Schweiz
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ARCHIV --- ZUM GEPLANTEN TABAKGESETZ DES BUNDES STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Zigaretten - Werbung, Zuerich, Montag 13. Februar 2006. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

Der Wirtschaft zuliebe? Gesundheitskommission findet Tabakwerbung voll okay

Die Gesundheitskommission des Ständerates (SGK) will die Tabakwerbung im Kino oder auf Plakaten nicht verbieten. Sie stellt sich gegen das neue Tabakproduktegesetz. In den Vorschlägen des Bundesrates sieht die Kommission einen «Angriff auf die freie Marktwirtschaft».



Mit 6 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen beantragt die SGK ihrem Rat, das Tabakproduktegesetz an den Bundesrat zurückzuweisen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Sie will den Bundesrat beauftragen, die wichtigsten Punkte aus der geltenden Tabakverordnung ins Gesetz zu übertragen, ohne die Werbung, das Sponsoring und die Verkaufsförderung stärker einzuschränken.

Die Mehrheit der Kommission argumentiert, die Vorlage des Bundesrates gehe viel zu weit. Es sei nicht erwiesen, dass generelle Werbeverbote einen Rückgang des Rauchens bewirkten. Auch sei nicht einzusehen, wieso für nikotinhaltige E-Zigaretten die gleichen strengen Regeln gelten sollten wie für herkömmliche Zigaretten, die schädlicher seien.

Die Minderheit der Kommission erachtet den Gesetzesentwurf als brauchbare Basis für die Detailberatung. Weiter halten die Befürworter fest, ein Gesetz im Sinne des bundesrätlichen Entwurfs sei eine nötige Voraussetzung für die Ratifizierung der WHO-Tabakkonvention.

Verkauf an Minderjährige verbieten

Nicht umstritten ist das schweizweite Verbot des Verkaufs von Zigaretten an Minderjährige. Die Kommission hält fest, diese Massnahme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen begrüsse sie ausdrücklich.

Der Bundesrat möchte darüber hinaus die Werbung einschränken: Tabakwerbung auf Plakaten, in Print- und Onlinemedien sowie im Kino soll verboten werden. Weiterhin werben dürften die Tabakkonzerne am Kiosk, an Automaten und an Festivals von nationaler Bedeutung.

Gesundheitsminister Alain Berset sagte bei der Präsentation der Vorschläge, Werbung habe besonders auf Jugendliche einen grossen Einfluss. Gemäss einer deutschen Studie steigt das Risiko, dass Jugendliche zu rauchen beginnen, um 46 Prozent, wenn sie Tabakwerbung ausgesetzt sind.

Schon in der Vernehmlassung umstritten

Heute gilt ein Werbeverbot für Tabak in Radio und Fernsehen. Auch Tabakwerbung, die sich explizit an Minderjährige richtet, ist untersagt. Ein weitergehendes Verbot war bereits in der Vernehmlassung auf Kritik gestossen. Der Bundesrat hielt dennoch daran fest. Die Schweiz gehe mit den geplanten Regeln weniger weit als die meisten europäischen Länder, gab Berset zu bedenken.

Auch manche Kantone kennen heute striktere Regeln als der Bund. In 15 Kantonen ist Plakatwerbung für Tabakprodukte bereits verboten. In zehn Kantonen dürfen keine Zigaretten an Minderjährige verkauft werden, in weiteren zwölf Kantonen gilt das Abgabealter 16 Jahre.

Weltweit sterben jedes Jahr über 5 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. In der Schweiz sind es rund 9500 Personen. Der Tabakkonsum ist damit die häufigste vermeidbare Todesursache in der Schweiz. (dwi/sda)

