DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Wem sis Klima? Euses Klima!» Erneute Streiks in Zürich und Lausanne

27.09.2019, 20:26

Tausende sind am Freitagnachmittag durch die Zürcher Innenstadt gezogen, um gegen die Klimakrise zu demonstrieren. Erstmals teilten die Organisatoren die Demonstration in zwei Teile: einen lebendigen und einen ruhigeren Teil. Auch in Lausanne wurde protestiert.

Der lebendigere Teil der Demonstration in Zürich besammelte sich auf dem Limmatquai beim Rathaus. Mit lauter Musik und bekannten Slogans wie «Wem sis Klima? Euses Klima!» zogen die mehrheitlich jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Stadt.

Auf dem Münsterhof trafen sich die währenddessen die Demonstranten für den ruhigeren Teil: Eltern mit kleinen Kindern, die nicht ins Getümmel wollten, Senioren und Gehbehinderte. Sie nahmen es etwas gemächlicher und absolvierten eine verkürzte Route. Insgesamt waren etwa 5000 Personen anwesend, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.

Auch in Lausanne demonstrierten mehrere Tausend Menschen für mehr Klimaschutz. Um zehn Uhr versammelten sich am Bahnhof von Lausanne rund 3500 Personen, wie ein Sprecher der Polizei Lausanne gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Das sind einige Tausend weniger als im März, damals protestierten in Lausanne noch 10'000 Personen für mehr Klimaschutz.

Bild: EPA

Entgegen früherer Demonstrationen marschierten die Teilnehmer diesmal nicht zum Riponne-Platz sondern in Richtung See. Unter den Teilnehmern befand sich der 77-jährige Jacques Dubochet, der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2017, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete. Er hielt ein Banner mit der Aufschrift «Grosseltern für das Klima».

Verkehrsknotenpunkte im Visier

Beim See spaltete sich der Demonstrationszug in zwei Teile auf. Eine Gruppe der Demonstranten marschierte in Richtung Pyramides de Vidy. Die zweite Gruppe ging in Richtung Maladière-Kreisel. Die Polizei stoppte den Zug kurz vor dem Kreisel, nachdem die Demonstrierenden bereits eine Absperrung durchbrochen hatten.

Etwa zwei Stunden lang standen die Ordnungskräfte und rund 250 Manifestanten einander gegenüber. Dann begann die Polizei mit der Auflösung der Demonstration. Etliche der Kundgebungsteilnehmer wurden auf Sackkarren abtransportiert, wie die Polizei am Abend mitteilte. Andere gingen von selbst.

48 Personen wurden polizeilich weggeführt und auf den Posten gebracht. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft wegen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, die Verkehrsordnung und anderer Delikte angezeigt. Zwanzig der Abgeführten wurden schon wegen der Demonstration in der vergangenen Woche verzeigt.

Kollektiv kritisiert Waadtländer Staatsrat

Die Exponenten von «Extinction Rebellion» wurden am Freitag vom Waadtländer Kollektiv für den Klimastreik unterstützt. Auch das Kollektiv will nach eigenen Angaben in Zukunft mit zivilem Ungehorsam auf sich aufmerksam machen. Dies soll jedoch friedlich vor sich gehen, teilte es mit. Die aktive Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Staatsrat werde unterbrochen. Der Grund für diese Massnahme sei die Trägheit, mit der die Politik auf die Anliegen der Klimabewegung reagiere.

Die Waadtländer Regierungsrätin Nuria Gorrite sagte dazu, der Staatsrat habe schon «viel Geld» für den Klimaschutz aufgewendet. Trotz Klimanotstand müsse der demokratische Prozess berücksichtigt werden. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Braunalgen verpesten Meere von der Karibik bis nach Afrika

1 / 11
Braunalgen verpesten Meere von der Karibik bis nach Afrika
quelle: ap/ap / israel leal
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Cleanwalkers» setzen sich für eine sauberere Welt ein

Video: watson

Abonniere unseren Newsletter

14 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ökonometriker
27.09.2019 18:10registriert Januar 2017
Hoffentlich hören die Politiker bald einmal hin und machen Klimapolitik die wirkt, nicht Klimapolitik die dem Mittelstand das Geld aus den Taschen zieht und an Reiche weitergibt...
11029
Melden
Zum Kommentar
avatar
Zorulu
27.09.2019 18:44registriert Dezember 2017
Morn am halbi zwei z Bern isch de nationali Klimastreik!
7055
Melden
Zum Kommentar
14
Hier kommen die 13 schönsten Strände der Schweiz
Die Ferien sind (fast) vorbei und der Mittelmeerstrand in weiter Ferne. Aber: Auch die Schweiz hat schöne Strände zu bieten. Mit Sand und allem, was dazugehört.

Nein, ein Meer kann die Schweiz nicht bieten. Aber an den vielen Seen und Flüssen kannst du trotzdem gut in Ferienstimmung kommen.

Zur Story