein wird. Keiner spart von sich aus, siehe Post. Die Reformen und das Resultat daraus kostet dann einfach jeeils soviel wie es vom Staat gibt, und künftig dann boch mehr. Neue Technologien sind ja sooo teuer…

    Selbst Schawinski hatte an Cina so seine Zweifel.

    Darum JA zu noBillag. Lassen wir uns nicht verarschen!

    • ströfzgi 10.02.2018 10:18
      Highlight Highlight @rongo, solange ich Billag bezahle sollte ich noch SRF schauen dürfen, oder?

      Wer redet denn von Abschaffen? Ich sicher nicht. Sind es nicht die schwarz/weiss Scheuklappenträger die "nur so" denken?

      Zumindest bei der Post gebe ich Dir Dir Recht. Da hat die jüngste Vergangenheit gezeigt was passiert wenn Staatsschmarozer am Steuer sind. Bei den andern wäre jetzt der Zeitpunkt um mal hinter die Bücher zu gehen (nicht abschaffen) damit in Zukunft keine solche Bomben platzen. Auf der anderen Seite, warum sollte man? Es furzt sich doch soooo bequem in den Scheffsessel bei einer halben Kiste Lohn pro Jahr, gell?
    • Beggride 10.02.2018 10:20
      Highlight Highlight Lieber Ströfzgi,
      Dir muss einfach bewusst sein, dass der Kommentar von rongo stimmt, und zudem, dass die NoBillag-Initianten dir bewusst ins Gesicht lügen. Wenn man das zu spät erkennt, ist es vorbei! Wenn allerdings die von der SRG lügen, könnte man immer noch eine Initiative vors Volk bringen, die sie dazu zwingt, den Auftrag des Volkes einzuhalten.
    • mogad 10.02.2018 11:14
      Highlight Highlight @ströfzgi. Wie die Initianten behaupten Sie einfach. Die Gegner behaupten auch, nur sind ihre Behauptungen sehr viel näher bei der Wahrheit als jene der Befürworter. Höchst wahrsch. ist: Die SRG geht pleite, wenn ihr auf einen Chlapf der Geldhahn zugedreht wird; wenn nicht sofort, so doch bald, weil mit freiwilligen Abos und sinkenden Werbeeinnahmen der Auftrag nicht erfüllt werden kann. Das sagen alle Medien- und Werbeexperten. Und wie kommen Sie darauf, dass es billiger wird bei den Privaten? Teilen Sie uns doch bestehende Preise mit! Addieren können wir dann selber.
  • Kronrod 10.02.2018 07:54
    Highlight Highlight Wer denkt, mit der Schaffung von Komitees mehr Innovation zu erreichen, hat Innovation nicht verstanden.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Design_by_committee
  • fcsg 10.02.2018 07:16
    Highlight Highlight Das behaupten die SRG-Generaldirektoren vor jeder Abstimmung die die SRG betrifft, zuletzt bei der RTVG Abstimmung. Passiert ist aber rein gar nichts.
    • c-hto 10.02.2018 12:39
      Highlight Highlight genau so ist es ... und darum führt nur ein kräftiges JA zum Zerschlagen des seine Marktmacht politisch schamlos ausnützenden Medienmonopolisten, wo sich unter dem Titel des angeblichen "service public" eine naseweise linke Subkultur und eine rosarote Wohlfühloase entwickelt haben, um so dem Bürger weismachen zu wollen, was er zu tun hätte ... bei der Wasserversorgung ist es anders, da besteht der "service public" aus dem kalten Wasser das wir bekommen, wärmen müssen wir es selber, und niemand käme auf die Idee, von der Gemeinde die Lieferung von Fruchtsäften, Bier und Weisswein zu fordern ...

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