Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Lou Liechti

Lou Liechti im Coiffeursalon McConnell in Zürich. bild: watson

Gesichtsmasken für Flüchtlinge: Eine Berner Coiffeuse auf einer speziellen Mission

Vom Coiffeursalon in den Flüchtlingsdschungel von Samos. Die Bernerin Lou Liechti reiste auf die griechische Insel, um in einem Frauenzentrum Beauty-Workshops anzubieten.



Was macht eine Berner Coiffeuse im Flüchtlingsdschungel auf der griechischen Insel Samos? Lou Liechti, 28 Jahre alt, schneeweisse Zähne, offenes Lächeln, blaue Augen kontrastiert durch dunkle, buschige Brauen. Forscher Schritt, die Füsse in modischen schwarzen Plateau-Stiefeln. Normalerweise frisiert Liechti in einem der angesagtesten Salons von Zürich ihren Kunden die Haare. Ein guter Job sei das, sie arbeite gerne mit den Händen. Es sei befriedigend, weil sie am Ende des Tages sehe, was sie geschaffen habe. «Und in den allermeisten Fällen haben auch meine Kunden Freude am Resultat», sagt sie lachend und streicht sich eine Strähne ihrer blonden Mähne hinters Ohr. Sie wirkt erfrischend bodenständig.

Vielleicht ist es diese Eigenschaft, die sie vor Kurzem zu einem Schritt bewog, den sie aus ihrer Komfortzone in Zürich mitten ins Elend in der griechischen Ägäis katapultierte: Liechti reiste auf die Insel Samos, wo sie in einem Zentrum für Flüchtlingsfrauen Freiwilligenarbeit leistete. Nicht etwa als Köchin, medizinische Assistentin oder juristische Beraterin – obwohl dies allesamt Arbeiten sind, die auf der griechischen Insel ebenfalls sehr willkommen sind. Nein, während einer Woche bot die Coiffeuse Schönheitsbehandlungen und Seifen-Workshops an.

«Ich weiss, das hört sich im ersten Moment etwas seltsam an. Viele fragten mich: Wozu brauchen Flüchtlinge denn einen Beauty-Kurs?» Liechti sitzt in einem der schwarzen Ledersessel, auf dem sonst ihre Kunden Platz nehmen. Ihre Beine hat sie übereinandergeschlagen, die Ärmel des schwarzen Pullovers etwas hochgekrempelt. Es sei ihre Schwester gewesen, die sie auf die Idee gebracht habe. Seit vergangenem Sommer arbeite sie auf Samos und leite dort das Frauenzentrum des Schweizer Vereins Glocal Roots.

Glocal Roots

Vor etwas mehr als einem Jahr gründeten die Zürcherinnen Liska Bernet und Sabin Müller die gemeinnützige Organisation Glocal Roots. Selbsternanntes Ziel ist es, Menschen mit Fluchthintergrund darin zu unterstützen, in einer neuen Gesellschaft ein autonomes und selbstbestimmtes Leben zu führen. In der Schweiz und in Griechenland entwickelt Glocal Roots Projekte mit dem Ziel, die Unabhängigkeit von Menschen mit Fluchthintergrund zu stärken. Das Zentrum «We Are One» auf Samos soll in erster Linie ein Safe Space für geflüchtete Frauen sein. Die Räumlichkeiten bieten Frauen einen sicheren Ort, wo sie den Tag verbringen können. Sie erhalten Unterstützung bei der Bewältigung von Stress, Angst oder Trauma. Glocal Roots ist auf Spenden angewiesen.

Das «We Are One»-Zentrum beschreiben die Betreiberinnen in erster Linie als einen Safe Space für geflüchtete Frauen. Denn Tatsache ist, dass Frauen auf der Flucht stärker als Männer von Gewalt, Ausbeutung und sexuellen Übergriffen betroffen sind. Darum soll das Zentrum ein Ort sein, wo sie unter sich sein, Tee trinken, schwatzen können, wo sie Hygieneartikel bekommen und in Sprechstunden beraten werden, wo sie im Internet surfen oder an Computerkursen teilnehmen können – und wo es jeden Freitag ein spezielles Wellness-Programm gibt.

Als Liechti vor einiger Zeit begann, Seife selbst herzustellen, kam ihr die Idee: Warum ihr Wissen nicht im Frauenzentrum einbringen? Schliesslich ist sie ja Expertin in Sachen Beauty und Wellness. Ihre Schwester fand den Vorschlag ausgezeichnet. Also nahm sich Liechti eine Woche frei und flog auf Samos.

In den Dschungel auf Samos

Was während der Flüchtlingskrise auf Samos, Lesbos und anderen griechischen Inseln passierte, ist bekannt. Die Bilder von überfüllten Camps, kaputten Gummibooten, angespülten Kinderleichen gingen um die Welt. Dass das Drama seither nicht abgerissen hat und weiter seinen Lauf nimmt, darüber wird inzwischen kaum mehr berichtet. Entsprechend erschüttert ist Liechti, als sie mit dem Auto vom Flughafen in Richtung Osten der Insel fährt.

«Das sind Szenen, wie ich sie mir nicht hätte vorstellen können», sagt sie. Auf einem Hügel stehe ein Zelt neben dem anderen. Rundherum Abfallberge, alles bewege sich. Infrastruktur gebe es keine, die Zustände seien menschenunwürdig. «Dschungel» nennen die Flüchtlinge auf Samos das, was Liechti an ihrem ersten Tag auf der Insel so nachhaltig schockiert. Weil das offizielle Flüchtlingscamp schon längst aus allen Nähten platzt – zwischen 7000 bis 8000 Menschen leben dort, obwohl es nur für 650 Personen konzipiert ist – haben sich tausende ausserhalb der Containersiedlung in einem Zeltlager eingerichtet. «Am meisten in die Knochen gefahren ist mir, wie laut es überall ist», sagt Liechti. Das Weinen von Kindern, bellende Hunde, Musik, ein ausufernder Streit – schon am ersten Abend habe ihr der Kopf gedreht.

A father and son from Syria stand inside their makeshift tent near the refugee and migrant camp at the Greek island of Samos on Wednesday, Sept. 25, 2019. The refugee and migrant camp of Samos island hosts more than seven times its capacity. (AP Photo/ Petros Giannakouris)

Neben dem völlig überfüllten offiziellen Flüchtlingscamp leben tausende Menschen seit Monaten in einem Zelt-Dschungel. Bild: AP

Doch viel Zeit, um all die Eindrücke zu verarbeiten, habe sie gar nicht gehabt. Ab dem Moment, in dem sie das Frauenzentrum von Glocal Roots zum ersten Mal betrat, sei sie förmlich von den Besucherinnen überrannt worden. «Man merkt sehr schnell: Es fehlt hier an allem. Darum ist auch jede Hilfe willkommen.»

Für kurze Zeit dem Irrsinn entfliehen

Nachdenklich schaut Liechti auf ihre Hände. Sie habe sich zuerst schon kurz gefragt, was sie dort eigentlich mache. Die Leute würden in Zelten leben, jetzt stehe der Winter bevor und das bedeute der absolute Horror. Und dann komme sie aus der Schweiz angereist und mache Gesichtsmasken und Seife. Das sei schon etwas absurd. Aber sie könne nun mal keine Häuser bauen oder die Leute juristisch beratschlagen. «Was ich aber kann, ist ihnen etwas fürs Wohlbefinden zu geben. Wenigstens konnte ich die Frauen dort für ein paar Stunden etwas warmhalten.»

Lou Liechti

Liechti stellt im Frauenzentrum auf Samos Seife her. bild: watson

Und von ihrem Angebot hätten die Besucherinnen nicht genug kriegen können. Sie habe schnell aufgehört zu zählen, wie vielen Frauen sie eine Gesichtsmaske aufgetragen habe. «Es war schön zu sehen, wie sie dort nebeneinander auf Stühlen sassen, mit Gurkenscheiben auf den Augen und miteinander plauderten, als ob es das normalste auf der Welt war.» Liechtli lacht bei der Erinnerung an dieses Bild. Sie sei froh, dass die Frauen für einen kurzen Moment dem Irrsinn des Dschungels entfliehen konnten.

Auch die Seifenherstellung sei gut angekommen. Nicht nur sei das etwas, das alle gut gebrauchen könnten, weil die hygienische Situation auf Samos für die Flüchtlinge dramatisch sei. «Es war für die Frauen auch grossartig, selber etwas zu erschaffen, das sie am Schluss mitnehmen konnten.»

Lou Liechti

Im Frauenzentrum können geflüchtete Frauen dem alltäglichen Irrsinn etwas entfliehen. bild: watson

Im Frühling will sie zurück

Seit einigen Wochen ist Liechti zurück in der Schweiz. Es gibt kaum einen Tag, an dem sie nicht an die geflüchteten Frauen auf Samos denkt. «Diese humanitäre Katastrophe spielt sich nicht irgendwo weit weg von uns ab, sondern direkt vor unserer Haustüre. Griechenland ist zwei Flugstunden von uns entfernt. Ich verstehe nicht, wie die EU so etwas zulässt.» Immer wieder ertappt sie sich dabei, dass sie in einen Strudel aus negativen Gedanken gerät, ihr materielles Leben hier in der Schweiz hinterfragt, es ungerecht findet, dass es ihr gut geht, während andere gleichzeitig verelenden.

