Schweiz
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Blick in ein Bordellzimmer. Bild: keystone

Interview

«Die Wahrheit über Prostitution ist sehr unbequem»

Nacht für Nacht hat sie im Puff verbracht, zwei Jahre lang. Aus den Erzählungen von Prostituierten, Puffbesitzerinnen, Polizisten und Freiern ist ein Buch geworden. Die Journalistin Aline Wüst über Loverboys, Drogen und wie sie der Blick hinter die Kulissen verändert hat.



Aline Wüst, Du hast zwei Jahre lang im Schweizer Rotlichtmilieu recherchiert, mit Prostituierten und Freiern gesprochen. Wenn Du die Sexarbeit in einem Satz beschreiben müsstest, welcher wäre das?
Aline Wüst: Unser Bild von Prostitution ist falsch.

Was haben wir denn für ein Bild davon?
Dass Prostitution eine Wahl ist. Ein Job wie andere. Es ist extrem schwierig, als Aussenstehende hinter die Fassaden zu blicken. Der Grossteil der Frauen äussert sich nicht öffentlich. Die wenigen, die es tun, berichten, dass sie sich aus eigenen Stücken dafür entschieden haben und es auch gerne tun. Es ist ein verzerrtes Bild – das wir aber oft dankbar annehmen.

War es schwieriger, das Vertrauen der Freier oder dasjenige der Sexarbeiterinnen zu gewinnen?
Die Freier waren einfacher. Einerseits weil da keine Sprachbarriere war, andererseits waren sie sehr nett zu mir. Bei den Frauen war es sehr schwierig, ihr Vertrauen zu gewinnen. Am Anfang der Recherche bin ich fast verzweifelt. Ich fand lange überhaupt keinen Zugang zu ihnen. Du siehst diese Frauen zwar nackt auf irgendwelchen Portalen im Netz, im Bordell stehen sie in Reizwäsche vor dir, aber sie geben kaum etwas von sich preis. Verständlich.

«Ihnen bleiben keine 30 Sekunden, bis der Mann eintritt. Steht er in der Lounge, sitzen sie in Unterwäsche da. Ein Bein über das andere geschlagen, Stöckelschuhe an den Füssen. Sie begrüssen ihn, hängen seine Jacke auf, fragen, wie es ihm geht, lachen. Sie bringen, was er trinken will, reden mit ihm, er wählt, geht mit der Frau ins Zimmer. Die Zurückbleibenden ziehen Bademantel und Plüschfinken wieder an, scrollen sich weiter durch Instagram. Bis es wieder klingelt. Der Rhythmus des Puffs.»

Szene im Puff Auszug aus «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz»

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Aline Wüst ist seit 2017 Reporterin beim «Sonntagsblick». Zwei Jahre lang recherchierte die 34-jährige Journalistin im Schweizer Rotlichtmilieu. Daraus entstand das Buch «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz». bild: zvg

Über die Puffmutter Anna, der Du ein eigenes Kapitel widmest, kamst Du schliesslich in ein Bordell rein. Wie war es, Abend für Abend dazusitzen?
An einigen Abenden sass ich da, ohne dass etwas passierte. An anderen erzählten mir Frauen ihre Lebensgeschichten. Ich habe schnell gemerkt, dass ich nichts fordern kann. Die Frauen erzählen das, was sie wollen, wann sie es wollen. Also musste ich warten. Aber wenn sie es taten, redeten sie so viel, dass ich kaum Fragen stellen musste.

«Hier, wo ich jetzt bin, ist es gut. Ich lasse mich 20 Minuten ficken und kriege dafür so viel wie in Bulgarien für einen Tag Arbeit. Um das zu machen, ziehe ich mir eine imaginäre Maske an, wenn ich mit einem Kunden ins Zimmer gehe. So schaffe ich es, zu tun, was auch immer ich tun muss. Ich hoffe immer, dass es schnell vorbei ist.»

Sara, Prostituierte aus Bulgarien Auszug aus «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz»

Die Erzählungen ähneln sich. Die meisten Frauen haben Gewalt erlebt, berichten von extrem brutalen Freiern, kommen aus wirtschaftlicher Not in die Schweiz, um für mehrere Wochen anzuschaffen. Bei den meisten steht ein Mann dahinter, der den Frauen einen Teil des verdienten Geldes abnimmt.
Ein Grossteil der Frauen aus Osteuropa, mit denen ich gesprochen habe, prostituiert sich wegen eines Mannes, eines sogenannten Loverboys. Sie sagen, er liebe sie, er sei ihr Freund, er will, dass sie anschaffen, und sie wollen ihn nicht verlieren, also tun sie es.

Du berichtest von einem Taxifahrer aus Rumänien. Der beschreibt, wie die Männer dort BMW fahren und sich von zwei bis drei Mädchen das Leben finanzieren lassen. Es scheint, als würden viele Frauen immer wieder dem gleichen Muster verfallen. Wie kommt es dazu?
Ich glaube nicht, dass sie reinfallen. Es ist nicht ihre Schuld. Denn die Täter gehen sehr perfid vor. In Rumänien habe ich mit der Leiterin eines Schutzhauses gesprochen, die es so erklärt: Viele dieser Mädchen wachsen in Heimen auf, leben in extremer Armut, erhalten kaum Liebe und erleben viel Gewalt. Ein Loverboy hat da leichtes Spiel. Auch wenn er sie schlägt. Das kennen sie alles. Der einzige Unterschied ist, dass er ihnen zusätzlich sagt, dass er sie liebt. Die Leiterin sagte: Das macht im Leben der Mädchen einen himmelweiten Unterschied.

Ein Gespräch zwischen zwei Freiern ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Darin beschweren sie sich über den Service der Frauen. Sie beklagen sich, dass diese immer so kalt seien und sich nicht wundern müssten, wenn die Kunden nicht mehr kämen. Das klang für mich wie ein Hohn. Die Männer wollen wenig Geld bezahlen, den Sex ihres Lebens und die Frau muss auch noch maximal Spass dabei haben. Das ist doch absurd.
Ich habe immer versucht, mich in die Situation meines Gegenübers zu versetzen. Auch bei den Freiern habe ich das gemacht. Und im Kern geht es meist um ein ur-menschliches Bedürfnis – den Wunsch nach Liebe und Anerkennung. In diesen Momenten konnte ich die Sicht des Freiers ein Stück weit nachvollziehen. Aber wir müssen uns am Ende trotzdem fragen, was wir höher gewichten: das Bedürfnis eines Mannes oder das Leben einer Frau.

«Sie behandeln mich wie Abfall. Sagen zu mir: Shut up und tu, was ich dir sage. Sie denken dann, sie seien in einem Pornofilm. Sie benutzen schmutzige Wörter, reissen mich an den Haaren, packen mich ganz fest, spucken mich an, stecken ihren Finger in mich rein, spritzen in mein Gesicht. Du brauchst schon einen starken Charakter, um diesen Job zu bewältigen. Damit du in den Film rein kannst, in dem die Männer in diesem Moment sind. Jemand hat mir einmal gesagt, dass wir die Krankenschwestern der gebrochenen Herzen seien. Eine schöne Vorstellung, nicht?»

Emma, Prostituierte aus Rumänien Auszug aus «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz»

Prostitution ist also nicht mit einem gewöhnlichen Job zu vergleichen?
Nein, auf keinen Fall. Diese Frauen berichten, dass sie Drogen nehmen und Alkohol trinken, um das zu überstehen. Sie dissoziieren, das heisst, sie spalten ihre Persönlichkeit, um es auszuhalten. Die Rate an psychischen Erkrankungen ist enorm, die Suchtrate ebenfalls. Es gibt Frauen, die sich das Leben nehmen. Wir hören nur nicht davon, weil die Frauen zu sehr im Überlebensmodus sind, um sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Weil sie in Angst leben vor ihren Zuhältern und Loverboys. Und wahrscheinlich wollen wir diesen Frauen auch lieber nicht zuhören. Weil die Wahrheit über Prostitution sehr unbequem ist.

Zwei Prostituierte kommen auf eine Altersbegrenzung zu sprechen. Sie fordern, dass man mindestens 30 Jahre alt sein muss, um anzuschaffen. Alles andere sei zu jung. Was hältst Du davon?
Diesen Vorschlag mit der Altersbeschränkung habe ich das erste Mal in Gesprächen mit den Frauen gehört. Sie begründeten es damit, dass eine 20-Jährige kaum abschätzen kann, was diese Arbeit mit einem macht. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. In der Realität sind es aber genau diese ganz jungen Frauen, die gefragt sind und im Schweizer Sexgewerbe arbeiten.

Sandie: «Viele sehen eine Prostituierte nicht als Menschen»

Video: watson/Lino Haltinner

In Schweden ist die Prostitution verboten. Bestraft werden die Freier, nicht die Prostituierten, wenn sie dennoch erwischt werden. Wäre das ein Modell, das auch für die Schweiz denkbar wäre?
Das nordische Modell ist sicherlich interessant. Man dämmt einerseits Prostitution ein und senkt damit die Ausbeutung und führt andererseits einen Sinneswandel herbei. Nämlich den, dass der Körper keiner Frau käuflich ist. Immer mehr Länder folgen diesem Modell. Aber das nordische Modell kostet etwas, weil den Frauen Ausstiegshilfen, Therapien und Perspektiven angeboten werden müssen. Schlecht umgesetzt kann das schwedische Modell bestimmt auch Schaden anrichten. Aber ich wollte herausfinden, wie die Realität der Mehrheit der Frauen in der Prostitution ist. Das habe ich getan. Lösungen zu suchen, ist die Aufgabe von anderen.

Gab es eine Begegnung, über die du im Buch nicht schreiben wolltest?
Ich traf mich einmal mit einer Frau aus Südamerika in einer Hotellobby. Sie war eine sehr aufgestellte Person. Doch in diesem Hotel sass sie einfach zwei Stunden da und hat mir unter Tränen ihre Geschichte erzählt. Sie hat geweint und geweint. Die Geschichte dieses Lebens, das so ungerecht verlief, das war sehr schmerzhaft mitanzuhören. Ich hatte das Gefühl, sie teilt diese Geschichte mit mir als Mensch, nicht als Journalistin. Darum ist sie nicht im Buch.

«Prostitution ist wie eine Sucht. Es ist wie mit Zigaretten. Die erste, die du in deinem Leben rauchst, ist schrecklich. Doch du rauchst trotzdem noch eine und noch eine. Und dann kommst du nicht mehr davon los. Obwohl du genau weisst, dass es dir schadet. Aber du kannst nicht mehr aufhören. Es sind Klauen, die dich ergreifen und nicht mehr loslassen – ich spüre diese Klauen. Und das krallt sich immer mehr von dir, jeden Tag. Nach einer Weile wirst du krank davon.»

Sara, Prostituierte aus Bulgarien Auszug aus «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz»

Haben Dich die Recherche und die vielen Gespräche mit den Sexarbeiterinnen verändert?
Die Puffmutter Anna, mit der ich viele Gespräche geführt habe, meinte gegen den Schluss auch, «Aline, du hast dich verändert.» Und ja, ich selbst habe das Gefühl, ich habe mich verändert. Ich kann nun mit fester Überzeugung hinstehen und sagen: Das ist die Situation der Prostitution in der Schweiz und die ist nicht in Ordnung. Wir müssen etwas ändern. Wir müssen als Gesellschaft hinschauen, auch wenn es schmerzhaft ist. Wenn wir weiterhin darüber hinwegsehen, zeigen wir damit, dass uns diese Frauen egal sind.

