Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gerichtsprozess: Vater und Sohn wollten Frau vom Balkon werfen — weil sie «keinen Respekt» gezeigt habe



Ein 34-jähriger Mann und sein 68-jähriger Vater müssen sich heute Mittwoch vor dem Winterthurer Bezirksgericht verantworten. Die beiden sollen im vergangenen Sommer versucht haben, die Ehefrau des 34-Jährigen vom Balkon im dritten Stock zu werfen. Die Frau habe keinen Respekt gezeigt, war laut Anklage die Begründung für die Tat.

Auslöser war gemäss Anklageschrift ein Streit zwischen der heute 32-jährigen Pflegeassistentin und ihrem Schwiegervater. Mit den Worten «Du hast keinen Respekt, jetzt ist fertig. Jetzt werfen wir dich über den Balkon und bringen dich um», soll der 68-jährige Schwiegervater aus dem Kosovo handgreiflich geworden sein.

Gemäss Staatsanwalt packte er seine Schwiegertochter, ebenfalls aus dem Kosovo, an den Schultern und hob sie hoch. Sein Sohn half sofort mit und hielt seine Ehefrau an den Füssen fest. Unter heftiger Gegenwehr wurde die Frau auf den Balkon und zum Geländer geschleppt.

Sohn konnte Schlimmeres verhindern

Zu einem Sturz aus dem dritten Stock kam es jedoch nicht: Der 9-jährige, verängstigte Sohn eilte seiner Mutter zu Hilfe. Er biss seinen Vater so fest in die Hüfte, dass er die Mutter losliess. Sie konnte sich befreien und in der Küche die Polizei rufen.

Seither sitzen Vater und Sohn im Gefängnis. Die Anklage fordert für den Vater eine unbedingte Freiheitsstrafe von 8 Monaten und eine Busse von 400 Franken. Für den Sohn und Ehemann beantragt sie eine unbedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten und ebenfalls eine Busse von 400 Franken. Beide sind wegen Nötigung, Drohung und Tätlichkeiten, beziehungsweise Körperverletzung angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft will den Ehemann zudem verpflichten, am Lernprogramm «Partnerschaft ohne Gewalt» teilzunehmen. Dort lernen gewalttätige Männer, die Hintergründe ihres Verhaltens zu analysieren und künftig anders zu handeln. Pflicht sind dabei auch regelmässige Kontrollgespräche beim Zürcher Amt für Justizvollzug. (wst/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Silas89 27.01.2016 09:01
    Highlight Highlight Das ist halt juristisch schwierig. Für eine Verurteilung wegen versuchten Mordes braucht es klare Beweise. Die Aussage des Opfers und des 9-jährigen Sohns reicht da nicht, das ist wohl richtig so.
  • Mayadino 27.01.2016 07:42
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht warum solche drohungen und gewalt taten so lasch bestraft werden! Das war doch versuchter mord! Dafür müssen sie nicht mal ein jahr in gefängnis und eine minimale geldsumme bezahlen?
  • Bowell 27.01.2016 06:33
    Highlight Highlight "Du zeigst keinen Respekt, also werfe ich dich mal kurz ganz respektlos vom Balkon (!) und töte dich." Das soll mal einer verstehen...
  • poga 27.01.2016 06:25
    Highlight Highlight Na die 10 Monate haben sie ja bald abgesessen. Die 400 Franken sind auch schnell bezahlt. Hoffen wir das wenigstens der Sohn etwas daraus lernt.

Meilen: Frau soll Mord an eigener Mutter in Auftrag gegeben haben

Vor dem Bezirksgericht Meilen ZH müssen sich kommende Woche vier Personen wegen der Tötung einer 73-jährigen Ärztin verantworten. Eine davon ist ihre eigene Tochter. Sie soll die Tötung ihrer Mutter in Auftrag gegeben haben, um an das Erbe zu kommen.

Beim Opfer handelt es sich um eine 73-jährige Frau, die in der Stadt Zürich eine Praxis als Hautärztin führte und allein in ihrem Haus in Küsnacht an der Goldküste wohnte.

Ihr Leben endete in der Nacht auf den 20. August 2016. Ihr Sohn, der sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel