Schweiz
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Beim Tag der offenen Tuer auf der Airbase in Emmen sind am Samstag, 19. Oktober 2013, verschiedene Flugobjekte zu sehen wie diese Pilatus PC 9 der Schweizer Luftwaffe. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Pilatus PC-9 der Schweizer Luftwaffe. Bild: KEYSTONE

Die Slowenen machen es vor

Bewaffnete Pilatus PC-9 als Gripen-Ersatz?

Slowenien setzt für den ergänzenden Luftpolizeidienst bewaffnete Pilatus PC-9M ein. Diese seien besser für die Abwehr von langsam fliegenden Flugobjekten geeignet als die grossen Kampfjets. Eine Idee auch für die Schweiz?



Seit 16 Jahren besitzt Slowenien neun bewaffnete Pilatus-Flugzeuge vom Typ PC-9M. Diese wurden nach dem Import aus der Schweiz legal von den israelischen Firmen Radom und Rokar aufgerüstet. Sie können mit Maschinengewehren, Bomben, Zusatztanks und Raketen bestückt werden, sagt Vize-Luftwaffenchef Igor Skerbis der «Tagesschau».

Seither setzt der Nato-Staat Slowenien laut dem Bericht seine Pilatus-Trainingsflugzeuge zur Unterstützung der Bodentruppen und zum ergänzenden Luftpolizeidienst ein. Letztmals an einer grossen Nato-Übung im Juni in Slowenien. Könnte dieses System ein Vorbild für die Schweiz sein?

Ein Vergleich mit der Schweiz «nicht sinnvoll»

Nach dem Nein zum Gripen im Mai äusserte Pilatus-Chef Oskar J. Schwenk mehrmals öffentlich die Idee, die Schweizer Luftwaffe könnte ihre Pilatus-Flugzeuge bewaffnen. Auf Anfrage von SRF sagt das Verteidigungsdepartement (VBS), jedes Land müsse selber über den Waffeneinsatz entscheiden. Ohne eigene Kampfflugzeuge sei der Einsatz der PC-9 für Luftpolizeiaufgaben in Slowenien verständlich.

«Ein Vergleich mit der Schweiz als Nicht-Nato-Mitglied ist aber nicht sinnvoll, weil die Schweiz gerade wegen der geringen geographischen Ausmessungen sehr schnell fliegende Kampfjets einsetzen muss. Für eine Bewaffnung der PC-21 besteht daher kein zwingender Grund – und aus heutiger Sicht auch keine Priorität», zitiert die «Tagesschau» das VBS.

Galladé findet Idee «sehr interessant»

Anders klingt es beim ehemaligen Berufsmilitärpiloten und Präsidenten der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates (SiK-NR), Thomas Hurter (SVP/SH). Grundsätzlich müsse man eine Erweiterung der Einsatzfähigkeit sicher prüfen. «Wir haben heute in tiefen Höhen und im Langsamflugbereich (Drohnen) völlig neue Bedrohungsszenarien, auf die man reagieren muss», sagt Hurter gegenüber der «Tagesschau». Man müsse aber Kosten und Nutzen im Auge behalten.

Thomas Hurter, Praesident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats (SiK-N), kommuniziert die Beschluesse seiner Kommission betreffend dem revidierten Nachrichtendienstgesetz am Dienstag, 26. August 2014 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Thomas Hurter (SVP/SH), ehemaliger Berufsmilitärpilot und Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates. Bild: KEYSTONE

Die Zürcher SP-Nationalrätin und ehemalige Präsidentin der SiK-NR, Chantal Galladé, findet die Idee der Bewaffnung der Schweizer Pilatus-Flugzeuge «sehr interessant», wie sie gegenüber der «Tagesschau» sagt. Laut Galladé wurde in der SiK-NR noch nie über die mögliche Bewaffnung von Pilatus-Flugzeugen gesprochen. Sie will nun aber das Thema an der nächsten Sitzung der Kommission prüfen – im Rahmen des VBS-Konzepts «Luft».

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