Schweiz
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epa08309074 A woman applauds from her balcony to thank medical workers in Geneva, Switzerland, 20 March 2020. People all over the alpine nation were invited to take part in the 'Switzerland Says Thank You' coordinated applause at 12.30 pm to express gratitude for the health professionals on the frontlines of the battle against the ongoing pandemic of the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus. There have been similar initiatives in Italy and Spain.  EPA/MARTIAL TREZZINI

Eine Frau applaudiert dem Gesundheitspersonal von ihrem Balkon aus. Die Coronakrise förderte vor allem eines: Dankbarkeit. Bild: EPA

Diese Gefühle haben in der Coronakrise zugenommen – und nein, sie sind nicht nur negativ

Die Coronakrise hat bei der Deutschschweizer Bevölkerung mehr positive als negative Gefühle gefördert. Doch die allgemeine Stimmungslage hat sich verschlechtert. Wie das zusammengeht, zeigt eine neue Studie.



Obwohl die globale Pandemie zu sehr viel negativer Berichterstattung geführt hat, förderte die Coronakrise in der Deutschschweiz vor allem ein Gefühl: Dankbarkeit.

Das zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag der Gesundheitsförderung Schweiz von der Forschungsstelle sotomo durchgeführt wurde. Rund 29 Prozent der über 9000 Befragten gaben an, dass sie durch die Coronakrise vermehrt Dankbarkeit empfinden. Dicht dahinter, mit 19 Prozent, liegt das Gefühl der Zufriedenheit.

Auch negative Gefühle haben an Bedeutung gewonnen, darunter Machtlosigkeit (+11%), Zukunftsangst und Unsicherheit (beide +10%). Doch die positiven Gefühle wurden wesentlich häufiger genannt als die negativen.

Diese Gefühle haben während der Coronakrise zugenommen

Das Corona-Paradox

Die Autorinnen der Studie sprechen von einem Corona-Paradox. Denn neben der Frage nach den konkreten Gefühlen mussten die Studienteilnehmenden ebenfalls ihre allgemeine Stimmungslage angeben. Und hier war das Ergebnis ein ganz anderes: Fast die Hälfte der Befragten gab an, die Coronakrise habe sich negativ auf ihre Stimmung ausgewirkt. Nur 22 Prozent spürten einen positiven Effekt. Besonders Frauen und jüngere Studienteilnehmende hatten mit ihrer Stimmungslage zu kämpfen.

Die Widersprüchlichkeit bedeutet vor allem eines: Wahrgenommene Gefühle und die Einschätzung der eigenen Stimmungslage sind nicht das Gleiche. Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Coronakrise zwar zu Verunsicherung geführt hat, gleichzeitig hat sie aber auch «ein tieferes Bewusstsein für die eigene privilegierte Lage geschaffen».

Emotionale Verjüngungskur

Die Coronakrise hat das Leben vieler Schweizerinnen und Schweizer durchgeschüttelt. Und sie sorgte auch dafür, dass das emotionale Spektrum der Menschen erweitert wurde. Die Studienbefragten nannten durchschnittlich 2,5 Gefühle, die für sie durch die globale Pandemie an Bedeutung gewonnen haben.

Besonders die ältere Generation (65+) gab mehr Gefühle an, die für sie durch Corona an Bedeutung gewonnen haben. Darunter Dankbarkeit, Zufriedenheit und Interessiertsein. Die genannten Gefühle unterscheiden sich nicht nur punkto Alter, sondern auch punkto Geschlecht. Frauen nannten Dankbarkeit häufiger als Männer. Als drittes Gefühl kommt bei den Frauen Liebe, bei den Männern Interessiertsein auf die Liste. «Eine Gegenüberstellung, die wirkt wie eine empirische Bestätigung eines Vorurteils», schreiben die Studienautorinnen dazu.

