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Bundespräsident Ignazio Cassis leitet das Aussendepartement.
Bundespräsident Ignazio Cassis leitet das Aussendepartement.Bild: keystone

Jetzt wird es auch Bern zu heiss: Schweizer Bürger sollen Ostukraine verlassen

Schweizer Staatsangehörigen in den Regionen Donetsk und Luhansk in der Ukraine wird empfohlen, diese Regionen mit eigenen Mitteln vorübergehend zu verlassen.
19.02.2022, 21:4420.02.2022, 03:30

Die Regierungen von Deutschland, Österreich und Frankreich haben ihre Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die Ukraine zu verlassen. Die offizielle Schweiz hat am Samstagabend nachgezogen: Schweizer Staatsangehörigen in den Regionen Donetsk und Luhansk in der Ukraine wird empfohlen, diese Regionen mit eigenen Mitteln vorübergehend zu verlassen.

Zuvor wurden lediglich «touristischen und anderen nicht dringenden Reisen» sowie auf Reisen in «gewissen Teilen generell» abgeraten.

Einzelne Fluggesellschaften haben ihre Flüge in die Ukraine reduziert oder eingestellt, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in der am Samstagabend aktualisierten Version der Reisehinweise zur Ukraine weiter schrieb.

Wer das Land verlassen möchte, solle die verfügbaren kommerziellen Transportmittel nutzen. Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in die Ukraine werde abgeraten. Von Reisen in gewisse Landesteile rät das EDA generell ab.

Der Entscheid zur Ausreise sei ein individueller Entscheid. Die Schweizer Botschaft in Kiew solle über die Abreise informiert werden, so das EDA weiter. Die Botschaft in Kiew bleibe offen und erbringe weiterhin ihre üblichen Dienst- und Hilfeleistungen.Bei einer Verschlechterung der Lage habe die Schweizer Botschaft in Kiew jedoch nur eng begrenzte Möglichkeiten zur Erbringung der Dienstleistungen in Notfällen. Aufgrund eines russischen Truppenaufbaus und von Militärmanövern in Grenznähe der Ukraine seien die externen Spannungen sehr hoch. Es besteht das Risiko einer Eskalation.

Aufruf zum Waffenstillstand

Das EDA sei besorgt über die Zunahme der bewaffneten Auseinandersetzungen in der Ostukraine, hiess es in einem Tweet. «Wir rufen alle Seiten zu einer Rückkehr zum Waffenstillstand und aktiver Deeskalation auf.»Dazu gehöre auch ein weitgehender Abzug russischer Streitkräfte aus der Nähe der ukrainischen Grenzen. Ein konstruktiver Dialog sei unerlässlich. Die Schweiz sei bereit, einen solchen zu unterstützen. Zuvor hatten bereits mehrere weitere Länder Reisewarnungen erlassen, darunter die USA, Deutschland, Österreich und Frankreich.In Krisenzeiten sei es enorm wichtig, dass die Special Monitory Mission (SMM) der OSZE ihrer Tätigkeit ohne Einmischung von aussen nachkommen könne, schreibt die Organisation Swiss Peace and Human Rights auf Twitter. Die Schweizer Mitarbeitenden blieben vor Ort und gingen ihrem Auftrag in der SMM nach.

Swiss stellt Flüge vorübergehend ein

Angesichts der weiteren Zuspitzung der Ukraine-Krise stellt die Fluggesellschaft Swiss ihre Flüge in die Ukraine ab kommender Woche vorübergehend ein. Betroffen ist die Verbindung in die Hauptstadt Kiew.Gestrichen würden alle Flüge ab Montag, 21. Februar bis vorerst einschliesslich 28. Februar 2022, teilte ein Swiss-Sprecher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag auf Anfrage mit. Die Flüge am Sonntag fänden wie geplant statt, um gebuchten Passagieren eine Reisemöglichkeit zwischen Kiew und Zürich anzubieten. Betroffene Gäste werden laut dem Sprecher informiert.Auch die anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe kündigten am Samstag an, ab kommender Woche Flüge in die Ukraine auszusetzen.

Die Schweizer Botschaft ist aufgrund des Wochenendes geschlossen. Die Helpline des Bundes ist jedoch jederzeit unter +41 800 24-7-365 bzw. +41 58 465 33 33 erreichbar. watson steht im Kontakt mit dem EDA und wird über allfällige Änderungen der Empfehlungen an Schweizer Bürgerinnen und Bürger informieren. (pit/saw/sda)

Helpline des EDA
Die Helpline des Eidgenössischen Aussendepartements beantwortet als zentrale Anlaufstelle Fragen zu konsularischen Dienstleistungen. Sie ist unter +41 800 24-7-365 in Notfällen aus dem Ausland erreichbar.
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37 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Salvatore_M
19.02.2022 20:37registriert Januar 2022
Mit anderen Worten: die offizielle Schweiz spricht eine indirekte, aber klare Warnung aus, aber die Schweizer Bürger sind selbst verantwortlich, ob sie das Land verlassen oder bleiben.
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Barth Simpson
19.02.2022 22:32registriert August 2020
Einfach traurig, dass es scheinbar fast unmöglich ist, diese Eskalation zu vermeiden. In einem Krieg wird es nie Gewinner geben! Nur Verlierer, unsägliches Leid, Elend und Tod. Nichts aus der Geschichte gelernt... darum wiederholt sich dieses total irre Spiel in der Menschheit immer wieder.
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Fabian Egloff
19.02.2022 20:06registriert Juni 2021
Ich finde es richtig, dass die Schweizer Botschaft in Kyiv geöffnet bleibt - auch in diesen schwierigen Zeiten. Und sich nicht davon macht wie andere. Die wenigen Schweizer, die in der Ukraine leben, kennen das Land sehr gut und sind selbst in der Lage, über Ausharren oder Ausreisen zu entscheiden. Es bringt nichts, mit Botschaftsschliessungen und Ausreiseempfehlungen zur Panik beizutragen.
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