Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Gewalt gegen Frauen

Der 25. November ist der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Bild: shutterstock

Eine Frau zu sein ist gefährlicher als...

7949 Frauen erlebten in der Schweiz im vergangenen Jahr häusliche Gewalt. Zum internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nehmen wir diese Zahl unter die Lupe.



Wir schreiben das Jahr 2019 und noch immer werden jährlich tausende Frauen in der Schweiz Opfer von häuslicher Gewalt. Du denkst, wir übertreiben? Dann schau dir mal die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik an.

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor einem Jahr bereits publiziert und zum diesjährigen Aktionstag aktualisiert.

2019 wurden in der Schweiz in 365 Tagen ...

Gewalt gegen Frauen: Grafiken

Bild: watson

... Opfer durch häusliche Gewalt. Das sind ...

Gewalt gegen Frauen

Bild: watson

Oder ...

Gewalt gegen Frauen

Bild: watson

Beinahe jede Stunde wird also eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Im Jahr 2019 wurden dabei insgesamt 19 Frauen getötet. Oder anders ausgedrückt:

Bild

Bild: watson

Zusätzlich kam es in der Schweiz im Jahr 2019 zu ...

Gewalt gegen Frauen: Grafiken

Bild: watson

Daneben wurden über 4124 Fälle von Tätlichkeiten, 3322 Fälle von Drohungen und über 1505 Fälle von Körperverletzung erfasst. Und damit sind wir auch schon genau bei der grossen Schwäche dieser Statistik: Sie zeigt nur die polizeilich erfassten Fälle.

Dass diese Zahlen kein umfassendes Abbild zeigen können, hat mehrere Gründe. Einerseits ist Gewalt gegen Frauen in vielen Fällen noch immer ein grosses Tabuthema, viele Frauen erstatten nie Anzeige gegen die Täter. Ausserdem wird Gewalt und deren Formen auch ganz unterschiedlich interpretiert. Zusätzlich zu der vom Bund veröffentlichten Statistik gibt es also eine – vermutlich happige – Dunkelziffer.

«Vergewaltigung passiert meistens im eigenen Umfeld» – Eine Betroffene erzählt

Video: watson/lea bloch

Abgesehen davon handelt es sich bei häuslicher Gewalt per Definition um Vorfälle rund um eine bestehende oder aufgelöste familiäre, eheliche oder partnerschaftliche Beziehung. Darunter fallen dauernde Beschimpfungen oder fortlaufendes Kontrollieren, aber auch Verletzungen mit Messer oder ungewollten sexuellen Handlungen. Nicht berücksichtigt wird Gewalt gegen Frauen von Fremden auf offener Strasse, bei der Arbeit und an anderen Orten.

Doch bereits diese 7949 Betroffenen aus dem letzten Jahr sind schwierig vorstellbar. Zum Vergleich:

Das sind ...

Vergleiche 7500 Frauen

Bild: watson

Oder jährlich 22 vollbesetzte Boeing 777-300ER der Swiss:

Vergleiche 7500 Frauen

Bild: watson

Obwohl sie täglich passieren, finden Fälle von Gewalt gegen Frauen selten den Weg in die Medien. Wie «alltäglich» sie ist, zeigt ein Vergleich.

Pro Jahr werden mehr Frauen Opfer von Gewalt als ...

... in Einfamilienhäuser eingebrochen wird

Gewalt gegen Frauen: Grafiken

Bild: watson

... Schlittelunfälle passieren

Gewalt gegen Frauen: Grafiken

Bild: watson

... Frauen die Diagnose Brustkrebs erhalten

Gewalt gegen Frauen: Grafiken

Bild: watson

Es wird also weniger in Häuser eingebrochen, als Frauen Gewalt erleben. Auch Schlittelunfälle oder Gewalt und Drohungen gegen Beamte kommen weniger häufig vor, wie diese Übersicht zeigt:

Gewalt gegen Frauen: Grafiken

Bild: watson

Wie präsent das Thema häusliche Gewalt im Polizeialltag ist, zeigt die Jahresstatistik 2016 der Kantonspolizei Bern. Die Polizei rückte im Schnitt täglich drei Mal wegen häuslicher Gewalt aus. Bei 90% aller Fälle ging die Gewalt dabei von einem Mann aus, bei einem Viertel aller Fälle konstatierte die Polizei einen vorgängigen Alkohol- und/oder Drogenkonsum.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

50'000 Menschen demonstrieren in Peru gegen Gewalt gegen Frauen

Auch Parlamentarierinnen nahmen am Frauenstreik teil

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kesb-Vormund erschleicht sich über 300'000 Franken

Ein von der Kesb als Vermögensverwalter eingesetzter Vormund hat sich während dreier Jahre selbst 316'000 Franken vom Konto seines Schützlings überwiesen. Das Bezirksgericht Zürich fällte am Montag aber kein Urteil, sondern wies den Fall an die Staatsanwaltschaft zurück.

Der heute 70-jährige Vormund hatte unter anderem von 2016 bis 2019 Geld vom Konto seines Mündels auf sein eigenes überwiesen. Um seine Taten zu vertuschen, stellte er gefälschte Rechnungen aus, wie aus der Anklageschrift …

Artikel lesen
Link zum Artikel