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ZUR ORGANSPENDEN-DEBATTE IM STAENDERAT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Ein Arzt oeffnet im Kinderspital Zuerich einen Sack, in dem sich ein gesundes Herz befindet. Das Herz soll einem 7-jaehrigen Kind einoperiert werden. Der Eingriff wird von Professor Rene Pretre, Chefarzt Chirurgie am Kinderspital Zuerich, durchgefuehrt. Aufgenommen im Sommer 2011 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Zürcher Kinderspital hat Qualitätsprobleme, und unter den Ärzten gibt es Spannungen. Bild: KEYSTONE

Kinderspital Zürich: Studie zeigt erhöhte Sterblichkeitsrate bei Herzfehler

Das Herzzentrum des Zürcher Kinderspitals schneidet im Vergleich zu anderen Spitälern schlecht ab: Kinder mit einem bestimmten Herzfehler sterben laut einer Studie doppelt so oft. Heftige Konflikte im Spital sollen laut Insidern die Qualität der Behandlung beeinflussen.

Leo Eiholzer / ch media



Eine wissenschaftliche Studie lässt Zweifel an der Qualität des Herzzentrums des Zürcher Kinderspitals aufkommen. Es geht um das sogenannte Hypoplastische Linksherzsyndrom. Babys, die mit diesem schweren Herzfehler auf die Welt kommen, müssen kurz nach der Geburt operiert werden. Es braucht drei Eingriffe am baumnussgrossen Herzen der Neugeborenen. Während der ersten Operation und in der Zeit bis zur zweiten ist das Risiko am grössten, dass die Kinder sterben.

Wie viele überleben, ist einer der Indikatoren dafür, wie gut ein Kinderherzzentrum ist. Das Herzzentrum des Kinderspitals sieht in einer Studie, die das Krankenhaus selber veröffentlich hat, nicht gut aus: Gemäss diesen Zahlen starben mehr als doppelt so viele Kinder wie in anderen Spitälern. Zugleich erzählen Insider von «Extremzuständen» in der Klinik, von jahrelangen Streitereien, die die Behandlung der Kinder beeinflussen würden.

57 operierte Kinder wurden in der Studie erfasst. Davon starben 22 bis zur zweiten Operation. Das heisst: 39 Prozent der Eltern mussten ihr Baby beerdigen. Die Zahlen stammen aus den Jahren 2001 bis 2014, und sie sind nicht gut.

Das Kinderherzzentrum Giessen (D) hat eine Studie mit Zahlen von 1998 bis 2013 durchgeführt, die in Datenbanken mit medizinischer Literatur abrufbar ist: In Giessen starben lediglich 15 Prozent der Kinder. Das Kinderspital im holländischen Utrecht weist zwischen 2004 und 2010 eine Todesrate von 19 Prozent aus.

Ein Teil der Unterschiede mag durch Unterschiede in den Studien erklärbar sein, doch eine doppelt so hohe Sterblichkeitsrate wirft Fragen auf.

Kinderherzchirurg René Prêtre war bis 2012 Chefchirurg des Herzzentrums und hat einen signifikanten Teil der Operationen durchgeführt. Er sagt: «Ich gebe gerne zu: Bei der Behandlung dieses Syndroms gibt es Spitäler, die eine grössere Erfahrung haben und besser sind als wir.» Giessen beispielsweise sei ein Kompetenzzentrum für diese Operation.

Portrait of Professor Rene Pretre, heart surgeon and chief physician of the Department of Heart Surgery of the University Hospital in Lausanne, taken in Zurich, Switzerland, on June 11, 2016. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Professor Rene Pretre, Herzchirurg und Chefarzt der Abeitlung fuer Herzchirurgie des Centre Hospitalier Universitaeire Vaudoise (CHUV), portraitiert am 11. Juni 2016 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

René Prêtre, Chefchirurg bis 2012. Bild: KEYSTONE

Zudem behauptet Prêtre, dass die Sterblichkeitsrate beim Hypoplastischen Linksherzsyndrom nicht der beste Indikator für die Qualität eines Herzzentrums sei. Ohnehin gäbe es verschiedene Ausprägungen des Syndroms. Dann fügt er an: «Bei Operation dieser Art ist nicht nur der Chirurg wichtig. Die Kardiologie und die Intensivstation haben einen grossen Einfluss darauf, wie viele Kinder überleben.»

