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Justiz

Kriminalstatistik: Schwere Gewaltstraftaten nehmen in der Schweiz zu

Die Fallzahlen von häuslicher Gewalt steigen in der Schweiz. (Symbolbild)
Schwere Gewaltstraftaten haben zugenommen.Bild: Keystone

Kriminalitätsstatistik zeigt: Schwere Gewaltstraftaten nehmen zu, Diebstähle ab

23.03.2026, 08:5123.03.2026, 11:59

23 Frauen, fünf Männer und sechs Minderjährige sind im letzten Jahr in der Schweiz in Folge häuslicher Gewalt getötet worden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fünf Frauen und fünf Minderjährige mehr getötet. Drei Viertel der Opfer waren wie in den vergangenen Jahren Frauen und Mädchen.

Insgesamt ist 2025 die Zahl polizeilich registrierter Straftaten im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Dieser Umstand führt das Bundesamt für Statistik (BFS) auf den Rückgang der Vermögensstraftaten zurück, wie am Montag mitgeteilt wurde.

Hingegen wurden 2025 mehr Gewaltstraftaten verübt. Insgesamt seien rund 50'000 Gewaltstraftaten registriert worden, was einem Anstieg von mehr als zwei Prozent entspreche. Dabei haben gemäss der Statistik insbesondere die schweren Gewaltstraftaten zugenommen: Gegenüber dem Vorjahr betrug der Anstieg 8,1 Prozent. Damit setzte sich der Trend aus den Vorjahren 2025 weiter fort.

Mehr als die Hälfte aller Tötungen wegen häuslicher Gewalt

Mit 55 vollendeten Tötungen im letzten Jahr wurde der Durchschnitt von 48 Tötungsdelikten deutlich überschritten und der Höchstwert von vor zehn Jahren (57 vollendete Tötungsdelikte in den Jahren 2013 und 2015) fast erreicht. Mit 74 Prozent war die überwiegende Mehrheit der Opfer - 32 von 55 getöteten Personen - weiblich.

Über die Hälfte der Tötungsdelikte wurde im häuslichen Kontext, , verübt. Hier lag der Frauenanteil bei den Opfern noch höher, bei 74 Prozent. Dieser Anteil bewegt sich laut BFS im Durchschnitt der letzten siebzehn Jahre.

Betrug vermehrt online statt offline

Im letzten Jahr ging nicht nur die Zahl begangener Betrugsstraftaten zurück - laut BFS nahm die Zahl der Vermögensstraftaten allgemein um 3,5 Prozent ab. Diesen Umstand führte der Bund auf verschiedene Strafartikel zurück.

Besonders zurückgegangen sind Fahrzeugeinbruchdiebstähle, Diebstähle ab, respektive aus Fahrzeugen, und Taschendiebstähle. Die digitale Kriminalität hingegen verblieb im Vorjahresvergleich auf ähnlich hohem Niveau.

Insgesamt 57'761 digitale Straftaten wurden erfasst. Dabei handle es sich bei der überwiegenden Mehrheit davon um Cyber-Wirtschaftskriminalität: Insgesamt 36'572 Personen kamen im letzten Jahr deswegen zu Schaden. Die meisten von ihnen - 81,2 Prozent - fielen einem Online-Betrug zum Opfer.

Bei den Betrugsformen zeigte sich ein Geschlechterunterschied: Während Männer eher von Online-Anklagebetrug, nicht gelieferten Waren auf Kleinanzeigeplattformen und Vorschussbetrug betroffen waren, wurden Frauen eher Opfer von falschen Unterstützungsanfragen oder Romance Scams.

Ausser bei Betrugsfällen auf Kleinanzeigenplattformen waren Personen über sechzig am weitaus meisten von Online-Betrug betroffen.

Bei Sextortion, der digitalen Erpressung von Geld mit Bild- und Videomaterial, war die überwiegende Mehrheit der Geschädigten männlich, ein Drittel der Opfer war minderjährig.

Weniger beschuldigte Personen aus Asylbevölkerung

Laut BFS wurden insgesamt 92'147 Personen wegen einer polizeilichen Straftat registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der beschuldigten Bevölkerung um 12,4 Prozent auf 5386 Personen.

Fast unverändert blieb die Zahl bei Schweizer Staatsangehörigen - bei 38'821 beschuldigten Personen lag der Schweizer Anteil bei 42,1 Prozent. Die Zahl Beschuldigter bei der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung (29'725 Personen) sowie den übrigen Ausländerinnen und Ausländern (18'215 Personen) nahm verglichen mit 2024 um 2,9- respektive 1,3 Prozent, leicht zu. (pre/hkl/sda)

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