Als Rauchen noch als vornehm galt

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    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 24.04.2016 23:24
    Highlight Highlight Wenn ihr keine Werbung für gar nichts haben wollt - und einzig das wäre konsequent und nicht-heuchlerisch - dann zieht doch nach Nordkorea...
  • winglet55 24.04.2016 15:35
    Highlight Highlight Wenn man rechts wählt, erhält man wirtschaftsfreundliche Politik, wer etwas Anderes erwartet, ist blauäugig.
  • R&B 23.04.2016 09:56
    Highlight Highlight Wer findet Tabakwerbung soll generell verboten werden?
    Herz = ja
    Blitz = nein
  • Zarzis 23.04.2016 06:42
    Highlight Highlight
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    Echt zum Lachen und einfach erklärt. So funktioniert die Wirtschaft, und die Bürgerlichen finden es noch super. Aber ja nie Regeln, das wäre ja so schlimm, aber dass man dadurch den Normalo vor Betrug schützt, wird genüsslich ausgeblendet.
  • Kstyle 22.04.2016 18:27
    Highlight Highlight Hätte mal jemand Eier in der Hose würde man die Zigis ganz verbieten. Aber das schadet ja der marktwirtschaft. Und hört auf wegen jaja nichtraucher bin selber Raucher und halte es für die einzige lösung. Dass ewige ja wir machen Prävention aber nicht zuviel wegen der marktwirtschaft ist doch schizo. Besser ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende. Es würde hart werden keine frage auch für mich...
    • cypcyphurra 23.04.2016 19:15
      Highlight Highlight Sehe ich auch so, jedoch wird niemand auf die Steuereinnahmen verzichten wollen http://Y
  • Moelal 22.04.2016 17:34
    Highlight Highlight Das sich dies als Gesundheitskommission betitelt, ist ja der Witz des Tages! Die Tabakindustrie hat überall ihre Finger drin. Big tobacco hat nur ein einziges Ziel: möglichst früh, möglichst viel Menschen süchtig zu machen! Dann bleiben Sie Lebenslang Kunden!
    Kommt jetzt nicht mit Bevormundung. Werbeverbote haben nichts damit zu tun. Wirtschaftlichkeit hat vielleicht mit der Gesundheits"Industrie" zu tun, denn die verdient viel Geld mit den kranken Rauchern. Der Staat bezahlts!
  • Retarded Wizard 22.04.2016 15:19
    Highlight Highlight Welche Werbung ist denn sinnvoll? Mit überzuckerten Produkten wird auch überall geworben und keinen störts.

    Es wird einem vorgegaukelt wie gesund doch die Produkte von Nestle und co sind. Kinder werden beeinflusst den Dreck zu kaufen und da ist es ok?

    Packungen auf denen frische Früchte sind, und mit Vitaminen geworben wird, die Inhaltsstoffe sind dann Konzentrat und Zucker.

    Werbung bedeutet Täuschung/Lüge. Entweder wir setzen den Massstab für ein Werbeverbot bei allen Konsumgütern oder lassen dem mündigen Konsumenten die Wahl sich selbst zu informieren oder täuschen zu lassen.
  • Lucano 22.04.2016 14:49
    Highlight Highlight Wenn es der wirtschaft dient, ist alles OK... Ach ja...tabakwerbung ist verboten aber an jedem kiosk,tankstelle,convenienceshop sind alle rauchwaren schön präsentiert... Das ist keine werbung gäll ;)
    PS: ich bin raucher
  • _helmet 22.04.2016 13:24
    Highlight Highlight was hat das mit bevormundung zu tun? jugendliche zum rauchen verführen, die dann z.t. abhängig werden und ihre gesundheit schädigen, voll ok? nur, um damit profite zu machen? folgekosten zahlt die gesellschaft. Ohne werbung wäre keine "bevormundung"! dann würden jugendliche selber entscheiden ob sie rauchen wollen und würden nicht subtil dazu verführt. katastrophe, eine solche kommision, die private Profitinteressen über das gemeinwohl stellt. Rauchen wäre ja keineswegs verboten gewesen. Dieses Bevormundungsgejammer ist ist wirklich erbärmlich und dazu billigste Propaganda und Irreführung.
    • Moelal 22.04.2016 17:35
      Highlight Highlight Der Unterschied ist, dass Nutella kein Krebs und keine COPD verursacht
    • INVKR 22.04.2016 18:48
      Highlight Highlight Dafür aber Diabetes und Bluthochdruck...
    • chrisdea 23.04.2016 10:17
      Highlight Highlight Zaafee: also ich hab noch nie gehört dass jemand wegen passiv-schokolade einen erhöhten Blutdruck gekriegt hätte. Der Vergleich hinkt also ein wenig...
  • elco 22.04.2016 13:20
    Highlight Highlight "Auch sei nicht einzusehen, wieso für nikotinhaltige E-Zigaretten die gleichen strengen Regeln gelten sollten wie für herkömmliche Zigaretten, die schädlicher seien."