Entlassungen und Anzeigen

Die Herzchirurgie, die Kardiologie und die Intensivstation im Kinderspital arbeiten aber kaum zusammen. Sie fechten massive Auseinandersetzungen aus. Insider berichten von «Extremzuständen».

Die Öffentlichkeit erfuhr bisher nur wegen zwei merkwürdiger Episoden, dass im Herzzentrum vieles im Argen liegt: Vor drei Wochen drohte der entlassene Herzchirurg A.S.* dem Kinderspital via Titelseite des «Tages-Anzeigers» mit Suizid durch Hungerstreik, wenn er kein korrektes Arbeitszeugnis erhalte.

Er zeigte drei seiner Vorgesetzten an und beschuldigte einen, ihn bei Operationen absichtlich mit dem Skalpell verletzt zu haben. Das Kinderspital bestritt die Vorwürfe. Für die Ärzte gilt die Unschuldsvermutung. Fünf Monate zuvor war Knall auf Fall Michael Hübler, Chef der Herzchirurgie, vor die Türe gestellt worden. Auf eine offizielle Erklärung für die Trennung vom international renommierten Spitzenchirurgen wartet die Öffentlichkeit bis heute.

A portrait of Michael Huebler, head physician of the cardiac surgery ward at the University Children's Hospital in Zurich, Switzerland. The picture is taken in one of the operating rooms at the children's hospital on August 9, 2012. (KEYSTONE/Gaeten Bally)

Michael Hübler, Chefchirurg bis 2018. Bild: KEYSTONE

Fakt ist: Konflikte wie jener, dem Hübler zum Opfer fiel, bestehen schon seit fast zehn Jahren. Es gab sie bereits, als noch René Prêtre Chef der Herzchirurgie war, wie Recherchen von CH Media ergaben. Prêtre, drei Jahre vor seinem Kispi-Weggang zum Schweizer des Jahres gekürt, verneint das.

Die Schilderungen sind heftig: «Anstatt gemeinsam zu entscheiden, wurden klare Linien gezogen und gesagt: Ab hier ist das unser Patient, ihr habt hier nichts mehr zu sagen», erzählt ein Beteiligter. «Ich hatte so etwas in meiner medizinischen Karriere noch nie erlebt.»

Dass sich Ärzte am Bett von Patienten stritten, wie die Eltern eines verstorbenen Mädchens in der SRF-Sendung «10vor10» berichteten, sei «mehrmals» vorgekommen. Eine Person vergleicht die Zustände mit einer Seilschaft, die nach links und rechts zieht, anstatt gemeinsam den Gipfel zu erklimmen: «Die dauernden Streitigkeiten waren wirklich schwer zu ertragen.»

Die Spannungen zwischen den Abteilungen wurden irgendwann so stark, dass Chefchirurg Michael Hübler seine Patienten nach der Operation nicht mehr auf der Intensivstation besuchte. Vertreter der einzelnen Abteilungen gingen nicht mehr an gemeinsame Sitzungen. «Wenn nie jemand auf Sie hört, dann macht es ja irgendwann keinen Sinn mehr, da hinzugehen», rechtfertigt das ein Beteiligter. Auch der entlassene Assistenzarzt A.S. bestätigt, dass es massive Konflikte gab.

«Ich hatte so etwas in meiner medizinischen Karriere noch nie erlebt.»

Ein Beteiligter.

Das Kinderspital schreibt auf Anfrage hingegen, die Zusammenarbeit unter den Abteilungen sei anspruchsvoll, weil die Behandlungsteams Entscheide fällen, bei denen es um Leben und Tod gehe: «Es gibt viele Schnittstellen und Diskussionen, die aber konstruktiv und im Ergebnis zielführend geführt werden.»

