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Meloni droht der Schweiz erneut: «Italien wird nicht zahlen»

epa12902711 Italian Prime Minister Giorgia Meloni looks on as she waits for the arrival of Kenyan President William Ruto for a welcome ceremony prior to a meeting at Palazzo Chigi in Rome, Italy, 20 A ...
Giorgia Meloni: Will keine Rechnungen aus der Schweiz übernehmen.Bild: keystone

Meloni droht der Schweiz erneut: «Italien wird nicht zahlen»

Nach den Rechnungskopien an italienische Brandopfer von Crans-Montana eskaliert der Streit weiter. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigt an, dass ihr Land überhaupt keine Rechnungen bezahlen werde.
25.04.2026, 15:1025.04.2026, 15:17

Giorgia Meloni attackiert die Schweiz auf dem Kurznachrichtendienst X erneut: Sie habe aus Medienberichten erfahren, dass Schweizer Behörden beabsichtigten, Italien die «horrenden medizinischen Kosten» in Rechnung zu stellen, die das Spital Sitten für verletzte italienische Jugendliche getragen habe, schrieb Italiens Ministerpräsidentin.

Sollte diese «schändliche Forderung» umgesetzt werden, werde Italien sie «an den Absender zurückschicken» und ihr keinerlei Folge leisten.

Hintergrund ist ein Streit um Rechnungskopien, die das Spital Wallis letzte Woche an italienische Familien verschickt hatte. Sie sorgten bei den Betroffenen für Verunsicherung und in Italien für Empörung.

Keinen Spielraum

Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard bekräftigte am Freitag nach einem Treffen mit dem italienischen Botschafter Gian Lorenzo Cornado, dass die italienischen Patienten selbst nichts bezahlen müssten. Die Rechnungen wurden laut an die «Gemeinsame Einrichtung KVG» weitergeleitet.

Diese Schweizer Koordinationsstelle klärt bei grenzüberschreitenden Behandlungen mit ausländischen Versicherungen und Verbindungsstellen, wer die Kosten übernimmt. Reynard sagte laut italienischen Medien zudem, der Kanton Wallis habe unter den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen keinen Spielraum, die Beträge selbst zu begleichen. Genau daran entzündet sich nun der Streit: Italien will eine mögliche Forderung nicht akzeptieren.

Mathias Reynard, gauche, president du Gouvernement valaisan, echange avec Gian Lorenzo Cornado, droite, l'ambassadeur d'Italie en Suisse lors d'une rencontre, suite au drame de Crans-Mo ...
Mathias Reynard mit dem italienischen Botschafter Gian Lorenzo Cornado am Freitag.Bild: keystone

Die Angelegenheit ist nicht die erste Verstimmung zwischen der Schweiz und Italien nach der Brandkatastrophe. Rom hatte seinen Botschafter Ende Januar zeitweise aus Bern zurückgerufen, aus Protest gegen die Ermittlungen der Walliser Behörden. Bei dem Brand in der Bar «Le Constellation» starben 41 Menschen, 115 wurden teils schwer verletzt. Sechs Todesopfer und zehn Verletzte stammen aus Italien.

(kma/sda)

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code-e
25.04.2026 15:37registriert November 2018
So lange Italien in der Causa Morandi Brücke, welche auch schon 8 Jahre zurückliegt, nicht vorwärts kommt, würde ich, wäre ich Meloni, mein grosses Maul halten und vor der eigenen Haustüre wischen.
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Fred_64
25.04.2026 15:30registriert Dezember 2021
Die Meloni wird je länger je mehr nur noch peinlicher!
Ich habe trotz ihrer Parteizugehörigkeit als halbwegs vernünftig wahrgenommen, aber nun täubelet sie wie ein kleines Kind.
Wieso gibt es so wenig Rechte Politiker, welche erst zuhören, dann lesen, nachher etwas studieren und erst ganz am Schluss etwas sagen? 🫣
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Rannen
25.04.2026 15:30registriert Januar 2018
Meloni, bitte um die Geschichte Brücke Genua kümmern und nicht Montana Crans zum ablencken nutzen.
Der Botschafter in Bern solche für der eigenen Türe wischen
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