Schweiz
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Politiker werden nervös: Wo bleibt der Experte im Fall Lauber?

Bis im September muss der Untersuchungsbericht zum Bundesanwalt vorliegen – aber die Zeit wird knapp.

Henry Habegger / ch media



epa07561101 Swiss Federal Attorney Michael Lauber speaks during a press conference at the Media Centre of the Federal Parliament in Bern, Switzerland, 10 May 2019. Federal Attorney Michael Lauber is criticised for informal meetings with FIFA head Gianni Infantino. The supervisory authority for the Federal Prosecutor's Office is opening a disciplinary investigation against Lauber.  EPA/PETER KLAUNZER

Bundesanwalt Michael Lauber Bild: EPA/KEYSTONE

Am 9. Mai beschloss die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) unter Präsident Hanspeter Uster, eine Disziplinaruntersuchung gegen Bundesanwalt Michael Lauber zu eröffnen. Es sollten «mögliche Amtspflichtverletzungen des Bundesanwaltes innerhalb des Fifa-Verfahrenskomplexes disziplinarrechtlich geklärt werden», so die AB-BA damals. Eine «externe Fachperson» solle die Untersuchung durchführen.

Einen Monat später hat die AB-BA diese Fachperson noch immer nicht ernannt. Auf Anfrage diese Woche teilte die Behörde mit: «Die AB-BA befindet sich mitten im Auswahlverfahren für die Einsetzung einer Fachperson zur Durchführung des Disziplinarverfahrens.»

Amtsgeheimnis verletzt?

Der Experte soll etwa klären, was es mit den Treffen von Lauber mit Fifa-Boss Gianni Infantino auf sich hat. Vor allem das dritte Treffen ist mysteriös. Dort sollen auch noch Laubers Pressechef André Marty und der Walliser Oberstaatsanwalt und Infantino-Freund Rinaldo Arnold teilgenommen haben. Aber keiner der vier will sich erinnern. So steht etwa die Frage im Raum, ob da gekungelt wurde. Die Anwesenheit Arnolds, eines Aussenstehenden, auch an einem weiteren Treffen, wirft die Frage nach Verletzung des Amtsgeheimnisses durch den Bundesanwalt auf.

Im Bundesparlament äusserten sich diese Woche diverse Politiker besorgt. Denn sie müssen bis im September wissen, was Sache ist, was Lauber vorgeworfen wird und was nicht. Denn im September steht die (bereits einmal verschobene) Wiederwahl des Bundesanwalts auf dem Programm. Bis dann muss der Untersuchungsbericht vorliegen. Aber mittlerweile zweifeln einige mit dem Thema befasste Politiker daran, dass die Zeit noch reicht.

Wenn nicht, steht das Parlament vor dem Problem: Es weiss nicht, ob es womöglich einen Kandidaten wählt, der eine Amtspflichtverletzung begangen hat. Oder einen abwählt, der wenig später in einer Untersuchung entlastet wird. Sicher ist, dass Lauber im Parlament viel Kredit verspielt hat. Auch, weil die Glaubwürdigkeit des Bundesanwalts in der Bevölkerung auf einem Tiefpunkt ist.

Unklar ist, warum die Einsetzung des Experten so lange dauert. Ein Politiker erklärte diese Woche, die AB-BA finde bisher schlicht keinen Fachmann, der die Untersuchung durchführen wolle und könne. Denkbar ist aber auch, dass die Verzögerung auf Bundesanwalt Lauber zurückzuführen ist. Er kann laut AB-BA «allfällige Ausstandsgründe gegen die Fachperson geltend machen». Ob er dies bereits getan hat, will die Behörde nicht sagen. Sie hält nur fest, dass die Einsetzung der Fachperson, sobald erfolgt, «aktiv kommunziert» werde.