Was hat Dich in diesen zwei Jahren Recherche am meisten beeindruckt?
Ich habe so viele unglaublich tolle und intelligente Frauen kennengelernt. Mit Sara, einer Frau aus Bulgarien, hat sich eine Freundschaft entwickelt. Diese Woche haben wir es endlich geschafft und waren gemeinsam im Landesmuseum. Wir kamen bis kurz vor Schliessung leider nur bis zum 19. Jahrhundert der Schweizer Geschichte. Sara meinte: Wir müssen da nochmals hin.

«Ich frage, ob sie diese Arbeit gern mache. Celine lacht. Kann gar nicht mehr aufhören zu lachen. ‹Gerne?!› Sie stützt mit einer Hand ihren Brustkorb. Ihr Körper bebt. ‹Es schmerzt beim Lachen! Ich habe eine Verspannung – die Kälte.› Es dauert eine Weile, bis sie sich beruhigt hat. ‹Niemand macht das gerne. Niemand!›»

Szene am Strassenstrich in Olten Auszug aus «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz»

Zum Buch

Aline Wüst: «Piff, Paff, Puff. Prostitution in der Schweiz», 168 Seiten, 29 Franken. Echtzeit Verlag.
Vernissage und Diskussion: 21. Aug., Kosmos Zürich.

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319Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jolie Blabla 21.08.2020 14:23
    Highlight Highlight Das bestätigt was ich schon immer gedacht habe. Die meisten Frauen machen das aus einer Abhängigkeit heraus. Und am Ende gewinnen die Männer. Der Loverboy, der Bordellbetreiber, der Freier. Am wenigsten die Frauen. Darum bin ich schon lange eine Gegnerin von Prostitution. Für die Frauen. Das schwedische Modell hört sich nicht schlecht an.
  • Corahund 21.08.2020 13:25
    Highlight Highlight So lange während der Sessionen in Bern die Prostitution massiv ansteigt, brauchen wir uns bezüglich deren Abschaffung nicht zu sorgen.
  • Stirling 21.08.2020 02:39
    Highlight Highlight Ich glaube ich würde nicht mal einen hoch kriegen, wenn ich von ihrer Seite keine echte Lust auf mich verspühre.
    Für mich ist es nur schön, wenn ich währenddessen beobachte, dass sie es mindestens so geniesst, wie ich es geniesse.
    Alles andere mit Bezahlen und so, ist doch irgendwie loosermässig...
    • Grubinski 21.08.2020 11:33
      Highlight Highlight loosermässig ist, das Wort loser falsch zu schreiben.
    • karl_e 21.08.2020 12:15
      Highlight Highlight Da hast du recht. Lieber beim Fräulein Faust von der Fünffingergasse vorbeischauen als dafür zu bezahlen. Ist auch gesundheitlich weniger gefährlich.
  • JefftheBeff 20.08.2020 23:42
    Highlight Highlight Ich habe einmal eine Prostituierte für eine Schularbeit interviewt. Sie war Schweizerin und eine Hure aus Überzeugung (ihre Worte). Sie tat es hauptsächlich des Geldes wegen. Vielleicht bin ich etwas naiv, aber ich denke, dass längst nicht alle Liebesarbeiterinnen von Zuhältern ausgepresst werden und in all den vielen Salons, Studios, Bars viele unabhängige Dirnen ihren Dienst antreten. Ich bin ich klar für Prostitution, aber sie soll streng reglementiert sein. Selbstverständlich müssen die Damen mit Respekt und Würde behandelt werden.
    • der nubische Prinz 21.08.2020 14:49
      Highlight Highlight Ja, du bist ein wenig naiv.
      Nur weil eine Person einmal etwas gesagt hat stützt du dein ganzes Weltbild darauf. Wieso sollte eine Prostituierte einem Schüler ihr Herz ausschütten?
  • yey 20.08.2020 23:35
    Highlight Highlight «Sie sagen, er liebe sie»

    Ich packs nicht.
    • Baba 21.08.2020 07:24
      Highlight Highlight Wer schon in der Kindheit und auch später im Leben nie wirkliche Liebe erfahren hat, ist vermutlich nur schon für falsche Liebesschwüre anfällig...

      Wir, die das diese Sache mit den "Loverboys" nicht wirklich verstehen können, sind wohl die Gesegneten, die Liebe und Zuneigung kennenlernen und annehmen durften/dürfen.

      Die "Loverboys" selbst sind mMn einfach faule und übergriffige Säcke, die sich von ausgebeuteten Frauen aushalten lassen.
    • Walter Sahli 21.08.2020 08:10
      Highlight Highlight Das ist eine zu romantische Vorstellung der Loverboys. Da geht's nicht einfach nur um emotionale Erpressung durch schöne Worte. Wenn diese für Organisationen arbeiten, ist es ihre Aufgabe, das Vertrauen von jungen Mädchen zu gewinnen, die sie dann an eine "Party" locken, an denen das Mädchen gebrochen wird. Sprich, über mehrere Tage von mehreren Männern vergewaltigt und geschlagen. Der Loverboy dient dann als "Bezugsperson", der das Mädchen an Kunden, Puffs und Clubs vermittelt, ihm das Geld abnimmt und es gefügig hält.
  • Satzpunkt 20.08.2020 22:38
    Highlight Highlight Meiner meinung hatt kein einziger heterogener mann das recht hierzu iegendwie zu eusern ob er es nun ilegalisiern möchte oder legal behalten möchte. Im text steht ganz klar das beste argument nämlich so wie es heute ist wird vermittelt das der weibliche körper käuflich ist. Bereits im jugentalter bekommt man das als frau zu spüren und hört auch nicht auf. Im grunde geht es bei dieser thematik nicht nur um die prostituierten selbst sondern auch wie man weiterhin den weiblichen körper darstellen möchte. Manchmal bin ich sogar wütend auf prostituierte selbst und gleichzeitig tun sie mir so leid.
    • Bündn0r 21.08.2020 19:58
      Highlight Highlight Ich verachte Ihre Vorstellung zur Beschränkung der Meinungsfreiheit. Jede Person hat das Grundrecht sich zu jedem Thema äussern zu dürfen. Unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sozialem Stand etc.
      Sie, als der der dies aberkennt, sind ein Feind der Demokratie, ein Feind der freien Gesellschaft und ein Sexist.

      Ob man sich äussern sollte steht auf einem anderen Blatt.
  • Nicky11 20.08.2020 22:02
    Highlight Highlight Viele Kommentare meinen, dass es für Frauen schlimmer wird, wenn Prostitution verboten wird. Was ist schlimmer? Wenn der Staat den Verkauf von Frauen legitimiert - oder verbietet? Meiner Meinung nach ist es unhaltbar, dass der Staat so etwas unterstützt. Es kann nicht sein, dass eine Frau wie eine Ware gekauft werden kann und ihr Elend ausgenutzt wird. Das muss verboten werden und zwar muss der Freier bestraft werden, nicht die Frau. Ein Mann wird doch wohl fähig sein, sich so zu verhalten, dass er Sex aus Zuneigung erhält. Wenn nicht - Pech gehabt.
    • K1aerer 22.08.2020 09:27
      Highlight Highlight Es ist ein meilenweiter Unterschied, ob der Staat sich daran beteiligt und gleich die Prostitution selber anbietet oder nur legal macht. Ist wie bei Alkohol, es ist legal, aber der Staat beteiligt sich nicht.
  • landre 20.08.2020 20:00
    Highlight Highlight Erfasst man dokumentiert, bzw bemerkt man die Dynamiken der hiesigen Herzchen und Blitzchen in einer determinierten Zeitspanne, darf man mit bestem Wissen und Gewissen feststellen dass hiesig ganz klar digitale bzw human! bedingt pure Trash-Schleudern agieren...Schade, aber soll und darf besser niemand kratzen oder beeinflussen.
  • eldorak 20.08.2020 19:00
    Highlight Highlight Ein Verbot von Prostitution würde die Sache eher verschlimmern, hat man bereits bei vielen anderen Beispielen wie Alkohol, Drogen u.ä. gesehen.
    Viel wichtiger wäre es den Prostituierten mehr Möglichkeiten zum Selbstschutz zu geben. Gegenseitiger konsens was geht und was nicht gilt auch dort.
    Zum Thema Altersgrenze: Ich finde 20 Jahre um so was zu machen auch sehr jung, aber ich glaube keine Person, die so was nicht selbst erlebt hat, kann verstehen, was das mit einem macht
  • Doppelpass 20.08.2020 18:24
    Highlight Highlight "DIE Wahrheit" über Prostitution ... schein mir ein unpassender Titel und ist vermutlich, obwohl die Journalistin intensiv recherchiert hat, etwas überzogen. Das Thema ist unbequem und Ausbeutung, Stigmatisierung, Armut, Gewalt, Sexualität sowie finanzielle und politische Interessen vermengen sich. Da tendieren wir zum Wegschauen oder zum Patentlösungen idealisieren. Bestimmt gibt es keine einfachen Wege damit.
    Die unangenehme Wahrheit ist wohl vor allen, dass wir hinschauen müssen und auch handeln und nicht nur an der Oberfläche debatieren.
    • landre 20.08.2020 18:54
      Highlight Highlight Wird ja so gemacht. Und genau deswegen (mit sachlicher Angemessenheit hinschauen und darüber debattieren), haben wir trotz allen benötigten Verbesserungen oder Anpassungen, keine generell haarsträubende Zustände in der Schweiz... (Wer hingegen Prostitution verbieten will, soll sie die entsprechenden Vorstösse und demokratischen Prozesse einleiten.)
  • Eyla 20.08.2020 17:43
    Highlight Highlight 2) der sein Studium so finanziert.

    Unsere Treffen sind wochenendweise in welchen ich ihn einlade und wir dann eine schöne Zeit zusammen verbringen. Natürlich haben wir dann auch körperliche Nähe aber es ist kein Muss und ich muss spüren, dass er auch ‚geil‘ darauf ist.

    Was ich sagen will ist, dass Prostitution so wie sie heute ‚fabriziert‘ wird sicher nicht ‚menschenwürdig‘ ist denn welcher Mensch möchte an einem Tag mit x Personen den Akt vollziehen. Aber es gibt viele Facetten und ich wünschte mir, dass der/die Freier/in auch das ‚Wohlwollen‘ des Gegenübers mit einbezieht.
    • Andy 20.08.2020 18:00
      Highlight Highlight Grössten Respekt für deine Ehrlichkeit - gerade als Frau! Ich glaube dass ist es auch, was die meisten gesunden Menschen, welche eine solche Dienstleistung wahrnehmen, suchen. Kein geistig gesunder Mensch findet es sexy, wenn das Gegenüber sowas unter Zwang tut oder ausgebeutet wird bzw. daran zu Grunde geht.

