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War für diese Berner Schüler die Klimademo obligatorisch? – Ihre Schule widerspricht

21.03.2019, 08:0621.03.2019, 08:15

Der Klimastreik der Schüler und Studenten ist derzeit in aller Munde. Am letzten Freitag streikten weltweit über 1,6 Millionen Menschen in 120 Ländern für eine bessere Klimapolitik. Auch in der Schweiz gingen Zehntausende auf die Strasse. Nicht alle davon aber freiwillig, wie ein Bericht von «Tele Bärn» zeigt.

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Die besten Bilder des Klimastreiks
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Gemäss dem Bericht war für gewisse Schüler der Oberstufe Frutigen BE die Teilnahme an den Klimademonstrationen obligatorisch – oder für die Eltern zumindest nicht klar als freiwillig gekennzeichnet.

Im Beitrag behauptet der SVP-Grossrat Samuel Krähenbühl, dass die Teilnahme an den Demonstrationen für die Schüler obligatorisch gewesen sei. Besorgte Eltern wandten sich an ihn und legten ihm zum Beweis einen Brief vor.

Der entsprechende Brief.
Der entsprechende Brief.screenshot tele bärn

Der Titel: «Wir demonstrieren.» Im Brief steht, dass die Klassen um 11:32 Uhr zur Demo nach Thun abfahren und der obligatorische Schulunterricht um 14:24 Uhr – nach dem Ende der Demonstration – abgeschlossen sei.

Für den SVP-Grossrat ein klarer Verfassungsbruch: Die Volksschulen müssten zwingend politisch neutral sein.

Was sagt die Schule zu den Vorwürfen?

Der Schulleiter widerspricht: Die Teilnahme sei freiwillig gewesen. Man habe den Schülern mündlich mitgeteilt, dass diejenigen, die nicht demonstrieren wollen, Unterricht in Parallelklassen haben könnten. Im Brief steht von dem Alternativprogramm jedoch nichts.

«Die Teilnahme war freiwillig. Das Alternativprogramm war Teilnahme am Unterricht im Schulhaus in einer Partnerklasse. Dies wurde den SuS nur mündlich, den Eltern aber nicht schriftlich kommuniziert.»
Stellungnahme Oberstufenschule Frutigen

Erwin Sommer, Vorsteher des Amts für Volksschulen im Kanton Bern, sagt, dass die Aktion ein Fehler der Schule sei. Denn: Die politische Neutralität der Schule müsse immer gewährleistet sein. Das Schreiben an die Eltern sei missverständlich, da darin von obligatorischem Unterricht die Rede sei.

Erwin Sommer, Vorsteher Amt für Volksschule BE.
Erwin Sommer, Vorsteher Amt für Volksschule BE.screenshot tele bärn

Was sind die Konsequenzen?

Sommer betont, dass der Fall keine Konsequenzen für die Schulleitung haben werde. Sie würde aber sicher ihre Lehren daraus ziehen. Der Regierungsrat berät momentan noch über den Fall.

Für die Schüler hat die Aktion aber Folgen: Die Gemeinde wies die Oberstufe Frutigen an, Demonstrationen während des Unterrichts in der Zukunft nicht mehr zu erlauben. (jaw)

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