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Plakat der Ausstellung« Breaking the Silence» in Zürich. bild via facebook

Israel will eine Ausstellung in Zürich verhindern, die vom Schweizer Steuerzahler mitfinanziert wird



Morgen eröffnet im Kulturhaus Helferei in Zürich die Ausstellung «Breaking the Silence». In der gleichnamigen NGO sind israelische Soldaten organisiert, die über Kriegsverbrechen bei ihren Einsätzen in der Westbank und Gazastreifen sprechen. Die Ausstellung wird unter anderem von der Stadt Zürich und dem EDA in Bern finanziert. Darüber ist die israelische Regierung offenbar so erbost, dass ihr Botschafter in Bern am Dienstag eine Protestnote deponiert hat.

Breaking the Silence ist eine NGO von ehemaligen und aktiven israelischen Soldaten, deren Ziel es ist, in der israelische Gesellschaft eine Diskussion über den moralischen Preis der Besatzung zu führen. Sie publiziert Berichte von Soldaten über ihre Erlebnisse während ihres Dienstes (siehe Video unten). Die israelische Armee und Regierung lehnen die Organisation ab und kritisieren deren finanzielle Unterstützung durch ausländische Regierungen und NGOs.

Die Zeitung Haaretz zitiert einen ungenannten hochrangigen Mitarbeiter des israelischen Aussenministeriums, wonach Botschafter Yigal Caspi beim EDA «scharf» gegen die finanzielle Unterstützung der Schweiz für die Ausstellung protestierte, da diese das «Ansehen Israels beschmutze».

Swiss Federal President Simonetta Sommaruga, center, and foreign minster Didier Burkhalter, right, shake hands with Israels Ambassador Yigal Baruch Caspi during the traditional New Year's reception of the diplomatic corps, at the Bernerhof the Federal Department of Finance, in Bern, Switzerland, Wednesday, January 14, 2015. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Yigal Caspi (links) beim traditionellen Neujahrsempfang 2015 in Bern mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Aussenminister Didier Burkhalter. Bild: KEYSTONE

Auf dem Flyer der Ausstellung danken die Organisatoren an erster Stelle dem Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten und dem Finanzdepartement der Stadt Zürich. Laut dem israelischen Newsportal NRG beträgt der Zuschuss des EDA 15'000 und jener der Stadt Zürich 10'000 Franken.

«Ich habe unsere Botschaft in Bern angewiesen, umgehend nach Massnahmen zu suchen, die gegen die Ausstellung ergriffen werden können», erklärte die stellvertretende israelische Aussenministerin Tzipi Hotovely am Dienstag in Jerusalem. «Wir werden diese Organisation nicht ignorieren, deren einziges Ziel es ist, israelische Soldaten in Verruf zu bringen, da sie auf der internationalen Bühne operiert, um Israels Ansehen schweren Schaden zuzufügen.»

In this photo taken March 13, 2012, Knesset member Tzipi Hotovely sits in the Knesset, Israel's parliament, in Jerusalem. on Thursday, May 21, 2015 Hotovely, Israel’s new deputy foreign minister, delivered a defiant message to the international community on Thursday, May 21, 2015, saying that Israel owes no apologies for its policies in the Holy Land and citing religious texts that it belongs to the Jewish people. (AP Photo/Emil Salman)

Stellvertretende israelische Aussenministerin Tzipi Hotovely. Bild: Emil Salman/AP/KEYSTONE

Die NGO «Breaking the Silence» hat die Anschuldigungen ihrer Regierung in ebenso scharfen Worten zurückgewiesen: «Es wäre schön, Hotovely und andere Regierungsvertreter kämen an die Ausstellung und würden den Soldaten zuhören und mit ihnen diskutieren, statt auf feigem und gewalttätigem Weg zu versuchen, sie zum Schweigen zu bringen.» 

EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier erklärte gegenüber «Haaretz», man habe die Protestnote von Botschafter Caspi zur Kenntnis genommen, werde sie aber nicht kommentieren. Die Schweiz setze sich für einen gerechten und dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ein, basierend auf einer Zwei-Staaten-Lösung, so Crevoisier. Eine Voraussetzung für Frieden sei, dass sich alle Konfliktparteien besser an das internationale Recht hielten.

abspielen

Ein israelischer Soldat spricht über seinen Einsatz während des letzten Gazakriegs. YouTube/Breaking the Silence / שוברים שתיקה

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ninon 03.06.2015 15:14
    Highlight Highlight Die Kindersoldaten von Watson sind wieder mal nicht befähigt, einen simplen Satz zu verstehen und richtig zu kolportieren.

