Schweiz
Justiz

Femizid von Givisiez FR: Kollektiv fordert nationale Massnahmen

gemeindehaus Givisiez
Das Gemeindehaus in Givisiez, FR. Das Feministische Streikkollektiv fordert nun nationale Massnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.Bild: Gemeinde Givisiez

Femizid von Givisiez FR: Kollektiv fordert nationale Massnahmen

08.07.2025, 13:1408.07.2025, 13:14

Das Feministische Streikkollektiv Freiburg hat am Dienstag dringliche nationale Massnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt gefordert. Das Kollektiv reagierte damit auf die Tötung einer Frau und eines Babys am Samstag in Givisiez FR.

Auch im Kanton Freiburg gebe es noch viel zu tun, hiess es in der Mitteilung. Nach wie vor gebe es keine geeignete Abteilung für die medizinische Behandlung von Gewaltopfern am Freiburger Spital.

Auch fehle eine Gesetzesgrundlage zur dauerhaften Finanzierung von Massnahmen gegen häusliche Gewalt. Zudem stünden zu wenig Mittel für den Kinderschutz bereit. Der Freiburger Grosse Rat hat Ende Juni per Motion ein Gesetz gegen häusliche Gewalt gefordert.

Auf nationaler Ebene müssten dauerhaft die benötigten Mittel bereitgestellt werden, forderte das Streikkollektiv weiter. Eine Telefonhotline sollte rund um die Uhr besetzt und Notaufnahmezentren mit ausreichend Plätzen ausgestattet sein. Fachkräfte sollten für eine bessere Betreuung von gewaltbetroffenen Frauen, Trans-, Inter- und nonbinären Personen und ihren Kindern ausgebildet werden.

In Givisiez hatte am Samstag ein Mann seine Ehefrau und das sechs Woche alte Baby erstochen. Anschliessend versuchte er, sich das Leben zu nehmen. Dabei erlitt er leichte Verletzungen. Der mutmassliche Täter sitzt hinter Gitter, er ist geständig.

«Es handelt sich mindestens um den 19. Femizid dieses Jahres in der Schweiz und den zweiten im Kanton Freiburg», schrieb das Kollektiv. Am 10. April hatte ein Mann seine Frau am Arbeitsplatz in Epagny aufgesucht, sie erschossen und sich dann selber getötet.

Für Mittwochabend rief das Kollektiv zu einer Kundgebung in Freiburg auf. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Am Anfang war alles gut. Dann veränderte er sich»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der Streit um die Mieten eskaliert, bevor er richtig begonnen hat
Der Bundesrat hat am Freitag einen Gegenvorschlag zur Mietpreis-Initiative angekündigt. Und schon gehen die Wogen hoch. Die Initianten sprechen von einem «Skandal».
Geht er, bleibt er, wie lange noch? Der Rücktritt von SVP-Bundesrat Guy Parmelin ist das grosse Gesprächsthema in Bundesbern. Manche hatten erwartet, dass der Wirtschaftsminister die Bundesratssitzung vom Freitag nutzt, um seinen Abgang anzukündigen. Doch weit gefehlt. Stattdessen stellte Parmelin an der Sitzung die Weichen für einen schwierigen Abstimmungskampf, den sein Departement austragen muss – dannzumal jedoch ohne ihn. Die Rede ist von der «Mietpreis-Initiative». Sie kommt frühestens 2028 an die Urne. Dass Parmelin dann noch im Amt ist, erwartet kaum jemand.
Zur Story