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Von der Tochter beschimpft und bespuckt: Vater erhält Freispruch nach Ohrfeige

Ein 50-jähriger Vater stand wegen Tätlichkeiten gegenüber seinem Kind vor dem Bezirksgericht Brugg. Auslöser für sein Verhalten war ein heftiger Streit in der Familie.

20.06.18, 15:48

Michael Hunziker / az Aargauer Zeitung



[Gestellte Aufnahme] - Ein Kind wird zu Hause vom seinem Vater geohrfeigt, aufgenommen am 12. Juli 2003 in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Die Situation ist eskaliert: Der Vater gab zu, seine Tochter in einem Fall geohrfeigt zu haben Bild: KEYSTONE

Zwei Ohrfeigen soll Franz (Name geändert) seiner Tochter verpasst haben. Gegen die Busse von 500 Franken, die er aufgebrummt bekam, erhob er Einsprache. Deshalb musste er vor Bezirksgericht Brugg erscheinen. Tätlichkeiten gegenüber einem Kind, lautete der Sachverhalt.

Den Eindruck eines skrupellosen, brutalen Schlägers machte der über 50-Jährige in schneeweissem Hemd, dunklen Hosen und schwarzen Halbschuhen nicht. Ruhig und überlegt beschrieb er Einzelrichterin Gabriele Kerkhoven, was sich zugetragen hat.

Franz hat eine gute Arbeitsstelle mit einem anständigen Lohn. Er lebt in Trennung, ist aber noch nicht geschieden. Und er hat eine neue Freundin. Als seine «Ex», wie der Beschuldigte vor Gericht ausführte, von dieser Beziehung und seiner damals schwangeren Freundin erfuhr, sei es emotional geworden, sei die Situation eskaliert im Einfamilienhaus im Bezirk Brugg. «Sehr harte Worte sind gefallen.»

Sie liess sich nicht bremsen

An jenem Abend im Februar des letzten Jahres sass Franz auf dem Sofa. «Ich wollte entspannen und fernsehen.» Plötzlich sei seine Tochter, die im Teenageralter ist, aufgetaucht mit seiner Frau im Schlepptau, habe über ihn geflucht, ihn übelst beschimpft und beleidigt, ihn als psychisch krank bezeichnet und sei über seine Freundin hergezogen. Er habe seiner Tochter mehrmals gesagt, sie soll aufhören, sich benehmen, sagte Franz. Seine Frau sei grinsend danebengestanden, aber nicht eingeschritten.

Seine Tochter habe sich nicht bremsen lassen – trotz Warnungen, fuhr der Beschuldigte fort. «Sie machte weiter.» Schliesslich habe er, gab Franz zu, sie geohrfeigt. Seine Frau habe postwendend die Notrufnummer 117 gewählt.

Knapp drei Wochen später kam es um die Mittagszeit zu einer weiteren Begegnung. Es habe eine Auseinandersetzung gegeben, räumte Franz ein, und es sei zu Beschimpfungen – auf beiden Seiten – gekommen. Der Beschuldigte bestritt allerdings, seine Tochter erneut geohrfeigt zu haben.

Er habe Unterlagen in seinem Büro in seinem Haus sichten und holen wollen, schilderte er. Seine Tochter wollte ihn daran hindern – und ihn in der Folge aufhalten, das Gebäude zu verlassen. Sie sei ihm bis zum Auto nachgerannt, habe ihn gestossen und angespuckt. Er sei daraufhin weggefahren, versicherte Franz. «Geschlagen habe ich nicht.»

Es wäre ihm lieber gewesen, es wäre anders herausgekommen, resümierte der Beschuldigte. Hässlich sei es gewesen. «Aber es ist, wie es ist.» Von seiner Tochter, die sich auf die Seite seiner Frau geschlagen hat, sei er enttäuscht. Sie habe für ihn aufgehört zu existieren.

Der Vater wurde provoziert

Franz’ Verteidigerin forderte einen Freispruch. Der Schlag auf den Kopf der Tochter – die Verteidigerin sprach von einem leichten Klaps auf die Wange – sei erfolgt im Rahmen einer erzieherischen Massnahme eines Erziehungsberechtigten, führte sie aus. Zu diesem Schluss kam ebenfalls das Gericht. Franz wurde von Schuld und Strafe freigesprochen.