Mit ihrer Schwester ist sie in ständigem Kontakt. Obwohl es kälter wird, kämen immer noch jeden Tag neue Leute mit dem Boot auf Samos an. Glocal Roots sammle derzeit Geld, damit das Frauenzentrum über den Winter vergrössert werden könne. «Ich würde gerne nochmals hin», sagt Liechtli und hält kurz inne, ehe sie weiter spricht. «Aber erst im Frühling, ich glaube, ich würde den Anblick des Elends im Winter nicht ertragen.»

Griechenland – alleine mit 25'000 umherirrenden Flüchtlingen

Die Lage in den Lagern auf Lesbos ist immer noch prekär

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

Link zum Artikel

17 neue Fälle mysteriöser Lungenkrankheit in China

Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

Link zum Artikel

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

71
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

90
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

17 neue Fälle mysteriöser Lungenkrankheit in China

20
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

71
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

90
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

17 neue Fälle mysteriöser Lungenkrankheit in China

20
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

25
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ohniznachtisbett 29.12.2019 17:13
    Highlight Highlight Und wieder einmal stelle ich mir die Frage: Ist es lauter Gutes zu tun aus komplett egoistischen Motiven? Die Gute Tat bleibt gut, dass die Dame damit nur gute PR für sich machen will ist genauso offensichtlich. Zwiegespalten.
    • Sherlock_Holmes 29.12.2019 19:52
      Highlight Highlight Wie erstaunlich ist es doch, dass Sie sich in Ihrem Urteil so sicher sind!

      Ich nehme an, Sie kennen Lou Liechti gut.

      Nicht?

      Aber die Sorte Mensch natürlich!

      Keine weiteren Fragen mehr.

      Zum Glück sehen das andere und auch ich anders.

      Ich schliesse mich all den positiven Kommentaren vorbehaltlos an.

      Bitte lesen Sie den Text nochmals aufmerksam durch.

      Vielleicht geht Ihnen dann – nicht nur im Kopf – ein Licht auf.

      Wenn nicht, tun Sie mir aufrichtig leid.

      Und Ihnen, Lou Liechti, wünsche ich weiterhin den Mut und das Herz, um das zu erkennen und zu tun, was vielen verborgen bleibt.
    • Ohniznachtisbett 29.12.2019 20:32
      Highlight Highlight Sherlock: Herzzerreissend. Es geht weder um schlag Mensch noch um "kennen" oder sonst was. Viele Menschen tun viel Gutes. Aber nur jene mit Absichten gehen in die Presse. Daran ist per se nichts Verwerfliches. Ich frage nur, ob sie dies tatsächlich tun würde, auch wenn es keine Publicity gäbe. Das ist doch legitim.
    • Sherlock_Holmes 29.12.2019 21:00
      Highlight Highlight Ob dem wirklich so ist, bleibt dahingestellt – mag sein.

      Ausgeschlossen ist es nicht.

      Über die Hintergründe des Interviews müsste wenn schon Sarah Serafini Auskunft geben.

      Dass der Name des Coiffeurgeschäftes genannt wird, ist zumindest diskutabel.

      Aus meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit habe ich eine relativ gute Menschenkenntnis.

      Täuschen kann man sich dennoch.

      Ich versuche jedoch den Menschen zuerst einmal das Gute zu unterstellen.

      Wenn jeder tatsächlich seine Begabungen für die Not anderer einsetzen würde, wäre die Welt eine andere.

      Zudem – wer hat das Recht zu urteilen? Sie?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der Rückbauer 29.12.2019 08:57
    Highlight Highlight Zynisch und dekadent, in unwürdigen Verhältnissen lebenden Menschen Schönheitskurse anzubieten. Glaubt sie ehrlich, sie tue etwas Gutes? Sie sollte dort besser helfen, Grundbedürfnisse abzudecken. Nahrung, Kleider, Gesundheitsversorgung, sanitäre Anlagen, von Bildung ganz zu schweigen.... Ein Affront gegenüber jenen Helfern, die im Dreck herumwühlen und versuchen, die menschenunwürdigen Verhältnisse etwas zu verbessern.
    "Autonome, selbstbestimmte Flüchtlingsfrauen" dank Schickimicki? Ein Zynismus sondergleichen.
    • elias776 29.12.2019 17:43
      Highlight Highlight Dann geh du doch dort hin und mach was, statt die zu kritisieren die auf ihre Weise handeln. Sie bringt etwas normalität den Alltag dieser Frauen. Diese Frauen haben die Möglichkeit dem nicht so schönen Alltag auf dem Camp zu entfliehen. Für die Frauen die dort Monatelang feststecken ist so eine kleine, schöne Ablenkung wunderbar. Nörgeln ist immer einfach, Verantwortung zu übernehmen und zu handeln jedoch nicht.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 29.12.2019 21:43
      Highlight Highlight Was ist dekadent daran, den Frauen dort etwas zu bieten, womit sie ihre Situation ein wenig vergessen und so einen kurzen Moment der Normalität erleben können?
      Sie tut einfach das, was sie am besten kann.
      Wenn ich könnte, würde ich wohl auch einige Zeit helfen gehen.
      Aber ich habe ehrlich gesagt im Moment nicht die geringste Ahnung, wie ich helfen könnte, und kann vor allem momentan auch nicht, weil ich mein eigenes Leben zuerst wieder in geregelte Bahnen bringen muss.
    • Baccaralette 30.12.2019 08:52
      Highlight Highlight Okay, die Frauen dort haben es nicht verdient, eine Seife selber herstellen zu können. Oder sich für einen kurzen Moment schön und gut zu fühlen?

