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«Lernen Sie mal zuerst Deutsch.» – Müller beleidigte einen Wähler per SMS. bild: screenshot telem1

Wenn Politiker ihre Wähler beleidigen: Philipp Müllers 6 unrühmliche Vorgänger

Der FDP-Präsident Philipp Müller bezeichnete einen Wähler als Analphabeten. Dass Politiker ihre Wähler beleidigen, passiert nicht häufig, trotzdem befindet sich Müller in einer illustren Runde, wie diese weiteren sechs Beispiele zeigen. 



Andreas Glarner

Der Aargauer SVP-Nationalrat zog im Mai dieses Jahres einen Shitstorm auf sich, als er auf Facebook über das Aussehen zweier Frauen herzog, mit denen er sich auf Twitter einen Schlagabtausch geliefert hatte.  

Die zwei Twitter-Nutzerinnen hatten Glarner die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen. 

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Mitt Romney

Former Massachusetts Governor Mitt Romney speaks after a dinner meeting with U.S. President-elect Donald Trump at Jean-Georges inside of the Trump International Hotel & Tower in New York, U.S., November 29, 2016.  REUTERS/Lucas Jackson

Bild: LUCAS JACKSON/REUTERS

Dass ihn das die Wahl zum US-Präsidenten gekostet hat, ist wohl eher unwahrscheinlich. Trotzdem: Als im September 2012 ein heimlich aufgenommenes Video auftauchte, welches Romney bei einer Rede an einer Spenden-Gala zeigte, musste der republikanische Präsidentschaftskandidat doch einige Seitenhiebe einstecken. 

In der Rede lästerte er ungehemmt über seine Mitbürger und bezeichnete 47 Prozent der Menschen als «Opfer», die glauben, «dass der Staat die Verantwortung hat, sich um sie zu kümmern.» Jene selbsterklärten «Opfer» glaubten, sie hätten Anspruch auf «Gesundheitsversicherung, Lebensmittel, sozialen Wohnungsbau, was auch immer». Sie würden aber keine Einkommensteuer zahlen. Romney entschuldigte sich im Nachfeld für seine Äusserungen. 

Der Mitschnitt der Rede von Mitt Romney

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Video: YouTube/Mother Jones

Nicolas Sarkozy

Eigentlich wollte sich der damalige französische Präsident von seiner bürgernahen Seite zeigen, als er im Februar 2008 eine Landwirtschaftsmesse in Paris besuchte. Er schüttelte Hände und klopfte Schultern – bis sich ein älterer Besucher nicht von Sarkozy anfassen lassen wollte. Daraufhin verlor der Politiker seine Contenance und beschimpfte ihn als Idioten. 

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Dumm nur: Selbstverständlich wurde der kurze Wortwechsel auf Film festgehalten. 

Mann: «Oh nein, mich nicht anfassen.»
Sarkozy: «Dann hau doch ab.»
Mann: «Du beschmutzt mich.»
Sarkozy: «Dann hau doch ab, du Idiot.»​

Bereits im Vorfeld kämpfte der amtierende Präsident mit sinkenden Popularitäts-Zahlen. Grund war unter anderem ein heftiger Wortwechsel mit demonstrierenden Fischern in der westfranzösischen Hafenstadt Le Guilvinec. 

Gordon Brown

Wie Sarkozy versuchte auch der britische Premier Gordon Brown sich volksnah zu zeigen. Und wie bei Sarkozy ging auch hier der Schuss nach hinten los. Knapp einen Monat vor der Parlamentswahl im Mai 2010 lästerte der Labour-Politiker über die 71-jährige Wählerin Gillian Duffy, mit der er sich zuvor unterhalten hatte. 

ROCHDALE, ENGLAND - APRIL 28:  Prime Minister Gordon Brown talks with resident Gillian Duffy on April 28, 2010 in Rochdale, England. The General Election, to be held on May 6, 2010 is set to be one of the most closely fought political contests in recent times with all main party leaders embarking on a four week campaign to win the votes of the United Kingdom..  (Photo by Jeff J Mitchell/Getty Images)

Gordon Brown im Gespräch mit Gillian Duffy. bild: getty images

Seine verhängnisvolle Aussage machte Brown, nachdem er in seinen Wagen gestiegen war und nicht bemerkte, dass er noch ein Mikrofon eines Rundfunksenders am Hemd hatte. 

«Das war ein Desaster – Sie hätten mich niemals mit dieser Frau zusammenbringen dürfen. Wessen Idee war das denn? Es ist lächerlich.»

Gordon Brown zu seinen Mitarbeitern

Duffy sei «bigoted» führte Brown fort, was im Sprachgebrauch borniert und menschenfeindlich heisst. 

Die blossgestellte Duffy reagierte entsprechend empört und verlangte von Brown eine Entschuldigung. Diese kriegte sie dann auch: Erst bat Brown im BBC-Radio um Entschuldigung, meldete sich telefonisch bei Duffy und besuchte sie schlussendlich höchstpersönlich bei ihr zu Hause. 

Sigmar Gabriel

Stinkefinger zeigen scheint zur Tradition der deutschen SPD-Partei zu gehören. Angefangen hatte der frühere Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens Wolfgang Clement im Oktober 2000 auf der Expo in Hannover. Adressaten waren einige Jugendliche, welche den Politiker fragten, wer er sei, woraufhin er mit der Mittelfinger-Geste reagierte. 

Rund 13 Jahre später sorgte der damalige Kanzlerkandidat Peer Steinbrück auf dem Cover des «SZ Magazins» für Wirbel. 

Schliesslich führte Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel vergangenen August die Stinkefinger-Tradition fort. Während einer Wahlkampfveranstaltung in Salzgitter (Niedersachsen) platzte Gabriel der Kragen, nachdem ihn Neonazis der Gruppierung «Junge Nationale Braunschweig» wiederholt beleidigten und ihn als «Volksverräter» beschimpften. 

Sigmar Gabriel zeigt den Finger: 

SPD-Chef Sigmar Gabriel Stinkefinger

bild: screenshot  facebook/antifakampfausbildungev

Silvio Berlusconi

Verbale Aussetzer vom ehemaligen italienischen Regierungschef gab es einige. Einmal nannte er Italien ein «Scheissland», dann erklärte er das gesamte deutsche Volk zu kollektiven Holocaust-Leugnern

2009 redete sich Berlusconi aber besonders in Rage und beschimpfte seine eigenen Wähler: 

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Grund für seinen Ausraster waren heftige Buh-Rufe während einer Wahlkampfveranstaltung in Cinisello Balsamo bei Mailand.  

Hipstory – Politiker als Hipster

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