Beim zweiten Vorfall stehe Aussage gegen Aussage, erklärte Gerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven. Auch die Verteidigerin hatte in ihrem Plädoyer zuvor betont, dass Zweifel bestehen an den Ausführungen der Tochter. Sie wies auf das ungebührliche Verhalten hin sowie auf Widersprüche, Ungereimtheiten und Unwahrheiten. Unbestritten sei dagegen, so die Verteidigerin, dass ihr Mandant provoziert worden sei. Er sei nicht vorbestraft und geniesse einen einwandfreien Leumund. Nie zuvor habe er seine Hand gegen seine Tochter erhoben.

Gerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven gab dem Beschuldigten während der Verhandlung als Tipp mit auf den Weg, seine Tochter – die offenbar überfordert sei mit der Situation – nach Möglichkeit aus dem Konflikt mit seiner Frau herauszuhalten. Als Vater müsse er seine Verantwortung wahrnehmen. 

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 21.06.2018 06:05
    Highlight Mir tun diese Leute leid. Die gesamte Familie ist offenbar mit der Situation vollkommen überfordert. Am besten zu zwei Wochen Ferien am Strand verurteilen (getrennt, versteht sich).
    11 1 Melden
  • Pupsi 21.06.2018 03:46
    Highlight Was für eine unempathische und verletzende Aussage. Die Tochter sei für in gestorben. Solch eine Aussage zeugt nicht von einer reflektierten Denkweise und wirkt auf nich höchst infantil. Seiner Tochter vor Gericht solch ein Stetment abzuliefern. Traurige Geschichte.
    13 31 Melden
    • Husar 21.06.2018 10:47
      Highlight Die Tochter kann ja für ihn auch wieder auferstehen.
      Aber im Moment als er es sagte, war es die einzig richtige Stellungnahme.
      Sie drückt aus, dass er akzeptiert, dass seine Tochter ihm die Liebe gekündigt hat und er sich nicht von ihr emotional gängeln lässt. Das heisst, er machte klar, dass er seine Tochter als eigenständigen und unabhängigen Menschen akzeptiert und dass er selbst nicht minder eigenständig und unabhängig ist.
      Daraus kann die Tochter viel für's Leben lernen.
      Man muss seinen Kindern beibringen, dass ihr Handeln und ihr Unterlassen Konsequenzen für sie selbst hat.
      14 1 Melden
  • Tom5562 20.06.2018 23:16
    Highlight Wir sind alle Menschen, ein Ausrutscher wie hier dem Vater kann auch den friedfertigsten Eltern unterlaufen. Das ist auch kein Drama. Gerade wenn ich mich an ein paar Extremsituationen in meiner eigenen Teenie-Zeit erinnere, hätte ich nicht in der Haut meiner Eltern stecke wollen...Fest steht aber: Gewalt ist kein Erziehungsmittel und als Erziehungsberechtige/r nach dem dem Motto "eine Ohrfeige hat noch nie jemandem geschadet" zu handeln finde ich falsch. Der oder die macht es sich zu einfach. Fast immer gibt es eine bessere, gewaltlose Alternative.
    11 28 Melden
  • virus.exe 20.06.2018 21:03
    Highlight Ich habe von meinem Vater 4 Mal eine gefasst. Ich wusste jedoch jedes Mal haargenau weshalb und heute bin ich froh darüber. Wenn ich die ganzen antiautoritär erzogegnen Jugentlichen sehe heute, wünsche ich mir das zurück.
    Im richtigen Moment hats wirklich noch keinem geschadet. Jeder muss die Grenzen kennenlernen. Manche (wie ich auch) halt auch mal auf die unsanfte Tour.
    81 15 Melden
    • RASL 21.06.2018 08:55
      Highlight Im richtigen Moment hatts wirklich noch keinem geschadet. Woher wissen sie das? Kennen sie alle, die zum "richtigen" Moment eine gescheuert bekommen haben? Solche Aussagen sind Stammtischgeschwafel. Aktuell könnten sie damit zwar US Präsident werden, aber so tief sinken wollen wir nicht. :-)
      7 12 Melden
  • Silent_Revolution 20.06.2018 20:28
    Highlight Er lebt in Trennung, hat eine neue Frau die schwanger ist und eine Tochter im Teenageralter, der er nichts von seinem neuen Glück erzählt.

    Und dann wundert sich der Herr auch noch, dass sich die Tochter auf die Seite der Mutter schlägt.

    Die Aussage "Die Tochter habe für ihn aufgehört zu existieren" sagt auch vieles über ihn aus.

    Das Verhalten der Mutter ist natürlich unter aller Sau aber Vater des Jahres war der Kerl bestimmt nicht.