Die Insider hingegen sind sich einig: Die massiven Streitereien beeinflussten die Qualität der Behandlung der Patienten, mindestens bei schwierigen Fällen. «Die Medizin in diesem Bereich ist äusserst kompliziert. Ohne Teamwork leidet zwangsläufig die Qualität», sagt eine Quelle. «Die persönlichen Konflikte waren manchmal wichtiger als die Behandlung der Kinder», sagt eine weitere. Mehrere Beteiligte bestätigen diese Einschätzung. «Das Streiten hat einen beträchtlichen Teil des Tages eingenommen», sagt eine der Quellen. Das Kinderspital schreibt auf die konkrete Frage, ob die Streitereien die Behandlung der Kinder beeinflusste: «Diese Schilderungen sind uns nicht bekannt.»

Seit 2014 haben 18 Ärzte im Rang eines Oberarztes oder höher die drei Abteilungen verlassen. Freiwillig und unfreiwillig. Das Kispi sagt, die Fluktuation von elf Prozent liege massiv unter dem Durchschnitt im Gesundheitsbereich.

«Das ist mir zu heiss»

Viele der Kispi-Ärzte wollen sich auch unter Zusicherung von Anonymität nicht zu den Vorgängen äussern. «Das ist mir zu heiss», heisst es dann. Oder: «Die Szene ist klein. Wenn jemand herausfindet, dass ich geredet habe …» Die Angst vor dem langen Arm des Zürcher Kinderspitals geht um in der Schweizer Kindermedizin.

Bei denen, die reden, ist der Fall jeweils klar: Vertreter der Intensivstation sehen die Fehler bei den Herzchirurgen und umgekehrt. Ein Beteiligter sagt: «Das Traurige ist: Die Leute wollen nur das Beste für den Patienten. Doch die Rädchen der Maschine greifen einfach nicht ineinander.»

«Das Streiten hat einen beträchtlichen Teil des Tages eingenommen.»

Ein Beteiligter.

Die wichtigste Frage ist offen: Warum brachte die Leitung des Kinderspitals den Konflikt in all den Jahren nicht unter Kontrolle? Das Spital antwortet darauf nichts; es möchte nicht mal sagen, wem die Chefärzte der drei Abteilungen unterstellt waren. Chefchirurg Hübler arbeitet zwar jetzt nicht mehr im Kinderspital, steht aber noch bis im Jahr 2020 auf der Lohnliste. Für die schwierigen Fälle muss nun René Prêtre aus Lausanne kommen. Die anderen Chirurgen haben keinen in der Schweiz anerkannten Facharzttitel.

Und was sagt das Kinderspital zur Studie? Nachdem es sich über Tage geweigert hatte, zu den Sterblichkeitszahlen öffentlich Stellung zu beziehen, liess es sich am Montagabend dann doch noch zitieren: Gemäss Generalsekretär Urs Rüegg sei es ohne qualifizierte Kenntnisse der Herzchirurgie nicht möglich, Vergleiche aus den Studien abzuleiten: «Dieses Vorhaben ist höchst fragwürdig.»

*Name der Redaktion bekannt.

