Schweiz
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«Wem sis Klima? Euses Klima!» Erneute Streiks in Zürich und Lausanne



Tausende sind am Freitagnachmittag durch die Zürcher Innenstadt gezogen, um gegen die Klimakrise zu demonstrieren. Erstmals teilten die Organisatoren die Demonstration in zwei Teile: einen lebendigen und einen ruhigeren Teil. Auch in Lausanne wurde protestiert.

Der lebendigere Teil der Demonstration in Zürich besammelte sich auf dem Limmatquai beim Rathaus. Mit lauter Musik und bekannten Slogans wie «Wem sis Klima? Euses Klima!» zogen die mehrheitlich jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Stadt.

Auf dem Münsterhof trafen sich die währenddessen die Demonstranten für den ruhigeren Teil: Eltern mit kleinen Kindern, die nicht ins Getümmel wollten, Senioren und Gehbehinderte. Sie nahmen es etwas gemächlicher und absolvierten eine verkürzte Route. Insgesamt waren etwa 5000 Personen anwesend, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

Auch in Lausanne demonstrierten mehrere Tausend Menschen für mehr Klimaschutz. Um zehn Uhr versammelten sich am Bahnhof von Lausanne rund 3500 Personen, wie ein Sprecher der Polizei Lausanne gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Das sind einige Tausend weniger als im März, damals protestierten in Lausanne noch 10'000 Personen für mehr Klimaschutz.

epa07872830 School students and activists take part in the Global Strike for Climate rally in Lausanne, Switzerland, 27 September 2019. Millions of people across the world are taking part in demonstrations demanding action on climate issues. The Global Climate Strike Week is held from 20 September to 27 September 2019.  EPA/CYRIL ZINGARO

Bild: EPA

Entgegen früherer Demonstrationen marschierten die Teilnehmer diesmal nicht zum Riponne-Platz sondern in Richtung See. Unter den Teilnehmern befand sich der 77-jährige Jacques Dubochet, der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2017, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete. Er hielt ein Banner mit der Aufschrift «Grosseltern für das Klima».

Verkehrsknotenpunkte im Visier

Beim See spaltete sich der Demonstrationszug in zwei Teile auf. Eine Gruppe der Demonstranten marschierte in Richtung Pyramides de Vidy. Die zweite Gruppe ging in Richtung Maladière-Kreisel. Die Polizei stoppte den Zug kurz vor dem Kreisel, nachdem die Demonstrierenden bereits eine Absperrung durchbrochen hatten.

Etwa zwei Stunden lang standen die Ordnungskräfte und rund 250 Manifestanten einander gegenüber. Dann begann die Polizei mit der Auflösung der Demonstration. Etliche der Kundgebungsteilnehmer wurden auf Sackkarren abtransportiert, wie die Polizei am Abend mitteilte. Andere gingen von selbst.

48 Personen wurden polizeilich weggeführt und auf den Posten gebracht. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft wegen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, die Verkehrsordnung und anderer Delikte angezeigt. Zwanzig der Abgeführten wurden schon wegen der Demonstration in der vergangenen Woche verzeigt.

Kollektiv kritisiert Waadtländer Staatsrat

Die Exponenten von «Extinction Rebellion» wurden am Freitag vom Waadtländer Kollektiv für den Klimastreik unterstützt. Auch das Kollektiv will nach eigenen Angaben in Zukunft mit zivilem Ungehorsam auf sich aufmerksam machen. Dies soll jedoch friedlich vor sich gehen, teilte es mit. Die aktive Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Staatsrat werde unterbrochen. Der Grund für diese Massnahme sei die Trägheit, mit der die Politik auf die Anliegen der Klimabewegung reagiere.

