Schweiz
International

China enttarnt mutmassliche MI6-Spione in eigener Regierung

james bond sean connery dr. no vodka martini trinken drinks alkohol film spion spionage MI6 sis wodka
007 mit einem Martini.Bild: getty

China enttarnt mutmassliche MI6-Spione in eigener Regierung

03.06.2024, 08:5403.06.2024, 15:20

Chinas Staatssicherheit hat nach eigenen Angaben zwei Spione des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 enttarnt. Aufgeflogen sei ein chinesisches Ehepaar, das in Einrichtungen der Zentralregierung in Peking gearbeitet habe, teilte die Staatssicherheit am Montag mit. Demnach studierte der verdächtigte Mann im Jahr 2015 über ein Austauschprogramm in Grossbritannien und wurde dort vom MI6 angeworben.

Bei Einladungen zum Abendessen und während Ausflügen hätten getarnte britische Geheimdienstmitarbeiter den Mann besser kennengelernt und ihm anschliessend Geld gegen Beratungstätigkeiten geboten, hiess es weiter. Später habe sich der MI6 zu erkennen gegeben, den Mann gegen höhere Bezahlung zum Spion ausgebildet und ihn nach China zurückgeschickt. Gegen einen weiteren Aufschlag überzeugte er demzufolge dort auch seine Ehefrau, die in einer wichtigen Abteilung arbeitete, ebenfalls Informationen zu sammeln.

Laut chinesischem Geheimdienst wird der Fall weiter untersucht. In welchen Behörden das Paar tätig war und wann die beiden enttarnt worden sein sollen, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Chinas Staatssicherheit hat seine Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut und warnt immer wieder vor Spionen. Mitunter macht die Behörde so auch Spionagefälle publik.

Im Januar beispielsweise hatte die Staatssicherheit schon einen Fall veröffentlicht, in den der MI6 demnach verwickelt gewesen sein soll. Im Mai wiederum hatte Grossbritannien drei Männer angeklagt, die für den Geheimdienst Hongkongs - die frühere britische Kronkolonie und heutige chinesische Sonderverwaltungsregion - tätigt gewesen sein sollen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11
Mehr Arbeitslosigkeit, mehr Grenzgänger und mehr Unsicherheit?
Wollen wir weniger Sicherheit und mehr Arbeitslosigkeit, mehr Flüchtlinge und mehr Grenzgänger? Sicher nicht! Stimmen wir also am 14. Juni bei der Nachhaltigkeitsinitiative mit «Nein».
Am 14. Juni stimmen die Schweizerinnen und Schweizer über eine Initiative ab, die – sollte sie angenommen werden – in einer ohnehin unsicheren Zeit enorme zusätzliche Unsicherheiten schaffen würde. Der Initiativtext, der auf den ersten Blick attraktiv erscheinen mag, schlägt vor, das Bevölkerungswachstum auf eine Obergrenze zu begrenzen, die willkürlich auf 10 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner festgelegt ist.
Zur Story