Ein Lächeln für kranke Kinder

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    Alle Leser-Kommentare
  • Butschina 15.05.2019 07:34
    Highlight Highlight Die Kommunikation ist ein generelles Problem in grossen Spitälern. Zudem findet auch ein Kässelidenken statt. Ich wurde selber Opfer dieses Kässelidenkens. Für mich ist dies unverständlich. Der Patient und dessen Heilung muss im Vordergrund stehen. Als Betroffene muss man Vertrauen zu den Ärzten haben.
  • Pafeld 14.05.2019 15:13
    Highlight Highlight Um statistische Auffälligkeiten in der Kinderherzchirurgie zu finden, muss man nicht Herzspezialist sein. Statistische Auffälligkeiten gehorchen in allen Disziplinen den selben mathematischen Regeln. Ja, auch in der Herzchirurgie! Von daher wäre es auch Aufgabe des Spitals, eine Erklärung dafür zu liefern anstatt weiterhin dem Gottkomplex zu fröhnen. Ich hoffe, Kanton und Patientenschutzorganisationen schauen nicht länger weg und leiten endlich ein Strafverfahren ein. Den Fehler aufgrund von absichtlich verschlampter Kommunikation fallen nicht unter Kunstfehler.
  • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 14.05.2019 11:09
    Highlight Highlight Man hätte fragen können, was die genauen Todesursachen der Kinder waren: vor und während der OP, Komplikationen während der Aufwachphase oder Infektionen nach der OP. Dann könnte man rückschliessen, wo das Problem liegt. Generell ist es es extrem ungünstig, wenn bei einer so komplexen Herausforderung Abteilungen nicht kommunizieren.
    Die Eltern, die ein Kind erwarten, sollten prüfen, ob sie möglicherweise freie Spitalwahl in der Police haben und über Alternativen nachdenken. Nichts ist ätzender, als wenn man sich kurz nach der Geburt mit solchen Abwägungen herumschlagen muss.
  • Scasi 14.05.2019 09:36
    Highlight Highlight Wir sind wöchentlich im Kinderspital und bekommen zum Glück von all dem nichts mit. Aus unserer Sicht sind die Ärzte ein super eingespieltes Team, sind untereinander gut informiert und nehmen sich die nötige Zeit für unsere Tochter und uns Eltern. Die Probleme scheinen wirklich primär das Herz-Zentrum zu betreffen; wir sind in einer anderen Abteilung. Ich finde uns im Zürcher Kispi gut aufgehoben - den engen Platzverhältnissen zum Trotz.
    • Peter Sager 14.05.2019 12:12
      Highlight Highlight Was hat denn Ihr Kind
  • Linus Luchs 14.05.2019 09:31
    Highlight Highlight In der Luftfahrt ist man bezüglich Zusammenarbeit im Cockpit schon sehr viel weiter. Es gab und gibt auch Projekte, um die Erfahrungen mit den Sicherheitsmassnahmen für Pilotenteams auf Spitäler zu übertragen.* Aber leider tun sich die Halbgötter in Weiss sehr schwer mit solchen Massnahmen, obwohl es auch bei ihnen, wie im Flugzeug, Tote geben kann, wenn die Zusammenarbeit nicht funktioniert. Die Chefs im Kinderspital Zürich scheinen besonders beratungsresistent zu sein. Himmeltraurig.

    * http://www.gabex.ch/blog/files/afb13446a7ebeb36aa57f1ce0e4d05f4-23.html
    • Pafeld 14.05.2019 15:22
      Highlight Highlight Wäre an der Zeit, dass CRM auch in der Medizin Einzug hält und die Chefärzte vom selben hohen Ross runterreisst, auf dem Flugkapitäne auch mal waren.
    • FreeDobby 14.05.2019 23:04
      Highlight Highlight In der Hebammenausbildung haben wir CRM im Rahmen der Schulung in Notfallsituationen durchgenommen. Da man in Notfallsituationen in den Spitälern interdisziplinär arbeitet, nehme ich an (oder hoffe ich), dass medizinisches Personal auch darin geschult wird.
  • eBart! 14.05.2019 09:09
    Highlight Highlight «Dieses Vorhaben ist höchst fragwürdig.»

    Perfekt zusammengefasst, aber er (der Direktor) hat die Doppeldeutigkeit dieses Satzes wohl nicht mal bemerkt.
  • Der Tom 14.05.2019 08:49
    Highlight Highlight Weiss nicht ob das gut ist, wenn der Ruf jetzt nachhaltig zerstört wird. Vielleicht ist es notwendig... keine Ahnung. Jedenfalls will ich jetzt irgendwie nicht mehr, dass meine Kinder dort hin müssen.
  • [CH-Bürger] 14.05.2019 07:43
    Highlight Highlight vom der Sterblichkeitsrate von einer einzigen Behandlung auf die Qualität des Gesamtspitals zu schliessen, scheint mir ein bisschen verwegen!
    wir kennen die Ausgangslagen der verschiedenen, in der Vergleichsstudie erwähnten Patienten, nicht.
    Könnte ja sein, dass das Kispi nur die extrem schwierigen Fälle gekriegt hat?!