      Das grosse Problem dabei ist es halt dies wirklich differenzieren zu können. Daher finde ich "Big ol'joe" progressiver Vorschlag auch viel zielführender, als Leute welche sich als moralisch überlegen aufspielen und damit genau das Gegenteil bewirken, von dem was sie suggerieren.
    • Miriam F. 20.08.2020 18:05
      Highlight Highlight Die Siuation von männlichen Prostituierten ist nicht die selbe.
    • Eyla 20.08.2020 18:31
      Highlight Highlight @Andy - ich fühle mich nicht geistig überlegen und verstehe ganz ehrlich deine Zeilen nicht. Es war mir wichtig aufzuzeigen, dass Prostitution viele Facetten hat und das es durchaus auch möglich ist, seine körperlichen Bedürfnisse aus zu leben ohne dem Gegenüber damit zu schaden.

      Prostitution verbieten bringt nichts daher muss der/die Freier/in einfach Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass kein Leid erzeugt wird, denn die Zuständigen dafür haben anscheinend diese Verantwortung bis dato nicht wahrgenommen, siehe Artikel ...

    Weitere Antworten anzeigen
  • Gawayn 20.08.2020 17:41
    Highlight Highlight Ich hab 0 Ahnung von Prostitution.
    Nie hab ich eine P angetroffen, mit Einer getedet, geschweige Dienste beansprucht.

    Ich weiß aber es ist ein Bedürfnis von vielen Menschen ist. Es seit Menschengedenken so ist.

    So lange es Freier gibt, wird es auch Prostution geben.
    Eine gute Lösung seh ich nicht.
    Aber eines ist sicher.
    Dieses Gewerbe gehört reglementiert.
    Aus der Illegalität raus.

    Die einzige Chance das es wenigstens ein wenig anständig wird
  • Eyla 20.08.2020 17:27
    Highlight Highlight Ich habe die Unterhaltung hier jetzt verfolgt und möchte mich mal als Frau und Freieren einbringen.

    1) Seit ca. 3 Jahren bin ich Single und habe seit ca. 2 Jahren einen Callboy. Seine ‚Dienste‘ nehme ich so alle 2 Monate in Anspruch. Ich habe lange mit meinem Gewissen, kaufe ich einen Körper bzw. leihe ich mir den aus, rumgeschlagen und habe mich dann trotz anfänglicher Skrupel dafür entschieden.

    Mir war/ ist es ganz wichtig, dass mein Gegenüber auch geniessen kann, denn ich will keinen Sex in welchem der Eine dabei leidet.

    Mein Callboy ist ein Student ... Fortsetzung folgt

    • Gawayn 21.08.2020 22:35
      Highlight Highlight Liebe Eyla
      Es wird dir hier bestimmt niemand einen Vorwurf machen, wenn du um an Zärtlichkeiten zu kommen die Dienste eines Callboys beanspruchst.
      Ich schon gar nicht.

      Nur sehe ich als Unwissender in der Szene, doch einen signifikanten Unterschied, zwischen einer Prostituierten und einen Callboy.
      Bei der P. kann ein Mann auch gegen ihren Willen Geschlechtsverkehr haben. Nennt sich Vergewaltigung.

      Bei einem Callboy, hätte es eine Frau bedeutend schwerer gegen seinen Willen mit ihm zu schlafen.
  • Karl33 20.08.2020 17:21
    Highlight Highlight Wenn privilegierte Frauen über Prostitution, d.h. über unterprivilegierte Frauen und Männer schreiben, kommt meist mehr politische Propaganda im Genderkampf raus als sonstwas.

    Noch zu gut ist mir die Feministin Alice Schwarzer im Kopf, die in einer Talksendung eine Prostituierten über den Mund fuhr: Halt die Klappe du Nutte, was weisst du schon! Das ist auch im Nordischen Modell der Tenor: "...weil den Frauen Ausstiegshilfen, Therapien und Perspektiven angeboten werden müssen." Man spricht über Prostituierte wie Drogensüchtige die nicht klarkommen im Leben.



    • Pfefferkopf 21.08.2020 14:15
      Highlight Highlight Natürlich privilegierte Männer wissen am aller besten darüber Bescheid, was unterprivilegierte und auch privilegierte Frauen so erleben! Wenn bei Recherche rauskommt, dass ~80% unter Zwang arbeiten, kann der privilegierte Mann natürlich wissen, dass dies Humbug ist, da er ja immer alles weiss. Vor allem weiss der privilegierte Mann alles über Frauen, vor allem wie sich Sex anfühlt. Er weiss super genau, wie sich ein hartes Eindringen in die Vagina anfühlt - denn Männer wissen einfach alles. Und deshalb weiss er auch, dass privilegierte Frauen Propaganda verbreiten - im Gegensatz zu ihm.
  • Str ant (Darkling) 20.08.2020 17:17
    Highlight Highlight Verbotitis bringt halt eher das Gegenteil von Schutz, da sollte man sich eher an den Niederlanden orientieren!

    Solange die Gesellschaft jedoch auf das "ältestete" Gewerbe herabsieht wird sich wenig ändern.
    Es braucht eine "Aufklärung" und es darf nicht mehr akzeptabel sein Sexworker als minderwertig zu betrachten!






  • Think Deeper 20.08.2020 17:08
    Highlight Highlight Existenzsicherndes Grundeinkommen, Legalisierung und Arbeitsrechtlicher Schutz, Lizenzierte Bordelle,
    professionelle Betreuung und Unterstützung sowie Weiterbildungsmöglichkeiten.
    Knallharte Vorgaben für die Betreiber der Etablissement und sofortige Schliessung und Einzug der Privaten Vermögenswerte bei Verstössen.
  • Glücklicher 20.08.2020 17:00
    Highlight Highlight Ich hätte da mal eine Frage: Ist für euch jeder Freier ein "Sauhund"? Oder gibt es den netten/unschuldigen Freier auch? Diese Wahrnehmung hat doch viel mit möglichen Regelungen dieses Geschäfts zu tun?
    Ich selbst bin mir überhaupt nicht im Klaren wie ich das sehen soll/kann (und kenne die Szene überhaupt nicht).
    "Sauhund" -> bitte blitzen
    Auch "netter Freier" möglich -> bitte herzen
  • My Senf 20.08.2020 16:31
    Highlight Highlight So und jetzt ohne schlechtes gewissen einen porno reinziehen oder?
    Ja genau wir haben eine falsche Vorstellung davon!
    • K1aerer 21.08.2020 15:36
      Highlight Highlight Ist halt die Doppelmoral, die uns nicht kaputt macht. Wenn jeder alles berücksichtigen will, dann kann man nicht mehr so leben wie m an will.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 20.08.2020 16:00
    Highlight Highlight Ein Freier, der weiss oder spürt, dass die Person mit der er Geschlechtsverkehr haben wird, dies nicht freiwillig macht, sondern dazu aus oben im Interview genannten Gründen gezwungen wird, was unterscheidet den von einem Vergewaltiger?
    • K1aerer 20.08.2020 16:25
      Highlight Highlight Ob der das wirklich weiss, weiss niemand. Ansonsten ist man ja auch ein Golterer, weil die Handys in China zu menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Klar Geschlechtsverkehr ist nochmals ein amderes Level. Aber vom Freier zu verlangen, dass er weiss, ob es eine legale oder illegale Prostitution ist, ist schon viel verlangt.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 20.08.2020 17:25
      Highlight Highlight K1. Bitte lesen Sie nochmals meinen Kommentar und antworten dann darauf. Niemand verlangt, dass ein Freier etwas weiss, aber auch ein Holzpflock im Geiste merkt, wenn die andere Person freiwillig niemals mit ihm Sex haben würde. Das ist der springende Punkt.
    • K1aerer 20.08.2020 18:00
      Highlight Highlight Wie willst du das bitte schön erkennen? Meinst du das steht auf ihrem Stirn? Solange die Dame keine erkennbaren Misshandlungen hat oder nicht weint, kann der Otto Normale nicht eindeutig erkennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lustiger Baum 20.08.2020 15:30
    Highlight Highlight Alle sprechen nur über Frauen. Das es aber genauso Männer gibt welche zur Prostitution gezwungen werden oder freiwillig ausüben wird bewusst ignoriert.
    Gleichberechtigung auch hier... Wie immer Fehlanzeige!
    • Tomsen2 20.08.2020 16:29
      Highlight Highlight Wie mir das auf den Sack geht. Bei wirklich jedem Bericht über Unrecht an Frauen kommt sofort einer daher, welcher darüber jammert dass dies den Männern auch geschieht. Das ist hier nicht das Thema.
    • Qui-Gon 20.08.2020 17:50
      Highlight Highlight What about...
    • Walter Sahli 20.08.2020 18:28
      Highlight Highlight Wie tief muss der Hass auf Frauen sitzen und wie gross muss das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit sein, dass man unter dieses Interview einen solchen Kommentar schreibt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fox on the Run 20.08.2020 15:30
    Highlight Highlight Ich (m) habe mich auch schon gefragt, warum Frauen sich das antun.
    Die bisher überzeugendste Antwort habe ich hier von Sara gefunden: "Prostitution ist wie eine Sucht. Es ist wie mit Zigaretten..."
    • Think Deeper 20.08.2020 17:47
      Highlight Highlight Sie tun sich das in der Hoffnung einer bessere Zukunft an. Wenn in 20 Minuten soviel verdienst wie mit einem Tag Arbeit ist die Versuchung gross.
      Wenn der "Freund" dies billigt wird es aus der Rosaroten Woĺke als sexuelle Freiheit, Open mind und selbstbestimmtes, selbstständiges Leben und nicht als Missbrauch wahrgenommen.
      Zudem nicht jeder Kontakt ist unangenehm.
      Wie bei den Versicheruns- und Finanzhaie es macht was mit der Seele und ohne Drogen / Alkohol hälst vor allem die Abwertung, der Missbrauch und die verletzte Selbstachtung nicht aus.
      Der Teufelskreis beginnt
    • Lami23 20.08.2020 21:11
      Highlight Highlight Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Der Grund Nummer eins ist Abhängigkeit.
  • s.johannson 20.08.2020 15:24
    Highlight Highlight Deutschlandfunk Kultur hat im März ebenfalls ein Feature über dieses Thema aufgenommen (Podcast: eine Frau für 5 Euro). Für vielleicht noch etwas mehr Hintergrundwissen auf die Schnelle.

    Mich schockieren die zahlreichen Kommentare hier die 'Prostitution ist nur ein Job' proklamieren. Habt ihr den Text gelesen? Zwang ist unglaublich verbreitet und Frauen haben oftmals keine Chancen, aus dem Milieu herauszukommen.
    • sebaK 20.08.2020 18:47
      Highlight Highlight Den Text gelesen. Aber andere Realitätserfahrungern gemacht. Sex ist nicht immer Liebe, Männer die Zärtlichkeit kaufen sind nicht immer böse, und Prostutierte nicht immer arme Opfer. So gibt es zum Beispiel, auch Freier, welche ausgenutzt werden bis hin zum finaziellen Ruin. Täter, Opfer, Beides? Die Realtität hält nicht immer so ein einfaches Narrativ bereit.
    • Sharkdiver 20.08.2020 21:27
      Highlight Highlight Es gibt unglaublich viele Männer die ins Puff gehen. Würden sie sich die Wahrheit vor Augen halten, hätten sie Mühe damit, also Lügnen sich an
    • s.johannson 21.08.2020 18:43
      Highlight Highlight SevaK, das eine schliesst doch das andere nicht aus. Es steht nirgends, dass Männer die sich Sex kaufen alle böse sind oder das Freier nie ausgenutzt werden. Mach eine Reportage oder schreib ein Buch darüber. Das ist eine andere Diskussion (die aber ebenfalls wichtig ist). Aber bitte nicht dieses Victim-Blaming, weil du's erlebt hast, dass jemand ausgenutzt wurde. Wie du richtig sagst: es gibt keine einfache Erklärung für das Verhalten, aber es gibt sehr wohl die Möglichkeit, sich damit zu befassen und Rückschlüsse zu ziehen - und daraus Handlungen abzuleiten.
  • öpfeli 20.08.2020 15:11
    Highlight Highlight Die Männer sollten umdenken.
    es gibt kein Recht auf Sex.
    • 7immi 20.08.2020 15:21
      Highlight Highlight Du meinst die Freier? Denn eine Minderheit der Männer kauft sich sexuelle Dienstleistungen...
    • UriStier 20.08.2020 15:30
      Highlight Highlight Auch hier gilt es gibt auch Männer die zur Prostitution gezwungen werden.

      Meine Freundin kennt die Szene persönlich.
    • landre 20.08.2020 15:59
      Highlight Highlight @öpfeli

      Und Sie denken dass das auch nur ansatzweise realistisch ist?
      Bzw, dass alle Freier und auch alle Freierinnnen plötzlich anfangen "umzudenken"?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Big ol'joe 20.08.2020 14:55
    Highlight Highlight Verbot und Illegalität machen es nir schlimmer.

    Ich bin eher für Legalisierung, Anerkennung und ordentliche Bedingungen, sprich:

    - Mindestlohn
    - Gute Sozialleistungen und ordentliche Abrechnung
    - Strenge Bewilligungspflicht mit unabhängiger Frauen*Organisation zur Kontrolle
    - Kostenlose Ärztliche und Psychische Behandlung, inkl. Gespräch einmal im Monat für Check-up
    - Gewalttätige Freier in Knast und die Ausbeuter ebenfalls.
    - Safe environment, Code-Wörter, Verträge

    - und zuletzt: Sichere Aufzeichnung per Video, zur Beweisführung!


    • landre 20.08.2020 18:32
      Highlight Highlight Solche oder ähnliche Rahmenbedingungen werden in nicht wenigen Kantonen/ Gemeinden schon so gegeben oder schrittweise eingeführt/ intensiviert. Zumindest was die Aktivitäten in übersehbaren Gewerberäumlichkeiten wie zB ein "Bordell" betrifft.

      Was hingegen hinter anderen Wänden wie zB Wohneinheiten usw abläuft, ist eher die Krux. Bzw, in solchen Kontexten trägt die Kundschaft und lokale Nachbarschaft eine entscheidende Rolle...Denn seien es die Behörden sowie die Hilfswerke/ -Organisationen haben dort logischerweise weniger Zugang als zu den offiziell registrierten Gewerberäumlichkeiten...
    • Luki Bünger 20.08.2020 22:57
      Highlight Highlight Genau so bläst du aber den Schwarzmarkt erst recht auf.
      Sozialleistungen etc. sind ja immer an den Status gebunden. Mit Schwarzarbeit umgehst du das alles locker. Den Strassenstrich würdest wohl ein wenig eindämmen, im Hinterzimmer geht's aber munter weiter wie bisher. Auf Kosten der Frauen.

      Anschaffen bleibt straffrei, Zuhälterei sowie Freierei werden zu Offizialdelikten, mit Tolggen im Leumund und heftigen Bussen.
      Parallel fördert man Sexualtherapie, bildet solche Leute medizinisch/psychologisch aus. Bist halt dann nicht mehr Macker sondern Patient. Alles andere ist pseudo-win-win und es ändert sich nichts.
    • PeteZahad 21.08.2020 07:25
      Highlight Highlight @Big ol'joe Guter Ansatz bis auf die Videos
  • Andre Buchheim 20.08.2020 14:43
    Highlight Highlight "Aber wir müssen uns am Ende trotzdem fragen, was wir höher gewichten: das Bedürfnis eines Mannes oder das Leben einer Frau."

    Der Satz fasst es zusammen. Im Falle der Bedürfnisbefriedigung, da gibt es auch andere Mittel und Wege. Aber das Leben dieser Frauen ist nachhaltig ge- oder zerstört. Ich habe das als Kind bei meiner Mutter erleben müssen. Die ist von der ehem. Stasi in der DDR zur Prostitution während der Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse gezwungen worden. Sie sollte westl. Geschäftsmännern Geheimnisse entlocken. Damit fing ihr Alkoholismus und mein Martyrium an...
    • Wiesler 20.08.2020 18:17
      Highlight Highlight Ein ❤ für dich.
    • Andre Buchheim 20.08.2020 18:37
      Highlight Highlight 💖lichen Dank!
    • sebaK 20.08.2020 18:52
      Highlight Highlight Hast Du den Roman auch gelesen? Und übrigens in der DDR gab es keine ehemalige Stasi und nur die Stasi. Egal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bummerinthesummer 20.08.2020 14:26
    Highlight Highlight Danke watson für das interessante Interview!

    Allerdings fehlt mir von eurer Seite ein wenig den Verweis auf die Problematik der schweizerischen Migrationspolitik, welche die Prostitution stark befördert. Das Problem sind nicht die Loverboys per se, sondern auch man muss auch hinterfragen, weshalb diesen Frauen, welche sich unfreiwillig in dieser Situation befinden, hier in der Schweiz keine Alternativen bleiben. Stichworte: Aufenthaltsrecht, Therapien oder Zugang zu Bildung und Arbeit.

    Die Kollegen von der woz sind etwas näher darauf eingegangen.

    https://www.woz.ch/-ab6c
  • Jeremy Liquidpsy 20.08.2020 14:09
    Highlight Highlight Schwieriges Thema.. Ich bin selber in einer Situation wo ich alle paar Monate diesen Service geniesse. Ich treffe mich aber nur noch mit privaten escort girls. Das sind dann meistens studentinen aus spanien oder anderen west eu ländern. Ich behandle die frauen immer mit höchstem respekt. Dafür sind sie voll bei der Sache und haben spass dabei.
    • Tilia 20.08.2020 16:06
      Highlight Highlight Genau. Spass.....da könnt man im Strahl 🤮
    • Jeremy Liquidpsy 20.08.2020 16:38
      Highlight Highlight Ja es gibt tatsächlich Frauen die dabei Spass haben! Die machen das aber auch nicht den ganzen Tag. Zwischen Luxus Escort und normalem Puffbesuch liegen Welten. Ich würde niemals einen Fuss in ein Bordell setzen. Noch weniger würde ich auf die Strasse gehen um ein Girl zu finden.
    • Natürlich 20.08.2020 18:34
      Highlight Highlight Vielleicht haben sie Spass vielleicht auch nicht. Diese Frauen dind Profis darin, dir ein gutes Gefühl zu geben.

      Aber sicher besser wenn du Escort-Damen buchst, aber besser ganz sein lassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pfefferkopf 20.08.2020 13:54
    Highlight Highlight Zum Kondom Gebrauch bei Prostituierten in der Schweiz:

    https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/studie-freier-ziehen-kondom-extra-ab-ld.129021

    https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen-gossau-rorschach/sex-ohne-gummi-ist-nicht-illegal-ld.382458

    Auch in der Schweiz sind die Bedingungen an vielen Orten miserabel. Resistenter Tripper wie auch exotische Pilzerkrankungen sind auf dem Vormarsch.

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105209/Gonorrhoe-Gefaehrliche-Azithromycin-Resistenz-jetzt-auch-in-Deutschland
  • PeterMo 20.08.2020 13:52
    Highlight Highlight Bei zahlreichen Prostituierten steht kein Loverboy dahinter. Sondern diejenigen, welche schon in der Schweiz arbeiten, erzählen in ihren Heimatländern vom Verdienst in der Schweiz und das hat eine grosse Sogwirkung auf junge Frauen dort. Es gibt zudem zahlreiche selbstbewusste Frauen, die genau wissen, was sie wollen. Nämlich so rasch wie möglich Geld verdienen, um damit ihre Zukunft in ihrem Heimatland zu finanzieren.
    • dan2016 20.08.2020 15:56
      Highlight Highlight wie du siehst, wir wollten sowas hier nicht lesen.
    • bbelser 20.08.2020 21:02
      Highlight Highlight Den Link zu den Untersuchungen, die deine Illusionen bestätigen, lieferst du noch nach?
    • Lami23 20.08.2020 21:13
      Highlight Highlight Es bleibt aber trotzdem so, dass sie es nicht wollen, sondern mangels Perspektiven tun.
  • cool zurich boy 20.08.2020 13:50
    Highlight Highlight Mach mich wohl unbeliebt. Aber wenn man immer auf die Prostitution losgeht, trifft das eben vor allem Männer, die aus körp., ökonomischen oder sonstigen Gründen keine Frau finden (gilt selbstv. auch für Frauen adäquat). Ähnlich verhält es sich mit der Absicht, Alkohol teurer zu machen bzw. mit den verteuerten Zigaretten oder den übertriebenen Bussen für Autofahrer. Das trifft die Leute am meisten, die sonst kaum noch etwas im Leben haben.
    • Nömi the strange aka Wizard of Whispers 20.08.2020 15:56
      Highlight Highlight Dann hast du immer noch zwei Hände.
    • Tilia 20.08.2020 16:06
      Highlight Highlight Du hast kein Recht auf eine Frau oder Sex!
    • Locutus70 20.08.2020 16:23
      Highlight Highlight @Tilia - Das stimmt. Allerdings hat jede Frau das Recht, für Geld Sex anzubieten!!!
      Die machen das halt dann privat.

      Ich finde es unglaublich wie manche Feministinnen das Recht rausnehmen anderen Frauen zu diktieren wie sie zu Leben haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Locutus70 20.08.2020 13:46
    Highlight Highlight Wenn man es abschafft, wird es privat gemacht. Ob das nun besser oder schlechter ist, sei mal dahin gestellt ...
  • Autokorrektur 20.08.2020 13:46
    Highlight Highlight Erst wenn Menschen aufhören, andere Menschen respektlos zu behandeln, wird das alles aufhören. Denn nur wenn man Respekt hat, wird man jemanden nicht als käufliche Ware betrachten können.
    • bbelser 20.08.2020 21:07
      Highlight Highlight Aufhören wird es, wenn wir es uns nicht mehr erlauben, Menschen als Ware zu konsumieren.
      Gilt nicht nur bei Prostitution.
  • Asha 20.08.2020 13:45
    Highlight Highlight Alle diese Kommentare zur Verbesserung der Umstände der Prostitution sind letztlich Augenwischerei. Keine der Frauen sagt: „Wenn ich besseren Schutz und bessere Arbeitsbedingungen hätte, wäre dieser Job toll.“ Sie sagen, dass es ihre Seele kaputt macht, mit Männern zu schlafen, die sie abstossend finden. Das ist die Realität und kein „sicheres“ Bordell oder „nette“ Freier können das ändern.
    • sebaK 20.08.2020 19:01
      Highlight Highlight Schützen wir alle vor sich selber und schaffen wir alle Freiheiten ab.
    • Walter Sahli 20.08.2020 19:37
      Highlight Highlight Würde es nach mir gehen, wäre Ashas Kommentar als "Highlight" gekennzeichnet.
  • Knäckebrot 20.08.2020 13:45
    Highlight Highlight Endlich mal so ein Artikel auf Watson, der nicht in die Richtung hinausläuft das Ganze zu relativieren und gesellschaftlich zu etablieren.

