DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Den Einzug ins Bundeshaus hat Andreas Glarner (hier mit Magdalena Martullo-Blocher) zwar geschafft – doch die Unterstützung in seiner Gemeinde Oberwil-Lieli fehlt.<br data-editable="remove">
Den Einzug ins Bundeshaus hat Andreas Glarner (hier mit Magdalena Martullo-Blocher) zwar geschafft – doch die Unterstützung in seiner Gemeinde Oberwil-Lieli fehlt.
Bild: KEYSTONE
Interview

SVP-Glarner: «Die Bevölkerung will, dass Asylbewerber bei uns untergebracht werden. Dann machen wir das»

SVP-Nationalrat und Gemeindeammann Andreas Glarner plant nach seiner Niederlage an der Generalversammlung in Oberwil-Lieli Container für Asylbewerber. Glarner warnt die Bevölkerung aber auch vor Terroristen, die sich unter Flüchtlinge mischen könnten.
30.11.2015, 06:4330.11.2015, 08:02
Rolf Cavalli / Aargauer Zeitung
Jetzt auf

Überraschend hat die Bevölkerung im aargauischen Oberwil-Lieli Glarners Plan zurückgewiesen, sich von der Aufnahme von Flüchtlingen freizukaufen. An der Generalversammlung vom Freitagabend stimmten 176 Stimmberechtigte gegen die budgetierten 290'000 Franken für entsprechende Ersatzzahlungen an den Kanton. Glarner bekam für seinen Vorschlag nur 149 Stimmen. 

Herr Glarner, was ist schief gelaufen am Freitagabend?
Andreas Glarner:
Nichts ist schief gelaufen. Das war eine demokratische Ausmarchung. Und die Gemeindeversammlung hat entschieden.

Die Gegner ihres Asylplans haben offenbar besser mobilisiert als Sie?
Wenn Sie so wollen. Aber als Gemeindeammann mobilisiere ich nicht. Ich leite die Versammlung und nochmals: Wenn die Mehrheit etwas beschliesst, dann ist das so zu akzeptieren. Wir sind in einer Demokratie.

Ihre Gegner sagen, sie hätten den Antrag eventuell zurückgezogen, wenn der Gemeinderat seinen Alternativplan konkretisiert hätte, Asylbewerber in Nachbardörfer unterzubringen, aber dafür die Betreuung zu übernehmen.
Das sind jetzt Sprüche dieser Leute. Richtig ist: Wir haben eine Auslegeordnung gemacht. Erstens, Asylbewerber nicht aufnehmen und dafür bezahlen; zweitens, Asylbewerber ausserhalb des Dorfes betreuen oder drittens, sie direkt in Oberwil-Lieli aufnehmen. Die Bevölkerung will jetzt offensichtlich, dass die Asylbewerber direkt bei uns untergebracht werden. Dann machen wir das jetzt auch.

Wie geht es konkret weiter?
Wir werden jetzt möglichst schnell Unterkünfte suchen. Das ist schwierig. Mir schwebt eine Containerlösung vor.

Zählen Sie jetzt auf die Unterstützung der «IG für ein solidarisches Oberwil-Lieli», welche sich für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzte?
Wenn es dann eventuell Betreuungsaufgaben gibt, sehen wir ja, ob sie auch solidarisch sind, wenn es ums konkrete Arbeiten geht. Zunächst steht aber die Unterbringung der Asylbewerber durch die Gemeinde im Zentrum.

Sie haben am Montag ihren ersten Tag als Nationalrat in Bern. Kommt ihnen der Fokuswechsel gerade recht nach der Niederlage in ihrer Gemeinde Oberwil-Lieli?
Nein, als Gemeindeammann bleibt mir Oberwil-Lieli am Herzen. Und die Asylpolitik bleibt auf allen Ebenen – national, kantonal und kommunal – ein Riesenproblem. Wir laufen Gefahr, dass über die Flüchtlingsströme auch Terroristen eingeschleust werden. Wenn das die Bevölkerung in Kauf nehmen will, ist das halt so.

Der Auslöser: Glarner in der ARD

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Bomben-Bastler von der Streetparade muss das Land verlassen

2019 deponierte M.R. aus Bremgarten eine Bombenattrappe am Zürcher Utoquai. Mit sechs Monaten bedingt kam er damals glimpflich davon. Nun wurde ihm aber ein ganz anderes Delikt zum Verhängnis.

Ein Unbekannter ist er ganz und gar nicht, der Beschuldigte, der sich gestern Nachmittag am Bezirksgericht Bremgarten zu verantworten hatte. Als «Bomben-Bastler von der Streetparade» erlangte M.R. (Name der Redaktion bekannt) schweizweit zweifelhafte Bekanntheit (die AZ berichtete).

Während der Streetparade 2019 hatte der damals in Bremgarten wohnhafte Deutsche am Utoquai in Zürich einen Rucksack mit Kabeln, einem Handy, Metallteilen und gefüllten Flaschen deponiert. Dass es sich um eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel