Schweiz
Gesundheit

Schweiz: Zu wenig Impfstoff gegen Tollwut

Wegen Mangel: Schweizer Reisende werden sich bis 2026 nicht gegen Tollwut impfen können

23.02.2024, 15:2123.02.2024, 16:24
Mehr «Schweiz»
Ein Durchdienersoldat der Sanitaetsschule Airolo verabreicht eine Booster-Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff im Impfzentrum in Delemont, am Dienstag, 14. Dezember 2021. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Reisende werden sich bis mindestens Februar 2026 nicht gegen Tollwut impfen lassen können.Bild: keystone

Der Schweiz mangelt es an Impfstoffen gegen Tollwut. Bis Februar 2026 werden die Impfstoffe aus den Pflichtlagern daher nur noch für lebenswichtige Behandlungen abgegeben, wie das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) am Freitag mitteilte.

Im Fokus stünden dabei Menschen, die von einem Tier gebissen wurden, sowie beruflich exponierte Personen. Darunter seien etwa Berufstätige in der Veterinärmedizin oder Tierpflege, teilte das BWL weiter mit.

Für die Reisemedizin werde bis mindestens im Februar 2026 kein Tollwut-Impfstoff aus den Pflichtlagern zur Verfügung stehen. Während einer schweren Mangellage würden für sie keine Impfstoffe aus den Pflichtlagern abgegeben. Damit werde gewährleistet, dass für die zwei lebenswichtigen Behandlungen die benötigten Impfstoffe zur Verfügung stehen.

In einer normalen Versorgungslage entfällt laut dem BWL ein grösserer Teil der Tollwut-Impfstoffe auf die Reisemedizin. Eine vorbeugende Tollwut-Impfung wird für einige Länder mit hohem Risiko empfohlen, aber nicht vorgeschrieben. Sie ist je nach Land, Dauer und Art der Reise in abgelegene Regionen sinnvoll. Die Reisemedizin kann diese Impfungen weiterhin mit freier Ware durchführen.

Die häufigsten Übertragungen von Tollwut werden durch Tierbisse verursacht. Infektiöser Speichel von Tieren kann aber beispielsweise auch über oberflächliche Hautverletzungen anstecken.

Entspannung in zwei Jahren erwartet

In der Schweiz gibt es zwei Anbieter von Impfstoffen gegen Tollwut. Beide müssen laut BWL seit Ende 2023 auf die Pflichtlager zurückgreifen. Der Nachschub sei verzögert - und es bestehe eine weltweite Knappheit. Bis die Engpässe überwunden seien, müsse deshalb die Pflichtlagerware ausreichen.

Die Verordnung über die Pflichtlagerfreigabe von Impfstoffen der Humanmedizin wurde deshalb entsprechend angepasst. Sie tritt am 26. Februar in Kraft. Eine Entspannung der Versorgungslage wird laut dem BWL in rund zwei Jahren erwartet.

Die Freigabe der Ware aus dem Pflichtlager erfolge jeweils in kleinen Mengen. So sei sichergestellt, dass sie ausschliesslich für die lebenswichtigen Behandlungen eingesetzt werde, so das BWL. Sobald Pflichtlagerware auf den Markt komme, informierten die Kantonsärztinnen und -Ärzte die Ärzteschaft, dass der Verwendungszweck eingeschränkt sei. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
19 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Rhabarber
23.02.2024 16:10registriert Dezember 2023
Wie konkret entsteht der Mangel in diesem Fall? Wieder China? Piraten? Woran liegts?
381
Melden
Zum Kommentar
avatar
WindJoe
23.02.2024 16:27registriert Juli 2020
Bei uns in D. problemlos zu bekommen. So als Tipp :-P
302
Melden
Zum Kommentar
19
Das Studium an der Uni Zürich ist geschafft – diese 10 Dinge werden mir fehlen
Auch wenn sich Hochschulabsolventen – ich inklusive – gerne über alles Mögliche beklagen: Sehr vieles am Studentenleben ist sehr toll und bereichernd. Die Semesterferien werde ich auf jeden Fall vermissen, dazu aber noch ganz viel mehr. Hier kommen meine ganz persönlichen Highlights.

Auf zweitem Bildungsweg mit 26 Jahren ein Uni-Studium zu absolvieren und daneben 60 Prozent zu arbeiten, war intensiv. Doch es hat sich gelohnt. Nun ist alles vorbei und ich habe meinen Master abgeschlossen.

Zur Story