    Was die Leute durchmachen ist Horror und braucht keine Professionalisierung und Etablierung, sondern es soll an der Krankheit der Gesellschaft angegangen werden, die unverbindlicher und Beziehungsunfähiger wird.

    Das Bedürfnisargument finde ich krank.
    • Peter Vogel 20.08.2020 15:26
      Highlight Highlight Sexuelle Bedürfnisse als krank abzutun ist genau das Problem. Menschen sind keine Roboter.
    • Friction 20.08.2020 17:32
      Highlight Highlight @Peter Vogel: ich meine, da haben Sie hineininterpretiert. Knäckebrot hat nicht das sexuelle Bedürfnis als krank tituliert. Sondern dies als Rechtfertigungsgrund anzugeben. Ich bin auf Smørebrøds Seite. Übrigens inkl. sexueller Bedürfnissen.
    • Knäckebrot 20.08.2020 18:28
      Highlight Highlight Danke Friction, so meine ich genau den letzten Satz.

      Das andere ist, dass ich mit "kranke Entwicklung" nicht das sexeuelle Bedürfnis an sich meine.

      Sondern, dass Sexualität in den Bereich des Triebes reduziert wird und von Gegenseitigkeit, Vertrautheit und Verbindung losgelöst wird. Das ist der Grund, warum Sexsüchtige oder Leute, welche ein ausgeprägtes Sexleben ohne verbindliche Innigkeit haben, irgendwie nie zur Ruhe kommen und ihnen immer "was fehlt". Erfüllendes Sexleben ist m.E. in einer intimen Gegenseitigkeit. "Für MICH muss es stimmen", dagegen der Gesellschaftliche kranke Trend.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Peter Vogel 20.08.2020 13:36
    Highlight Highlight Ich riskiere ein paar Blitze aber diskutiere es gerne mit anderen Lesern:

    Es scheint als lägen die Probleme vor allem in den Heimatländern. Für Bananen gibt es Max Havelaar, nicht aber für Prostituierte. Ich weiss, dass das stumpf und kalt klingt aber ist es nicht so?
  • De-Saint-Ex 20.08.2020 13:32
    Highlight Highlight „Das älteste Gewerbe der Welt“... wenn ich das schon nur höre! Ist nicht älter als die Sklaverei. Würden sich doch die Freier wenigstens dessen gewahr sein...
    Und nein, auch ich bin der Meinung, dass es keine „einfache“ Lösung gibt... so zu tun als ob nichts wäre, scheint in diesem Land aber leider immer noch die einfachste „Lösung“ zu sein... die Schweden versuchen wenigstens einen neuen Weg. „Wir“ schauen weg und Zucken mit den Schultern. Ich find’s beschämend.
    • MiaMiu 20.08.2020 13:53
      Highlight Highlight Ich habe immer Geburtshilfe als das älteste Gewerbe der Welt angesehen. Hebammen.
    • De-Saint-Ex 20.08.2020 14:03
      Highlight Highlight Hast Du auf den Feldern in Afrika schon Hebammen gesehen Erntepflückerinnen bei der Geburt ihrer Kinder helfen? Findest Deine Bemerkung wohl superschlau. Und ansonsten, was zum hiesigen Thema beizutragen?
    • Peter Vogel 20.08.2020 16:15
      Highlight Highlight Natürlich ist es das. Sogar bei Schimpansen kann man dieses Verhalten beobachten. Weibchen bieten dort Sex für Nahrung an.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erklärbart. 20.08.2020 13:24
    Highlight Highlight Zuerst:

    "Dass Prostitution eine Wahl ist. Ein Job wie andere."

    Um dann das zu sagen:

    "Die wenigen, die es tun, berichten, dass sie sich aus eigenen Stücken dafür entschieden haben und es auch gerne tun."

    Also ist es unter dem Strich eine Wahl.
    Wie bei jedem anderen Job auch - ich kenne auch Leute, die auf dem Bau arbeiten. Ein, zwei Personen hassen es - aber sie können nichts anderes. Sie haben keine Wahl. Zwei andere, darunter mein Onkel, würde die Baustelle mit nichts anderem wechseln wollen - er liebt es da zu sein.

    Folglich ist Prostitution ein Job wie jeder andere.
    • Superreicher 20.08.2020 13:48
      Highlight Highlight Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Diejenigen Frauen, die den Job freiwillig gewählt haben, reden darüber, die anderen nicht. Also ist die Stichprobe selektiv. Man müsste eine zufällige Stichprobe machen, erst dann wären die Aussagen repräsentativ. Und dann würde es anders ausschauen.
    • Burdleferin 20.08.2020 14:01
      Highlight Highlight Sie können nichts anderes?
      Vielleicht machen sie dies auch, weil sie zB nicht mit Eltern aufgewachsen sind, die ihnen anderes ermöglicht haben.
      Von "Können" zu sprechen finde ich vielen Menschen gegenüber sehr abschätzig!
    • Big ol'joe 20.08.2020 14:57
      Highlight Highlight Nein! Ihr Zitat ist offensichtlich aus dem Zusammenhang gerissen. Diese bezieht sich nämlich auf das „falsche Bild“ das die CH hat!!

      Bitte lesen Sie genau.... haben Sie eigentlich überhaupt was gelesen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andy 20.08.2020 13:17
    Highlight Highlight Als jemand dessen Ex-Freundin (CH) das aus freiem Willen und trotz Alternativen gelebt hat (und der 0 davon profitiert hat, im Gegenteil..), ich sie nicht so kennengelernt habe (bin kein Puff-Gänger), kann ich sagen, dass dies nicht die ganze Wahrheit darstellt.

    Ich habe kein Interesse mit der Presse darüber zu sprechen, welche primär ein gewisses Narrativ bedient bzw. bedienen will.

    Ich werde aber auf meinen eigenen Kommentar antworten und ein paar Erfahrungen aus "erster Hand" mit euch teilen - für die welche das interessiert. Einige davon dürften weniger bekannt sein.
    • Andy 20.08.2020 13:31
      Highlight Highlight Es gibt diverse Locations wo die Ladies alles andere als dazu gezwungen werden. Viele Ladies aus dem Ost-EU Raum tun das auch absolut freiwillig, da sie so in wenig Zeit für ihre Verhältnisse relativ viel Geld verdienen können.

      Die goldenen Zeiten sind jedoch längst vorbei. Als "mittel erfolgreiche" Dame in diesem Bereich würde Frau als mittelgut bezahlte Putzfrau mehr verdienen - mit CH Lebenskosten kann man im Studio/Club Bereich kaum davon leben (ich habe die Abrechnungen einer solcher Location gesehen).
    • AllknowingP 20.08.2020 13:32
      Highlight Highlight Ich bin gespannt!
    • Andy 20.08.2020 13:38
      Highlight Highlight An einigermassen seriösen Locations herrscht ein Alkohol-Verbot. Es gibt Ladies welche sich mit harten Drogen betäuben - viele kiffen aber auch einfach.

      Es ist sehr schwer das als Schweizerin legal zu machen und die Behörden sind nicht gerade hilfreich. Das sage ich als jemand, der darauf bestanden hat, dass ich das nur mittrage, wenn sie sich bei den Behörden anmeldet und versichert ist. Mit der Bezeichnung "Erwachsenen-Unterhaltung" hat es aber geklappt, auch wenn die Behörden so reagiert haben, als wäre sie die erste welche das überhaupt legal angeht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bronko 20.08.2020 13:01
    Highlight Highlight Der Schutz und die Unterstützung einer Arbeitnehmerin unter solch prekären Arbeitsbedingungen müsste definitiv höher gewichtet werden.

    Dafür müssten hohe Anreize geschaffen und Hürden abgebaut werden, um aus der Illegalität zu kommen.

    • Antichrist 20.08.2020 13:49
      Highlight Highlight Es ist nicht illegal.
    • landre 20.08.2020 14:48
      Highlight Highlight Prostitution ist nicht illegal, sondern wird nur oftmals in illegalen Verhältnissen (Räumlichkeiten, Bewilligungen usw) ausgeübt.

      Dies bezüglich hat sich die Situation dank den Kantonen und Gemeinden aber schrittweise ganz klar verbessert.

      Die Probleme bezüglich Förderung oder Zwang von Prostitution scheinen die schwerwiegendsten und heikelsten bzw delikatesten Baustellen zu sein. Und dies bezüglich könnte es gut möglich sein dass die zuständigen Ermittlungsbehörden (Bundes- oder kantonale) sowie die Hilfswerke nicht genügend Ressourcen (materielle sowie immaterielle) bekommen...
  • ein bekiffter Holländer 20.08.2020 13:01
    • Superreicher 20.08.2020 13:49
      Highlight Highlight Je legaler, desto besser der Schutz.
    • landre 20.08.2020 15:31
      Highlight Highlight @Superreicher

      Jein, denn die Wechselwirkung ist dann:

      "Je legaler, desto mehr Aufgaben muss der Staat übernehmen".

