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Salafisten-Moschee in Embrach weckt Ängste

In diesem Gewerbehaus in Embrach befindet sich die Moschee der El-Furkan-Gemeinschaft. 
In diesem Gewerbehaus in Embrach befindet sich die Moschee der El-Furkan-Gemeinschaft. Bild: GoogleMaps
El-Furkan-Gemeinschaft

Salafisten-Moschee in Embrach weckt Ängste

29.06.2014, 16:1229.06.2014, 16:38

Die radikalislamische El-Furkan-Gemeinschaft, die in Deutschland Ableger hat, ist seit knapp einem Jahr auch in der Schweiz aktiv, wie der «SonntagsBlick» berichtet. El-Furkan wirbt für die salafistische Terrorgruppe «Islamischer Staat im Irak und in Syrien» (ISIS) und predigt den Dschihad. Die Organisation, die sich via Embrach in der Schweiz installieren möchte, richte sich vor allem an junge Albaner, sagt Saïda Keller-Messahli vom Forum für einen fortschrittlichen Islam. 

Die Moschee der Gemeinschaft in einem Embracher Gewerbe- und Geschäftshaus sorgt für Unruhe im Dorf: Sie ist zum Treffpunkt der Schweizer Salafistenszene geworden. Die verschleierten Frauen und bärtigen Männer, die vor allem am Freitag den für rund hundert Gläubige ausgelegten Gebetsraum an der Hardhofstrasse besuchen, sind manchen Anwohnern unheimlich. 

«Mit dem Krieg in Syrien und Irak sind die Extremisten offensiver geworden.»
Saïda Keller-Messahli, Forum für einen fortschrittlichen Islam

Im Visier des deutschen Verfassungsschutzes

Mehr zum Thema

Ein Angestellter einer Firma im gleichen Haus sagte der Regionalzeitung «Wochenspiegel» schon im vergangenen November, die Ansichten der Islamisten seien «beängstigend»: «Menschen, die unseren Glauben und unsere Gesetze so vehement ablehnen, sind mir ungeheuer.» In Deutschland wird El-Furkan vom Verfassungsschutz beobachtet. «Mit dem Krieg in Syrien und Irak sind die Extremisten offensiver geworden», erklärt Keller-Messahli. 

«Es ist nicht gut, eine Gemeinschaft in unserem Dorf zu haben, die andere Religionen und unsere Gesellschaft in Frage stellt.»
Erhard Büchi, Gemeindepräsident Embrach

Die Behörden von Embrach sind sich bewusst, wie heikel der Salafisten-Treffpunkt in der Gemeinde ist. «Es ist nicht gut, eine Gemeinschaft in unserem Dorf zu haben, die andere Religionen und unsere Gesellschaft in Frage stellt», sagt Gemeindepräsident Erhard Büchi (FDP). Und Daniel Spiess, Präsident der lokalen SVP: «Man hätte verhindern müssen, dass sich diese Gemeinschaft hier niederlässt.» (dhr)

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