    Und wer auf Provokationen einer physisch unterlegenen Person mit Gewalt antwortet ist sowohl intellektuell als auch menschlich auf tiefstem Niveau.
    51 144 Melden
    • Osti 20.06.2018 22:42
      Highlight Du bringst es auf de Punkt.
      18 45 Melden
  • marcog 20.06.2018 19:58
    Highlight Das Kind gegen den Ex aufhetzen ist auch juristisch zimmlich dumm: Die Richter merken so etwas recht schnell und dann kriegt der Ex das Sorgerecht, weil die Mutter offensichtlich das Kind nicht richtig erziehen kann. Zumindest, wenn der das Sorgerecht noch möchte...
    65 1 Melden
    • Maracuja 20.06.2018 21:33
      Highlight @marcog

      Wenn es um das Sorgerecht für Teenager geht, werde diese i.d.R. befragt und in die Entscheidung miteinbezogen. Da müssten wohl zuerst einige Wunden (Ohrfeige + die existiert für mich nicht mehr) verheilt sein, bevor das Mädchen sich dafür entscheidet als fünftes Rad bei Vater und Stiefmutter zu leben.
      17 4 Melden
    • go for it 20.06.2018 23:26
      Highlight @Maracuja
      Wenn ein Gericht in einer solchen Angelegenheit derart klar für einen Mann entscheidet, gibt es wohl nichts mehr zu diskutieren. Wenn die Göre ihren Vater anspuckt, ist wohl Hopfen und Malz verloren - für ihre Mutter und für sie. Aber die Göre kann ja noch ein erwachsener und selbstreflektierter Mensch werden.
      12 2 Melden
  • HeforShe 20.06.2018 18:45
    Highlight Die Eltern sind noch nicht einmal geschieden, da setzt der Vater der jugendlichen (pubertierenden) Tochter eine Freundin und obendrauf noch ein Halbgeschwister vor die Nase.

    Scheidungen sind auch für ältere Kinder kein Pipifax und ich bezweifle arg, dass die Mutter - die ihren Unmut sicher nicht immer versteckt hat, sie ist auch ein Mensch - großartig zu tun musste.

    Nicht, dass das Verhalten ALLER Beteiligten unter aller Sau war. Der Vater darf aber ruhig mal reflektieren, wo eigentlich sein Beitrag bei der Misere lag.
    40 78 Melden
    • Maracuja 20.06.2018 20:28
      Highlight @Heforshe

      Statt über sein Verhalten zu reflektieren (allfällige Schuldgefühle helfen eh niemandem), wäre es höchste Zeit, wenn der Mann endlich etwas Empathie für die Tochter aufbringen würde, nachdenken würde, was der Zusammenbruch ihrer Welt für sie bedeutet und überlegen würde, dass auch eine Teenagerin nicht zwingend in der Lage ist, sich gegen eine instrumentalisierende Mutter aufzulehnen. Er hatte ja auch nicht den Mut der danebenstehenden grinsenden Ex Grenzen zu setzen sondern reagierte seine Wut stattdessen an der Tochter ab.
      32 37 Melden
    • Aglaya 20.06.2018 20:41
      Highlight Sie sind zwar noch nicht geschieden, aber unter Umständen schon seit Jahren getrennt. Nicht jedes Ehepaar, dass sich trennt, reicht auch sofort die Scheidung ein.
      55 1 Melden
    • HeforShe 20.06.2018 23:07
      Highlight @Aglaya
      Die Trennungsfrist ist 2 Jahre bei einseitiger Scheidung. Das Halbgeschwisterchen ist bereits auf der Welt.

      Der Zeitplan ist verdammt eng. Spätestens, als er eine Partnerin hatte, wäre es an der Zeit für einen sauberen Schnitt gewesen. Es ist eine problematische Konstellation und wie Maracuja bereits sagte, Empathie hätte hier viel geholfen.

      Auch ggf. eine Mediation mit der Ex-Frau.

      Das gehört auch zur Verantwortung. Väter prägen das Männerbild für ihre Töchter. Was lernt sie von ihrem Vater? Von der Ehe bzw. der Trennung ihrer Eltern?
      14 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • thierry_haas 20.06.2018 18:31
    Highlight Habe absolut nichts für oder gegen diese Urteil zu sagen aber es ist schon unglaublich für welchen Mist die Gerichte missbraucht werden. Es sollte eine Möglichkeit geben die Verlierer eines Prozesses finanziell kräftig in die Mangel zu nehmen... da würden es sich manche Leute fünfmal überlegen und ihre Konflikte anders lösen.
    27 41 Melden
    • Pain in the Ass 20.06.2018 19:13
      Highlight Dann würden sich die Kleinen nie gegen die Grossen wehren können, weil zu befürchten wäre, dass sie eine Niederlage finanziell nicht verkraften können. Man muss einfach akzeptieren, dass vor Gericht nicht nur verantwortungsbewusste, ehrliche und vernünftige Menschen stehen.
      56 3 Melden
  • Dogbone 20.06.2018 18:14
    Highlight Aufgrund der Aussagen in diesem Artikel geht bereits deutlich hervor, dass die gute Frau ihre Tochter rücksichtslos instrumentalisiert hat, um es ihrem zukünftigen Ex so richtig zu geben. Selbst aus der Ferne kaum zu ertragen, dieses Verhalten!
    Die Retourkutsche wird kommen, wenn die Tochter irgendwann den ersten Frust verdaut hat und wieder anfängt nachzudenken und dann merkt, wie sie von Mami benutzt wurde...
    94 3 Melden
    • HeforShe 20.06.2018 23:11
      Highlight Das muss nicht zwingend sein. Wir hören hier nur eine Seite. Ich denke, wenn es so eskaliert und mit dem fragwürdigen Zeitstrang, wird noch einiges mehr passiert sein.

      Und glaube mir, die Mutter hat mit einer pubertierenden Tochter, deren Eltern sich in einem Rosenkrieg befinden, sie plötzlich ein Halbgeschwisterchen hat und der Vater nichts von ihr wissen will, genug zu tun - Loyalität hin oder her. Das geht nicht spurlos vorbei und das müssen meistens die engen Bezugspersonen ausbaden.
      11 7 Melden
  • Firefly 20.06.2018 17:43
    Highlight Der Rat wäre wohl besser an die Mutter gegangen aber sicher an beide.
    45 1 Melden
  • Maracuja 20.06.2018 17:41
    Highlight Zuerst schlägt der Typ die Tochter, an der Gerichtsverhandlung erklärt er dann „Sie habe für ihn aufgehört zu existieren“. Das nächste Baby von der nächsten Frau ist ja schon unterwegs. Widerlich diese Wegwerfmentalität.
    31 126 Melden
    • axantas 20.06.2018 19:39
      Highlight Du hast den Artikel schon gelesen, Maracuja?

      Oder ist das einfach wieder die Standard-Verurteilung, weil da ein Mann beschuldigt wurde?
      51 6 Melden
    • Maracuja 20.06.2018 21:53
      Highlight @axantas

      Hat nichts mit Mann/Frau zu tun, sondern mit reifem/erwachsenem Verhalten. Wer so narzisstisch ist, dass er seinem Kind gegenüber erklärt, es habe für ihn aufgehört zu existieren, nur weil es sich nicht verhält wie erwünscht, der sollte nicht ungeteilt Beifall bekommen. Von einem 50jährigen erwarte ich mehr Verständnis für die Nöte eines Teenagers und Loyalität zum 1. Kind (Mann kann sich von Frau scheiden, aber nicht von Kind - genau dieses hat er aber öffentlich verstossen).
      Wieso wehren Sie sich nirgends gegen die Standardverurteilung der Frau, wir kennen ja nur Sicht des Mannes
      18 18 Melden
    • The Count 23.06.2018 09:20
      Highlight Ich habe das meinem Bruder mal gesagt nachdem er mich und andere Familienmitglieder jahrelang terrorisiert hat. Auch einem Freund sagte ich diese Worte als ich merkte dass das Fass voll war und Freundschaft etwas gegenseitiges sein soll. Blut ist gleich dick wie Wasser, manchmal muss man aus Selbstschutz Grenzen setzen. Und falls sich eine meiner Töchter mal irgendwann so wie oben beschrieben verhalten sollte, würde ich vielleicht auch wie der betroffene Mann reagieren. Grenzen sind wichtig bei Übergriffen.
      4 0 Melden
  • Zwerg Zwack 20.06.2018 17:25
    Highlight Wieso kam es überhaupt zum ersten Urteil? Körperliche Strafen von Eltern sind doch erlaubt in der Schweiz, oder habe ich etwas verpasst?
    38 11 Melden
    • Aglaya 20.06.2018 18:09
      Highlight Eine Ohrfeige, die ausnahmsweise mal vorkommt, bleibt straflos. Wer seine Kinder hingegen wiederholt schlägt, ohne sie körperlich zu verletzen, macht sich wegen Tätlichkeiten strafbar (Art. 126 Abs. 2 lit a StGB).
      28 1 Melden
    • Gringoooo 20.06.2018 18:33
      Highlight Jeinnnn
      Mit Ach und Krach lässt man eine sanfte Ohrfeige noch durchgehen (Tüchtigungsrecht).
      Allerdings ist es wirklich sehr umstritten. Alles was über eine wirklich leichte Ohrfeige geht ist heute nicht mehr erlaubt (mMn zu Recht).
      Was mehr als ein Statement ist, schmerzt oder verängstigt, taugt nicht zur Erziehung - pasta.
      16 12 Melden
    • Gringoooo 20.06.2018 19:20
      Highlight @Zwerg:

