Schweiz
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Virginie Masserey, Abteilung uebertragbare Krankheiten BAG, spricht waehrend einer Medienkonferenz ueber die Situation des neuen Coronavirus (2019-nCoV), am Freitag, 31. Januar 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Alles im Griff: Das war die Botschaft des Bundesamts für Gesundheit (hier Virginie Masserey) vor den Medien. Bild: KEYSTONE

Corona-Virus: Schweizern in China steht eine schwierige Reise bevor

Am Samstagabend soll eine Maschine zehn Schweizer ausfliegen – nach Südfrankreich.

peter walthard / schweiz am wochenende



Für die Schweizer in der abgeriegelten chinesischen Stadt Wuhan, dem Epizentrum des CoronaVirus, ist die Situation vergleichsweise einfach. Sie müssen nur bis zur französischen Botschaft fahren. Von dort werden sie – voraussichtlich in der Nacht auf Sonntag – nach Europa ausgeflogen. Schwieriger ist es für jene, die im Umland leben. Hans-Peter Lenz, Chef des Krisenmanagement-Zentrums des Aussendepartements, schilderte ihre Situation an einer Pressekonferenz am Freitag wie folgt: «Sie müssen sich alleine bis zum vereinbarten Treffpunkt durchschlagen.»

Das ist leichter gesagt als getan. Das öffentliche Leben ist in der unter Quarantäne stehenden Provinz zum Erliegen gekommen. Die Papiere müssen an Checkpoints vollständig und korrekt vorgewiesen werden. Haben es die Schweizer zu den Sammelstellen geschafft, bringt sie ein von den Schweizer Behörden organisierter Bus schliesslich zur französischen Botschaft.

Es gilt das Prinzip: EU-Bürger zuerst

Betroffen sind insgesamt zehn Personen. Ursprünglich hatten sich 14 Ausreisewillige gemeldet, aber nicht alle waren schliesslich bereit, den Schritt zu tun. Drei der zehn Personen wohnen in der Stadt Wuhan. Die restlichen sieben sind bis zu vier Autostunden entfernt.

Dass die Franzosen die Schweizer überhaupt ausfliegen, ist Goodwill. Denn eigentlich gilt die Regel: Zuerst die eigenen Landsleute, dann die EU-Bürger. Erst an dritter Stelle kommen Menschen aus «befreundeten Staaten» wie der Schweiz. Zur Not wäre die Eidgenossenschaft aber in der Lage gewesen, die eigenen Leute selbst zu evakuieren, sagte Lenz.

Schweizerin berichtet aus der Virus-Quarantäne

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Video: srf

In Frankreich erwartet die Evakuierten zuerst die Quarantäne. Sie werden im Ferienresort Carryle-Rouet an der Mittelmeerküste untergebracht, wie der französische Generalgesundheitsdirektor Jérôme Salomon gegenüber «Le Parisien» erklärte. Der Zugang zum Resort werde bereits von Gendarmen bewacht.

In Carry-le-Rouet werden die Schweizer zwei Wochen lang isoliert, um sicherzustellen, dass sie das Virus nicht in sich tragen. Erst dann dürfen sie in die Heimat. Eine Quarantäne in der Schweiz komme derzeit nicht in Betracht, hiess es in Bern. Die französischen Behörden hätten das Know-how und die Infrastruktur, man wolle keine Doppelspurigkeiten, so der Standpunkt des Bundes.

Die Quarantäne gilt nur für Personen aus der Krisenregion um Wuhan. Alle anderen können normal in die Schweiz einreisen. Dies gilt auch für chinesische Touristen. Es gebe derzeit keinen Grund, an dieser Praxis etwas zu ändern, erklärte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Keine Epidemie ausserhalb Chinas

Von einer eigentlichen Epidemie könne man bisher nur in der Region um Wuhan sprechen, sagte Virginie Masserey von der Sektion Infektionskontrolle des BAG. «Ausserhalb Chinas gibt es keine Epidemien», erklärte sie. In der Schweiz habe man bisher etwa hundert Verdachtsfälle registriert, von denen sich keiner bestätigt habe: «Es handelt sich nach wie vor um Einzelfälle.»

China unternehme alles, um eine ungebremste Ausbreitung des Virus zu verhindern. «Wir gehen im Moment davon aus, dass uns die chinesischen Behörden alles sagen, was sie wissen», ergänzte Daniel Koch.

epa08183670 Two specialized transport staff take care of a patient, infected with novel coronavirus, who was sent to the Second People's Hospital, which was designated to handle patients of the novel coronavirus, in Fuyang, China, 01 February 2020. China will further extend the Spring Festival holiday in Hubei Province in an effort to curb the outbreak of the novel coronavirus.  EPA/AN MING CHINA OUT

Bild: EPA

Das Bundesamt für Gesundheit vernetzt nun die internationalen mit den kantonalen Stellen. Wie schon beim Ausbruch des Ebola-Virus hat die Schweiz kurzfristig Zugang zum Informationssystem der EU erhalten. Dies sei schnell und unbürokratisch geschehen.

Beim Pflegepersonal sieht man dem Näherkommen der Krankheit gelassen entgegen. «Soweit ich das beurteilen kann, sind wir in der Schweiz gut vorbereitet», sagt Roswitha Koch vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner. Man verfüge über das notwendige Material, habe Notfallpläne und sei gut ausgebildet. «Seitens der Mitglieder haben wir noch keine aussergewöhnlichen Befürchtungen gehört.»