    Und zum Fall "Skalpellverletzung": niemand von uns kennt die genauen Umstände... könnte sein, dass diese Behauptungen eine Frustreaktion des vermeintlichen Opfers war, um das Kispi schlechtzureden...?

    Geurteilt wird nach Fakten!
    und Gesundheitsexperten sind wir alle nicht...
    • Lumpirr01 14.05.2019 14:49
      Highlight Highlight Genau: Geburtstermine mit aufgetretenen Komplikationen während der Schwangerschaft werden ins spezialisierte KISPI verlegt, während normale Geburten im nächstgelegenen Regionalspital erfolgen.

      Wie hiess noch das alte Sprichwort:
      "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast"
  • strell 14.05.2019 07:42
    Highlight Highlight Es wird komplett unterschätzt für wie viele Tode Spitäler die Ursache sind! Infektionen, Pfusch, Fehldiagnose. Dies beschränkt sich leider nicht auf ein einziges Spital. Ursachen davon sind unter anderem schlechtes Management durch Fachkräfte in Führungsfunktionen (Arzt als CEO). Starkes Hierarchiedenken und schlechte Fehlerkultur sind das Resultat davon. Weiter sind die Vergütungssysteme bzw. das Tarifs stem auch nicht förderlich um obengenanntes zu verbessern. Fachkräftemangel und die dadurch entstehende Überforderung tragen dann den Rest dazu bei.
    • torpedo 14.05.2019 09:02
      Highlight Highlight Alles Probleme die bekannt sind.. Diese werden ja auch aktiv angegangen, leider ist es hier nicht gerade einfach, Lösungen zu finden...
    • wasps 14.05.2019 10:32
      Highlight Highlight Es werden aber auch tagtäglich unzählige Menschenleben gerettet!
    • Bündn0r 14.05.2019 14:03
      Highlight Highlight @strell Dabei muss aber unterschieden werden wer wegen oder aber trotz der Behandlung stirbt. Ersterer Anteil ist wohl verschwindend klein. Die Kinder mit Herzfehler gehören wohl auch nicht dazu, wären sie doch ohne Behandlung klar tot.
      Unsere medizinische Versorgung ist genial. Aber wo Menschen arbeiten passieren Fehler, auch bei Halbgötter in weiss. Je nach Beruf sind die Auswirkungen einfach deutlich unschöner.
      Bräuchte ich eine Bahandlung, würde ich diese ohne Einschränkung gerne in der CH machen lassen. Restrisiko gibt es in allen Bereichen.
      Ps: Potential ist natürlich trotzdem vorhanden
    Weitere Antworten anzeigen
  • frohwanda 14.05.2019 07:30
    Highlight Highlight Ich würde mir einen etwas differenzierteren Titel wünschen. Herzzentrum des Kinderspitals schneidet bei Sterblichkeitsstudie schlecht ab oder so ähnlich wäre weit weniger reisserisch und würde sich mit dem Inhalt decken.
  • WID 14.05.2019 07:25
    Highlight Highlight Habe den Eindruck dass der Fisch vom Kopf stinkt.
  • Menel 14.05.2019 07:19
    Highlight Highlight Was für ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die dort ihr Kind verloren haben 😳
  • Ökonometriker 14.05.2019 07:15
    Highlight Highlight Bei der geringen Zahl der Fälle und der grossen idiosynkratischen Unterschiede würde ich die Studie auch nicht für bare Münze nehmen.
    Aber gepaart mit meinen persönlichen negativen Erfahrungen in Zürcher Spitälern halte ich sie für glaubwürdig. Die Spitäler in Hongkong waren weitaus professioneller, trotz der dortigen Platzproblemen und Überlastung. Kein Wunder ist dort die Lebenserwartung trotz Luftverschmutzung und Stress höher als in der Schweiz...
    • Gubbe 14.05.2019 09:06
      Highlight Highlight Manche gebrauchen auch eigenartige Wörter um ihre Intelligenz zu untermauern.
      Der zweite Teil gilt auch für Bangkok. Sehr modern und kompetent.
  • Holzkopf 14.05.2019 07:01
    Highlight Highlight Der Fisch stinkt vom Kopfe...