      Ergänzung:
      Ich denke er hat den Strafbefehl angefochten. Böse Zungen behaupten, dass es Staatsanwälte gibt, welche die auf Vorrat verteilen. Wer dann nicht anficht ist verurteilt.
      12 1 Melden
  • Husar 20.06.2018 17:07
    Highlight Der richterliche Rat an den Vater, seine Tochter aus dem Ehestreit herauszuhalten, ist lächerlich, weil es unmöglich ist. Er ist und bleibt ihr Vater und damit ihre Reizfigur, selbst dann, wenn er sich in Luft auflösen würde.
    Was der Vater auch immer tut, oder nicht tut, es betrifft seine Tochter und es betrifft den Ehestreit. Wenn nicht, dann sorgt seine Ex-Frau dafür, dass die Tocher im Streit eingespannt ist, wie man da ganz genau sehen kann. Ein bescheuerter Rat an den Vater.
    Aber eben. Eltern, insb. Väter, sind eine praktische Institution. Man kann ihnen immer für alles die Schuld geben.
    80 11 Melden
  • DerHans 20.06.2018 16:47
    Highlight Da bin ich froh hab ich eine richtige Erziehung genossen, auch wenns mal einen Satz heisse Ohren gab.
    59 18 Melden
    • Neruda 20.06.2018 18:11
      Highlight Ich habe auch eine anständige Erziehung genossen und trotz meiner teilweisen vorlauten Art mussten meine Eltern nie Gewalt anwenden. Erreicht haben sie ihr Ziel trotzdem, heute bin ich sehr anständig und habe gelernt, Gewalt ist nur was für Schwache oder Faule ;)
      30 34 Melden
  • The Count 20.06.2018 16:23
    Highlight Bravo! #Metoo
    6 53 Melden
  • schmiffe 20.06.2018 16:21
    Highlight wie soll der vater seine tochter da raushalten? sie wohnt offensichtlich bei der mutter welche das feindliche gehabe gegen den vater unterstützt da ist er chancenlos. war bei meinem gotti und götti ähnlich auch da hat mein gotti die kinder sprichwörtlich gegen den vater aufgehezt mein götti hatte keine chance bei ihnen gut dazustehen.
    72 1 Melden
  • DerSimu 20.06.2018 16:20
    Highlight Ich bin absolut gegen Gewalt, aber (ja ich weiss.. aber..) "e Chlapf im richtige Momänt het no niemerem Gschadet."

    Auch mir damals nicht.