15 Bilder, die zeigen, was gerade in Wuhan vor sich geht

Der letzte Tag Manor Zürich - Mitarbeiter sind traurig

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sherlock_Holmes 01.02.2020 12:21
    Highlight Highlight « Wie schon beim Ausbruch des Ebola-Virus hat die Schweiz kurzfristig Zugang zum Informationssystem der EU erhalten. Dies sei schnell und unbürokratisch geschehen.»

    Ein weiteres, eindrückliches Beispiel, wie wichtig die Vernetzung mit der EU ist.
    Die Erneuerung der entsprechenden Verträge ist zur Zeit bis auf Weiteres blockiert!

    Natürlich heisst es dabei sofort: «Seht, es geht auch ohne!»

    Theoretisch ja – Aber! – wir sind und bleiben dabei immer abhängig vom Goodwill der anderen Staaten!

    Es gibt keine absolute Souveränität und Sicherheit bei gleichzeitiger optimaler Zusammenarbeit.

    • MartinZH 01.02.2020 14:46
      Highlight Highlight @Sherlock_Holmes: Schon lange will ich Dir gerne einmal etwas sagen... Aber bitte, nimm' es nicht persönlich, es ist nur gut gemeint und lediglich meine persönliche Sicht: Ich finde Deine Kommentare i.d.R. interessant und gehaltvoll. Es ist mir bewusst, dass wenn jemand das Pseudonym "Sherlock Holmes" verwendet, diese Person sicher ganz einzig- und eigenartig sein muss. Was ich aber sehr schätzen würde – und ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin –, das wäre, dass Du nicht nach jedem Saťz eine Leerzeile machst. Die Sätze werden dadurch nicht 'wichtiger', nur mühsamer zum Lesen.👍😉
    • Garp 01.02.2020 16:36
      Highlight Highlight Ich finde Texte ohne Absätze viel mühsamer zum Lesen. 😁
    • Sherlock_Holmes 01.02.2020 17:29
      Highlight Highlight Vielen Dank, für die positive, konstruktive Anregung.
      Die Zwischenzeilen setze ich bewusst nach einem Gedankenschritt. Nicht um die Wichtigkeit der Sätze zu betonen – so wichtig sind sie nicht – sondern der besseren Strukturierung wegen. Oftmals sind es einzelne Gedankensplitter, die nicht unmittelbar Bezug nehmen auf den vorherigen Satz.
      Wichtig sind mir zudem eine korrekte Interpunktion, Grammatik und Rechtschreibung sowie klare Syntax und Stilistik.
      Ein häufiges Stilmittel sind durch Gedankenstriche getrennte Einschübe.
      Mein Pseudonym ist v.a. dem kongenialen Partner Watson geschuldet. 😁
  • Klausi Mausi 01.02.2020 11:22
    Highlight Highlight So soll nachbarschaftliche Zusammenarbeit funktionieren! Danke Frankreich✌🏼
  • Lokutus 01.02.2020 09:34
    Highlight Highlight Allmählich wird es lächerlich. Diese Hysterie ist durch nichts gerechtfertigt.
    Das ganze ist nur Panikmache und dient nur der Presse
  • MartinZH 01.02.2020 08:12
    Highlight Highlight Ich finde es sehr klug, dass die Evakuierten zuerst zwei Wochen in Quarantäne verbringen müssen. Für die Schweiz eine ideale Lösung, wenn die Rückkehrer zunächst im Ferienresort Carryle-Rouet an der französischen Mittelmeerküste untergebracht werden können. Ein grosses Dankeschön an die Franzosen! 👍
    • Faxepo 01.02.2020 12:22
      Highlight Highlight Merci!
  • Blitzesammler 01.02.2020 08:11
    Highlight Highlight «Zur Not wäre die Eidgenossenschaft aber in der Lage gewesen, die eigenen Leute selbst zu evakuieren...» Das wollen wir auch hoffen. Alles Andere wäre ja super peinlich.
  • Natürlich 01.02.2020 08:01
    Highlight Highlight Peinlich, dass die Schweiz nicht selber imstande ist ihre Landsleute auszufliegen.
    Aber gottlob springen die Franzosen in die Bresche 🙏🏻
    • IchSageNichts 01.02.2020 13:28
      Highlight Highlight Textverständnis?
    • Bits_and_More 01.02.2020 14:43
      Highlight Highlight Warum nicht gemeinsame Ressourcen nutzen? Wenn die Schweiz hier mit Frankreich zusammenarbeiten kann? Besser als wegen 10 Leuten ein zusätzliches Flugzeug chartern zu müssen und eine zusätzliches Quarantänestation einrichten mit den nötigen Experten.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 01.02.2020 07:50
    Highlight Highlight In der Schweiz werden viele asiatisch aussehenden Personen mittlerweile von Schweizern angegangen, u.a. man solle den Bus verlassen, einen Gesichtsschutz tragen, usw. Könntet ihr darüber berichten?
    • Yummy 01.02.2020 08:01
      Highlight Highlight Kann man sich sonst zuwenig empören?
    • MartinZH 01.02.2020 08:17
      Highlight Highlight Lieber Herr Morgenthaler-Müller. Also gleich übertreiben müssen Sie nicht! Oder glauben Sie wirklich an das, was Sie das schreiben? Ganz ernsthaft? Ist doch absolut lächerlich, solche wilden Geschichten in der Öffentlichkeit zu verbreiten..! Mit solchen irren Storys kann man das Klima auch vergiften, Sie Brandstifter! 😝👎
    • Klirrfactor 01.02.2020 09:01
      Highlight Highlight Das ist jetzt nicht dein Ernst?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mexi 01.02.2020 07:26
    Highlight Highlight Gut holt die Schweiz ihre rückreisewilligen Bürger nach Europa. Viele Dank dem Bund !

Kommentar

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