    Israel will nicht die Ausstellung verhindern, sondern Israel fordert das EDA dazu auf, dafür keine Steuergelder aufzuwerfen, weil die Ausstellung den Zielen der Schweiz nach einer Zwei-Staaten-Lösung widerspricht.

    Auch ich möchte nicht, dass meine Steuergelder für eine politische Propaganda-Ausstellung aufgewendet werden.
    • M. Graf 03.06.2015 22:27
      Highlight Highlight Da es sich beim Ausdruck "Kindersoldat" um einen der Lieblingsausdrücke von "PR-Profi" Sacha Wigdorovits handelt, muss man fast vermuten, dass sich hinter ihrem Account jemand aus dem Dunstkreis der Pro-Israel-Lobby (Audiatur-Stiftung) versteckt. Die pro-israelische Propaganda (Hasbara) wird durch die israelische Regierung auch im deutschsprachigen Raum mit angeblich hohen Beträgen mitfinanziert.
  • rolf.iller 03.06.2015 12:14
    Highlight Highlight Danke liebes Watson, dass bei Berichten zu Israel eine Kommentarbox gibt. Bei anderen Zeitungen ist das nicht der Fall. Da gibt es ganz Konsequent nichts zu kommentieren, weil sie Angst vor der Pro-Isreal-Lobby haben.

    Weiter so!
  • Kenner 03.06.2015 08:41
    Highlight Highlight Wie war das nochmals mit der Meinungsfreiheit? Die wichtigsten Säulen der Demokratie ist die Meinungs- und Pressefreiheit oder so ähnlich...
  • Mini Strant 03.06.2015 07:45
    Highlight Highlight "Heute ist [Breaking the Silence] und andere, eine Gruppe, die zum grossen Teil mit europäischem Geld finanziert wird und vor allem dazu dient, internationale Reporter mit den reisserischen Beispielen israelischer Vergehen zu versorgen, nach denen sie lechzen. Sie sprechen nicht zu Israelis, sondern beuten stattdessen die einzigartig redselige und transparente Natur der Israelis aus, um diese zu verleumden.“ Matti Friedman, EX AP-Reporter. Kritik zu "Breaking the Silence" gibt es hier: http://www.audiatur-online.ch/2015/05/20/breaking-the-silence-propaganda-fuer-den-internationalen-konsum
    • Kian 03.06.2015 07:58
      Highlight Highlight Es ist dieselbe bankrotte Kritik wie jene der israelischen Regierung: Nicht die Kriegsverbrechen, sondern das Sprechen über die Kriegsverbrechen soll der Skandal sein. #ShootTheMessenger
    • YesImAMillenial 03.06.2015 08:26
      Highlight Highlight @kian: gute worte! erinnert mich an durch die USA verfolgte Whistleblower...
      @Mini Strant: scheint mir ja eine ziemlich neutrale und unbefangene quelle zu sein...*irony off*
    • Daniel Caduff 03.06.2015 09:12
      Highlight Highlight @ Mini Strant:

      "Audiatur Online" ist eine vom PR-Profi Sacha Wigdorovits gesteuerte, offen als pro-israelisch deklarierte Plattform. Deren erklärtes Ziel ist Meinungsmache, nicht Information:
      http://www.infosperber.ch/Politik/Pro-Israel-Meinungsmache-wird-professionalisiert

      Die Sache ist doch die: Würde Israel / die israelische Armee nicht ständig neue Kriegsverbrechen begehen und das int. Völkerrecht brechen, könnte "Breaking The Silence" auch nicht darüber berichten. Selbst Audiatur Online kritisiert ja nur die Motive von BTS. Materiell sind die Kriegsverbrechen alle bestätigt.
  • Azoth 03.06.2015 07:35
    Highlight Highlight Ich kann nur hoffen, dass Seitens der Schweiz Massnahmen getroffen werden, den Mossat von der Ausstellung fern zu halten. Ich möchte bei meinem Besuch der Ausstellung nicht überwacht werden.
    • Mini Strant 03.06.2015 07:47
      Highlight Highlight Sie scheinen wohl zu viele Krimis geschaut zu haben. Oder warum sollte der "Mossad" sich genau für Sie interessieren?
  • alessandro 03.06.2015 07:25
    Highlight Highlight kausaler fehlschluss, es ist nicht die ausstellung welche israels ansehen beschmutzt, sondern die taten. und genau um diese geht es in der ausstellung...

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