    Solange es eine Ausnahme ist und nicht grundlos oder täglich passiert, finde ich das nicht bedenklich. Ich weiss, das klingt hart, aber wie soll ich das bitte nett formulieren? Und mal ehrlich, wem von euch wäre in dieser Situation die Hand nicht ausgerutscht?
    338 37 Melden
    • Asho 20.06.2018 17:47
      Highlight Ich gebe dir recht und finde eine sehr seltene Ohrfeige auch nicht weiter schlimm. Ich finde es aber inkonsequent. Sowohl die Eltern wie auch die Gesellschaft vermitteln den Kinder, dass Konflikte und Meinungsverschiedenheiten mit Worten gelöst werden sollen. Hätte nicht die Tochter sondern die Mutter die Ohrfeige kassiert, hätte es wohl eine Verurteilung und Gewaltschutzmassnahmen gegeben. Warum es legitimer sein soll, einen potentiell schwächeren Mensch (Kind) schlagen zu dürfen, ergibt sich für mich nicht wirklich.
      18 10 Melden
    • Neruda 20.06.2018 18:18
      Highlight Es ist zwar nicht genau beschrieben, aber es tönt ein wenig danach und ich mutmasse jetzt, dass er die Freundin wohl schon der Trennung hatte, da sie schon schwanger war. Sollte das so stimmen, trägt er die Schuld an der agressiven Reaktion der Tochter und hat diese sicher nicht noch zu ohrfeigen, wenn sie ihm berechtigterweise die Leviten für sein schändliches Verhalten liest
      @Redaktion: Wäre noch schön wenn ihr das klarstellen könntet, ist, denke ich einmal, ein wichtiges Detail in dieser Geschichte, danke!
      12 47 Melden
    • Roman h 20.06.2018 18:48
      Highlight @neruda
      Zu einer Trennung gehören immer 2.
      Auch wenn er die Freundin schon hatte, heisst das nicht das er schuld ist.
      Gut möglich das seine Frau ihm schon Jahre lang die kalte Schulter gezeigt hat.
      Auch wenn er eine neue hat, kann denoch die Frau schuld an der Trennung sein.
      25 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Siebenstein 20.06.2018 16:18
    Highlight "Seine Frau sei grinsend danebengestanden, aber nicht eingeschritten"
    Da könnte man doch fast auf den Gedanken kommen einmal ganz genau hinzuschauen inwieweit die Mutter überhaupt der Erziehungsarbeit gewachsen ist...
    287 7 Melden
  • Angelle 20.06.2018 16:18
    Highlight Das Mädchen ist entweder, wie die Richterin sagt, überfordert. Oder sie wird von der feinen Frau Mama gezielt ausgespielt...

    Einen Menschen, den man lange geliebt hat, zu hassen/verabscheuen finde ich schlimm genug. Aber handelt wenigstens umsichtig hinsichtlich eurer Kinder!

    Solange kein Missbrauch gegenüber dem Kind vom Ex-Partner ausgeht oder ging ist dies eure Pflicht dem Kind gegenüber... damminamal
    62 3 Melden
  • Mitsch 20.06.2018 16:12
    Highlight Da kann der Vater noch lange "Verantwortung übernehmen". Wenn sich das wirklich so zugetragen hat, wird seine Exfrau bereits genug getan haben, einen richtig massiven Keil zwischen die zwei zu treiben... oder - im Mindesten - ist sie ihrem Teil der Pflichten nicht nachgekommen... und wenn's nur schon die Pflicht war, Ihrem Kind in genau DER Situation Grenzen zu setzen, anstatt grinsend nebendran zu stehen. Für sowas finde ich wirklich keine Worte...
    287 3 Melden
  • Janis Joplin 20.06.2018 16:10
    Highlight Ich frage mich gerade, wie es wohl rausgekommen wäre, wenn die geohrfeigte Person keine Frau gewesen wäre.
    Auch wenn nun von mir aus alle blitzen - er schlägt sie, weil er anders nicht mehr weiterweiss und sie wird nun so dargestellt von wegen "sie hat's halt provoziert"?
    12 74 Melden
    • Kilgore 20.06.2018 17:34
      Highlight Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es anders rausgekommen wäre. Wie kommst du auf diese Idee?
      23 0 Melden
    • Siebenstein 20.06.2018 17:37
      Highlight Hätte wäre wenn...die im Artikel beschriebene Situation und die resultierenden Folgen erscheinen mir jedenfalls schlüssig, und der Rechtsprechung offensichtlich auch.
      Irgendwann kommt einfach der Punkt wo es mal gut sein sollte, darüber zu richten ob alles mit rechten Dingen zuging obliegt nicht unserem persönlichen Geschmack, dafür sind Gerichte da.
      Deine moralischen Grundsätze müssen dabei nicht unbedingt deckungsgleich zu denen Deiner Mitmenschen sein.
      14 0 Melden
    • HeforShe 20.06.2018 23:19
      Highlight Es wird nicht geschlagen. Punkt. Scheissegal welchen Geschlechtes.

      Man schlägt nicht, man ohrfeigt nicht, man schüttet nicht Wasser über eine Person aus, man spuckt nicht.

      Das Alter würde ich eher als Faktor nehmen. Er hätte weggehen sollen. Die Polizei rufen oder Nachbarn. So viel Denkvermögen sollte man einem Erwachsenen zugestehen, auch wenn es nicht einfach ist.
      7 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Flötist 20.06.2018 16:06
    Highlight Das ist mal eine positive News. Sonst hat man immer den Eindruck, dass Vätern nie geglaubt wird vor Gericht.
    61 12 Melden

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