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Wie sich Nicola Forster in die Arena «einschleichen» wollte

Aufgeflogen: Wie sich GLP-Shootingstar Nicola Forster in die Arena «einschleichen» wollte

In der «Arena» diskutierten die Präsidenten der acht grössten Schweizer Parteien über den «Kampf um letzte Wählerstimmen» vor den Wahlen. Angemeldet hatte sich auch Nicola Forster, Zürcher Co-Präsident der GLP. Die «Arena» lud ihn wieder aus.
08.10.2019, 05:1908.10.2019, 08:46
Othmar von Matt / ch media
Nicola Forster, Co-Praesident glp Kanton Zuerich im Mediencenter bei den kantonalen Wahlen in Zuerich am Sonntag, 24. Maerz 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Nicola Forster, Co-Präsident der GLP Zürich: «Das Ganze war ärgerlich.»Bild: KEYSTONE

Als das Gruppenbild geschossen wurde, war die Welt der Zürcher GLP-Vertreter noch in Ordnung. Es zeigt Nicola Forster, den Zürcher GLP-Co-Präsidenten, mit Jürg Grossen, dem Schweizer GLP-Präsidenten.

Ebenfalls auf dem Foto: Die drei Zürcher GLP-Kantonsrätinnen Barbara Schaffner, Christa Stünzi und Sonja Gehrig. «Bereit für die ‹Arena›-Aufzeichnung mit Jürg Grossen», umschrieb Schaffner das Bild auf Twitter.

Die acht Parteipräsidenten der grössten Schweizer Parteien traten zwei Wochen vor den Wahlen in der «Arena» zum Thema «Kampf um letzte Wählerstimmen» auf.

Ein berechtigter Titel, wie der Auftritt des GLP-Quartetts zeigt. Es kandidiert in Zürich – was für ein Zufall – auf Liste 4 für den Nationalrat. Den Apéro vor der Sendung überstand es noch unbeschadet, am Tisch von fünf Parteipräsidenten: Christian Levrat (SP), Gerhard Pfister (CVP), Martin Landolt (BDP), Marianne Streiff (EVP) und Jürg Grossen (GLP).

«Da SRF und die ‹Arena› nicht die Möglichkeit haben, alle Kandidierenden auf sämtlichen Listen einzuladen, wäre es unfair, einzelne Kandidierende zu bevorzugen.»

Dann aber schaltete sich die «Arena»-Crew ein. Nachdem sie offensichtlich darauf aufmerksam gemacht worden war: Grünliberale wollen sich «einschleichen». «Man sagte uns, SRF müsse politisch strikt neutral bleiben», erklärt Barbara Schaffner. Sie dürften nicht an der «Arena» teilnehmen.

«Wir planten keine Störaktion»

Die Gruppe hatte sich ordentlich angemeldet. «Wir wollten unseren Präsidenten unterstützen, waren aber nicht als GLP-Leute gekennzeichnet», sagt Forster. «Wir planten keine Störaktion, wären kaum sichtbar gewesen, weil wir im Publikum dort hätten sitzen sollen, wo kein Votum möglich ist. Das wäre eine sehr diskrete Sache gewesen.»

Die «Arena»-Leute sahen das anders. «Nicola Forster befindet sich im Wahlkampf, er kandidiert im Kanton Zürich als Nationalrat», sagt Franziska Egli, Leiterin «Arena». «Da SRF und die ‹Arena› nicht die Möglichkeit haben, alle Kandidierenden auf sämtlichen Listen einzuladen, wäre es unfair, einzelne Kandidierende zu bevorzugen.» Forsters Name sei auf keiner Besucherliste gestanden, betont Egli. Gruppen, welche die «Arena» besuchten, melden sich in der Regel nur mit einem Namen an: Sonja Gehrig in diesem Fall.

SRF hat strikte Regeln: Im Vorfeld von Wahlen dürfen Personen, die kandidieren oder ein politisches Amt innehaben, das über den Gemeinderat hinausgeht, nicht im Studio sitzen.

Als Trost erhielten die GLP-Frauen eine Studioführung. Sie durften die Sendung in der Lounge verfolgen. Was Forster ausschlug. «Das Ganze war ärgerlich», sagt er. Diesen Freitagabend hätte er, mitten im Wahlkampf, wahrlich «anders einsetzen» können.

(aargauerzeitung.ch)

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