Schweiz
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«Fall Carlos» geht ans Obergericht – und Brian hat noch ein neues Verfahren am Hals



Der Anwalt des Zürcher Gewalttäters Brian will das Urteil vom Mittwoch nicht akzeptieren. «Wir werden in Berufung gehen», sagte er gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung». Damit wird der 24-jährige Kampfsportler, der unter dem Namen «Carlos» bekannt wurde, ein Fall für das Obergericht.

Hat weitere Gerichtsprozesse vor sich: Der 24-jährige Kampfsportler

Brians Verteidiger geht in Berufung. Bild: keystone/LINDA GRAEDEL

Er sei nicht einverstanden mit den Schuldsprüchen, sagte der Anwalt gegenüber der «NZZ» vom Donnerstag. Zudem hält er eine stationäre Therapie angesichts der Vorgeschichte von Brian für keine zielführende Option. Im Prozess hatte er lediglich eine «angemessene» Freiheitsstrafe gefordert, die sein Mandant mittlerweile ohnehin abgesessen habe.

Das Bezirksgericht hatte den jungen Gewalttäter zu einer stationären, therapeutischen Massnahme verurteilt, auch «kleine Verwahrung» genannt. Dabei wird alle fünf Jahre überprüft, ob die Therapie anschlägt oder ob weitere fünf Jahre notwendig sind.

Brian soll gemäss Bezirksgericht also in eine Therapie, obwohl er sich in der Vergangenheit immer geweigert hatte, eine solche zu absolvieren. Gemäss Gutachten gibt es aber eine «kleine Wahrscheinlichkeit», dass eine Therapie trotzdem anschlagen könnte.

Neues Strafverfahren eröffnet

Diese Chance soll Brian jetzt nutzen – sonst kommt er wohl nie mehr in Freiheit. Brian war angeklagt, weil er zahlreiche Polizisten, Mithäftlinge und Gefängnisangestellte angegriffen hatte.

Neben dem Berufungsprozess am Obergericht wird sich Brian auch noch einem neuen Strafverfahren stellen müssen: Noch während der aktuelle Gerichtsfall in Arbeit war, randalierte er hinter Gittern nämlich weiter. Der Staatsanwalt eröffnete deshalb bereits ein neues Verfahren. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lumpirr01 07.11.2019 16:48
    Highlight Highlight Und unser Justizapparat wird weiter und ewig weiter beschäftigt. Unglaublich, wieviele Kosten für diesen Gefängnisinsassen noch entstehen. Vor allem Gutachten, Gegengutachten, Gerichtstermine, Kulinarische Spezialitäten aus der Hotelküche, Therapien, Pflegekosten der attackierten Wärter usw. usw. dieser Typ uns noch kosten wird...............
    • CrazyLu 08.11.2019 10:05
      Highlight Highlight Wärter findest du nur in Zoo - Sicherheitsbeamte oder Gefängnismitarbeiter wäre die richtige Bezeichnung...
  • Daniel Martinelli 07.11.2019 15:01
    Highlight Highlight Man sollte ihm die Möglichkeit geben, in Brasilien zu leben. Dort randaliert er nur ein paar Mal. Dort hat‘s Männer die ihn schnell in die Schranken weisen. Ob er dort mit seiner Art lange überleben wird, bezweifele ich. Aber so könnte man das eingesparte Geld einer bedürftigen Familie zukommen lassen.
    • Maracuja 07.11.2019 21:46
      Highlight Highlight @Daniel Martinelli: Man sollte ihm die Möglichkeit geben, in Brasilien zu leben

      ??? Halten Sie Brasilien für eine Strafkolonie für kriminelle Schweizer? Oder haben Sie noch nicht mitbekommen, dass „Carlos“ gar kein Brasilianer ist? Das war nur eine perfide Erfindung der Medien. B.K. hat einen Schweizer Vater, seine Mutter kommt aus einem afrikanischen Land.
  • Dr no 07.11.2019 14:07
    Highlight Highlight Ich glaube es ist gar nicht so wichtig, obs jetzt die Verwahrung ausgesprochen wird oder nicht. Carlos ist so unbeherrscht, dass er ohnehin dauernd weiterdelinquieren wird und deshalb ohnehin in Haft bleibt....
  • Hofer Ernst 07.11.2019 14:03
    Highlight Highlight Therapie kann man sich sparen, das einzige was hilft ist Verabreichung von starken Beruhigungsmittel und Verwahrung
  • Beardman 07.11.2019 13:22
    Highlight Highlight Carlos heisst jetzt Brian? Oder habe ich da was falsch verstanden?
    • Bits_and_More 07.11.2019 14:08
      Highlight Highlight Er hiess schon immer Brian. "Carlos" war das Pseudonym, unter dem er in den Medien bekannt wurde (und sich die Blick Leser mal wieder an ihrem Vorurteil gegen "den Ausländer" bestärkt fühlten).
      Brian ist sein richtiger Name und Brian möchte, dass dieser Name auch in der Öffentlichkeit benutzt wird.
  • Kanischti 07.11.2019 13:00
    Highlight Highlight Ich hoffe, es kehrt endlich Ruhe ein! In ihm! Um ihn!
  • Gubbe 07.11.2019 11:51
    Highlight Highlight Bis jetzt hat Brian eigentlich 'nur' im Gefängnis gewütet, weil er sich zu Unrecht da drin sah. Was geschähe dann, wenn man Brian einfach vor das Gefängnis stellen würde, mit den Worten: 'So, jetzt mach mal.' Er müsste sich selbst kümmern. Ich würde ihn als Landschaftsgärtnergehilfe sehen, da ist er draussen. Wenn er wieder delinquent wird, hätte er wohl sein Leben draussen verspielt.
    • Lowland 07.11.2019 12:58
      Highlight Highlight Offensichtlich hat er nicht nur im Gefängnis gweütet, sonst wäre er ja wohl nicht in selbigem gelandet.
      So wie er zurzeit drauf ist, wäre es wohl keine gute Idee ihm einen Aufenthalt in Freiheit zu ermöglichen.
    • Saraina 07.11.2019 15:48
      Highlight Highlight Google doch mal „dissoziale Störung“, Gubbe.
  • Bivio 07.11.2019 11:45
    Highlight Highlight Unabhängig vom Fall Carlos denke ich, dass wir uns leider in Zukunft verstärkt mit solchen Problemfällen herumschlagen müssen. Die Fragen, welche wir uns als Gesellschaft stellen müssen sind:

    Wie viele Chancen sollen solche Täter erhalten?
    Wie teuer sollen solche Massnahmen sein?
    Wo stehen wir zwischen Chance für Täter und sicherheit für die Gesellschaft?
    Was machen, wenn Täter untherapierbar sind?
    Was machen, wenn Täter zwar therapierbar sind, jedoch nicht Willens sind?

    Wenn wir auf diese Fragen keine Antworten haben, werden wir immer wieder "Carlos" haben.
    • Purscht 07.11.2019 12:44
      Highlight Highlight Wieso denkst du dass wir in Zukunft mehr solche Fälle haben werden?
      Wenn die Täter untherapierbar oder nich willig sind gibt es die Verwahrung. Es gibt schon "Lösungen" für diese Probleme.
    • Bivio 07.11.2019 14:15
      Highlight Highlight Obwohl die Gewaltdelikte zurückgehen, nehmen Fälle von besonders schwierigen, hochgradig gefährlichen und schwer therapierbaren Täter gemäss Statistik zu.
      Die Frage stellt sich besonders bei Tätern, welche eigentlich nicht wirklich "krank" sind, jedoch zu gefährlich zum Entlassen. Dies sieht man im Fall Rupperswil.
      Dies hat auch damit zu tun, dass das Strafrecht immer stärker "psychologisiert" wird. Die Gericht stützen sich in immer mehr Fällen auf Psychiater.
  • Partisan 07.11.2019 11:33
    Highlight Highlight
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  • Triple A 07.11.2019 11:19
    Highlight Highlight Vergessen wir nicht: „Kleine Verwahrung“ ist ein Schlagzeilenbegriff. Korrekt heisst es „Stationäre therapeutische Behandlung schwerer psychischer Störungen“, wobei es das Ziel ist, die Behandlung nicht länger als 5 Jahre dauern zu lassen. Macht Mike mit, bekommt er schnell mehr Freiheiten und kann vor Ablauf der Grundstrafe, ja sogar vor Ablauf von 2/3 der Grundstrafe wieder frei(er) sein. Aber an sich arbeiten muss er, was ich für richtig halte.
    • beaetel 07.11.2019 11:37
      Highlight Highlight Die „kleine“ Verwahrung bedeutet faktisch Lebenslänglich und ist eindeutig Schönfärberei. Und Therapie bedeutet meistens Psychiatrie, Isolation und vor allem sehr viel Medikamente, die nur dazu dienen, die Person zu brechen. Diesem Mensch muss erst mal beigebracht werden, dass es noch andere Umgangsformen gibt, als was in Zuchthäusern scheinbar Gang und gäbe ist.
    • Dr no 07.11.2019 13:47
      Highlight Highlight @ baetel: Falsch. Das Zuchthaus reagiert ja nur auf das Verhalten des Insassen. Carlos ist selber schuld. Wenn er randaliert und sich nicht an die Regeln hält, wird er diszipliniert /bestraft basta. So läuft das System. Jeder muss sich an die Regeln halten, sonst funktioniert das Zusammenleben insb. im Knast nicht.
    • Triple A 07.11.2019 14:37
      Highlight Highlight @baetel: Sorry, aber das ist komplett falsch! Die Massnahme wird von den Justizvollzugsbehörden mindestens jährlich geprüft und dazu in so schweren Fällen ununterbrochen monitorisiert. Sollte die Massnahme ich in den ersten 5 Jahren nicht abgeschlossen werden können, muss das Gericht entscheiden, ob sie verlängert werden soll oder nicht.
  • Bravo 07.11.2019 11:06
    Highlight Highlight Da kann man nur hoffen, dass die Therapie anschlägt. Andererseits scheint diese Person doch ausserordentlich therapieresistent zu sein. Sollte der eines Tages wieder rauskommen, dann gute Nacht...
  • ChillDaHood 07.11.2019 11:06
    Highlight Highlight Ah jetzt ja. Die zu erwartende Fortsetzung des Justizdramas "En unglaublich hässige uneinsichtige Vollhonk vs. unser überfordertes Justizsystem".

    Der Staatsanwalt wird sich freuen, dass ihm die Entscheidung Weiterziehen oder nicht abgenommen wurde.
  • Capslock 07.11.2019 10:52
    Highlight Highlight eine ordentliche Verwahrung ist das einzig Richtige für diesen Typen. Ändern wird er sich wohl kaum und wird vermutlich immer ein Wolf im Schafspelz bleiben.
  • Pablo Escobar 07.11.2019 10:46
    Highlight Highlight Überfüllte Gefängnisse?
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«Sinnvoller Schritt» im Kanton Zürich: Koch begrüsst Tests für alle stationäre Patienten

Ab sofort sollen im Kanton Zürich alle Patientinnen und Patienten, die neu ins Spital kommen, auf das Coronavirus getestet werden. Auch wenn sie keine entsprechenden Symptome haben. Bund und Kantone begrüssen diesen Schritt.

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