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Bild: shutterstock

Thurgauer Kinder dürfen nicht zum Arzt wenn die Eltern die Prämien nicht zahlen

Der Kanton Thurgau setzt Minderjährige auf die schwarze Liste der säumigen Prämienzahler. Die Kinder werden daher nur in Notfällen medizinisch versorgt. Damit verstösst der Kanton gegen die Kinderrechtskonvention.



Das heisst es in der Antwort des Bundesrats auf eine Frage aus der Fragestunde im Nationalrat, die am Montag schriftlich veröffentlicht worden ist. Gemäss Konvention müsse bei allen Massnahmen, die Kinder beträfen, das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden.

Die Zugangsbeschränkung zu medizinischen Leistungen bei Kindern stehe daher im Konflikt zur Kinderrechtskonvention, schreibt der Bundesrat. Betroffene könnten sich vor Gericht darauf berufen.

Wird das Kind krank, nutzen Eltern das Internet allenfalls für die Suche nach

Wird das Kind krank muss es im Thurgau hoffen, dass die Eltern die Krankenkassen-Prämien bezahlt haben. Bild: KEYSTONE

Nach Angaben des Bundesrats führen acht Kantone schwarze Listen säumiger Prämienzahler. Sechs davon setzen nur Erwachsene auf die Liste. Die Krankenkassen zahlen deren Behandlung nur in Notfällen.

Auch der Kanton Solothurn erfasse «in Ausnahmefällen» minderjährige Versicherte, heisst es in der Antwort. Er werde seine Liste aber «voraussichtlich in absehbarer Zeit aufheben». Der Kanton Thurgau ist damit der einzige Kanton, der Kinder grundsätzlich auf die schwarze Liste aufnimmt.

Immer mehr Kinder privat versichert

Wie der Tagesanzeiger heute schreibt, sind in der Schweiz immer mehr Kinder privat versichert. Die Krankenkasse Helsana bestätigt gegenüber der Zeitung, dass in letzter Zeit viele solcher Zusatzversicherungen abgeschlossen würden. Sprich, die Kinder haben bei einem Spitalaufenthalt freie Arztwahl, Betreuung durch den Chefarzt, eine grössere Menüauswahl oder ein Privatzimmer. Gerade letzteres sei aber eher kontraproduktiv, sind sich Fachleute einig. Da bei Kindern der Heilungsprozess grundsätzlich besser verlaufe, wenn sie nicht allein in einem Zimmer sind.

Zudem ist es schon vorgekommen, dass Kliniken aufgrund einer Privatversicherung den Aufenthalt des Kindes verlängerten - obwohl dies gar nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Grund für die vermehrt privat versicherten Kinder könnten Eltern sein, die Angst davor haben, dass ihr Kind später nicht mehr zu einer Privatversicherung zugelassen wird. Weil es eine gesundheitliche Beeinträchtigung hat. Somit wollen sie dem Kind diesen Zugang bereits jetzt ermöglichen. Ein anderer möglicher Grund ist die gestiegene Wertschätzung gegenüber den Kindern, so Experten.

(sda/dac)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wolge 17.09.2019 06:27
    Highlight Highlight Das Wohlergehen der Kinder resp. deren Wohlergehen steht an erster Stelle. Dies sollte jedoch schon vor der Zeugung so sein, nicht erst danach...

    Das Sozialsystem ist nicht dafür da uns die Verantwortung ab zu nehmen. Es sollte erst danach einspringen, wenn mal wirklich was schief lief und wir einfach nur Pech hatten.

    Verantwortung zu übernehmen bedeutet zu budgetieren, auf Konsum zu verzichten, sich weiterzubilden, eine Reserve anzulegen, sich abzusichern, ja ev. gar keine Kinder zu zeugen...