      Es ist eine heikle Gratwanderung...Denn Staat hat nicht die Aufgabe die Prostitution zu garantieren oder zu fördern indem er mehr und mehr "Legalität" und somit staatliche Funktionen in diesem speziellen Gewerbe aufbaut...
    • ein bekiffter Holländer 20.08.2020 16:23
      Highlight Highlight landre
      Niemand spricht von Förderung. Aber nicht in die Illegalität zwingen.
  • Glücklicher 20.08.2020 13:00
    Highlight Highlight Die Tragödie dabei: Es wird immer eine Nachfrage geben. Und solange Kriege, Armut und systembedingte Perspektivenlosigkeit existieren auch ein (Über-)Angebot.
    Deshalb bleibt wohl leider: Je legaler das "Geschäft", desto erträglicher die Auswirkungen.
    Dafür könnte man die repressiven Massnahmen auf die noch viel schlimmeren Zustände konzentrieren: Kinder-/Menschenhandel, gewalttätige Freier usw.
    • Walter Sahli 20.08.2020 14:11
      Highlight Highlight "Je legaler das "Geschäft", desto erträglicher die Auswirkungen."
      Wie kommst Du darauf? Und bist Du sicher, dass Du "legaler" nicht mit "transparenter" verwechselst?
      Nur blöd, dass sich käuflicher Sex und Transparenz beissen oder hast Du das Gefühl, dass sich Freier registrieren lassen würden?
    • Glücklicher 20.08.2020 16:45
      Highlight Highlight Mit "je legaler" meine ich eine Gesetzgebung, die weder die "normalen" Freier noch die Prostituierten oder Bordell-/Escortbetriebe kriminalsiert, sondern halt auch dieses aussergewöhnliche Geschäft nach denselben Prinzipien wie andere Geschäftszweige auch geregelt werden. Da sind aber soviele moralische Standpunkte im Weg, dass das schwierig ist.
      Und legal ist nicht synonym mit Transparenz. Das Geschäft mit z.B. Tabakwaren ist legal, Raucher müssen sich aber ja auch nicht registrieren lassen.
  • benn 20.08.2020 12:43
    Highlight Highlight Wie immer die anderen insb. mönner sind schuld, warum übernehmen frauen nicht auch verantwortung für ihr tun, das gehört auch zur Emanzipation! Um jemanden zu unterdrücken braucht es jemanden der sich unterdrücken lässt!
    • Burdleferin 20.08.2020 13:57
      Highlight Highlight Das Dümmste, das ich je gehört habe!
    • Matthias00 20.08.2020 13:59
      Highlight Highlight Perverse Logik. Als nächstes sind dann auch die Juden selbst schuld, dass man sie ins KZ steckte?? Opfer-Täter Umkehr.
    • Walter Sahli 20.08.2020 14:09
      Highlight Highlight Victimblaming at its finest...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Antichrist 20.08.2020 12:37
    Highlight Highlight So viel wurde schon über Prostitution geschrieben. Neues gibt es dazu nicht zu sagen.
    • Superreicher 20.08.2020 13:50
      Highlight Highlight Richtig. Das ist die Analyse. Das andere sind die Massnahmen, und da wurde, wenn ich mich nicht täusche, noch nicht das Optimum zum Schutz der Prostituierten umgesetzt.
  • Burdleferin 20.08.2020 12:36
    Highlight Highlight Diese Ausreden hier in der Kommentarspalte.. "anständige Freier"... Wer anständig ist, nützt Menschen nicht zu seiner Befriedigung aus!
    Ich könnte kotzen!
    • MaximaPoena 20.08.2020 13:49
      Highlight Highlight Pflegende haben oft auch ganz unangenehme Aufgaben. Verzichtest du dann auch darauf?
    • Burdleferin 20.08.2020 15:39
      Highlight Highlight Du vergleichst Pflegende mit Prostituierten?
      Dann hast du GAR NICHTS verstanden!
    • Nutshell 20.08.2020 16:10
      Highlight Highlight Eine "unangenehme Aufgabe" ist es also, sich von Fremden mehrmals täglich penetrieren zu lassen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Burdleferin 20.08.2020 12:34
    Highlight Highlight Endlich! Danke!
  • Dong 20.08.2020 12:29
    Highlight Highlight Warum sprechen wir die moralische Grundsatzfrage "Wollen wir, dass Männer Sex erwerben können" nie an? Ich denke, das ist letztlich des Pudels Kern und auch eine nachvollziehbare Argumentation gegen Prostitution. Die Frauenrechts-Diskussion ist m.E. scheinheilig, sonst würde man den osteuropäischen Mädchen gezielt helfen (was ich sehr begrüssen würde) und die Mehrheitsmeinung der Sex-Workerinnen nicht ignorieren.
    • bbelser 20.08.2020 21:25
      Highlight Highlight Die Frage sollten wir noch schärfer formulieren: "Wollen wir, dass Menschen andere Menschen als Ware konsumieren können?"
      Das betrifft dann übrigens auch nicht nur die Prostitution.
    • Dong 21.08.2020 12:04
      Highlight Highlight @bbelser: Das ist eine andere Frage, die ist aber natürlich auch relevant. Mir geht es darum, dass die Verfügbarkeit von Prostitution die Spielregeln zwischen Mann und Frau ändert, zugunsten untreuer Männer.
  • Thomas G. 20.08.2020 12:25
    Highlight Highlight Mal ganz nüchtern betrachtet ist doch so: Männer (einige) wollen Sex. Frauen (einige) sind bereit den Sex gegen Geld anzubieten. Solange das so bleibt wird es Prostitution geben.

    Aus der Geschichte lernen wir: Der Staat kann es nicht verhindern. Nur human oder weniger human gestalten.

    Gegen Menschen Schmuggel, Zwangsprostitution und unmenschliche Arbeitsbedingungen muss der Staat einschreiten.

  • landre 20.08.2020 12:20
    Highlight Highlight Prostitution ist an sich kein Problem.
    Das Problem sind die ZuhälterInnen, MenschenhändlerInnen und der Staat der dies bezüglich immer noch nicht genug hart durchgreift, auch wenn es nicht einfach ist.
    Gibt den ErmittlungsbeamtInnen und den Hilfswerken die benötigten materiellen und immateriellen Ressourcen. Die brauchen nicht viel bzw sind kompetent und fähig mit relativ wenig viel zu bewirken. Sie brauchen dafür aber die benötigten Ressourcen.

    (Merci @Aline;@Helene für Eure interessante Betrachtungsweise.)
    • Macke 20.08.2020 12:47
      Highlight Highlight Die Prostitution an sich ist genau das Problem. Der Menschenhandel und die Zuhälterei entstehen erst durch die Nachfrage an (möglichst jungen) Frauen. Der Bedarf würde sich nie mit "freiwilligen" prostituierten Frauen decken lassen. Zusätzlich verkennst du das Grundproblem: Der Anspruch, einen Körper einer Frau kaufen zu wollen und zu denken, dass die Vagina ein Arbeitsort ist.
    • Walter Sahli 20.08.2020 12:50
      Highlight Highlight Neinnein, Prostitution ist überhaupt kein Problem. Es macht überhaupt nichts mit einem, wenn man über Jahre hinweg jeden Tag Sex für Geld mit Unbekannten hat, die einem z.T. wie Abfall behandeln. Schon gar nicht 18 jährigen Mädchen. Und gegen böse Zuhälter in Osteuropa braucht es nur ein paar Ermittler, weil ja alle Prostituierten bereitwillig Auskunft geben und diese sofort anzeigen würden, würde man sie nur fragen. Alles total einfach.
    • landre 20.08.2020 13:14
      Highlight Highlight @Macke
      Bitte nimm es nicht persönlich...
      Mit philosophisch esoterischen Konzepten wie

      "Der Anspruch, einen Körper einer Frau kaufen zu wollen und zu denken, dass die Vagina ein Arbeitsort ist."

      kann ich persönlich als nicht Freier aber toleranter Mitmensch nicht sehr viel anfangen.
      Ich bevorzuge es mich auf die Realität zu beziehen und diese zeigt ganz klar dass Ausrottung eigentlich eine Utopie ist da Prostitution seit Menschengeschichte fast in jeder Kultur schon immer präsent war oder ist und höchstwahrscheinlich auch bleibt.
      Es geht um den Schutz der Würden und Integritäten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amarillo 20.08.2020 12:18
    Highlight Highlight Evtl. würde eine Art «Rückkehrhilfe» nützen. Aber die Mehrheit der Frauen will hier Geld verdienen. Zur Aufgabe der Prostitution könnte man sie also nur bewegen, wenn man ihnen die Möglichkeit gäbe, mit einer anderen Arbeit mindestens gleich viel zu verdienen. Das dürfte schwierig werden, zumal ein CH-Durchschnittslohn je nach dem kaum reichen würde. Die grosse Mehrheit der Frauen aus den genannten Ländern geht übrigens einer normalen Arbeit nach, und führt ein für dortige Verhältnisse normales Leben. Dies nur, damit Selbstverantwortung und -bestimmung nicht komplett aus dem Blickfeld geraten
  • echter Züricher 20.08.2020 12:08
    Highlight Highlight Immer das dumme Beispiel Schweden. Googelt einfach mal Escort Stockholm, dann seht ihr wie gut das funktioniert.
    • rolf.iller 21.08.2020 12:56
      Highlight Highlight Hmmmm, 1'500 SEK (150 CHF) für 30min bei der Maya, das schwedische System scheint ja sehr erfolgreich zu sein....
  • Sandlerkönig Eberhard 20.08.2020 12:08
    Highlight Highlight Naja, also wer sich ein bisschen schlau macht findet einige ähnliche Arbeiten aus und über Schweden. Und da sind dann lange nicht alle Betroffenen (sprich Prostituierte) so angetan davon. Viele Frauen werden mehr oder weniger gezwungen, in anderen Ländern anschaffen zu gehen. Da gibt es aber auch Länder, die dann null Komma gar keine Unterstützung wie Anlaufstellen u. Ä. kennen. Und dass dies einen Sinneswandel bei Freiern herbeiführen soll, hmm, da wäre ich mir nicht so sicher. Und der Satz „Lösungen müssen andere suchen“ kommt mir jetzt ehrlich gesagt schon ein bisschen absurd daher...
  • Ritter Kunibert 20.08.2020 12:00
    Highlight Highlight https://www.facebook.com/softie.offiziell/videos/2640604492665773/?vh=e&extid=28WuxBJAlNjMhYBB

    Hier ein Interview mit zwei Sex Workerinnen. Denke ihre Meinung zu dem Thema ist ebenfalls sehr relevant. Sie sprechen sich klar gegen das nordische System aus. Kriminalisierung löst das Problem nicht, sondern drängt es in den Schatten der Gesellschaft.
  • Cris_1879 20.08.2020 11:59
    Highlight Highlight Wie naiv muss man sein, um zu glauben ein Verbot der Prostitution würde irgend etwas verbessern. Natürlich würde es weitergehen, dann aber unter wesentlich mieseren Bedingungen. Was Verbote bewirken, sieht man sehr gut am illegalen Drogenkonsum, am Ende profitiert nur das oraganisierte Verbrechen. Das Gegenteil wäre richtig, die Prostitution aus der Schmuddelecke holen und als normalen Beruf ansehen.
    • Walter Sahli 20.08.2020 16:23
      Highlight Highlight Ich bin so naiv! Eine Freierbestrafung wird mit Sicherheit zu weniger Freiern und somit zu einer Eindämmung der Prostitution führen. Und die Prostitution aus der Schmuddelecke holen zu wollen, ist eine Illusion. Oder glaubst Du, Freier wollen, dass alle wissen, dass sie Freier sind?
      Die Stigmatisierung der Prostituierten ist nur ein Problem und könnte, wenn schon, dann nur international angegangen werden. Oder glaubst Du, die bulgarische Familie findet's voll ok, wenn sie erfährt, dass die Tochter in der Schweiz gar nicht in einem Restaurant arbeitet, nur weil hier anschaffen legal ist?
  • Bruno Wüthrich 20.08.2020 11:56
    Highlight Highlight "Viele dieser Mädchen wachsen in Heimen auf, leben in extremer Armut, erhalten kaum Liebe und erleben viel Gewalt. Ein Loverboy hat da leichtes Spiel. Auch wenn er sie schlägt. Das kennen sie alles. Der einzige Unterschied ist, dass er ihnen zusätzlich sagt, dass er sie liebt. Die Leiterin sagte: Das macht im Leben der Mädchen einen himmelweiten Unterschied."

    Die Frage ist, ob die Gesellschaft willens und in der Lage ist, da eine echte Alternative zu bieten.

    Falls nicht, wird es schwierig.