Die Waadtländer Regierungsrätin Nuria Gorrite sagte dazu, der Staatsrat habe schon «viel Geld» für den Klimaschutz aufgewendet. Trotz Klimanotstand müsse der demokratische Prozess berücksichtigt werden. (sda)

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tortejäger 28.09.2019 07:39
    Highlight Highlight Ab nach Bern!
  • Nüübächler 27.09.2019 20:10
    Highlight Highlight Nun marschieren wir wieder.
    Es muss vor den Ferien sein denn am Montag willwn wir schliesslich verreisen, ab in den Süden, gebucht ist ja schon.
    Ja klar, lebe sonst sehr umweltbewusst, lebe ja schliesslich vegan und ernähre mich auschliesslich von Gemüse und Früchten wie Bio Avocados, da darf ich dann schon ein oder zweimal im Jahr fliegen. Und in ein paar Jahren fliegen die sowieso mit CO2 neutralem Kerosin.
    Aber jetzt müssen wir den Greta- Effekt ausnützen, ist ein tolles Gefühl dabei zu sein.
  • Chrigi-B 27.09.2019 19:05
    Highlight Highlight Machen sich sicher viele Freunde (inkl. Gewinn neuer Unterstützer), wenn am Freitagabend, pünktlich zum Feierabend, Strassen blockiert werden und der ÖV in der Innenstadt zusammenbricht....

    👍🏻
  • Gipfeligeist 27.09.2019 18:55
    Highlight Highlight Nuria Gorrite (SP): "Aber wir haben doch schon soo viel gemacht!"

    Es freut mich, dass es genügend Menschen gibt, die sich von der Politik nicht verarschen lassen
  • Zorulu 27.09.2019 18:44
    Highlight Highlight Morn am halbi zwei z Bern isch de nationali Klimastreik!
  • sunshineZH 27.09.2019 18:29
    Highlight Highlight Zum Glück habe ich alle meine Termine in der Stadt auf den Morgen terminiert 😁👍
  • Toni.Stark 27.09.2019 18:25
    Highlight Highlight In «nature» erschien eine Studie 2er japanischer Wissenschaftler der Universität Kobe, in der die Auswirkungen der kosmischen Strahlung auf die Wolkenbildung und damit das Klima untersucht wird. Die Forscher bringen diese Strahlung mit der mittelalterlichen Warmzeit (950 n. Chr.–1250 n. Chr.) und der moderaten Erwärmung, die vor 100 Jahren begann, in Zusammenhang.

    Diese Studie beleget, wie auch die Studien und Erklärungen vieler Wissenschaftler, dass die Behauptung, es herrsche wissenschaftlicher Konsens über die These vom menschengemachten Klimawandel, nicht stimmt.
  • Ökonometriker 27.09.2019 18:10
    Highlight Highlight Hoffentlich hören die Politiker bald einmal hin und machen Klimapolitik die wirkt, nicht Klimapolitik die dem Mittelstand das Geld aus den Taschen zieht und an Reiche weitergibt...
    • FrancoL 27.09.2019 18:36
      Highlight Highlight Die Wahlen stehen vor der Türe, Du kannst dies mitbeeinflussen.
      Ich weiss, dass Dir Vergangenheit nicht viel sagt, aber ein Blick zurück hilft Dir zu verstehen welche Partei für was eingestanden ist, es ist immer sinnvoll sich nicht auf Versprechen alleine zu verlassen, sondern auch einmal zu beurteilen wer was zumindest teilweise eingehalten hat oder wer seit Jahren immer wieder gute Lösungen torpediert.
    • Scheissa UfRealität 27.09.2019 20:40
      Highlight Highlight Danke. Deine Aussage wird viel zu wenig betont und stellt für mich die zentrale Rolle in dem ganzen Debakel dar. So wird sich nie etwas ändern.
    • Scheissa UfRealität 27.09.2019 20:42
      Highlight Highlight Welchen dieser colwns soll ich bitte wählen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 27.09.2019 17:58
    Highlight Highlight Wir habens in der Hand. Die Wahlzettel sind im Haus angekommen. Wählt vernünftig und nicht nach persönlicher Moral. Wählt für die nächsten Jahre die Parlamentsmitglieder, die die Schweiz wirklich und ohne die (gesamte) Stimmbevölkerung zu hintergehen die korrekten Repräsentanten.

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