Meloni droht der Schweiz erneut: «Italien wird nicht zahlen»
Giorgia Meloni attackiert die Schweiz auf dem Kurznachrichtendienst X erneut: Sie habe aus Medienberichten erfahren, dass Schweizer Behörden beabsichtigten, Italien die «horrenden medizinischen Kosten» in Rechnung zu stellen, die das Spital Sitten für verletzte italienische Jugendliche getragen habe, schrieb Italiens Ministerpräsidentin.
Sollte diese «schändliche Forderung» umgesetzt werden, werde Italien sie «an den Absender zurückschicken» und ihr keinerlei Folge leisten.
Hintergrund ist ein Streit um Rechnungskopien, die das Spital Wallis letzte Woche an italienische Familien verschickt hatte. Sie sorgten bei den Betroffenen für Verunsicherung und in Italien für Empörung.
Keinen Spielraum
Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard bekräftigte am Freitag nach einem Treffen mit dem italienischen Botschafter Gian Lorenzo Cornado, dass die italienischen Patienten selbst nichts bezahlen müssten. Die Rechnungen wurden laut an die «Gemeinsame Einrichtung KVG» weitergeleitet.
Diese Schweizer Koordinationsstelle klärt bei grenzüberschreitenden Behandlungen mit ausländischen Versicherungen und Verbindungsstellen, wer die Kosten übernimmt. Reynard sagte laut italienischen Medien zudem, der Kanton Wallis habe unter den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen keinen Spielraum, die Beträge selbst zu begleichen. Genau daran entzündet sich nun der Streit: Italien will eine mögliche Forderung nicht akzeptieren.
Die Angelegenheit ist nicht die erste Verstimmung zwischen der Schweiz und Italien nach der Brandkatastrophe. Rom hatte seinen Botschafter Ende Januar zeitweise aus Bern zurückgerufen, aus Protest gegen die Ermittlungen der Walliser Behörden. Bei dem Brand in der Bar «Le Constellation» starben 41 Menschen, 115 wurden teils schwer verletzt. Sechs Todesopfer und zehn Verletzte stammen aus Italien.
(kma/sda)