Offenbar Krise in der BA

Es gibt auch Anzeichen, dass es in der Bundesanwaltschaft kriselt. So ist zu vernehmen, dass Informationschef Marty seinem Chef dringend von der Pressekonferenz vom 10. Mai abgeraten hatte, an der Lauber die AB-BA und Präsident Uster frontal angriff. Er warf ihr vor, sie greife die Institution Bundesanwaltschaft an. Diese heftige Attacke nahmen Lauber viele Politiker übel. Marty erschien nicht an der Pressekonferenz.

Michael Lauber gibt PK zum Fifa-Treffen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chrisiboy 09.06.2019 15:13
    Highlight Highlight Wer will einen Bundesanwalt, der sich nicht mehr an Treffen erinnern kann und nicht mehr weiss, was er wann mit wem Besprochen hat? Wenn sein Verhalten auch keine strafrechtliche Relevanz haben sollte, politisch und moralisch ist es mehr als fragwürdig und darum gehört er weg.
  • Ridcully 09.06.2019 13:18
    Highlight Highlight Es ist absolut unhaltbar und in keinster Weise Akzeptabel, wie sich hier die Bundesanwaltschaft verhält. Eine nicht wiedergutzumachende Beschädigung der Reputation und der Glaubwürdigkeit dieser Behörde und damit des ganzen Landes.
    Es ist einem Rechsstaat absolut unwürdig!!
  • Avalon 09.06.2019 12:40
    Highlight Highlight Da stinkt einfach zu viel, ich werde das Gefühl nicht los, dass sich da einige Leute an ihre Sessel klammern und nicht wirklich ihren Job tun. Siehe auch Bericht über die Fedpol ....
    Ich wünschte mir in Bundesanwaltschaft und Fedpol neue Leute mit einem hohen ethischen Verständnis.
  • Spooky 09.06.2019 04:47
    Highlight Highlight Ich habe gehört, die infrage kommenden Experten seien zur Zeit auf der Bärenjagd in Kamtschatka.
    • pamayer 09.06.2019 09:49
      Highlight Highlight Haben aber noch keine Bären gesichtet.

      Hi, Spooky. 👋🏼
    • Spooky 10.06.2019 02:44
      Highlight Highlight pamayer

      Kein Wunder, er wurde im Wallis gesichtet 😆
  • Marat 08.06.2019 23:11
    Highlight Highlight Weshalb heisst es eigentlich überall, solche informellen Treffen seien zulässig? Ohne Teilnahme der beschuldigten Person wird doch deren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Wenn nichts protokolliert wird sowieso, aber doch selbst dann, wenn ein Protokoll erstellt würde, gibt es doch keinen vernünftigen Grund, weshalb die beschuldigte Person von einem solchen Treffen nicht vorgängig erfahren und daran teilnehmen dürfte.
  • Neruda 08.06.2019 21:17
    Highlight Highlight Da treffen sich vier, vermeintlich gesunde, Männer und keiner kann sich an dieses Treffen erinnern. Eigentlich braucht des keine Untersuchung mehr, denn jeder mit Hirn merkt doch, dass hier was faul ist und das darf beim Bundesanwalt einfach nicht sein!
    • François Boder 09.06.2019 04:34
      Highlight Highlight Diagnose für alle vier : hochgradige Amnesie als Folge von Demenz !
  • N. Y. P. 08.06.2019 21:02
    Highlight Highlight Die Politiker sind brutal nervös.

    Die Meinungen im Volk sind gemacht. Lauber muss weg !

    Falls die Untersuchungen Lauber aber entlastet, sind die Parlamentarier in einem Scheissdilemma.

    Das Volk will ihn weg haben. So oder so. Egal, was die Untersuchung hervorbringt.

    DAS macht die Politiker nervös !
  • Clife 08.06.2019 20:32
    Highlight Highlight Was sind eigentlich für Clowns in den ganzen Departementen? Irgendwie hört sich das immer mehr nach Mafia als nach Demokratie an. Am Ende guckt dann die Bevölkerung in die Röhre.

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