    Solche Zustände ergeben sich nur unter grotesk schlechter Führungs- und Kommunikationskultur.

    Die Aussagen über die fehlende Zusammenarbeit sind schockierend. Wenn nur die Hälfte davon wahr ist, grauts mir als Arzt. Die interdisziplinäre Arbeit ist das A und O in der heutigen Medizin.
    • Heinzbond 14.05.2019 08:41
      Highlight Highlight Nicht nur dir als Arzt grauts, auch als Pflege, wenn ich mir vorstelle so arbeiten zu müssen...
    • Holzkopf 14.05.2019 12:05
      Highlight Highlight @Heinzbond: Absolut!
  • Don Carlos 14.05.2019 07:00
    Highlight Highlight Sollte dass was im Artikel beschrieben wurde tatsächlich der Wahrheit entsprechen und wegen solchen Querelen Kinder gestorben sein und Ärzte sich nicht trauen Kommentare abzugeben weil es ihrer Karriere schaden könnte dann muss man diesen Laden sofort schliessen!
  • Triple A 14.05.2019 06:54
    Highlight Highlight Tote in Kauf nehmen, um das eigene Ego zu pflegen? Geht gar nicht! Die Medizin ist für die Patienten da und nicht Selbstzweck!
    • Walter Sahli 14.05.2019 07:42
      Highlight Highlight Die Kinder sind nicht gestorben, weil das eigene Ego gepflegt werden musste, sondern weil alle Anderen falsch behandelt haben.
    • DerMedicus 14.05.2019 07:48
      Highlight Highlight ich denke niemand nimmt Tote für das eigene Ego in Kauf. Deine Aussage finde ich ziemlich schlimm. Wenn der leitende Herzchirurg direkt vor den Medien ausdrückt, dass es Spitäler gibt, die eindeutig besser seien als sie, dann zeigt das ja bereits wie wenig er auf sein eigenes Ego achtet. Sich dessen bewusst, dass sie nicht weltführend sind, tagtäglich aber diesen Kindern helfen und vieles riskieren, um dann von unwissenden Bürgern solche Sachen zu hören. Denkst für solch einen Arzt ist es einfach, wenn er ein Kind auf dem Operationstisch verliert?
  • grandvlad 14.05.2019 06:46
    Highlight Highlight Evtl. mal einen Führungswechsel 🤔 die fetten Sessel an jüngere dynamische fachkompetente und kommunikationsbereite Mitarbeiter zu ersetzen 🤔
    • DerMedicus 14.05.2019 07:49
      Highlight Highlight die einzige Lösung die nach aktuellem Stand wohl wirklich was brächte. 👌
    • Luky22 15.05.2019 07:27
      Highlight Highlight Fachkompetenz hat in Führungsfunktionen nicht oberste Priorität!
  • Sherlock_Holmes 14.05.2019 06:34
    Highlight Highlight Äusserst schwierig und bedauerlich. Die Reportage macht vor allem auch aus Elternsicht betroffen.
    Allein die Konflikte sind nicht neu, sondern ziehen sich seit Jahren hin.
    Fachwissen und Erfahrung sind das eine, Zusammenarbeit, Team- und Führungskompetenz das andere, auch Bescheidenheit und Demut.
    Von dem sind jedoch viele Götter in Wissenschaft und in Weiss buchstäblich Welten entfernt.
    Uni-, ETH oder Spitäler. Die Muster wiederholen sich.
    Hier wäre die Ausbildung und Führung gefragt.
    Dass es auch anders möglich ist, zeigen andere Beispiele – höchste Zeit voneinander zu lernen.
  • V-REX 14.05.2019 06:34
    Highlight Highlight Ein solches Verhalten gehört in den Kindergarten und nicht an den Arbeitsplatz.
    • grandvlad 14.05.2019 07:01
      Highlight Highlight Der Vergleich ist eigentlich schon fast eine Beleidigung für den Kindergarten 🤔 die kids realisieren schon schnell, dass es um Leben geht, statt um Machtkampf 😉
    • wasps 14.05.2019 07:13
      Highlight Highlight Das verdienen auch Kindergärtler nicht.
  • grandvlad 14.05.2019 06:22
    Highlight Highlight Tja super Kommunikation... Hierarchien pflegen und Maulkorb verpassen. Als Chef unter Mitarbeitern Angst zu streuen, ist wohl die schlechteste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
    • Lisbon 14.05.2019 09:39
      Highlight Highlight Ich kenne Chefs, die bewusst Streits fördern unter Mitarbeitern, damit ihr Versagen weniger Beachtung erhaltet. Die Streits natürlich verdeckt, damit es nicht zu offensichtlich ist.
    • [CH-Bürger] 14.05.2019 21:50
      Highlight Highlight https://www.nzz.ch/zuerich/kinderspital-zuerich-leitung-wehrt-sich-gegen-massive-kritik-ld.1481710
  • Pümpernüssler 14.05.2019 06:19
    Highlight Highlight Die brauchen einen Aufräumer, der denen die Leviten vorliest und ihnen wieder klar macht, dass der Patient allererste Priorität hat.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 14.05.2019 06:18
    Highlight Highlight Tja da es für viele Operationen zuwenig Fälle hat resp. zuviele Unikliniken mit Herzspezialisten gäbe es eine einfache Lösung.
    Solche Behandlungen sollten nur noch in Lausanne, Bern und Basel gemacht werden, dort verhält man sich Wissensstand heute in allen Bereichen Professioneller
    • Keller101 14.05.2019 07:35
      Highlight Highlight Die Schweiz ist eigentlich sowieso zu klein, die Kinder sollten in europäischen Zentren behandelt werden mit entsprechenden Fallzahlen. Da steht aber die lokale Eitelkeit im Weg. Unsere „Starchirurgen“ sind an den grossen europäischen Zentren normaler Oberärzte.
      YB ist in der Schweiz auch ein ganz toller Club aber in Europa 🤔?
    • [CH-Bürger] 14.05.2019 07:38
      Highlight Highlight @Are Zürich:
      ohne fachliche und sachliche kenntnisse, würde ich nicht so rasch urteilen!
      wer weiss, ob zBsp diese Anschuldigungen wg Skalpellverletzungen nicht einfach eine Frustreaktion des vermeintlichen Opfers waren?

      und von der Sterblichkeitsrate dieser einen Behandlung gleich auf die Qualität des Gesamthauses zu schliessen, ist nicht fair.
      ausserdem sind die Patienten mit derartig schwerwiegender Ausgangslage vermutlich so extrem unterschiedlich konstituiert, sodass ein Vergleich mit anderen Spitälern von Vornherein hinkt!
    • Wir2.0 14.05.2019 07:41
      Highlight Highlight Ja, aber schwierig für Eltern aus dem Tessin jeden Tag Stunden Zug zu fahren um ihr Kind zu sehen. Besser wäre ein Team an Ärzten, die alle diese Operationen/Behandlungen übernehmen. Sagen wir Ärzte von Basel, Bern, Lausanne, Zürich die sich gegenseitig helfen. Die Intensivstationen sollten jedoch alle für solche Fälle gebildet sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sunnigs Türkis 14.05.2019 06:16
    Highlight Highlight Was für ein kindisches und unprofessionelles Verhalten!!! Auch von der Klinikleitung! Und das auf Kosten der Kinder!
    Schämt euch!!!

«Ich verheimliche meiner Partnerin, dass ich in meine Kollegin verliebt bin»

Lieber Anton,

wie mir scheint, hast du gerade an mehreren Fronten zu kämpfen. Da ist einerseits die unerwiderte Liebe zur Arbeitskollegin. Anderseits ist da deine Beziehung, die wegen deiner Fremdverliebtheit aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Bevor ich auf deine Kollegin eingehe, lass mich bitte Partei für deine Freundin beziehen: Ich halte es für egoistisch, ihr nicht zu sagen, wie es um dein Herz und dich steht. Du schreibst klar, dass du Angst hast, danach vor dem Nichts zu stehen.

Die …

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