Zur Studie

Die von Deutschschweizer Kantonen und Gesundheitsorganisationen lancierte Kampagne «Wie geht's dir?» möchte die Menschen dazu motivieren, offener über ihre Gefühle zu reden.

Im Rahmen dieser Kampagne wurde 20. bis 27. Mai 2020 eine Studie durchgeführt. Dabei bildete die sprachlich integrierte Wohnbevölkerung der Deutschschweiz die Grundgesamtheit.

Rekrutiert wurden die Studienteilnehmerinnen einerseits über watson, andererseits über das Online-Panel der Forschungsstelle sotomo. Um möglichst repräsentative Ergebnisse zu erhalten, wurde die Stichprobe im Nachhinein kalibriert.

Die gesamte Studie «Atlas der Emotionen» wird am Mittwoch, 8. Juli publiziert. watson hat vorab einen Auszug davon erhalten.

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Vegetto 07.07.2020 17:10
    Highlight Highlight Nicht meine Gefühle, sondern ich habe zugenommen bemerke ich gerade...
  • Rethinking 07.07.2020 13:15
    Highlight Highlight Home Office hat bei mir zu weniger sinnlosen Sitzungen, weniger „Ich habe schnell be Frage“, weniger „Hast du mal schnell Zeit“ und dafür zu mehr Ruhe, mehr Zeit für meine Partnerschaft, mehr Sport und mehr Verbundenheit mit der Natur geführt...
  • DrMedFacharztFürStatistischeKrankheiten 07.07.2020 12:19
    Highlight Highlight Eine Frau applaudiert dem Gesundheitspersonal von ihrem Balkon aus. Die Coronakrise förderte vor allem eines: Dankbarkeit
    ...Dankbarkeit scheint das neue Wort für mediale Massengefolgschaft, Massenaufläufe, Pseudozusammenhalt etc
  • Rosskastanie 07.07.2020 12:17
    Highlight Highlight Was ich vor allem im Umfeld höre, dass man sehr viel "verpasst" hat während der Corona-Zeit, also eher ein Gefühl von Verlust. Weniger Konsum, weniger Flugreisen, weniger Party, Konzerte etc. "Ich muss nachholen", höre ich oft und wenn ich den motorisierten Spassverkehr sehe, der so durch die Schweiz rollt und Party fast zu einem Menschenrecht hochstilisiert wird (der CR hat ja die Partygänger extrem in Schutz genommen) dann geht es uns offenbar noch viel zu gut. Demut, Bescheidenheit und Zurückhaltung ist auf jeden Fall nicht auf dem Vormarsch, aber das ist meine sehr subjektive Empfindung.
    • Rethinking 07.07.2020 14:36
      Highlight Highlight Da gebe ich dir ganz recht...

