Britney Spears verkauft die Rechte an ihrer Musik – das bedeutet das für ihre Hits
Laut Gerichtsdokumenten, die TMZ vorliegen, hat die Pop-Ikone Britney Spears die Rechte an ihrem gesamten Musikkatalog an Primary Wave verkauft. Was das genau bedeutet und was die möglichen Gründe für einen solchen Verkauf sind, hier in der Übersicht:
Was bedeutet es, wenn man Musikrechte verkauft?
Wenn ein Musiker oder eine Musikerin die Rechte an der eigene Musik verkauft, bedeutet das, dass er oder sie die Kontrolle über die Rechte an den Aufnahmen und den Songtexten an eine andere Partei überträgt. Die Käufe solcher Rechte werden oft von grossen Musikverlagen oder Finanzunternehmen getätigt, die diese dann weiterverwerten oder von den Einnahmen profitieren.
In der Musikindustrie unterscheidet man laut Soundcharts zwischen zwei Ebenen von Rechten, die eine Künstlerin oder ein Künstler besitzen kann: die Master-Rechte und die Urheberrechte. Master-Rechte beziehen sich dabei auf die tatsächliche physische oder digitale Aufnahme der Musik. Wenn jemand die Master-Rechte besitzt, kontrolliert diese Person, wie diese spezifische Aufnahme verbreitet wird, etwa in Form von physische Tonträger oder Streams. Wenn man die Urheberrechte der Musik besitzt, besitzt man das geistige Eigentum des Liedes selbst, also die Kompositionen und Texte.
Wenn ein Künstler oder eine Künstlerin nur die Urheberrechte besitzt und die Master-Rechte ein Label hat, kann die Musik in einen Zusammenhang gebracht werden, den der eigentliche Kunstschaffende vielleicht gar nicht will. Besitzt der Musiker oder die Musikerin beide Rechte, ist dies nicht möglich.
Ob Britney Spears nur ihre Master-Rechte verkauft hat, wird im TMZ-Artikel nicht spezifiziert. In der Regel wird aber davon ausgegangen, da ein Verkauf von den Urheberrechten bedeuten würde, dass die ursprüngliche Künstlerin sonst gar nichts mehr durch die eigene Musik verdienen würde und der Name auch nicht mehr damit in Verbindung gebracht werden würde.
Warum hat Britney Spears ihre Musikrechte verkauft?
Musikerinnen und Musiker verkaufen ihre Musik aus unterschiedlichen Gründen. Meistens steckt aber ein finanzieller Gedanke dahinter. Der Verkauf von Musikrechten kann einem sofortige finanzielle Mittel verschaffen oder auch die eigene Karriere finanziell absichern. Wie TMZ berichtet, haben sie bei Spears nachgefragt, was ihre genauen Gründe für den Verkauf waren. Eine Antwort steht bisher aber noch aus.
Laut einer Quelle des Nachrichtenportals hat die «Toxic»-Interpretin aber bereits am 30. Dezember 2025 die Rechte ihrer Musik verkauft. Sie soll mit dem Verkauf zufrieden sein und ihn gefeiert haben, indem sie Zeit mit ihren Kindern verbracht hat.
Wie viel Geld hat Britney Spears für den Verkauf erhalten?
Auch zum genauen Preis ihrer Musikrechte hat TMZ keine Angaben von der Popsängerin erhalten. Die Quelle hat gegenüber der Onlinezeitung aber bestätigt, dass die Vereinbarung ein «Meilenstein-Deal» sei. So würde das Geschäft etwa dem 200-Millionen-Dollar-Deal entsprechen, den Justin Bieber beim Verkauf seiner Musik unterzeichnet hat.
Was passiert jetzt mit Britney Spears' Hits?
Nach dem Verkauf kann Primary Wave die Songs für verschiedene Zwecke lizenzieren. So könnte es neue Remixes, neuen Merchandise oder Features in Filmen und TV-Sendungen geben. Während die Marke «Britney Spears» so gestärkt werden kann, hat die Sängerin selbst weniger Kontrolle darüber, wie das genau gemacht wird.
Gibt es weitere Beispiele für den Verkauf der Musikrechte?
Britney Spears ist längst nicht die einzige, die die Rechte an ihrer Musik verkauft hat. Justin Bieber, Bruce Springsteen, Bob Dylan, Neil Young und Shakira sind weitere berühmte Beispiele von Musikmachenden, die ihre Musikrechte nicht mehr selbst besitzen.
Einige Künstlerinnen und Künstler, die ihre Musik verkauften, haben dies aber im Nachhinein auch bereut. Das wohl berühmteste Beispiel dafür ist Taylor Swift. Als diese ihre Karriere begann, unterzeichnete sie einen Vertrag mit Big Machine Records, einem Independent-Label, das von Scott Borchetta gegründet wurde. Wie es in vielen Verträgen üblich ist, übertrug die Sängerin bei Vertragsunterzeichnung die Master-Rechte an das Label.
Im Jahr 2019 wurde dann der Katalog von Big Machine, einschliesslich der Master-Rechte an Swifts ersten sechs Alben, von Scooter Braun und seiner Firma Ithaca Holdings gekauft. Taylor Swift äusserte sich öffentlich sehr enttäuscht darüber, dass der Verkauf ohne ihre Zustimmung erfolgte. Sie kämpfte jahrelang darum, die Rechte an ihrer Musik zurückzubekommen, was sie schliesslich dazu brachte, ihre Musik erneut in eigener Verantwortung aufzunehmen. Daraus entstanden dann die Alben mit dem Extratitel «Taylors Version».
Im Januar 2025 hat Taylor Swift dann die Master-Rechte an ihren ersten sechs Alben zurückerhalten. Das kam der Musikerin mit rund 300 Millionen Dollar aber teuer zu stehen. Seither hat sie aber wieder die volle Kontrolle über ihre Musik und wie diese verbreitet wird.