    Fazit: Es wird schwierig !!!
    • landre 20.08.2020 12:56
      Highlight Highlight @Bruno

      Gesellschaftliche Alternative zu den Loverboys?
      Wie soll das konkret denn aussehen bzw funktionieren?
      ...Staat und Gesellschaft können doch nicht eine Alternative zu diesen Loverboys anbieten.
      Es gehört aber zu den Aufgaben des Staats und der Gesellschaft diesen Typen den Riegel zu schieben und diese Frauen und Mädchen, oftmals fast noch Kinder, dort abzuholen oder begleiten wo sie offensichtlich mit der Realität überfordert sind.
      Dass das verdammt schwierig ist, bleibt eine Gegebenheit, bleibt aber trotzdem machbar.
    • Bruno Wüthrich 20.08.2020 16:28
      Highlight Highlight Es geht um (vermeintliche) Liebe. Die hat - so die Aussage im Artikel - den Frauen gefehlt. Und die glauben sie, bei den Loverboys gefunden zu haben.

      Jeder Mensch braucht das Gefühl, geliebt zu werden. Wie viel diese Frauen zu tun bereit sind, nur um dieser Illusion willen, spricht doch Bände.

      Also frage ich: Was ist die Gesellschaft bereit zu geben, wenn sie der Ansicht ist, man müsse den Loverboys den Riegel schieben.

      Da klammert sich eine arme Seele verzweifelt an den letzten "Strohhalm". Und dann kommen "Gutmenschen", die meinen, etwas Gutes zu tun, indem sie den "Strohhalm" bekämpfen.
  • TheUglyTruth 20.08.2020 11:56
    Highlight Highlight So wie es von Frau Wüst dargestellt wird, ist sicher richtig, aber auch nur eine Facette des ganzen Business.

    Wir hatten in den 90er Jahren ein Fotostudio in Zürich und ein Nebenerwerb war die Girls zu fotografieren.
    90% von diesen Girls waren selbständig, da war kein Mann, kein Zuhälter oder sonst wer dahinter.

    Heute ist es professioneller, es gibt Agenturen z.B. in Polen welche Girls in die ganze EU vermitteln.
    Die meisten die ich kenne sind Studentinnen, die in den Semesterferien ihr Studium verdienen, um unabhängig zu bleiben, die sind dann aber auch weg, sobald das Studium fertig ist.
    • bokl 20.08.2020 12:10
      Highlight Highlight @TheUglyTruth
      Woher weisst du, dass diese Girls selbstständig waren? Der Loverboy muss nicht mit zum Fotoshooting kommen.
    • Vintage 20.08.2020 12:33
      Highlight Highlight Lies den Artikel nochmals bitte und dieses Mal sehr langsam. Die meisten die du kennst? Was genau soll ich darüber denken.
    • Macke 20.08.2020 12:49
      Highlight Highlight Wir sind aber nicht mehr in den 70er oder 90er, sondern im Jahr 2020. Das von Frau Wüst gezeigte Bild stimmt mit Forschungsdaten überein, z. B. dass in Frankreich 98% aller Frauen unter Zwang prostituiert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blues 20.08.2020 11:53
    Highlight Highlight Es wird immer und überall in allen Bereichen Ausnahmen geben. Aber die Prostitution wird nie ein "Beruf" auch wenn das viele fordern. Die meisten Prostituierten fangen in sehr jungen Jahren an und nur wegen dem Geld. Später gibt es in den meisten Fälle keinen Ausstieg auch wenn das die Meisten möchten. Darüber sollten sich alle jungen Frauen im klaren sein, wenn sie diesen Weg wählen, freiwiilig!
    • Garp 20.08.2020 13:14
      Highlight Highlight Du hast wohl das Interview nicht gelesen oder nichts verstanden.
  • k.ant 20.08.2020 11:50
    Highlight Highlight Ich arbeite in einem Kiosk in der Nähe eines Bordells. Wenn ich mir die Mädchen ansehe, die bei mir Zigaretten kaufen, kommen mir die Tränen. Die meisten blutjung, viele sehen aus wie 16. Fast alle sind Romas. Männer, die sich solche Mädchen kaufen sind ganz einfach Schweine.
    Warum erhalten solch junge Frauen überhaupt eine Arbeitsbewilligung? Eine Altersgrenze, besser 40 als 30, wäre sehr wünschenswert.
    • reactor 20.08.2020 12:01
      Highlight Highlight geht mir auch so, ich arbeite in der Nähe der Langstrasse in Zürich
    • Toerpe Zwerg 20.08.2020 12:35
      Highlight Highlight 65 wäre noch besser.
    • Emil22 20.08.2020 12:53
      Highlight Highlight Arbeitsbewilligung? Es gibt viele, gerade aus dem östlichen Europa, die für 4 - 5 Tage herfliegen, möglichst viel arbeiten und wieder weg sind. Denkst du, die kümmert eine Arbeitsbewilligung?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Varanasi 20.08.2020 11:44
    Highlight Highlight In der 37Grad Sendung vom letzten Dienstag wurden Frauen porträtiert, die über Loverboys in die Prostitution geraten sind.
    Es ist eine bedrückende Reportage:

    https://www.zdf.de/nachrichten/hallo-deutschland/37-grad-loverboys-100.html
  • 3klang 20.08.2020 11:41
    Highlight Highlight Bei Prostitution verhält es sich wie bei Drogen. Ein Verbot verhindert die Existenz nicht.

    Legal halten, regulieren und angemessen kontrollieren ist die einzige Lösung um möglichst wenig Verlierer im System zu haben.
    • Walter Sahli 20.08.2020 12:17
      Highlight Highlight Was willst Du "angemessen" kontrollieren? Ob die Frau eine korrekte Aufenthaltsbewilligung hat? Ob sie ihre Steuern richtig abrechnet? Ob die Freier nett zu ihr sind? Ob sie die Einnahmen behalten kann oder sie ihr abgenommen werden?
      Die Verlierer sind immer die Prostituierten und daran soll ja nichts geändert werden, wie die heuchlerischen Rechtfertigungskommentare wie Deiner und die Zustimmung, die sie erhalten, zeigen.
    • Friction 20.08.2020 12:31
      Highlight Highlight Die Regulation und die Kontrollen versagen sang und klanglos. Bzw. sind es doch immer noch die prostituirten Menschen, die unter den Sanktionen leiden.

      Ich kann die Meinung betreffend Legalisierung nachvollziehen, zweifle jedoch daran, dass es genügend Frauen gäbe, die freiwillig dieses "Gewerbe" ausführen würden. Dann ist der Präventionsaspekt, der häufig ins Feld geführt wird, wonach es dank legalisierter Prostitution weniger Vergewaltigubgen gäbe, obsolet. Wobei ich diesen Aspekt absolut nicht verstehe geschweige denn gutheisse.
    • Macke 20.08.2020 12:51
      Highlight Highlight Nein, eben nicht. Legalisierung fördert die Prostitution und dadurch den Menschenhandel. Die Niederlande, z. B. Amsterdam, krebsen zurück, da die Folgen der Legalisierung eine massive Zunahme des Menschenhandels waren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Demetria 20.08.2020 11:39
    Highlight Highlight Es gibt so Bereiche, bei denen die Digitalisierung und der Einsatz von Robotern gar nicht so schlecht wäre. Den Stripperinnen in der 3D Brille tut es ja so wenig weh wie einem Roboter. Im Grunde wäre es auch bei Hausangestellten besser man hätte Roboter statt Sans-Papiers für 12 Franken die Stunde. Ich war nie Prostituierte, aber ich war Dienstmädchen. Ich würde eher stehlen gehen oder obdachlos werden als noch mal in diese ausbeuterische Mühle. Aber mit Anfang Zwanzig weiss man es noch nicht besser.
    • Baccaralette 20.08.2020 12:45
      Highlight Highlight Weisst du, den meisten Freiern geht es nicht um den Sex per se. Es geht um Macht. Sie bezahlen, sie kaufen diese Frau. Also tut sie, was dem Freier vorschwebt, was immer es sein soll.
    • Emil22 20.08.2020 13:02
      Highlight Highlight @Bac so? Du weisst also, um was es den meisten Freiern geht? Ilan Stephanie, die selber Prostituierte war und nicht "nur" recherchierte, hat ja auch ein Buch darüber geschrieben: "Männer, die in den Puff gehen, wollen nicht alle etwas Grausames durchziehen, die suchen genauso wie draußen einfach nur Kontakt."
    • Baccaralette 20.08.2020 13:43
      Highlight Highlight Ach Emil. Vielleicht recherchierst du mal selber ein bisserl. Ist nämlich gar nicht so schwer. Du kannst zum Beispiel ganz viel lesen in den Freierforen, die öffentlich zugänglich sind, sozusagen das TripAdvisor für Huren (sorry für meine Ausdrucksweise, aber bei den meisten Einträgen in diesen Foren fallen mir die Zehennägel aus). Da wird eine Frau (!!) für eine Leistung beurteilt, die bezahlt wird. Die soll verdammt noch eins Spass dabei haben, dem Typen eins zu blasen und nicht etwa nur ein wenig mechanisch stöhnen. Dann wird gewürgt, ins Gesicht gespritzt und und und. Aber ja. Ist ja egal.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 20.08.2020 11:37
    Highlight Highlight Die interessante Frage ist, was könnte getan werden, dass die Frauen nicht mehr ihren Zuhältern und Loverboys ausgeliefert sind.
    Vielleicht mehr durch die Frauen selbstverwaltete Bordelle?
    • Walter Sahli 20.08.2020 11:55
      Highlight Highlight Es kann gar nichts gemacht oder kontrolliert werden, da die Frauen schweigen. Und selbst wenn jede Frau selbstständig anschafft, Sex für Geld mit mehreren Männern pro Tag über Jahre hinweg, macht kaputt!
    • bruuslii 20.08.2020 13:21
      Highlight Highlight die einzige alternative, die ich sehe ist, dass niemand es überhaupt nur nötig hat, anschaffen zu gehen.

      weder die prostituierten selbst, noch die zuhälter.

      in unserem aktuellen maximal kapitalistischen system ist das kaum denkbar.

      sämtliche gedachten lösungen bedingen, dass die welche haben, verzichten/bescheidener werden und etwas abgeben an welche die zu wenig haben.

