Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bundesrat Didier Burkhalter spricht an der Delegiertenversammlung der FDP, am Samstag, 26. November 2016, in Thun. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bundesrat Didier Burkhalter ist von der Wahl Trumps nicht überrascht. Bild: KEYSTONE

Aussenminister Burkhalter will pragmatisch mit Trump umgehen



Die Schweiz pflegt seit über einem Jahr Kontakte mit dem Team des nun gewählten US-Präsidenten Donald Trump. Bundesrat Didier Burkhalter ordnete schon im September 2015 eine Kontaktaufnahme an, weil er nach eigenen Worten stets an Trumps Siegchancen glaubte.

«Wir haben Kontakte sowohl mit dem Wahlkampfteam wie nun mit dem Team, das den Präsidentschafts-Übergang organisieren muss», sagte Burkhalter in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Als er im September 2015 in den USA war, habe er seinen Leuten gesagt, «es wäre gut, Kontakte ins Trump-Lager zu knüpfen».

Er habe gewusst, dass Trump Chancen auf einen Sieg habe und sei deshalb auch nicht überrascht gewesen als dieser tatsächlich gewann, sagte er weiter. «Sogar als Trump wegen seiner Aussagen hart attackiert wurde, sanken seine Umfragewerte nur leicht. Da war klar: Dieser Präsidentschaftskandidat kann praktisch nicht 'untergehen'.»

Derzeit beobachte Bern die Situation und baue «ganz pragmatisch» Kontakte auf, sagte der Aussenminister. «Wir arbeiten mit unseren Prioritäten. Wir schüren keine Ängste, passen uns aber auch nicht etwa vorsorglich an.»

Realität abwarten

Als Beispiel für den Umgang mit Trump führt der FDP-Bundesrat dessen Wirtschaftspolitik an: «Wir glauben, dass es für die Amerikaner und die Welt nicht gut ist, was in Sachen Wirtschaftsöffnung im Programm von Donald Trumps Team steht. Das sagen wir offen – und auch öffentlich.» Doch es gelte abzuwarten, was Realität sein werde.

«Man darf nicht immer alles schwarz sehen.»

Bundesrat Didier Burkhalter

Er spricht damit an, dass die teils drastischen Aussagen Trumps relativiert werden könnten. Das Übergangsteam des Republikaners habe stets betont, «man werde die Positionen präzisieren». Das Wahlkampfteam habe das im Gegensatz nicht getan: «Es wollte ganz einfach die Wahl gewinnen, Punkt.»

«Eine solche Wahlkampagne könnte ich nicht führen»

Burkhalter distanziert sich jedoch im Interview vom Wahlkampf des Immobilienunternehmers, der populistische Züge trug: «Eine solche Wahlkampagne könnte ich nicht führen. Für mich finde ich: Was man sagt, soll man in der Politik auch tun.»

«Interessant» finde er aber, dass Trump mit seiner Kampagne Millionen von Leuten an die Urne gebracht habe, die ohne ihn nie abgestimmt hätten. Nüchtern betrachtet sei das sehr gut für die Demokratie. «Man darf nicht immer alles schwarz sehen.»

Trump hatte seine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahlen Mitte Juni 2015 angekündigt und setzte sich unmittelbar danach in Umfragen an die Spitze des republikanischen Bewerberfeldes. Dort blieb er entgegen der verbreiteten Expertenmeinung. Die Wahl gewann er am 8. November gegen die favorisierte Demokratin Hillary Clinton. (ehi/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Früher war sie Homöopathin – heute kämpft Natalie Grams gegen den Mythos der Globuli

Link zum Artikel

Underfucked! Mein Abend beim Single-Dinner

Link zum Artikel

Die Geschichte dieses Bildes steht exemplarisch für den momentanen Gender-Knorz

Link zum Artikel

Ihre Produkte haben die Welt erobert – trotzdem wurden diese 5 Erfinder nicht reich

Link zum Artikel

Mueller ist nicht Superman – aber Trump jubelt zu früh

Link zum Artikel

Comedian Büssi teilt in der Organspenden-«Arena» gegen alle aus

Link zum Artikel

Sorry, liebe Vegetarier, Parmesan ist nun mal NICHT vegetarisch

Link zum Artikel

Im Netz kursieren Verschwörungstheorien über das 5G-Netz – 14 Fakten, die du kennen musst

Link zum Artikel

«Pickable» sagt Tinder den Kampf an – mit einem Trick, der vor allem Frauen gefällt

Link zum Artikel

So absurd (und zutreffend! 😱) stellte man sich 1972 die Zukunft vor

Link zum Artikel

Geld allein macht nicht glücklich – aber was dann, Herr Glücksforscher?

Link zum Artikel

Love-Scamming: Wie ich einer Russin (fast) auf den Leim gegangen bin

Link zum Artikel

Vegane Influencerin bekommt ihre Periode nicht mehr – jetzt zieht sie Konsequenzen

Link zum Artikel

Die Influencer der Zukunft sind nicht menschlich – und sind jetzt schon Millionen wert

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 27.11.2016 16:05
    Highlight Highlight Finde das super von unserem Bundesrat. Es zeugt von Weitsicht, Trumps Sieg als Möglichkeit in Betracht gezogen zu haben. Und ich finde es gut, dass man kein Aufhebens von der Situation macht, sondern ruhig und besonnen die eigenen Interessen vertritt.

    Weiter so! 👍
  • rodolofo 27.11.2016 12:51
    Highlight Highlight Pragmatisch sein ist immer gut.
    Aber wie pragmatisch wird Trump sein?
    Ich glaube, Trump ist der Pragmatischste von allen, mit seinem Motto: "Liebe Deinen Nächsten und ich bin mir selbst der Nächste!"
    Es ist der pure, dauerlügende und gleichzeitig irgendwie ehrliche Egoismus, der uns da aus Amerika herüber schwappt, und der die breite Masse der Europäischen Homo Sapien Konsumentus mit dem US-Kapitalistischen "Black Fryday"-Virus infiziert hat.
    Wie ruinös der extreme Wettbewerb eines deregulierten Casino-Kapitalismus für die Spielsüchtigen ist, zeigen uns die abgehängten Wutbürger.

76'000 Migranten und Flüchtlinge überschreiten US-Südgrenze – hat Trump doch recht?

Mehr als 76'000 Flüchtlinge und Migranten sind im Februar ohne die nötigen Papiere über die Grenze zu Mexiko in die USA eingereist. Das sind mehr als doppelt so viele wie im selben Monat des Vorjahres, wie aus einer am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Statistik des US-Grenzschutzes hervorgeht.

«Wir stehen vor einer humanitären Krise und einer nationalen Sicherheitskrise entlang unserer Südwestgrenze», sagte Behördenchef Kevin McAleenan in einer Mitteilung.

US-Präsident Donald Trump will die …

Artikel lesen
Link zum Artikel