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«Die erfolgreichsten Rechtspopulisten Europas», schreibt der «Spiegel» in einer Analyse über die Schweizer Wahlen.<br data-editable="remove">
«Die erfolgreichsten Rechtspopulisten Europas», schreibt der «Spiegel» in einer Analyse über die Schweizer Wahlen.
Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Angst, Abschottung, Köppel: So kommentieren ausländische Zeitungen

Die ausländische Presse hat den Wahlerfolg der Rechtsparteien in der Schweiz zur Kenntnis genommen. Die Kommentatoren werten das Ergebnis als Angstreflex. Die deutschen Zeitungen widmen sich zudem der Wahl von Roger Köppel.
19.10.2015, 06:2219.10.2015, 09:12

«Schweizer entscheiden sich aus Angst für Abschottung», titelt etwa die Zeitung «Die Welt». Der Erfolg der SVP sei zwar vorhergesagt worden, «in seinem Ausmass ist er aber doch überraschend». Das Ergebnis dürfte die Beziehung zwischen der Schweiz und der EU weiter belasten.

«Die Schweizer haben die rechtsbürgerlichen Kräfte in ihrem Land gestärkt», stellt die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» fest. Während die SVP von der Flüchtlingskrise in Europa profitiert habe, spielte «der Wirtschaftsabschwung infolge der Stärke des Franken» der FDP in die Karten. Doch solange sich die Wahlgewinner in der Europa-Frage nicht einig seien, «kann von einem bürgerlichen Schulterschluss nicht die Rede sein».

Die «Süddeutsche Zeitung» sieht durch die Stärkung des rechten Lagers «das politische Erfolgsmodell des Landes» in Gefahr. «Die Schweiz, das war das Land, in dem alle zusammen regieren.» In der Praxis sei die Eidgenossenschaft längst zum Vorbild der europäischen Rechtspopulisten geworden. «Von gemeinsamer Entscheidungsfindung ist dabei keine Rede.»

FDP, quo vadis?

«Die erfolgreichsten Rechtspopulisten Europas», nennt auch das deutsche Nachrichtenmagazin «Spiegel» die Wahlsiegerin SVP in seiner Analyse. In deren Mittelpunkt steht der SVP-Nationalratsneuling Roger Köppel. «Er könnte in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle in der Partei spielen.» Die grosse Frage, die sich nun stelle, sei, ob die FDP als zweite Gewinnerin sich künftig stärker mit der SVP verbünde.

Laut der Zeitung «Die Presse» aus Österreich hat eine Woche nach dem Erfolg des FPÖ-Rechtspopulisten Heinz-Christian Strache in Wien nun in der Schweiz die «Stunde der Rechtsparteien» geschlagen: «Auch die internationale Grosswetterlage kam der SVP zupass.» Wie immer habe die Volkspartei den Wahlkampf mit einer Angst- und Feindbildkampagne geführt: gegen Flüchtlinge, Ausländer und die EU.

Die britische Zeitung «The Guardian» setzt den Erfolg der SVP ebenfalls in einen Zusammenhang mit der steigenden Flüchtlings- und Migrantenzahl in Europa. Das habe dem Thema auch in der Schweiz Aufmerksamkeit verliehen, «wenn auch die wohlhabende Alpennation bislang nicht massgeblich von der Krise betroffen war».

«Hoher Lebensstandard»

Dem pflichtet die spanische Zeitung «El Pais» bei. Die SVP habe zudem bei jenem Teil der Bevölkerung Ängste geschürt, der befürchte, «den hohen Lebensstandard und die nationale Identität zu verlieren».

Die französische Tageszeitung «Le Monde» spricht von einer Bestätigung des Drucks der populistischen Rechten in der Schweiz. Sie relativiert aber zugleich, das System der direkten Demokratie verringere die Bedeutung der Wahl ein Stück weit. «Le Figaro» bescheinigt der SVP eine «spektakuläre Steigerung» und die «Libération» spricht von einer «Rechtskurve».

Die Wahlgewinner und -verlierer im Nationalrat

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(dwi/sda)

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Alex23
19.10.2015 07:52registriert Februar 2015
Nun gebe man der SVP ihren zweiten Bundesrat, damit sie sich nicht länger als die vom Volke Gewollte, aber tragischerweise Ausgegrenzte bejammern kann. Dann ist sie aber auch in Europafragen endlich in der Pflicht ausser Plattitüden auch Konstruktives zu präsentieren. So wie die Sachlage ist, ist das nicht einfach. Aber nun muss auch mal geliefert werden, nicht nur schwadroniert.
Wenn dann das Verhältnis nach aussen immer schwieriger wird, dann sind "die in Bern" aber nicht einfach mehr die Anderen.
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Matrixx
19.10.2015 06:31registriert März 2015
Und somit katapultiert sich die Schweiz, der man schon länger misstrauisch, aber zurückhaltend zugeschaut hat, weiter ins Abseits und wird wohl in naher Zukunft mit einigen Konsequenzen rechnen müssen, die in dem Ausmass heute noch nicht vorstellbar sind.
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