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Gesellschaft & Politik

Botswana-Präsident kann nicht glauben, was er in der Schweiz gesehen hat

Video: srf

Botswana-Präsident kann nicht glauben, was er in der Schweiz gesehen hat

05.05.2023, 14:3805.05.2023, 17:03

«Sie haben für sich selbst die Steuern erhöht!» Mokgweetsi Masisi versteht die Welt nicht mehr. Was der botswanische Präsident bei seinem Besuch diese Woche im Kanton Appenzell sah, hat ihn in seinen Grundfesten erschüttert – so scheint es jedenfalls.

Die Appenzell-Innerrhoder stimmten der Revision des Steuergesetzes zu – die aber, anders als Masisi berichtet, keine Erhöhung der Steuern vorsah, sondern die Steuererträge nur leicht betrifft.

Swiss Federal President Alain Berset, right, and his state guest Mokgweetsi Eric Keabetswe Masisi, President of the Republic of Botswana, who suffered slightly from the chilly Swiss spring temperature ...
Masisi und Berset in Appenzell.Bild: keystone

Der dick eingewickelte Masisi war in Begleitung von Bundespräsident Berset auf Staatsbesuch in der Schweiz und trotzdem tief beeindruckt.

An einer Presskonferenz liess er nun sein Erlebtes Revue passieren. Und auch Tage später scheint das Demokratie-Verständnis der Ostschweizer kaum zu begreifen: «Die haben wirklich die Steuer für sich selbst erhöht. Können Sie das glauben?! Die haben sie Steuern für sich selbst erhöht!»

Video: srf

Masisi kommt zum Schluss, dass sein Land noch weit entfernt ist vom Demokratie-Verständnis der Eidgenossen. Geradezu begeistert ist er von den Appenzellern: «Appenzeller sind super!»

Offiziell empfangen

epa10601976 Swiss Federal President Alain Berset (L) and his state guest Mokgweetsi Eric Keabetswe Masisi, President of the Republic of Botswana, inspect the guard of honour of the Swiss Army, in Bern ...
Bild: keystone

Masisi ist am Montag in Bern vom Bundesrat in corpore zum Staatsbesuch empfangen worden. Zudem führte seine Delegation politische Gespräche mit Bundespräsident Alain Berset, Wirtschaftsminister Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis.

Es ging dabei um die Weiterentwicklungen der bilateralen Beziehungen und die Positionen der beiden Länder zu aktuellen globalen Themen.

Schon länger im Zentrum der bilateralen Zusammenarbeit der Schweiz mit Botswana steht der Gesundheitsbereich. Beide Länder wollen laut Bundesrat den globalen Gesundheitsschutz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stärken.

(aeg)

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115 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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diff
05.05.2023 14:56registriert August 2017
Schweizer, die
Volk in Mitteleuropa, bekannt für Käse, Schokolade und Uhren - graben gerne Tunnels und haben einen Waschplan.

Speziell: Erhöhen Steuern selber und lehnen 6 Wochen Ferien ab.
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gipfelibringer
05.05.2023 15:02registriert Juni 2014
Vielleicht wäre sein Erstaunen kleiner, wenn er wüsste, dass die Verwendung der Steuergelder grossteils auch in den Händen der Stimmbürger liegt, anstelle von undurchsichtigen Verwaltungen und zweifelhaften Politikern.
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Andi Weibel
05.05.2023 14:52registriert März 2018
Die Reaktion mag auf den ersten Blick ein wenig exotisch erscheinen.

Aber Botswana ist ein durchaus stabiles, gut entwickeltes Land.
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«Es gibt heute auf der Bühne Jokes, die an Schwulenwitze der 90er-Jahre erinnern»
Michael Elsener ist ein politischer Comedian, Léa Spirig leitet das Casinotheater Winterthur. Ein Gespräch über Queersein, Ängste, Humor als Überlebensstrategie und die Schweiz als Abstimmungs-Wohngemeinschaft.
Wer sind eure Vorbilder? Spoiler: 80 Prozent würden jetzt mit «mein Grosi» oder «mein Grossvater» antworten.
Michael Elsener: Danke für den Hinweis. Dann sage ich gern: mein italienisch-stämmiger Grossvater. Meine Offenheit und meine Liebe zu den Menschen habe ich von ihm. Wir besuchten ihn oft sonntags nach der Kirche und mussten immer auf ihn warten. Von der Kirche bis zu seinem Haus waren es nur etwa 250 Meter. Aber er brauchte dafür mindestens 45 Minuten. Auf der Strasse oder über den Gartenzaun: Er hielt mit allen einen Schwatz. «Ciao!», «Wie geht's?», «Wirklich? Erzähl mir mehr!» Er kam mit allen auf sehr leichte Art ins Gespräch, egal, welche Gesinnung, welche Grundhaltung sie hatten. Das hat mir schon als Kind sehr gefallen.
Léa Spirig: Bei mir sind es die Frauen in meiner Familie. Meine Grossmutter, die eine sehr warmherzige und zugleich dominante Frau war. Meine Mutter, aber auch meine Gotte, die mit ihrer Partnerin im gleichen Haus lebte wie wir. Meine Eltern waren heterosexuell, meine Gotte lesbisch, und dann gab es noch etwas, das irgendwie beides beinhaltete, das habe ich relativ früh mitgekriegt, das war selbstverständlich. Und ich komme aus einer musikalischen und politisch interessierten Familie, ich wusste schon immer, dass ich mich in meinem Leben mit Kultur umgeben will. Ich kann gar nicht anders. Egal ob früher als Schauspielschülerin, dann als Journalistin und jetzt als Theaterdirektorin.
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