      Jämmerlich, Ihr Kommentar, Rückbauer!
    Weitere Antworten anzeigen
  • zimtlisme 28.12.2019 20:54
    Highlight Highlight Danke für Frau Liechtis Einsatz, und für den respektvollen und informativen Artikel! Es ist schön, dass sie den angekommen Frauen vor Ort eine kleine Oase bieten konnte. Ebenfalls auch, dass ihre Gedanken zu Sinn und Zweck der Sache in diesem Artikel gut dargestellt wurden. "Kosmetische" Dienstleistungen mögen einigen Lesern hier vielleicht eher etwas überflüssig erscheinen, da nicht zum überleben notwendig. Dennoch schafft so ein Ort den Raum für Austausch und etwas Ruhe, und das ist auf einem anderen Level ebenso wichtig wie Nahrung und ein warmer, sicherer Schlafplatz.
  • Osti 28.12.2019 20:44
    Highlight Highlight 👍🏼
  • AvivaVonFlatter 28.12.2019 20:25
    Highlight Highlight Dazu fällt mir "Maniküre ohne Grenzen" aus Ladykracher ein
    Play Icon
    • P. Silie 28.12.2019 22:25
      Highlight Highlight Nanu, wo sind denn jetzt all die die Satire angeblich so gerne mögen?
    • The Count 29.12.2019 09:43
      Highlight Highlight Die halten Dieter Nuhr für einen Satiriker und verstehen echte Satire nicht 🤷🏻
  • Biindli 28.12.2019 20:24
    Highlight Highlight Schöne Idee! Ich bewundere alle, die versuchen etwas zu bewirken.
    • rudolf_k 29.12.2019 05:24
      Highlight Highlight Wenn ‚etwas bewirken‘ bedeutet, die Wirtschaftsflüchtlinge auf ihre berufliche Zukunft in der Heimat vorzubereiten, dann schliesse ich mich diesem Kommentar vollumfänglich an!
  • Garp 28.12.2019 20:01
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Mr.Orange 28.12.2019 19:54
    Highlight Highlight Hut ab vor allen die etwas bewirken wollen!

    Schöner Bericht 😊
  • reactor 28.12.2019 19:38
    Highlight Highlight So wie es tönt, für alle Beteiligten eine sinnliche gute Sache und Erfahrung. Erst dachte ich, absurd, aber beim lesen des Artikels habe ich mich mehr und mehr gefreut. Cool Frau Liechti!
    • The Emperor 30.12.2019 17:42
      Highlight Highlight Ich hoffe mal, die Sache ist nicht allzu sinnlich...
  • Nicholas Fliess 28.12.2019 19:07
    Highlight Highlight Unter dem Begriff “buschige Brauen” verstehe ich eher die Brauen eines Theo Waigel... 😉
    • UHauser 28.12.2019 22:34
      Highlight Highlight Ich find es immer toll, wenn Leser die Essenz eines Artikels erkennen.....!!!

Philip Kovce: «Das Grundeinkommen ist eigentlich ein Grundrecht»

Im Sommer 2016 hat das Schweizer Stimmvolk dem Bedingungslosen Grundeinkommen eine Absage erteilt. Doch die Idee ist damit keineswegs gestorben. Sie sei aktueller denn je, sagt Philip Kovce, einer der Vordenker des Grundeinkommens.

«Bedingungsloses Grundeinkommen, da war doch mal was», denkt sich Otto Normalverbraucher in der Schweiz. In unserer Zeit rasen die Dinge an den Menschen vorbei. Wie ist der aktuelle Stand? Während das Grundeinkommen auf der Schweizer Politbühne die Hauptrolle spielte, hat die ganze Welt zugesehen. Die Schweizer Abstimmung war deshalb nicht das Ende, sondern der Anfang einer grossen Debatte. Aktuell kämpft beispielsweise in den USA der demokratische Präsidentschaftskandidat Andrew Yang …

Artikel lesen
Link zum Artikel