      Statt sich einmal mit sich selbst, seinen nächsten, der Natur und tiefgründigen Gedanken zu befassen, lenkt man sich lieber durch Konsum ab...
    • Lebenundlebenlassen 07.07.2020 22:14
      Highlight Highlight Für tieffeündige Gedanken braucht es ein gewisses Level an Intelligenz.. und um sich mit sich selbst beschäftigen zu können muss man sich selbst mögen um sich nicht ständig ablenken zu müssen...
  • Bee89 07.07.2020 11:36
    Highlight Highlight Also ich hatte/habe auch die unterschiedlichsten Gefühle durchgemacht. Von Angst/Unsicherheit bis zu Dankbarkeit dafür wie gut wir es eigentlich haben war glaube ich alles dabei.
    Fand es auf jeden Fall eine spannende Zeit, die ich auch dafür genutzt habe, mir klar zu machen, was mir eigentlich wichtig ist und dass man auch an Kleinigkeiten Freude haben kann.
  • Notabik 07.07.2020 11:09
    Highlight Highlight Das Corona-Paradox zeigt hier deutlich auf, dass wir im Grunde genommen in einer Zuvielisation leben, in welcher wir Alltäglichem zu wenig Wertschätzung entgegen bringen. Selbstverständliches aber, Natürlichkeit, Unbeschwertheit Und Zeit werden zum Luxus. Es wird immer schwieriger herunterzukommen in der Festhütte Schweiz. Das dies auch anders geht, hat uns die Corona Krise aufgezeigt, denn das Glück liegt oftmals in kleinen Dingen.
  • youmetoo 07.07.2020 11:06
    Highlight Highlight Im Zug vis-à-vis sitzt ein Mann ohne Maske. Ich denke, sein Brett vor dem Kopf schützt ihn genügend.
  • Meinung 07.07.2020 11:03
    Highlight Highlight Die Corona Pandemie ist eine einmalige Chance zum umdenken. Trotz allen negativen umständen.
    Die grosse frage ist doch, ob die Nachhaltigkeit siegen kann?
    Oder gewinnt der Drang nach immer mehr?
    • Rethinking 07.07.2020 14:37
      Highlight Highlight Leider gewinnt der Drang...
  • höckli 07.07.2020 10:40
    Highlight Highlight Meine Gefühle für die Küche haben sich ebenfalls stark entwickelt ;-)
  • Cirrum 07.07.2020 10:40
    Highlight Highlight Wenn man Gesund ist, was will man umbedingt?.. Alles.
    Wenn man Krank ist, was will man umbedingt?.. Nur gesund werden.
    Die fiktiven Alltagsproblemchen rücken in den Hintergrund und man merkt, was wirklich wichtig ist. Schade, dass es Pandemien oder was auch immer braucht, damit die Menschen wieder ein bisschen bodenständiger und dankbarer werden. Wir müssten schon jeden Tag dankbar sein, dass wir sauberes Wasser, genügend zu Essen usw. haben...
  • Scaros_2 07.07.2020 10:34
    Highlight Highlight War das diese Umfrage die suggerierte das es mir schlecht geht weil alle Fragen darauf hinauslaufen wollte obwohl och überzeugt bin es geht mir gut?
    • Magenta 07.07.2020 13:53
      Highlight Highlight Genau die.
  • Lebenundlebenlassen 07.07.2020 10:34
    Highlight Highlight Ich wünsche mir dass diese Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft nachhaltig anhält..
    Ich bin gespannt wie unser Leben nach Corona sein wird.. falls es ein "nach corona" gibt.. oder ob wir auch in einem Jahr sagen müssen wie das Leben "mit corona" ist...
    • Rethinking 07.07.2020 14:40
      Highlight Highlight Das Leben nach Corona hat schon lange begonnen... Nur noch wenige schränken sich ein, halten dich sn Distanzregeln etc.

      Geändert hat sich in den Köpfen vieler gar nix...
  • Butch Cassidy & Sundance Kid 07.07.2020 10:11
    Highlight Highlight Geht mir genau so..
    Vor allem durch viel mehr Freizeit, da durch homeoffice Arbeitswege wegfallen und viele Hausarbeiten während der Arbeit erledigt werden können..
    Dadurch bleibt mehr Zeit für den Partner und für sich selber.
    Auch zeit mit freunden verbringt man gewissenhafter und geniesst soziale Kontakte mehr, da mir während des Lockdowns bewusst wurde, wie wichtig das ist.
    • Toerpe Zwerg 07.07.2020 13:06
      Highlight Highlight Etwas armseelig, wenn man durch Verbote zum "Glück" gezwungen werden muss.
    • Rethinking 07.07.2020 14:42
      Highlight Highlight @ Toerpe Zwerg: Armselig ist es, dass 95% auf eine Maskenpflicht gewartet haben resp. praktisch keiner sich traute vorher eine zu tragen...
    • Butch Cassidy & Sundance Kid 08.07.2020 08:28
      Highlight Highlight Törpike du hast mich falsch verstanden.. die Kriese half einem dabei mehr Bewusstsein zu schaffen, was die wichtigen dinge sind im Leben.
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