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Gesellschaft & Politik

Professoren an Schweizer Unis sammeln Unterschriften gegen SRG-Halbierung

Professoren an Schweizer Unis sammeln Unterschriften gegen SRG-Halbierung

Eine «öffentliche Erklärung» betont: Die 200-Franken-Vorlage bedrohe den medialen Service public in den vier Landessprachen.
17.01.2026, 21:3217.01.2026, 21:32
Francesco Benini / ch media

Das Schreiben kursiert derzeit an sämtlichen Instituten aller Schweizer Universitäten. Die Professorinnen und Professoren werden ermuntert, eine «öffentliche Erklärung» zu unterschreiben. Titel: «Warum wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler uns für einen starken Service public einsetzen und die SRG-Halbierungsinitiative ablehnen.»

Einsatz für die SRG: die Professoren Mark Eisenegger (links) und Manuel Puppis.
Einsatz für die SRG: die Professoren Mark Eisenegger (links) und Manuel Puppis.bild: Bilder: zvg/Keystone

Am Dokument mitgearbeitet haben die Professoren Manuel Puppis von der Universität Freiburg und Mark Eisenegger von der Universität Zürich. Wie es sich in der akademischen Welt gehört, haben die beiden Kommunikationswissenschafter eine kurze Seminararbeit mit zahlreichen Fussnoten verfasst.

SRG mache Gesellschaft «resilienter gegen Desinformation»

«Eine freiheitliche direkte Demokratie ist angewiesen auf vielfältige und unabhängige Medien», heisst es in der Erklärung. Der mediale Service public leiste einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit einem «qualitativ hochwertigen, vielfältigen und verlässlichen publizistischen Angebot.»

Die Halbierungsinitiative stelle eine Bedrohung dar für den medialen Service public in allen Landessprachen und würde zu massiven Einschnitten im publizistischen Angebot führen. Private Medien könnten das nicht kompensieren. «Deshalb stehen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein für einen starken medialen Service public und sagen ‹Nein› zur Halbierungsinitiative.»

Die Erklärung hält ausserdem fest, dass die Haushaltsabgabe – von derzeit 335 Franken pro Jahr – wegen der Mehrsprachigkeit in der Schweiz «zwangsläufig» höher als in anderen Ländern sei. Eine Annahme der Halbierungsinitiative hätte «massive Sparmassnahmen in den kostenintensiven Genres wie Information, Kultur, Bildung, eigenproduzierte Fiktion zur Folge.»

Die Autoren betonen überdies, dass ein starker Service public eine Gesellschaft «resilienter gegenüber Desinformation» mache. Nutzerinnen und Nutzer des medialen Service public hätten «eher Zugang zu hochwertigen Informationen und zur Überprüfung potenziell falscher Behauptungen.»

Und die Medienversorgung in einem kleinen Land sei teuer. Vor allem «eigenproduzierte Qualitätsinhalte» seien kostenintensiv und liessen sich auf dem kleinen Werbemarkt nicht refinanzieren.

Veröffentlichung der Erklärung geplant für Ende Januar

Ziel ist es, die öffentliche Erklärung Ende Januar zu publizieren – mit möglichst vielen Unterschriften. So soll ein Zeichen gesetzt werden: Die wissenschaftliche Gemeinschaft an den Schweizer Universitäten spricht sich gegen eine Senkung der Haushaltsabgabe auf 200 Franken aus. Wesentliche Teile des Hochschulbetriebs stehen hinter dem öffentlichen Rundfunk.

Wie viele Professoren werden die Erklärung unterzeichnen? Ein Politologe meint auf Anfrage, dass er sich nie an Abstimmungskampagnen beteilige. Seine Aufgabe sei es, den Studierenden Analyse-Instrumente zu vermitteln. Er wolle ihnen nicht ins Heft diktieren, wie sie zu stimmen hätten.

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen ist nicht beeindruckt von der Unterschriftensammlung an den Universitäten. «Wenn man die 200-Franken-Initiative nicht annimmt, ändert sich nie etwas bei der SRG», meint er. Private Medien trügen qualitativ stark zum Service public bei. Es sei nun der richtige Zeitpunkt, um die Medienwelt in der Schweiz moderner zu gestalten und die Konsumenten sowie Firmen zu entlasten. (aargauerzeitung.ch)

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