      🎶däne wos guet geit, giengs besser, giengs däne besser wos weniger guet geit. was aber nid geit ohni dass däne weniger guet geit, wos guet geit...🎵
    • Garp 20.08.2020 13:24
      Highlight Highlight Was muss getan werden, damit Freier nicht meinen sie können sich einen Körper kaufen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 20.08.2020 11:29
    Highlight Highlight Es geht den Staat halt einfach nichts an, wen Frauen und Männer "ihre Körper verkaufen" aka eine Dienstleistung mit diesem Erbringen.
    Das Nordische Model wird auch von Amnesty, der UNO und vermutlich allen Prostituierten-Organisatione in Deutschland und der Schweiz abgelehnt.
    Auch funktioniert es halt schlicht und ergreifend nicht.
    https://publications.parliament.uk/pa/cm201617/cmselect/cmhaff/26/26.pdf
    Ab Seite 22
    • Baccaralette 20.08.2020 12:46
      Highlight Highlight ..von den Prostituierten abgelehnt? Ja ist klar. Da geht es um ihren Verdienst, den sie danach nicht mehr haben.
    • Garp 20.08.2020 13:25
      Highlight Highlight Doch es geht den Staat sehr viel an und die ganze Gesellschaft, wenn man meint das Elend anderer ausnützen zu können und sich Sex zu kaufen.
    • Garp 20.08.2020 15:53
      Highlight Highlight Ich muss noch nachschieben, es gibt auch junge Männer, die die benutzt werden. Bei den Stricherjungs sieht es nicht besser aus.
  • Neruda 20.08.2020 11:27
    Highlight Highlight Zum schwedischen Modell muss man anfügen, dass es einfach scheinheilig ist. Gutes Beispiel ist der Fall Eva-Marree Kullander, die, nachdem sie sich von ihrem gewalttätigen Freund trennte, anschaffen ging und der, als die Behörden davon erfuhren, die Kinder weggenommen wurden und dem gewalttätigen Vater das Sorgerecht erteilt wurde. Später wurde sie dann vom Ex auf dem Sozialamt getötet. Auch hat sich die Situation der Frauen, die trotzdem noch als Prostituiertearbeiten, zusätzlich verschlechtert. Es muss etwas getan werden, aber einfach das schwedische Modell zu übernehmen ist keine Lösung.
    • Knäckebrot 20.08.2020 14:11
      Highlight Highlight Dass der Vater falsch eingeschätzt wurde, ist an sich Modellunabhängig. Dass der Frau das Sorgerecht entzogen wurde auch.

      Dass sich die Situation der dennoch Prostituierten verschlechterte, hat zwar mit dem Modell zu tun, allerdings muss man diese Situation dann speziphisch angehen.

      Die Situation der Drogendealern verschlechtert sich auch immer wieder in manchen Gebieten, je nach Politik und dennoch kann die Lösung doch nicht darin liegen, ihre Bisherige "Arbeit" zu stützen.
    • Garp 20.08.2020 20:27
      Highlight Highlight Man muss den Frauen eine Existenz bieten, Ausstiegshilfen und wenn sie abhängig sind von einem Typen, ein Therapieangebot bieten, das möglichst niederschwellig ist. Ferner muss die Gesellschaft als Ganzes klar Stellung beziehen, dass Menschenhandel nicht ok ist und nichts anderes ist Prostitution.
  • Moglyy 20.08.2020 11:23
    Highlight Highlight Ein grosser Aspekt bei der Diskussion wird ausgeblendet:

    Der Staat hat ganz simpel kein Recht mir zu verbieten, dass ich meinen Körper für Geld anbiete. Basta.

    Diese Recht gehört nur mir.

    Der Staat hat dazu zu schauen, dass dies nicht unter Zwang geschieht, das ist seine Aufgabe.

    Die Dame hat ein Bordell besucht, weder Escort noch sonst irgend etwas thematisiert und bricht alles über ein Knie.

    In Schweden ist die Dunkelziffer an illegaler Prostitution übrigens riesig. Das hilft niemandem.
    • maylander 20.08.2020 11:42
      Highlight Highlight Andererseits dürfte sie im Bordell ihre Recherchen mit Erlaubnis der Betreiber durchführen. Bei einem wirklich üblen Betrieb wäre dies sicher nicht möglich.
    • Walter Sahli 20.08.2020 11:59
      Highlight Highlight Blödsinn! Der Staat bestimmt in sehr vielen Bereichen, was wir mit unserem Geld und unserem Körper tun dürfen! Und es ist noch keine Frau drogen- oder alkoholabhängig geworden, weil sie sich nicht prostituieren durfte.

      Und die Kontrollen und Schutzmechanismen bei legaler Prostitution sind übrigens überhaupt nicht so wirksam, dass es einen wesentlichen Unterschied zur illegalen Prostitution gibt.
    • Donald 20.08.2020 12:03
      Highlight Highlight Und jetzt definiere "Zwang" nach dem du den Artikel gelesen hast?
    Weitere Antworten anzeigen
  • i schwörs 20.08.2020 11:20
    Highlight Highlight Guter Artikel hinter die Kulissen, danke. Der Ruf nach Anerkennung als Beruf ist sicher begründet. Aber ob damit das Grundproblem behoben wird? Meiner Meinung nach ist das Übel in der Situation der Frauen zuhause begründet: die Perspektivenlosigkeit, die Ausnützung durch sog. Loverboys, die "Entmündigung" der Frauen, die sich in einer Situation wiederfinden, in denen sie ihre Psyche spalten müssen, um diese unsägliche Tätigkeit auszuüben. Vergleichbar mit Opfern häuslicher Gewalt, welche sehr oft die Täter in Schutz nehmen. Ich finde das Schicksal dieser Frauen verstörend und schrecklich.
    • i schwörs 20.08.2020 11:53
      Highlight Highlight der Blitzer findet das Schicksal der Frauen wohl prima.. es ist zum ko...
  • insert_brain_here 20.08.2020 11:11
    Highlight Highlight Extrem schwieriges Problemfeld. Da die Nachfrage offensichtlich enorm ist erscheinen Versuche Prostitution komplett zu verbieten zwecklos, das Milieu wird einfach weiter in den Untergrund gedrängt. Auch beim nordischen Modell hab ich meine Zweifel, wenn Prostitution illegal ist arbeiten die Frauen per Definition schwarz, sind also arbeitsrechtlich schutzlos, können auch ihren Lohn nicht einfordern und sind daher wieder auf einen "Aufpasser" - aka Zuhälter - angewiesen.
    • Snowy 20.08.2020 11:18
      Highlight Highlight Seit Schweden die Policy eingeführt hat, sind Bordelle im grenznahen Ausland wie Pilze aus dem Boden geschossen....
    • Tisch 20.08.2020 11:21
      Highlight Highlight Ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Ich kann nur nicht verstehen, wie man eine solche Tätigkeit, die oft persönlichkeitsverletzend und menschenverachtend ist, legal lassen kann? Wenn man nicht will, dass die eigene Tochter, Mutter oder Schwester als Prostituierte arbeitet, dann kann man das doch nicht zulassen, nur weil es anscheinend nicht anders gehen sollte?
    • insert_brain_here 20.08.2020 11:25
      Highlight Highlight Ich dachte schon, dass die vielen Schweden nicht ausschliesslich zum Saufen mit der Fähre nach Riga fahren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Denk nach 20.08.2020 11:05
    Highlight Highlight Besteht nicht die Gefahr, dass bei einer Abschaffung der legalen Prostitution der Schutz der Frauen noch schlechter wird, auch wenn nur der Freier bestraft wird?

    "Sichere Zonen" wie Bordelle würden dann wohl verschwinden. Ich bin nicht so optimistisch, dass die Prostitution in naher Zukunft dann vollständig verschwinden würde....
    • Walter Sahli 20.08.2020 12:12
      Highlight Highlight Welchen Schutz haben die Frauen denn heute? Das Problem ist nicht einfach nur die Ausbeutung durch die Zuhälter, sondern die psychischen und physischen Schäden der Prostitution.
      Hört doch auf mit dieser gesundbeterischen Heuchelei, die nur kaschieren soll, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
    • k.ant 20.08.2020 12:43
      Highlight Highlight Ein Bordell als sichere Zone zu bezeichnen finde ich doch ein bisschen zynisch.
    • Garp 20.08.2020 13:09
      Highlight Highlight Die Typen sollen umdenken, die meinen sich alles kaufen zu können. Dazu braucht es uns alle, wir müssen hinter den Prostituieren stehen und nicht schon wieder ausweichen, ui dann wird alles noch schlimmer.
      Das ist doch ein sehr trauriges Statement von Dir, nach dem Motto, da kann man halt nichts machen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Commander Salamander 20.08.2020 11:04
    Highlight Highlight Zu diesem Thema, insbesondere auch betreffend Loverboys, gab es gerade diese Woche auf ZDF eine sehr interessante und eindrückliche Dokumentation (37 Grad, https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad).
  • derEchteElch 20.08.2020 11:01
    Highlight Highlight Interessantes Interview und gute Arbeit Frau Wüst.
  • DocShi 20.08.2020 11:00
    Highlight Highlight Tja, solange Prostitution kein legaler anerkannter Beruf (vor Gesetz) ist, wird es schwierig etwas zu ändern.
    Neben den Freiern die sich echt mies den Frauen gegenüber verhalten, gibt es ja auch "anständige" Freier. Und wie sollen diese wissen ob eine Frau das freiwillig macht oder nicht?
    Schwierig das ganze für alle. Denn das älteste Gewerbe ist auch das mies behandelste der Welt.
    Die nordische Lösung finde ich nicht gut denn damit verdrängt man das Ganze noch mehr in den Hintergrund und in die Kriminalität die man dann noch weniger von aussen wahrnehmen kann.
    • maylander 20.08.2020 11:16
      Highlight Highlight In einer baufälligen Ruine, die fast zusammenbricht wird wahrscheinlich niemand freiwillig arbeiten. Da können die Anständigen schon gewisse Schlüsse ziehen.
      Ansonsten braucht es gewisse Standards und entsprechende Labels. Wäre ja interessant wie viel Kunden sich für eine faires Angebot entscheiden werden.
      Eigentlich hätte der Staat ja Interesse dass Steuern und Sozialabfaben bezahlt werden.
    • Tatatuk 20.08.2020 11:24
      Highlight Highlight Ich find die Geschichte vom "anständigen Freier" immer etwas schwierig. Gibt es den überhaupt oder ist das überspitzt gesagt ein Oxymoron?

      Die Autorin berichtet vom Rotlichtmilieu in der Schweiz und der Artikel endet mit "Niemand macht das gerne. Niemand!" Wenn man Frauen finden will die das "gerne" machen, dann muss man vielleicht eher nach einer Escort suchen - und das ist aufwändiger und teurer.
    • VormGarten 20.08.2020 11:54
      Highlight Highlight Woher kommt eigentlich der Irrglaube dass es sich bei der Prostitutiom um das aelteste Gewerbe der Welt handelt?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cirrum 20.08.2020 10:56
    Highlight Highlight Mit Frauen ist es im prinzip gleich wie beim Rassismus, sie wurden und werden immer noch unterdrückt und ausgenutzt.. das wird sich leider wohl noch lange nicht ändern.. und der Satz ist sehr passend zu vielen Situationen;
    "Es ist ein verzerrtes Bild – das wir aber oft dankbar annehmen."
    Wir belügen uns selber, um viele schlimme Situationen und Gegebenheiten zu rechtfertigen..




Der fröhliche Anarchist David Graeber ist tot

Er war ein anerkannter Wissenschaftler, Vordenker der Occupy-Wall-Street-Bewegung und ein bekennender Anarchist.

Mit David Graeber zu sprechen, war nicht immer ganz einfach. Mein erstes Interview mit ihm führte ich auf den Strassen von Frankfurt, umgeben von Polizisten und Demonstranten. Tags zuvor hatten die Ordnungshüter das Camp der Occupy-Bewegung aufgelöst. Graeber war vor Ort, um den Protestierenden Mut zu machen.

Berühmt wurde Graeber zunächst jedoch nicht als Vordenker der Protestbewegung, die 2011 weltweit für Furore sorgte. Zuvor hatte er mit seinem Buch «Schulden, die ersten 5000 Jahre» die …

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