Schweiz
Coronavirus

Corona: Long-Covid als Berufskrankheit bei Krankenpfleger bestätigt

Long-Covid als Berufskrankheit bei Krankenpfleger bestätigt

24.02.2026, 12:0024.02.2026, 13:03

Die Bâloise Versicherung muss die Long-Covid-Erkrankung eines Genfer Krankenpflegers als Berufskrankheit anerkennen und ihm weiter eine Rente auszahlen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Versicherungsgesellschaft abgewiesen.

Ein Sanitaetssoldat und eine Pflegerin machen das Bett einer Covid-19 Patientin im Kantonsspital Fribourg HFR, am Donnerstag, 12. November 2020 in Fribourg. Angesichts der sanitaeren Lage und der Zuna ...
Die Bâloise Versicherung erkannte die Post-Covid-Erkrankung zunächst als Berufserkrankung an. (Symbolbild)Bild: keystone

Der Spitalangestellte aus Genf erkrankte im April 2020 an Covid-19. Er hatte infizierte Personen gepflegt und musste sich auch um an der Krankheit verstorbene Menschen kümmern. Damals mangelte es an Schutzbekleidung und Masken.

Die Covid-Infektion führte beim Mitarbeiter zu Langzeitfolgen, sodass er seine berufliche Tätigkeit nicht mehr aufnehmen konnte. Dies geht aus einem am Dienstag publizierten Urteil des Bundesgerichts hervor.

Der Krankenpfleger war bei der Bâloise Versicherung für Unfälle und Berufskrankheiten versichert. Diese anerkannte im Juli 2023 die Post-Covid-Erkrankung zunächst als Berufskrankheit und sprach dem Betroffenen eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung von 35 Prozent zu. Sie verneinte jedoch den Zusammenhang zwischen den psychischen Problemen des Versicherten und der Covid-Erkrankung.

Kriterien erfüllt

Der Betroffene und seine Krankenversicherung – die Helsana – legten dagegen Beschwerde ein. Der Erkrankte zog seine jedoch wieder zurück. In einem neuen Entscheid verfügte die Bâloise im Mai 2024, dass doch keine Berufskrankheit vorliege und sie ihre Leitungen streiche. Das zuständige Genfer Gericht hiess die Rechtsmittel des Krankenpflegers gut. Die Rüge der Krankenversicherung zu den psychischen Problemen wies es ab.

Der Sitz der Baloise in Basel, am Dienstag, 22. April 2025. Die Versicherer Helvetia und Baloise haben heute Morgen ihre Fusion verkuendet. Zusammen werden sie die zweitgroesste Versicherung der Schwe ...
Die Versicherung hatte unter anderem argumentiert, dass die Krankheit nicht nachgewiesen sei. (Symbolbild)Bild: keystone

Und bei diesem Entscheid bleibt es nach einem erfolglosen Gang der Bâloise Versicherung ans Bundesgericht. Dieses hält fest, dass die gesetzlichen Bedingungen für einen neuerlichen Entscheid durch die Versicherung nicht erfüllt gewesen seien.

Zudem verweist es auf seine bisherige, klare Rechtsprechung zu Long-Covid im Zusammenhang mit der Frage der Berufskrankheit. Bei einem Gesundheitsangestellten, der sich um Covid-Erkrankte gekümmert hatte, bestätigte es in einem Urteil vom Dezember 2024 das Vorliegen einer Berufskrankheit. Nicht so hingegen bei einer Psychologin und einer Angestellten einer Gynäkologie-Praxis.

Die Versicherung hatte unter anderem argumentiert, dass nicht nachgewiesen sei, dass sich der Erkrankte in seinem beruflichen Umfeld angesteckt habe. Der Mann sei auch nie hospitalisiert worden. Diese Fragen sind laut dem höchsten Schweizer Gericht auch nicht relevant, weil die Kriterien für die das Vorliegen einer Berufskrankheit erfüllt seien. (Urteil 8C_322/2025 vom 28.1.2026) (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
5 Jahre Corona-Pandemie: Die eindrücklichsten Bilder über die Jahre
1 / 19
5 Jahre Corona-Pandemie: Die eindrücklichsten Bilder über die Jahre
Am 31. Dezember 2019 wird die erste Meldung über eine mysteriöse Lungenkrankheit, die in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen ist, publiziert. 27 Erkrankte sind identifiziert.
quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Suizid-Gedanken haben sich seit Corona verdoppelt» – 147-Beraterin erzählt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
2
Vier Jahre Krieg: So viele Ukrainer leben in der Schweiz – und so viele kehrten zurück
Dank des Engagements von Gastfamilien konnte die Schweiz die erste Flüchtlingswelle erfolgreich bewältigen. Was wurde aus den ukrainischen Flüchtlingen in der Schweiz? Ein Überblick in Zahlen.
Am 24. Februar 2022 ist der konventionelle Krieg auf europäischem Boden zurückgekehrt. Russland liess Panzer in Richtung Kiew rollen. Rund 7 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind seither ins Ausland geflüchtet. Allein in den ersten zwei Wochen nach Ausbruch des Krieges verliessen zwei Millionen das Land in Richtung Schengenraum. Auch in der Schweiz war die Solidarität gross. So präsentiert sich die Situation vier Jahre nach Kriegsausbruch.
Zur Story