    Es ist egoistisch gegenüber den Kindern und der Gesellschaft einfach mal kopflos Kinder zu zeugen.
  • Beat-Galli 17.09.2019 03:52
    Highlight Highlight Was ist hier unwürdig?
    Das Eltern sich vor Handy Abo, dem zweiten Auto, den Skiferien, Strandferien, Swisscom TV zuerst um die scheiss 70-90.- (nach Vergünstigung eher 40.- bei wirklicher Armut) pro Kind kümmern sollten.

  • Aya 16.09.2019 23:14
    Highlight Highlight es ist schlicht eine schande, dass kinder für das versäumnis der eltern gebüsst werden!
    und dann auch noch deren schulden erben.
    mein gott wo bleibt die menschlichkeit in diesem system?
  • Exodus 16.09.2019 22:33
    Highlight Highlight In Liechtenstein gibt es anders als in der Schweiz keine KK-Prämien und Franchise (Kostenbeteiligung) für Kinder.
    Das Problem wäre somit gelöst.
  • Black Cat in a Sink 16.09.2019 22:29
    Highlight Highlight es fehlen mir schlicht die Worte! Kinder in Geiselhaft zu nehmen, erinnert mich an Trumpistan, soweit sind wir schon!
    Wer namentlich ist dafür verantwortlich und welche Partei gehört diese Person(en) an?
  • Walter Sahli 16.09.2019 22:18
    Highlight Highlight Was ist jetzt das Thema des Artikels? Dass im Thurgau Kinder nicht behandelt werden, wenn die Eltern die Prämien nicht bezahlen oder dass immer mehr Kinder privat versichert sind?
  • Maracuja 16.09.2019 22:15
    Highlight Highlight Den Kindern wird medizinische Hilfe ausser in Notfällen knallhart vorenthalten. Dafür „erben“ Sie dann bei Volljährigkeit die Schulden für die nicht bezahlten Prämien. Eine Schande! Dass viele Krankheiten nicht rechtzeitig behandelt, führt vermutlich zu massiven Folgekosten, die dann auf die Prämienzahler abgewälzt werden.
  • wolge 16.09.2019 22:07
    Highlight Highlight Ja klar, was der Kanton Thurgau hier tut ist schlicht falsch...

    Wir sollten jedoch nicht vergessen wer schlussendlich dafür verantwortlich ist resp.,wäre... Korrekt: Die Eltern

    Wer einen Hund möchte muss zur Hundeschule, wer Autofahren möchte muss in die Fahrschule... Kinder auf die Welt stellen kann jeder...
    • karl_e 16.09.2019 23:52
      Highlight Highlight Die Eltern sind verantwortlich, gewiss. Aber wenn sie die Verantwortung nicht wahrnehmen können oder wollen, sind dann die Kinder schuld? Pfui, wolge, pfui Thurgau.
    • wolge 17.09.2019 06:13
      Highlight Highlight @karl_e: Das habe ich nicht gesagt. Die Kinder sind selbstverständlich nicht Schuld.

      Mir geht es darum dass wir endlich mehr in die Verantwortung gezogen werden.

      Das Sozialsystem ist dafür da, wenn mal etwas wirklich schief lief und man grosses Pech hatte. Es ist nicht dafür da unüberlegte Entscheidungen auszubügeln.

      Viele die Ihre Rechnungen nicht bezahlen können, haben schlicht ihre Verantwortung nicht war genommen. Haben nicht budgetiert, haben nicht auf Konsum verzichtet, haben keine Reserve auf die Seite getan, hsben sich nicht abgesichert etc.
    • Evan 17.09.2019 07:28
      Highlight Highlight @wolge, die Schuld bei den Eltern einzutreiben geht in Ordnung, die Kinder nicht zu behandeln geht absolut nicht in Ordnung, denn die Kinder können nichts dafür, dass ihre Eltern die Rechnungen -aus welchem Grund auch immer - nicht bezahlt haben oder konnten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Evan 16.09.2019 21:47
    Highlight Highlight Absolut unwürdig

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