    DAS ist der wichtige Punkt. Raucher sollten - wie in England der Fall - zum Umstieg ermuntert werden. Nein, hier verbietet man den Verkauf des Liquids während Tabak überall erhältlich ist.

    Zur Werbung: die Tabakmultis sponsoren halt auch gerne Grümpeltourniere und so Sachen. Da fehlt dann einiges an Geld.

    • Kstyle 22.04.2016 18:31
      Highlight Highlight Ich wäre vorsichtig mit den e zigis man weiss nicht wie gesund der Wasserdampf für die Lunge ist. Eine bagatelisierung von e zigis finde ich ein falsches Signal. Oder wäre es cool wen die 13 jährigen teens im Schulunterricht ezigis qualmen und sich noch freuen das es Gesund ist?
    • elco 23.04.2016 07:12
      Highlight Highlight @Kstyle, Man weiss es sehr wohl, wenn man es wissen will. Das Risiko des E-Dampfens wird von Public Healt England, (das Pendant zu unserem BAG) um 95% weniger schädlich als Rauchen eingestuft, und das ist vorsichtig.

      http://helveticvape.ch/WP/wp-content/uploads/2016/03/HV-E-Dampfen-Ein-Leitfaden-fur-Umsteiger.pdf

      Das weiss man auch beim BAG, aber da will ma etwas anderes: eine suchtfreie Gesellschaft. Entweder rauchen und sterben oder aufhören. Genussvoller Nikotin-Konsum für Erwachsene stört da natürlich. Das ist fatal, weil mit Gesundheit hat das nichts zu tun.
  • Darkside 22.04.2016 12:51
    Highlight Highlight Gestern konnte man lesen dass 45 Millionen aus Steuergeldern an die Lungenliga gehem damit sie mit einer lächerlichen Fotobox auf Antiraucher-Tournee gehen können. Das Heuchlertum geht weiter...
    • Moelal 22.04.2016 17:37
      Highlight Highlight Genau: effektive Prävention beginnt beim Werbeverbot. Alles andere ist verlogen
  • R&B 22.04.2016 12:45
    Highlight Highlight Das ist ja starker Tobak! Die Tabak-Lobby hat wieder mal zugeschlagen und alle Politiker, ausser die wahrscheinlich die der SP (hat 4 Sitze in der Kommission), haben sich von der Lobby gelinde ausgedrückt beeinflussen lassen. Genau wegen solchen Fällen sollten die Einkommen der Politiker detailliert veröffentlicht werden. Ich wäre nicht überrascht, wenn all diese CVP-, FDP- und SVP-Politiker von der Tabak-Lobby Geld erhalten hätten.
    • FrancoL 22.04.2016 16:39
      Highlight Highlight Aber vermutlich liegt die Schuld bei der SP😉
    • R&B 22.04.2016 18:24
      Highlight Highlight Ja!
    • Zarzis 23.04.2016 06:54
      Highlight Highlight @FrancoL
      Natürlich liegt die Schuld bei der SP.
      Wenn sie sich mit gerechtfertigten Forderungen nicht durchsetzten kann, können doch die anderen nichts dafür!
      Das gleiche mit der Atompolitik. Kommt es einmal in der Schweiz zum Gau, sind die SP und die Grünen schuld, hätten sich halt mehr anstrengen sollen, die Dinger abzustellen!
      Ironie Off!
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  • Howard271 22.04.2016 12:18
    Highlight Highlight Tja, das haben wir nun von dieser ach so tollen "bürgerlichen" Politik. Die Interessen der Wirtschaft werden als angebliche Bürgerfreiheit verkauft und höher gewichtet als die Gesundheit. Aber dann wieder über die "heutige Jugend" klagen, die wieder mehr raucht als noch vor ein Paar Jahren, und vor allem mehr als in vergleichbaren anderen Staaten.

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